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19 Tipps: So wird der Garten zum Permakultur-Garten
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Mit der Natur statt gegen die Natur: Das Grundprinzip der Permakultur lässt sich leicht im eigenen Garten umsetzen. Auch kleine Schritte bringen dich dem eigenen Permakultur-Garten ein Stückchen näher.

Um die Natur im Zaum zu halten und sich die Arbeit zu erleichtern, greift so mancher Hobbygärtner zu Unkrautvernichtern, Schädlingsbekämpfungsmitteln und künstlichem Dünger. Das kostet nicht nur unnötig Geld, sondern kann auch zu ungewollten Nebenwirkungen führen. Schließlich handelt es sich bei jedem Garten um ein Stück Natur mit zahlreichen Wechselwirkungen und ineinander greifenden Kreisläufen, die einem oft gar nicht bewusst sind.

Dass es auch anders geht, zeigt das Konzept der Permakultur. Ursprünglich als Gegenbewegung zur industriellen Landwirtschaft entwickelt, lässt sich ihr Leitprinzip “Mit der Natur statt gegen die Natur” auch leicht im eigenen Biogarten umsetzen.

Was ist Permakultur?

Bill Mollison, Gründer der Permakultur und Träger des Alternativen Nobelpreises, wird oft mit dem Satz zitiert: “Permakultur ist ein Tanz mit der Natur, bei der die Natur führt.” Was fast schon poetisch klingt, bedeutet für die Gartenarbeit, dass natürliche Kreisläufe unterstützt und die Bedürfnisse aller Lebewesen berücksichtigt werden, statt einzelne zu fördern und andere künstlich zu unterdrücken.

Mit einigen einfachen Maßnahmen kann jeder diese Grundgedanken der Permakultur ganz leicht im eigenen Garten und sogar auf dem Balkon umsetzen.

Natürliche Kreisläufe unterstützen und weiterentwickeln

Unsere Umwelt basiert auf unendlich vielen Kreisläufen, die im besten Fall zu einem ökologischen Gleichgewicht führen. Wer sich diese Kreisläufe im eigenen Garten zu Nutze macht, statt sie durch unbedachte Maßnahmen zu stören, kann sich viel Arbeit und den Einsatz chemischer Düngemittel und Unkrautvernichter sparen – zum Beispiel mit den folgenden Maßnahmen:

1. Eine bewusste Fruchtfolge nutzt die Nährstoffdichte des Bodens optimal und versorgt ausgelaugte Erde auf natürliche Weise wieder mit Nährstoffen.

2. Eine Mulchschicht statt nackter Erde: Sie gibt bei der Zersetzung wertvolle Nährstoffe ab und hemmt Wildwuchs im Beet.

Platz im Garten oder auf dem Balkon optimal nutzen

Ein weiterer Ansatz in der Permakultur besteht darin, auch kleine Räume optimal zu nutzen. Dafür eignen sich zum Beispiel verschiedene Ideen zur Beetgestaltung:

3. Ein Hochbeet, bei dessen Bau viele Gartenmaterialien weiterverwendet werden können, dient als natürliche Barriere für zahlreiche Schädlinge und lässt neben der Beetfläche auch die Seitenflächen nutzbar werden.

Gemüse und Kräuter anbauen - mit einem Hochbeet aus Paletten geht das ganz einfach, preiswert und ohne dich auch nur einmal bücken zu müssen!

4. Ein selbst gebauter Kartoffelturm bietet sehr viel mehr Pflanzen auf engem Raum Platz.

5. Eine Kräuterspirale ermöglicht es, auf kleinem Raum Pflanzen mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen hinsichtlich Klima und Bodenbeschaffenheit unterzubringen.

Die Kräuterspirale richtig bepflanzen: Passende Heil- und Kräuterpflanzen für Sumpfzone, Feuchtzone, mittlere Zone und mediterrane Zone.

Tipp: Auch ohne eigenen Garten lässt sich Raum im Sinne der Permakultur nutzen, zum Beispiel, indem eine Baumscheibe bepflanzt wird oder indem selbst gemachte Samenbomben verwendet werden, die verödete Brachen wieder zum Blühen bringen.

