Einkaufsnetz häkeln – selbstgemachte Alternative zur Plastiktüte

Auf Plastiktüten zu verzichten ist einfacher, als viele Menschen glauben. Dieses stabile Netz ist klein in der Tasche und genial beim Einkaufen!

Du kennst das sicher auch – auf dem Heimweg schnell noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen und wieder den Beutel vergessen. Schnell ist die Plastiktüte mit im Einkaufswagen, denn irgendwie müssen die Waren ja nach Hause kommen! Sie ist jedoch alles andere als umweltverträglich und belastet dein Gewissen.

Über sechs Milliarden Plastiktüten werden hierzulande pro Jahr verbraucht. Weltweit werden Schätzungen zufolge jedoch nur ca. zehn Prozent recycelt, der Rest landet in der Müllverbrennung, auf Mülldeponien oder in der Natur. Je nach eingesetztem Kunststoff benötigt eine Plastiktüte 100 bis 500 Jahre, um vollständig agebaut zu werden.

Das einfache und ebenso geniale Einkaufsnetz war einst der ständige Begleiter meiner Großmutter, doch auch heute erlebt es ein Comeback. Es hat in der kleinsten Handtasche oder sogar Hosentasche Platz und bietet durch seine Dehnbarkeit erstaunlich viel Platz für einen Einkauf. Außerdem ist es schnell selbst gehäkelt und versprüht je nach individueller Gestaltung einen schönen Retro-Charme.

Häkelanleitung für ein Einkaufsnetz

Handarbeiten machen Spaß und entspannen zudem. Es ist einfacher, als du denkst, die Maschen aufzunehmen und loszulegen. Falls du noch nie eine Häkelnadel in der Hand gehalten hast, findest du hier eine Anleitung für Häkel-Anfänger.

Das von uns empfohlende Einkaufsnetz besteht aus Luftmaschen (LM), festen Maschen (FM) und Stäbchen (Stb). Die Angaben in der Anleitung sind dabei eher als Richtwert zu stehen, denn du kannst dieses Netz problemlos an deine Bedürfnisse anpassen. Mit einer stärkeren Nadel werden die Maschen weiter und das Netz insgesamt größer. Mit mehr Zunahme zu Beginn kannst du den Umfang vergrößern, mehr Reihen ergeben ein längeres Netz. Probiere es doch einfach mal aus!

Benötigtes Material:

  • Reißfestes Baumwoll-Garn, eventuell mehrere Farben
  • Häkelnadel passend zur Garnstärke (steht in der Regel auf der Banderole des Garns)

Auf Plastiktüten zu verzichten ist einfacher, als viele Menschen glauben. Dieses stabile Netz ist klein in der Tasche und genial beim Einkaufen!

Anleitung:

  • 8 LM anschlagen und mit einer Kettmasche (KM) zur Runde (Rd.) schließen.
  • 1. Rd.: 11 FM in den LM-Ring einarbeiten und mit einer KM in den Anfang der Runde schließen.
  • 2. Rd.: Jeweils 2 FM in die FM der Vorrunde häkeln, mit KM schließen.
  • 3. Rd.: Jeweils 1 Stb in jede FM der Vorrunde, mit KM schließen.
  • 4. Rd.: Mit 2 LM beginnen, zwischen jedes Stb der Vorrunde 2 Stb häkeln, mit KM schließen.
  • 5. Rd.: Ab jetzt LM-Bögen arbeiten, d.h. im Wechsel 4 LM und dann 1 FM zwischen die Stäbchen der Vorrunde häkeln, dabei immer ein Stäbchen auslassen, so weiter bis zum Ende der Runde häkeln.
  • 6. Rd.: Im Wechsel 7 LM und dann 1 FM in jeden LM-Bogen der Vorrunde häkeln.
  • 7. Rd.: Im Wechsel 9 LM und 1 FM in jeden LM-Bogen häkeln und solange wiederholen, bis die gewünschte Höhe des Einkaufsnetzes erreicht ist.
  • Oberer Rand: Mit doppeltem Faden in jeden LM-Bogen 4 FM arbeiten, mit KM schließen.
  • Für die beiden Henkel jeweils 50 LM arbeiten, 6 LM-Bögen überspringen, 18 FM häkeln (mehr oder weniger, je nachdem, mit welcher Maschenzahl du gearbeitet hast).
  • Anschließend noch 2 Runden FM arbeiten, Faden abschneiden und vernähen.

Auf Plastiktüten zu verzichten ist einfacher, als viele Menschen glauben. Dieses stabile Netz ist klein in der Tasche und genial beim Einkaufen!

Wenn du ungeübt bist, kannst du dich in zwei bis drei Etappen beim Häkeln entspannen und erhältst ein schickes, praktisches und vor allem äußerst umweltfreundliches Netz für Einkäufe aller Art.

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Varianten für noch schönere Netze

Falls dir ein einfarbiges Netz zu langweilig ist, kannst du auch mit mehreren Farben arbeiten und wie im Bild ein zweifarbiges Netz häkeln, oder immer zwei bis drei Runden pro Farbe arbeiten.

Am liebsten verwende ich dieses Netz in der Obst- und Gemüseabteilung im Supermarkt, wo kleine Pastiktüten meistens noch an der Tagesordnung sind. Nach dem Wiegen landen die Früchte direkt im Netz und an der Kasse ist trotzdem sofort erkennbar, was ich denn da alles eingepackt habe. Zu diesem Zweck kannst du auch mehrere ganz kleine Netze mit kleinen Henkeln anfertigen, mit denen sich die Sorten im Einkaufskorb getrennt aufbewahren lassen.

