Adieu Wattepads: Kosmetikpads (90 °C waschbar) einfach selber häkeln!

Abschminken, waschen, wiederverwenden - Mit dieser Anleitung für selbst gehäkelte Kosmetikpads schaffst du eine umweltfreundliche und kreative Alternative zu Wattepads.

Im Alltag begegnen uns reihenweise Wegwerfprodukte. Morgens im Bad fängt es schon an: Wer Wattepads zum Eincremen oder Abschminken verwendet, weiß, wie schnell sich dadurch ein Berg von Müll ansammeln kann. Noch dazu steht die darin verarbeitete Baumwolle im Verdacht, schädliche Pestizide auf unsere Haut zu bringen. Wiederverwendbare Kosmetikpads sind eine bessere Alternative, denn sie sind maschinenwaschbar, nahezu unbegrenzt haltbar und kommen praktisch ohne Abfall aus.

Mit dieser Anleitung für selbst gehäkelte Kosmetikpads sparst du nicht nur eine Menge Müll ein, du tust deiner Haut auch noch etwas Gutes. Als ich einmal damit angefangen hatte, konnte ich gar nicht mehr aufhören, und hatte am Ende so viele Kosmetikpads, dass ich meinen gesamten Freundeskreis noch beschenken konnte. Mit ein bisschen Übung schaffst du das auch, überschaubare kleine Häkelprojekte – garantiert auch für Häkelanfänger geeignet!

Zubehör für selbst gehäkelte Kosmetikpads

Für schön flauschige Kosmetikpads brauchst ein möglichst dickes, weiches Garn. Verwende am besten nur Naturmaterialien, die du auch problemlos bei heißen Temperaturen waschen kannst.

Zum Häkeln deiner eigenen Wattepads benötigst du:

  1. Wollreste oder anderes Garn aus Naturfaser
  2. Häkelnadel Stärke 3-4
  3. große Sticknadel mit stumpfer Spitze

Hinweis: Lass dich nicht verunsichern, wenn ein Baumwollgarn laut Herstellerangabe nur bei geringeren Temperaturen waschbar ist. Diese Angaben beziehen sich auf die Farb- und Formstabilität der daraus gefertigten Stücke, was aber bei den Pads weniger eine Rolle spielt. Sofern es sich um eine Baumwolle handelt, sind die Pads bis 90 °C waschbar. Schurwolle ist im Prinzip auch geeignet. Sie verfilzt allerdings schnell beim Waschen mit hohen Temperaturen, so dass die Häkelstruktur nach wenigen Wäschen kaum mehr erkennbar ist. Für die Funktion des Pads spielt das aber keine Rolle.

Tipp: Wenn du nur Wollreste hast, die dir nicht dick genug erscheinen, kannst du auch mit mehreren Wollknäueln gleichzeitig häkeln. Zwei oder drei Fäden zusammen sind dicker als einer, und bei mehreren Farben wird dein Kosmetikpad sogar noch wunderschön bunt.

Häkelanleitung Schritt für Schritt

Um deine eigenen Kosmetikpads häkeln zu können, solltest du bestenfalls schon einmal etwas von Luftmaschen und Stäbchen gehört haben. Wenn nicht, können dir viele Online-Tutorials bei deinen ersten Schritten helfen. Am schönsten ist es aber immer noch, sich das Häkeln von jemandem persönlich zeigen zu lassen. Bei mir war das meine Oma. ;-)

So häkelst du Reihe um Reihe dein eigenes Kosmetikpad (siehe Häkelskizze):

1. Drei Luftmaschen häkeln. Alternativ kannst du auch mit einem Fadenring beginnen, dann gibt es kein Loch in der Mitte.

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2. In jede Luftmasche vier Stäbchen setzen, sodass in der zweiten Runde zwölf Stäbchen sind. Die Runde mit einer Kettmasche schließen.

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3. Die dritte Runde mit zwei Luftmaschen beginnen und in jede der zwölf Maschen je zwei Stäbchen setzen. Wieder die Runde mit einer Kettmasche schließen. Das ergibt 24 Stäbchen in der dritten Runde.

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4. Die vierte Runde ebenfalls mit zwei Luftmaschen beginnen und dann immer abwechselnd erst zwei Stäbchen in eine Masche und dann nur eines in die nächste. Das ergibt 36 Stäbchen in der vierten Runde.

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5. Den Faden mit etwas Abstand abschneiden und die vierte Runde mit einer durchgezogenen Kettmasche schließen. Mit einer Sticknadel das verbliebene Fadenende verstechen, indem du den Faden mehrmals durch bereits gehäkelte Maschen durchziehst.

Je nach Stärke der Wolle und je nachdem, wie groß du dein Häkelpad haben möchtest, kann es sinnvoll sein, vor dem Verstechen in Schritt Fünf noch eine weitere Runde zu häkeln. Setze dazu einfach die Folge der vierten Runde für weitere 54 Stäbchen fort.

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Und jetzt kannst du deine Kosmetikpads auch schon benutzen! Zum Eincremen mit einer selbst gemachten, tönenden Tagescreme zum Beispiel oder zum Abschminken mit Make-up-Entferner. Auch mit reinen Pflanzenölen kannst du deine Haut pflegen.

