Ginkgo: Heilpflanze, Lebensmittel und Gartenbaum in einem

Ginkgo nutzen: Erfahre mehr über Wirkung, Tee aus Ginkgo-Blättern, Studien zu Nerven- und Gefäßschutz sowie Tipps zum Anbauen.

Der Ginkgo gilt als „lebendes Fossil“ und fasziniert seit Jahrhunderten als Heilpflanze, Lebensmittel und Gartenbaum. Seine Blätter werden traditionell für Tee und Tinkturen verwendet, während der robuste Baum selbst als besonders widerstandsfähig gilt. Wie du Ginkgo nutzen kannst – und was Studien über seine Wirkung sagen – erfährst du hier.

Wer im Herbst unter einem Ginkgo-Baum steht, versteht schnell, warum diese Pflanze so viele Menschen begeistert. Die fächerförmigen Blätter färben sich leuchtend goldgelb und fallen fast gleichzeitig zu Boden. Ein kurzer Moment, der jedes Jahr wiederkehrt – und gleichzeitig an eine erstaunliche Geschichte erinnert. Denn der Ginkgo gehört zu den ältesten Baumarten der Welt. Schon vor über 200 Millionen Jahren wuchsen seine Vorfahren auf der Erde.

Heute findet man Ginkgo-Bäume in Parks, Gärten und immer häufiger auch auf Balkonen. Viele kennen ihn aus der Apotheke als pflanzliches Mittel für Gedächtnis und Konzentration. Doch der Baum kann noch mehr: Seine Blätter lassen sich zu Tee oder Tinktur verarbeiten, und sogar als Zimmerpflanze ist er erstaunlich pflegeleicht.

Was den Ginkgo so besonders macht

Der Ginkgo (Ginkgo biloba) wird oft als „lebendes Fossil“ bezeichnet, weil er die einzige überlebende Art einer ganzen Pflanzenfamilie ist. Seine Widerstandsfähigkeit ist legendär. Selbst extreme Umweltbedingungen übersteht er erstaunlich gut, weshalb er häufig als Stadtbaum gepflanzt wird.

Ginkgo als Heilpflanze

Besonders bekannt ist Ginkgo wegen seiner Wirkung auf die Durchblutung. Extrakte aus den Blättern werden seit Langem untersucht, weil sie die Durchblutung im Gehirn verbessern können.1 Die Wirkung beruht vor allem auf sekundären Pflanzenstoffen wie Flavonoiden und Terpenlactonen2, die die Gefäße schützen und erweitern können. So wird Ginkgo häufig im Zusammenhang mit Konzentrationsproblemen oder Gedächtnisschwäche3 eingesetzt.

Eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit beschreibt, dass Extrakte aus Ginkgo-Blättern antioxidative und gefäßschützende Eigenschaften besitzen und die Durchblutung des Gehirns verbessern können.4

Aus diesen Gründen findet man Ginkgo-Präparate als Tabletten häufig in der Apotheke oder im Online-Handel. 

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Ginkgo-Blätter als Tee

Auch zu Hause lassen sich die Blätter nutzen. Besonders junge oder getrocknete Ginkgo-Blätter eignen sich für einen milden Ginkgo-Kräutertee.

Der Tee wird traditionell getrunken, um die Durchblutung zu unterstützen und die Konzentration zu fördern.

Tipp: Weitere einfache Kräutertees zum selbermachen und -mischen findest du auch hier: „Grundwissen Teemischungen“.

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Ginkgo-Kerne als Lebensmittel

Weniger bekannt ist: In vielen asiatischen Ländern werden Ginkgo-Kerne als Lebensmittel genutzt.

Sie stammen aus den Früchten weiblicher Bäume. Nach dem Rösten oder Kochen werden sie als Beilage, Snack oder in Reisgerichten verwendet.

Wichtig: Roh sollten die Kerne nicht gegessen werden. Erst durch Erhitzen werden sie bekömmlicher.

Ginkgo nutzen: Erfahre mehr über Wirkung, Tee aus Ginkgo-Blättern, Studien zu Nerven- und Gefäßschutz sowie Tipps zum Anbauen.

Gingko-Tinktur selbst herstellen

Ginkgo-Tinktur kannst du aus den jungen Blättern des Baumes auch selbst herstellen. Neben der inneren Anwendungen kannst du die verdünnte Tinktur auch direkt auf die Haut auftragen.

Dafür brauchst du:

  • junge Ginkgo-Blätter
  • Alkohol (z. B. Wodka oder Korn)

junge Ginkgo-Blätter
Alkohol (z. B. Wodka oder Korn)

Benötigte Zeit: 28 Tage und 5 Minuten

So gehst du vor:

  1. Vorbereiten

    Blätter säuern und grob zerkleinern.

  2. In Glas füllen

    Ein Schraubglas etwa bis zur Hälfte mit den zerkleinerten Blättern füllen.

  3. Übergießen

    Mit Alkohol übergießen.

  4. Ziene lassen

    Die Mischung für 3–4 Wochen ziehen lassen. Dabei darauf achten, dass die Blätter stets mit Alkohol bedeckt sind.