Mit der Natur arbeiten statt gegen sie

Wer anfängt, mit statt gegen die Natur zu arbeiten, merkt schnell, dass er mit weniger Aufwand und besseren Ernteergebnissen belohnt wird. Schließlich wirken beim natürlichen Gärtnern die Kräfte von Mensch und Natur in die gleiche Richtung. Im eigenen Garten lässt sich das Prinzip auf vielen Ebenen verwirklichen:

6. Durch natürliche Schädlingsbekämpfung anstelle giftiger Insektizide.

7. Durch die Schaffung einer Mischkultur, die sich gegenseitig stärkende und schützende Pflanzen kombiniert.

Mit den richtigen Pflanz-Kombinationen kannst du Schädlinge im Garten auf natürliche Weise fernhalten - ganz ohne chemische Hilfsmittel.

8. Durch die Verwendung natürlicher Düngemittel wie etwa frischen oder getrockneten Pferdedungs und das Ausbringen einer Gründüngung anstelle von Kunstdünger.

9. Durch die Nutzung mehrjähriger Pflanzen, die im besten Falle über viele Jahre hinweg beerntet werden können.

10. Durch das Pflanzen essbarer Bodendecker. Sie schützen den Boden vor Erosion, halten ihn feucht und dienen als natürliche “Unkrautbekämpfung” (naturnahe Gärtner sprechen lieber vom Beikraut).

Bedürfnisse aller Lebewesen berücksichtigen

Während die konventionelle Landwirtschaft die Bedürfnisse des Menschen in den Mittelpunkt stellt, strebt die Permakultur ein gleichberechtigtes Miteinander aller Lebewesen an. Im eigenen Garten kann man Nützlingen und anderen Wildtieren auf vielfältige Weise helfen:

11. Durch den Bau einer Insektentränke in den heißen Sommermonaten.

Ein Miniteich auf dem Balkon oder der Terrasse kann im Hochsommer lebenswichtig werden für Vögel, Bienen und andere Insekten. Schon eine flache Schale kann dafür ausreichen.

12. Mit einem selbst gebauten Insektenhotel als Brutstätte für Wildbienen und andere Nützlinge.

13. Indem man Insekten und nützlichen Kleintieren im Winter Unterschlupf und Nahrung bietet.

14. Durch eine bienenfreundliche Gestaltung und Nutzung des Gartens.

Als praktischer Nebeneffekt sorgen mehr bestäubende Insekten für eine reiche Ernte. Andere Nützlinge halten auf natürliche Weise Schädlinge in Schach.

Verwerten statt wegwerfen

Nichts wird verschwendet in der Permakultur. Dazu gehört auch, vermeintliche Abfälle noch sinnvoll weiterzuverwenden. Im eigenen Garten kann das heißen:

15. Geeignete Abfälle können als Dünger verwendet werden.

16. Mit Hilfe einer Wurmkiste können auch zu Hause Küchenabfälle in nährstoffreiche Erde verwandelt werden.

17. Samen kann jeder selbst gewinnen, anstatt sie jedes Jahr neu zu kaufen.

Statt jedes Jahr neues Saatgut zu kaufen, kannst du von vielen Blumen- und Gemüsesorten die Samen ganz einfach ernten, lagern und im Frühjahr wieder aussäen. Mit diesen Tipps gelingt’s!

18. Herabgefallenes Laub ist vielfältig nutzbar und auch der regelmäßig anfallende Rasenschnitt ist viel zu schade für die Tonne.

19. Neben den Früchten können auch viele essbare Gemüseblätter weiterverarbeitet werden.

Diese Liste ist längst nicht vollständig. Vielleicht sind dir beim Lesen schon weitere Ideen eingefallen, wie du deinen Garten der Permakultur ein Stückchen näher bringen kannst. Oder du hast festgestellt, dass du längst zu den Permakultur-Gärtnern gehörst, ohne es zu wissen.

Tipp: Wer keinen eigenen Garten hat, kann sich im Kleinen an der Umsetzung eines Permakultur-Gartens im Mini-Format versuchen.

In unserem Buchtipp findest du Grundlagen und zahlreiche Praxisbeispiele für nachhaltiges Gärtnern nach den Prinzipien der Permakultur:

Hast du bereits Erfahrungen mit der Permakultur gesammelt? Dann freuen wir uns auf deine Tipps und Praxisbeispiele!

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