Tipp: Für noch handlichere Kosmetikpads kannst du auch eine Schlaufe zum Festhalten häkeln. Dafür ein einfaches schmales Rechteck aus Festen Maschen häkeln, das genauso lang ist wie der Durchmesser des Häkelpads. Bei mir waren das 15 Luftmaschen und zwei Reihen Feste Maschen. Dann beide Seiten mit jeweils drei bis vier Kettmaschen an den Seiten des Pads festhäkeln und verstechen. Fertig!

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Häkelanleitung mit Skizze

Mit Bildern kann ich einfach mehr anfangen als mit lang ausformulierten Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Wenn es dir so wie mir geht, hilft dir vielleicht diese zur Anleitung zugehörige Häkelskizze:

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Reihum sind alle zu häkelnden Luftmaschen, Kettmaschen und Stäbchen als Zeichen zu erkennen. Beginne in der Mitte und folge der Skizze schneckenförmig nach außen. Wenn du alle Zeichen dieser Häkelschrift kennenlernen möchtest, findest du hier eine ausführliche Erklärung.

Falls dich noch weitere Themen zur Müllvermeidung und zu einem Leben ohne Plastik interessieren, habe ich hier ein paar Buchtipps für dich:

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Bist du jetzt auch schon im Häkelfieber? Teile deine Erfahrungen gern unten in einem Kommentar!

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14 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Louisa Brehm

    Was benutzt man am besten bei diesen Pickelwassern?
    Geht das mit so einem selbsgehäkelten Pad aus Baumwolle?

    Antworten
  2. Das ist ne schöne Idee. Ich nutze bisher Tücher oder Waschlappen.

    Habt ihr eine Idee, wie ich Nagellack umweltschonender entwerfen kann? Aktuell verwende ich da gelegentlich noch Wattepass, würde aber gern darauf verzichten

    Antworten
    • Sry, hab gerade gesehen, dass das schon jemand gefragt hat. Stelle ich mir alles schwierig vor, vielleicht ist es möglich, wenn man eine Alternative zum Nagellackentferner findet

    • smarticular.net

      Hallo Kathrin,
      die erste Antwort lautet intuitiv: auf Nagellack verzichten, denn gepflegte, polierte Fingernägel sehen ohne Lack auch natürlich schön aus 🙂
      Wenn es trotzdem Nagellack sein soll, was gut nachvollziehbar ist, dann kannst du diesen einfach mit hochprozentigem Alkohol (z.b. Weingeist) entfernen, wie er auch in handelsüblichem Nagellackentferner enthalten ist. Auf die Nägel sprühen oder tupfen, ein paar Minuten einwirken lassen und die gelösten Reste abwischen, bei Bedarf wiederholen.
      Liebe Grüße

  3. Wie werden diese Pads denn getrocknet? Stelle mir das ziemlich aufwändig vor.

    Antworten
    • smarticular.net

      Du kannst sie einfach nebeneinander auf einem (trockenen) Handtuch auf dem Wäscheständer auslegen, dann trocknen sie im Nu.
      Liebe Grüße

  4. Die Idee ist einfach nur toll und es reduziert den Abfall schon gewaltig…nur frage ich mich,ob man diese Pads auch zum Nagellack entfernen nutzen kann…

    Antworten
    • Hallo Conny, dabei würde sich wohl vor allem die Frage stellen, ob sich der entfernte Nagellack aus den Pads lösen lässt. Das müsstest du ausprobieren. Liebe Grüße Sylvia

  5. Yuko Koch

    Wie wäscht man die am besten? Lose oder im Wäschesack in der Waschmaschine? Ich nutze sie mit reinem Öl, und bisher ist das bei der 60° Wäsche noch nicht wieder richtig raus gegangen.
    Vielen Dank!

    Antworten
    • Hallo, weil sie so klein sind, ist ein Wäschesack sicher sinnvoll. Vielleicht kannst du sie vorab mit etwas Seife vorbehandeln, damit das Öl besser rausgeht. Die Temperatur hängt natürlich auch vom Material der verwendeten Wolle ab. Liebe Grüße Sylvia

  6. Aus dem gleichen Garn lassen sich auch Spültücher häkeln !!!

    Antworten
  7. Super Idee! Eventuell könnte man sogar einen alten Baumwollpullover auftrennen und Pads daraus häkeln. Werde ich definitiv nachmachen!

    Antworten
  8. Hallo.
    Mache ich als „Häkeltante“ schon ewig. Großer Vorrat ist gut und ich habe im Bad ein kleines Wäschesäckchen, wo die benutzten Dingerchen dann rein kommen. Wenn der Wäschesack ordentlich voll ist einfach mit in die Waschmaschine. Falls man sie mal auskochen möchte: Man muss dafür keine Waschmaschine anwerfen, geht auch gut im Topf oder Wasserkocher und nur ganz kurz mal einmal reinwerfen, weil es ja nur zum Abtöten von Bakterien z.B. dient und dann in die normale Wäsche mit rein. Unansehnlich werden die Dinger halt mit der Zeit, aber das macht ja nichts und man hat dann auch einen Grund, sie in Ruhe mit einer Tasse Tee mal wieder hinzusetzen und neue zu produzieren ;-D Ich nutze im Übrigen nur Baumwollreste für diese Pads, die beim häkeln von Topflappen eh immer übrig bleiben

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