Lass uns gern durch einen Kommentar wissen, ob dieser Tipp für dich interessant ist oder ob du vielleicht ähnliche Ideen zum Selbermachen hast, die unsere Umwelt auf originelle Weise entlasten.

Tipp: Wenn du auf den Geschmack gekommen bist, sind vielleicht auch selbst gehäkelte Spültücher und Küchenschwämme aus Paketschnur interessant für dich.

Viele weitere Ideen zur Reduzierung von Abfall und Vermeidung Plastikprodukten findest du auch in unserem Buch:

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18 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Sieht einfach aus die Häkelweise, und sehr hübsch, ich denke da bekommt man einiges an Obst und Gemüse rein, ich werde es versuchen!
    Dankeschön für die Anleitung!
    Grüße!👍👍👍👍👍👍😂😂😂😂😂😂😂

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  2. Ich bin immer wieder begeistert von euren Tipps, sei es wie hier oder in euren tollen Büchern. Danke!!!!

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  3. Liebe Smarties,
    wie hab ich mich gefreut diesen Beitrag zu lesen.
    Schon oft habe ich mich an zwei Häkeltaschen aus meiner Kindheit erinnert, die, wie ich jetzt erfahren habe, meine Mutter mit in die Ehe brachte.
    Und ich habe immer gedacht, dass es wohl ewig dauern würde so etwas zu häkeln…
    Ich las also die Mail und suchte einfach nach Wolle die noch da war. Natürlich war sie nicht so fein. Das Knäuel sollte eigentlich für einen Schal sein… EGAL…
    Vor circa einer Woche bin ich angefangen. Und nun endlich fertig geworden.
    Habe die Henkel länger gemacht, da ich Taschen gerne über der Schulter trage.
    Ich liebe diese Tasche Jetzt schon sehr und hoffe, dass sie mir ein langer Begleiter sein wird.
    Ich versuche eine Foto hochzuladen.

    Antworten
    • smarticular.net

      Das Netz ist wunderschön geworden!
      Liebe Grüße

  4. Gute Idee, aber man sollte noch etwas ähnliches wie ein Kofferschild anbringen damit man den Wiegezettel ankleben kann, vielleicht ein Stück Leder?

    Antworten
    • smarticular.net

      Ja das ginge wohl, allerdings bringt es auch (unnötiges) zusätzliches Gewicht. Es ist auch möglich, den Zettel einfach aufs Netz zu kleben, bei uns funktioniert es.
      Liebe Grüße!

  5. Auf so eine Anleitung (wie das Einkaufsnetz) habe ich gewartet. Ich werde mich direkt dran geben ;). Ähnliche Tipps interessieren mich sehr!

    Antworten
    • smarticular.net

      Viel Spaß beim Ausprobieren! Hinterlasse uns gern einen Kommentar mit einem Foto des fertigen Netzes!
      Liebe Grüße

  6. Georg Berner-Waindok

    Habe mir 8 kleine Netze zum Obst- & Gemüseeinkauf gemacht. Und ein größeres aus Paketband für den Einkauf von Kartoffeln. Eine tolle Sache, danke schön.

    Antworten
  7. Total schön! Danke für die schöne Anleitung. Mal sehen, wie viele ich bis Weihnachten als Geschenke schaffe.

    Antworten
  8. Ich häkel und verhäkel endlich mal meine Wollreste zu was gut Brauchbarem . 4 Netze hab ich schon aus Leitergarn aus einem Ausverkauf verhäkelt, ich nutze zusätzlich Röllchengummi und schon habe ich die guten alten superdehnbaren DDR Netze in meinem Haushalt,das ich da nicht auch drauf gekommen bin,danke für den Tipp.

    Antworten
    • Anna Langstrumpf

      Wie geht das mit dem Röllchengummi?

    • Ich häkel den Gummi mit dem Wollfaden zusammen ,aber es muss darauf geachtet werden den Gummi etwas zu spannen. Das brauch ein bisschen Übung. Dann ist alles gut. Auch hab ich bemerkt das alte Röllchengummis aus DDR Zeiten sich besser verarbeiten lassen als die heutige Ware. Gut wer noch welche hat.Viel Spaß

  9. DAS ist ja mal eine gute Idee, auch um Wollreste zu verarbeiten. Wie so oft sind es Omas Sachen, die die besten sind :)
    Meine Netze für loses Obst/Gemüse habe ich aus Fenster – Fliegengittern genäht. Bei unseren Fenstern bleibt ein breiter Streifen übrig. Daraus hab ich kleine Beutel genäht mit einem Bindebändchen oben in der Seitennnaht zum zubinden. Die wiegen kaum etwas, man kann sie also ganz leicht mitwiegen und an der Kasse sehen sie auch was drin ist.

    Aber das mit häkeln werde ich auch probieren, schließlich hat man ja auch nicht meterweise Reste von den Fliegengittern.

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Das mit den halbtransparenten Stoffbeuteln ist auch eine schöne Idee, die wir noch auf der Liste haben. Mama hat nur noch keine Gardinenreste zum Nähen rausgerückt und Fliegengitter haben wir leider nicht ;-) Viel Spaß beim Häkeln und liebe Grüße!

    • Liane Schmitt

      Alte Gardienen eignen sich auch wunderbar zum Entsaften. Einfach zwei oder drei Lagen in’s Sieb legen (natürlich groß genug). – Fertig. Sind waschbar, wiederverwendbar und halten sehr lange.

    • Liane Schmitt

      Statt Wolle kann man auch Paketschnur nehmen. Das Netz ist dann garantiert SEHR stabil. Ich habe daraus eine Handytasche für meinen Mann gehäkelt für die Arbeit. Die kriegt er nicht klein. Und sieht schön aus dazu. Und teuer ist es auch nicht. Was will man mehr?

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