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Rasenschnitt weiter verwerten: Zu schade für die Tonne
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Rasenschnitt landet oft in der Bio-Tonne. Dabei lässt sich das nährstoffreiche Grün noch vielfältig verwerten - 6 praktische Tipps!

Wohin mit dem Rasenschnitt? Diese Frage kommt bei Gartenbesitzern immer wieder auf. Schließlich empfiehlt es sich für eine schöne und widerstandsfähige Grünfläche, die Halme regelmäßig zu kürzen. Während das Schnittgut zu früheren Zeiten oft wenig umweltfreundlich verbrannt wurde, landet es heute meist in der Bio-Tonne und wird so noch sinnvoll genutzt. Doch auch dafür ist der vermeintliche “Gartenabfall” eigentlich viel zu schade! Mit den folgenden Tipps kannst du den Rasenschnitt direkt im Garten sinnvoll verwerten.

Tipp: Unabhängig davon, wie du das Schnittgut verwenden möchtest, empfiehlt es sich, den Rasen bei Trockenheit zu mähen und nicht etwa kurz nach einem Regenguss.

Mulchen – als Gründüngung liegen lassen

Wenn du den Rasen regelmäßig mähst, kannst du den Rasenschnitt als natürlichen Dünger liegen lassen, statt die darin gespeicherten wertvollen Nährstoffe zu entsorgen und den Boden so immer weiter auszulaugen. Denn kurze Grasschnipsel trocknen und zersetzen sich schnell, ohne eine schädliche, kompakte Schicht auf dem Rasen zu bilden. Die meisten Rasenmäher verfügen über eine entsprechende Mulchfunktion. Er häckselt den Rasenschnitt besonders fein und verteilt ihn gleichmäßig über die gemähte Rasenfläche.

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Als Mulchschicht für Beete und Hecken

Nicht nur der Rasen selbst, auch Gemüsebeete und Hecken können von den Nährstoffen im Rasenschnitt profitieren. Dazu einfach das abgeschnittene Grün in einer dünnen Schicht auf den Beeten verteilen. Auch hierbei ist es wichtig, dass das Gras gut verteilt wird und trocknen kann, um Schimmel und Fäulnisbildung zu vermeiden. Nach einigen Tagen kann das getrocknete Gras untergegraben oder auch als Mulchschicht auf dem Beet belassen werden. Sie trägt ähnlich wie Bodendecker dazu bei, den Wildwuchs unwillkommener Beikräuter auf natürliche Weise einzudämmen.

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Grünschnitt kompostieren

Wenn du über einen großen Rasen und damit auch über besonders viel Schnittgut verfügst, ist es sinnvoll, regelmäßig einen Teil davon zu kompostieren.

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Wichtig: Grünschnitt sollte nie allein auf den Kompost gegeben werden. Denn dann bildet er schnell eine kompakte Schicht, die schlecht verrottet und zu Schimmel und Fäulnis neigt.

Deshalb empfiehlt es sich, das frisch gemähte Gras mit gröberem Material zu mischen, wie zum Beispiel mit Blättern, dünnen Zweigen oder gehäckselten Ästen, bevor es auf den Kompost gegeben wird. Dabei hat sich ein Mischverhältnis von 1:1 bewährt. Alternativ kannst du abwechselnd eine dünne Schicht Rasenschnitt und eine Schicht Strauchschnitt oder andere Grünabfälle auf den Kompost geben. Indem der Kompost feucht gehalten und gelegentlich umgeschichtet wird, lässt sich die Kompostierung zusätzlich unterstützen.

Als Füllmaterial fürs Hochbeet

Um ein neues Hochbeet zu befüllen, kannst du zahlreiche “Abfälle” aus dem Garten verwenden – so auch den Rasenschnitt. Er gehört zusammen mit leichtem Kompost und Laubabfällen in die Schicht unterhalb der Pflanzenerde.

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Zur Herstellung einer Jauche

Hast du schon einmal eine pflanzenstärkende Jauche hergestellt, zum Beispiel mit Brennnesseln? Rasenschnitt ist ein wertvoller Stickstofflieferant und kann ebenfalls als Grundlage für einen selbst gemachten Flüssigdünger dienen. Als Faustregel gilt: Ein Kilo frische Pflanzen auf zehn Liter Wasser für ca. 14 Tage, locker abgedeckt an einem warmen Ort stehen lassen, während des Gärvorgangs mehrmals täglich umrühren.

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Fürs Osternest trocknen

Aber nicht nur im Garten, auch für andere Zwecke lässt sich der Grünschnitt noch nutzen, zum Beispiel als Osterdekoration! Statt jedes Jahr gefärbtes Kunstgras zu kaufen, kannst du Rasenschnitt (am besten mit längeren Halmen) trocknen lassen und mit dem Heu das Nest auslegen. Nachbarn, Kindergärten und Schulen freuen sich vielleicht ebenfalls über getrocknetes Gras zum Basteln und Spielen.

Statt fertige Osterkörbchen mit viel Plastik zu kaufen, kannst du tolle Osternester aus Altpapier, Gläsern und anderen Recycling-Materialien herstellen.

Möglichst viel in natürlichen Kreisläufen verwerten, statt es wegzuwerfen – das ist auch ein zentrales Prinzip der Permakultur. In unserem Buchtipp findest du zahlreiche weitere Ideen fürs nachhaltige Gärtnern:

Kennst du noch andere Nutzungsmöglichkeiten für Rasenschnitt? Dann verrate Sie uns in einem Kommentar!

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