Das Ideenportal für ein einfaches und nachhaltiges Leben

Ätherische Öle im Garten – so helfen sie gegen Schädlinge und Krankheiten
5 5 139
138
1

Viele ätherische Öle verfügen über eine antibakterielle, fungizide und insektenabwehrende Wirkung. Mit einem selbst gemachten Pflanzenspray kannst du dir ihre natürliche Schutzwirkung im Garten zu Nutze machen.

Vielleicht sind dir ätherische Öle und ihre positiven Effekte auf Gesundheit und Wohlbefinden bereits bekannt. Aber weißt du auch, dass man die natürlichen Aromen auch im Garten verwenden kann? Eine ganze Reihe ätherischer Öle verfügt über eine insektenabwehrende und pilzhemmende Wirkung. Ein Effekt, die auch bei der Mischkultur zum Tragen kommt, indem insektenabwehrende Pflanzen ihre Nachbarn vor Fraßfeinden schützen.

Mit einem selbst gemachten Pflanzenschutzmittel mit ätherischen Ölen kannst du die nützlichen Aromen direkt auf befallene Pflanzen auftragen und so den Einsatz synthetischer Insektizide und Fungizide sowie ihre Nebenwirkungen im besten Fall vermeiden.

Ätherische Öle gegen Insekten und Pflanzenkrankheiten

Blattläuse, Ameisen oder Raupen können das Gärtnerglück schnell trüben. Ein selbst gemachtes Mittel mit ätherischen Ölen hilft, die kleinen Plagegeister von Gemüse und Obst fernzuhalten – ohne Gefahr für Nützlinge, Pflanzen und des Rest des Ökosystems. Die gleiche Rezeptur kannst du auch zur Herstellung eines natürlichen Fungizids nutzen.

Für einen Liter Pflanzenschutz-Spray benötigst du folgende Zutaten und Utensilien:

  • 1 L Leitungs- oder Regenwasser
  • 5 Tropfen Bio-Spülmittel oder eine erbsengroße Portion Schmierseife
  • ca. 20 Tropfen ätherisches Öl – welches Öl sich wofür eignet, erfährst du weiter unten
  • 1 TL feine Tonerde – sie bindet die ätherischen Öle und sorgt für eine bessere Haftung auf der Pflanze
  • Sprühflasche mit einem Liter Fassungsvermögen und einer nicht zu feinen Düse

Viele ätherische Öle verfügen über eine antibakterielle, fungizide und insektenabwehrende Wirkung. Mit einem selbst gemachten Pflanzenspray kannst du dir ihre natürliche Schutzwirkung im Garten zu Nutze machen.

So bereitest du das Mittel zu:

  1. Ätherisches Öl in Spüli oder Schmierseife einrühren (z. B. direkt auf einem Esslöffel).
  2. Die Mischung in Wasser auflösen und und alles in eine Sprühflasche füllen.
  3. Tonerde dazugeben und schütteln, bis sich alles gleichmäßig verteilt hat.

Hinweis: Auch wenn die ätherischen Öle stark verdünnt sind, solltest du beim Sprühen vermeiden, dass das Mittel auf deine Haut, in deine Augen oder Atemwege gelangt.

Welches ätherische Öl hilft wogegen?

Die meisten ätherischen Öle wehren gleich eine ganze Reihe unliebsamer Insekten ab:

  • Teebaumöl wirkt gegen Wollläuse und andere beißende Lausarten.
  • Lavendel hilft gegen verschiedene (saugende) Arten von Blattläusen und Raupen.
  • Ätherisches Knoblauchöl kannst du sehr vielseitig einsetzen, u.a. zum Schutz vor Blattläusen, Ameisen und Raupen.
  • Rosengeranie wirkt gegen verschiedene Lausarten.
  • Piment kann holzfressende Insekten vertreiben. In diesem Fall empfiehlt es sich, das Mittel nicht großflächig aufzusprühen, sondern mit Hilfe einer Spritze direkt an den betroffenen Stellen aufzubringen.
  • Rosmarin soll einem Befall von Spinnmilben entgegenwirken.
  • Geranie hilft Schnecken fernzuhalten.
  • Fenchel kann bei einem Befall mit Kartoffelkäfern und deren Larven hilfreich sein.

Weitere geeignete Öle findest du in unserem Buchtipp am Ende des Beitrags.

Ätherische Öle gegen Pilzbefall und Bakterien

Neben Insekten gehören verschiedene Pflanzenkrankheiten zu den Hauptärgernissen beim Gärtnern. Auch in diesem Fall können ätherische Öle helfen.

Ein Spritzmittel gegen unterschiedliche Bakterien und Pilze kannst du wie oben beschrieben herstellen. Folgende ätherischen Öle eignen sich dabei als Wirkstoff:

  • Knoblauch kannst du gegen Echten Mehltau einsetzen.
  • Oregano hilft bei einem Befall mit Falschem Mehltau und Rußtau.
  • Rainfarn wirkt Rostpilzbefall entgegen.
  • Thymian kann gegen Braunfäule bei Tomaten helfen.
  • Bohnenkraut kann vorbeugend gegen die Kräuselkrankheit eingesetzt werden und bekämpft Falschen Mehltau.

Um Verbrennungen des Pflanzengewebes zu vermeiden, empfiehlt es sich das Pflanzenschutzmittel in den späten Nachmittags- oder Abendstunden aufzutragen. Anstatt das ätherische Öl zu verwenden, kannst du auch einen wässrigen Auszug aus den ursprünglichen Pflanzen herstellen (u.a. aus Rainfarn, Oregano und Bohnenkraut) und in gleicher Weise zur Behandlung von Pflanzenkrankheiten anwenden.

Viele ätherische Öle verfügen über eine antibakterielle, fungizide und insektenabwehrende Wirkung. Mit einem selbst gemachten Pflanzenspray kannst du dir ihre natürliche Schutzwirkung im Garten zu Nutze machen.

Ätherische Öle haben im Vergleich zu herkömmlichen Insektiziden und Fungiziden den Vorteil, dass sie als mindertoxisch eingestuft werden und gut biologisch abbaubar sind, zumindest, wenn sie wie hier beschrieben sparsam verwendet werden. Vielleicht helfen sie auch dir, Schädlinge im Zaum zu halten und Pflanzenkrankheiten ohne chemische Keule in den Griff zu bekommen.

Beim Kauf ätherischer Öle sind einige Dinge zu beachten. Die Qualität spielt die wichtigste Rolle und es sollten nur naturreine Produkte zum Einsatz kommen. Die Herstellung natürlicher Öle ist sehr aufwendig und erfordert große Mengen natürlicher Rohstoffe. Deshalb findet man im Handel viele billige Alternativen, die aber oft synthetisch hergestellt sind und gesundheitlich bedenklich sein können.

Sehr gute Erfahrungen habe ich mit den Marken Neumond, Farfalla und Primavera gemacht:

In unserem Buchtipp findest du viele weitere Informationen und Rezepte für natürlichen Pflanzenschutz:

Hast du schon Erfahrungen mit ätherischen Ölen im Garten gesammelt? Dann berichte uns davon in einem Kommentar!

Diese Themen könnten dir auch gefallen: