Gesunde, essbare Baumblätter – sammeln und verarbeiten

Entdecke essbare Baumblätter als regionales Superfood! Von Linde bis Birke – lerne, welche Blätter schmecken und wie du sie verwendest.

Dass Apfel-, Kirsch- oder Nussbäume zu unserer Ernährung beitragen können, ist wohl den meisten bekannt. Aber nicht nur ihre Früchte sind nahrhaft und köstlich. Es gibt auch zahlreche essbare Baumblätter, die den Speiseplan bereichern können. Meist stecken darin sogar mehr Vitamine, Mineralien und Nährstoffe als in Gemüse und Salat aus dem Supermarkt!

Im Garten, in Parks und in der freien Natur kannst du das frische Grün – natürlich in Maßen, immer nur wenige Blätter pro Baum – kostenlos sammeln. Gegenüber Wildkräutern, die von Wiese und Waldboden gepflückt werden, haben junge Baumblätter zudem den Vorteil, dass sie außerhalb der “Pinkelhöhe” von Hunden und Wildtieren wachsen, und ein Befall mit dem Fuchsbandwurm äußerst unwahrscheinlich ist.

Welche Blätter genießbar und besonders schmackhaft sind und wann und wie du sie am besten erntest, erfährst du in diesem Beitrag.

Birke: nordisches Nahrungs- und Heilmittel

Nach dem Winter treibt die Birke als einer der ersten Bäume in unseren Breiten aus, denn sie ist bereits bei kühlen Temperaturen in Frühjahrsstimmung. Schon ab März kannst du die ersten Birkenblättchen ernten. Sie sind einer der ersten Vitamin-C-Lieferanten und dienen dank der enthaltenen Flavonoide und Gerbstoffe als Muntermacher und Entschlackungshilfe.

Gerade in den nördlichen Ländern wird die Birke vielseitig als Nahrungs- und Heilmittel eingesetzt. Aus den Knospen und Blättern können viele köstliche Gerichte zubereitet werden. Junge Birkenblätter lassen sich zudem getrocknet das ganze Jahr über als Tee sowie als Salzersatz verwenden.

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Haselnuss: früh dran im Jahr

Ebenfalls früh dran im Jahr ist die Haselnuss. Sie bildet bereits nach der frühen Blüte im Februar und März Blätter. Die Zweige der großen Sträucher oder Bäume bilden an den Triebspitzen immer neue junge Blätter, die zu Salat verarbeitet oder ähnlich wie Spinat zubereitet werden können. Aus frischen oder getrockneten Blättern kann ein Tee zubereitet werden, der blutreinigend und blutstillend sowie gegen Husten und Durchfall wirkt.

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Buche: weit verbreitet in Parks und Wäldern

Etwa ab April bis in den Mai hinein schlagen Buchen aus. Die Bäume sind in unseren Wäldern weit verbreitet, auch in Parks sind sie häufig zu finden, so dass du viele der jungen Blätter und Triebe pflücken kannst. Ihr Geschmack ist leicht säuerlich, sie eignen sich zum Beispiel als Zutat für Salate und Smoothies. Buchenblätter schmecken aber auch pur, direkt vom Baum und sind auch gesundheitlich wirksam. Frische Blätter können äußerlich gegen Geschwüre oder ein Gerstenkorn angewendet werden.

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Linde: süßer Einsteiger-Genuss

Die Linde galt den Germanen als heiliger Baum. Zu Recht, denn vor allem ihre Blüten stecken voller Heilkräfte und sind zudem zuckersüß und schmackhaft. Der Baum findet sich in unseren Breiten häufig in Parks oder an Straßen. Die ersten Blätter lassen sich zwischen April und Juni blicken und sind für “Baumblatt-Einsteiger” besonders geeignet, denn sie schmecken süßlich und mild. Die Blätter der Sommerlinde sind sogar auch in ausgewachsenem Stadium noch zart genug für den Verzehr, zum Beispiel zusammen mit den Blüten. Lindenblätter schmecken roh in Smoothies und Salaten, auf dem Butterbrot und in Desserts sowie gekocht, ebenso zubereitet wie Spinat.

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Fichte, Kiefer, Tanne: Lecker und heilsam bei Erkältungen

Eine besondere Spezialität bieten im Frühjahr Nadelbäume wie Fichte, Kiefer und Tanne. Ihre hellgrünen Triebspitzen, die etwa im Mai zum Vorschein kommen, schmecken frisch und mild mit einer unvergleichlichen “Nadelbaumnote”. Du kannst sie roh direkt vom Baum essen oder zum Beispiel zu Tannenwipfelhonig oder -sirup verarbeiten.

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Sie enthalten viel Vitamin C sowie ätherische Öle, Harze und Tannine, die auch als Heilmittel gegen Husten, Schnupfen und Halsschmerzen Anwendung finden. Wenn du die frischen Triebe weiterverarbeitest, ist es sinnvoll, ein Glas davon bis zum Winter aufzubewahren, um Erkältungskrankheiten auf schmackhafte Weise zu bekämpfen.

Achtung! Nicht alle Nadelbäume sind essbar – beispielsweise ist die Eibe in fast allen Teilen sehr giftig, ihre Triebe dürfen keinesfalls verzehrt werden! Nur der rote Samenmantel um den wiederum giftigen Kern ist essbar und süß. Da der Baum geschützt ist, darfst du Eibenbeeren in der Natur allerdings nicht sammeln.

Beachte außerdem, dass das Sammeln der Triebe in manchen Regionen untersagt ist.

Spitzahorn: vielseitig und gesund

Die häufigste Ahornart in unseren Breiten, der Spitzahorn, bildet zwischen März und April sein unverwechselbares Blattwerk mit den typischen Spitzen. Die Blätter sind reich an Gerbstoffen, Flavonoiden, Mineralstoffen und Eiweiß und eignen sich deshalb für einen gesunden Ahornsalat, als ungewöhnliches Ahorn-Sauerkraut und für viele weitere Ahorn-Anwendungen. Die jungen Blättchen schmecken mild süß-sauer. Auch die unscheinbaren, süßen Blüten sind essbar und wohlschmeckend.

Ob auch die Blätter anderer Ahornarten wie Berg- und Feldahorn genießbar sind, wurde bisher nicht endgültig geklärt. Zumindest für Tiere sind diese Arten giftig. Übrigens: Das Original wird zwar aus dem amerikanischen Zuckerahorn gewonnen, aber auch aus hiesigen Ahornarten lässt sich Pflanzensaft für süßen Ahornsirup zapfen.

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Wildkirsche: Blätter mit unverwechselbarem Aroma

Die auch Vogelkirsche genannte Wildkirsche wächst an Waldrändern oder in lichten Wäldern und bietet dem Finder mit ihren jungen Blättern einen besonderen Lohn: Das Wildkirsch-Aroma der Früchte lässt sich auch aus den Blättern herausschmecken. Die Blätter treiben zwischen April und Juni aus und bereichern Smoothies, Salate und Desserts.

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Die Früchte, Kerne und Stiele der Wildkirsche wirken entwässernd und entzündungshemmend und werden gegen Husten, Fieber und Durchfall eingesetzt. Auch den Blättern wird eine entsprechende, aber weniger starke Wirkung nachgesagt.

Obstbäume ergänzen fruchtige Desserts

Ebenso wie die jungen Blätter der Wildkirsche können auch die der Zierformen wie die Süß- oder Sauerkirsche verzehrt werden. Sehr schmackhaft sind auch die Blätter anderer Obstbäume, wie Apfel, Birne und Pflaume. Wer die jungen, zarten Blätter pur genießt, kann auch hier das Aroma der entsprechenden Früchte entdecken. Neben Salaten und Smoothies können deshalb insbesondere Speisen, die mit Früchten zubereitet werden, mit den dazugehörigen Blättern verfeinert werden.

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Sammelhinweise

Insbesondere bei Nadelbäumen ist es empfehlenswert, nicht zu viele Triebe eines einzelnen Baumes zu pflücken, um Energie und Wuchsform nicht zu stark zu beeinträchtigen. Aber auch Laubbäume, deren Blätter nachwachsen, werden durch eine allzu üppige Ernte geschwächt. Sammle deshalb stets nur wenige Blätter oder Triebspitzen pro Baum, bevorzugt an ohnehin sehr dichten Stellen, wo sich später austreibende Äste und Blätter gegenseitig behindern würden. Natürlich freuen sich auch die Wildtiere, wenn du ihnen etwas übrig lässt, denn die jungen Blätter sind oft die erste frische Nahrung im Jahr und schmecken ihnen deshalb ebenfalls besonders gut!

Im Sinne deiner Gesundheit ist es ratsam, nur Blätter von solchen Bäumen zu ernten, die du sicher identifizieren kannst. Falls du unsicher bist, welche Bäume du bei einem Erntespaziergang im Wald vor dir hast, kann eine Baumbestimmungs-App (iOS, Android) weiterhelfen.

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Hast du schon einmal Baumblätter probiert? Welche schmecken dir am besten? Wir freuen uns über deinen Kommentar!

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Über mich

Annette, gelernte Grafikdesignerin und Redakteurin, liebt es grün, wenn sie in der Küche, an der Nähmaschine oder im Garten experimentiert und danach über ihre Erkenntnisse schreibt. Am Ende ist aber trotzdem alles rosarot, denn beim Fotografieren und in der Grafik sorgt sie dafür, dass alles hübsch aussieht.

17 Kommentare
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  1. Schattenkatze

    Ihr habt den WEIẞDORN vergessen 😺!
    Und Maulbeerblätter (achtung nicht jede Art schmeckt auch, die müsst ihr probieren) hm, das sind leider alle Baumblätter aus denen ich Tee mache. Ahorn und Linde probiere ich nächstes Jahr. Normalerweise trinke ich fast nur Tee aus Kräutern

    Antworten
  2. Nordalpenrand

    Hi was ist mit der Feige , habe Violetta im Garten und die Blätter als Tee getrunken, und Grillzeugs darin eingewickelt – leckeres Aroma nach Kokos!

    Antworten
  3. Toller Artikel, danke!
    Ich würde immer gerne die Jahreszeiten wissen zu welchen die Blätter geerntet werden dürfen. Bei Obstbäumen weiß ich das die ganze Energie in die Frucht geht und man die Blätter wenn dann vor der Frucht pflücken soll. Gibt es vielleicht eine PDF mit der Auflistung der Monate in denen gepflückt werden kann?
    Wie ist es jetzt im Juni mit Eichenblättern?
    Liebe Grüße!
    Nina

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  4. Ich frage mich gerade, ob ich auch die Blätter der Buchenhecke (Hainbuche?) einfach so essen kann. Giersch ist leider nicht so mein Favorit geschmacklich. Wenn die Apfelblätter nach Apfel schmecken, wäre das natürlich super. Ich habe einen Jonagold-Baum im Garten. Letztes Mal haben die Wespen sämtliche Äpfel (waren eh nicht viele) alle schon am Baum angenagt und aufgefressen. So hätte ich dann wenigstens ein bißchen was vom Baum. ;-)

    Und bei Haselnussblättern wäre meine Frage, ob die Farbe dabei egal ist, wir haben nämlich eine rotlaubige Haselnuss im Garten stehen. Gehen Walnussblätter auch?

    Antworten
  5. Hallo, weiß denn jemand, ob auch die Blätter der Apfelbeere (Aronia) essbar sind? Im Voraus besten Dank.

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  6. Junge Lindenblätter schmecken mit Abstand am besten, junge Blätter vom Feldahorn sind auch angenehm im Geschmack. Die Buchenblätter gehen ein wenig in Richtung Sauerampfer, sind aber etwas derb. Ahorn war mir zu hart und Hasel zu bitter. Obstbaumblätter nehme ich gerne zusätzlich mit in den Tee. Den Maiwuchs der Fichten habe ich auch versucht. Ist schon sehr gewöhnungsbedürftig. Und das Innere der alten Propellersamen ist im Frühjahr kurz vor der Keimung echt lecker. ;-)

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  7. Wow vielen dank für deinen blog, finde ich echt empfehlenswert!! Danke

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  8. berita1985

    toller Block! Kann man die Blätter der Zierkirsche tatsächlich roh essen? HAst du Belege dafür

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  9. toller Artikel danke

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  10. Das Bild zur Vogelkirsche (Prunus avium) sieht eher nach einer Traubenkirsche (Prunus padus) aus…!

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  11. ecological

    Hallo, hat jemand dazu Erfahrungen betr. Allergien?
    Wenn man z.B. gegen bestimmte Pollen allergisch ist, kann man dann andere Bestandteile der Pflanze essen?
    Danke vorab. :)

    Antworten
    • Das sollte kein Problem sein, wenn du die Blätter gut wäschst. Denn auch auf anderen Pflanzenteilen können Pollen behaftet sein. Verarbeitet ist das aber meist kein Problem. Roggenbrot beispielsweise lässt sich auch mit Roggenallergie problemlos essen (es sei denn, man hat zudem eine Roggenmehlallergie). Im Endeffekt kommt es aber immer auf die Stärke der Allergie an und ein langsames Herantesten ist generell empfehlenswert. Liebe Grüße.

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