  5. Abseihen

    Nach der Ziehzeit abseihen und dunkel lagern.

Ginkgo im Garten oder im Topf

Der Ginkgo ist erstaunlich pflegeleicht. Junge Pflanzen wachsen auch im Topf und eignen sich deshalb gut für Balkon oder Terrasse. Im Garten kann aus einem kleinen Setzling mit der Zeit ein beeindruckender Baum werden.

Typisch für den Ginkgo:

  • sehr robust
  • kaum anfällig für Krankheiten
  • verträgt Hitze und Luftverschmutzung gut

Mit etwas Geduld kann daraus sogar ein kleiner Hausbaum entstehen.

Tipp: Wenn du gern essbare Pflanzen anbaust, könnte auch der Beitrag „Goji-Beeren selbst anbauen und ernten“ interessant sein.

Fazit

In der Apotheke oder im Online-Handel gibt es Ginkgo-Präparate als Tabletten oder in Form einer Tinktur

Der Ginkgo ist weit mehr als ein dekorativer Baum. Seine Blätter werden traditionell als Heilpflanze genutzt, seine Inhaltsstoffe werden intensiv erforscht, und als Gartenpflanze gilt er als besonders widerstandsfähig.

Vielleicht wächst sogar in deiner Nähe bereits ein Ginkgo – im Park, auf dem Friedhof oder im Garten. Ein genauer Blick lohnt sich. Denn dieser außergewöhnliche Baum verbindet Naturgeschichte, Heilpflanzenwissen und Gartenfreude auf besondere Weise.

Hast du selbst schon Erfahrungen mit Ginkgo gemacht – als Tee, im Garten oder als Zimmerpflanze? Teile deine Tipps gern in den Kommentaren!

Wenn du mehr über nützliche Pflanzen erfahren möchtest, könnten auch diese Beiträge interessant sein:

Ginkgo nutzen: Erfahre mehr über Wirkung, Tee aus Ginkgo-Blättern, Studien zu Nerven- und Gefäßschutz sowie Tipps zum Anbauen.
  1. European Medicines Agency (EMA). Assessment report on Ginkgo biloba L., folium. ↩︎
  2. van Beek, T. A. (2002). Chemical analysis of Ginkgo biloba leaves and extracts. Journal of Chromatography A, 967(1), 21–55.
    ↩︎
  3. Tan, M. S., Yu, J. T., Tan, C. C., Wang, H. F., Meng, X. F., Wang, C., Jiang, T., & Tan, L. (2015). Efficacy and adverse effects of ginkgo biloba for cognitive impairment and dementia: a systematic review and meta-analysis. Journal of Alzheimer’s Disease, 43(2), 589–603.
    ↩︎
  4. Smith, J. V., & Luo, Y. (2004). Studies on molecular mechanisms of Ginkgo biloba extract. Applied Microbiology and Biotechnology, 64(4), 465–472. ↩︎

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10 Kommentare
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  1. Bei mir im Garten ist ein alter, grosser Gingko Baum, weiblich und ist voll behangen mit Früchten, die am Anfang grün und im Herbst dann goldfarben werden. Auch die Blätter sind im Herbst wie Gold, einfach prächtig anzusehen.

    Antworten
  2. Bissige Katze

    Uff die helfen gegen Migräne und Bronchitis 🙀 dann brauche ich aber unbedingt mehr von den kernen, die sind geröstet übrigens ein Jahr haltbar (wr kann die so lange aufheben 😹) zu schade daß ich in der heutigen Zeit nicht davon ausgehen daß wir noch 30 Jahre überleben umm dann Ginkofrüchte zu ernten

    Antworten
  3. Hallo vor etwa 3 Jahren, ich Pflege ein Grab auf dem Friedhof. Dabei sind mir die Früchten aufgefallen. Durchs Internet habe ich mich dann schlau gemacht. Habe die Früchten gesammelt und sauber gemacht, weil ich die Kernen haben wollte. Seit über 30 Jahren hatte ich einen hartnäckigen Fußpilz. In dem Sud von der Früchte habe ich eine halbe Stunde meine Füße gebadet. Ich habe dies 3 Mal wiederholt. Seitdem ist der Fußpilz nicht mehr zurück gekommen!

    Antworten
    • Hallo Hubert,
      darf ich fragen wie Sie besagten Sud hergestellt haben, da unser Ginkgo nun auch Früchte trägt.

  4. Das habe ich mir auch noch nie getraut aus den Blättern etwas herzustellen, bisher habe ich sie nur gepresst und Glückwunschkarten draus gemacht. Auch Fotos aus jeder Jahreszeit, denn wir haben zur Jugendweihe, unserer jetzt 37 jährigen Tochter, einen kleinen Gingko eingepflanzt und er erfreut uns Jahr für Jahr!

    Antworten
  5. Uli Grzesik

    Hallo miteinander,
    ich habe seit ca. 20 Jahren einen Gingko im hellen Treppenhaus in einem Bottich. Jedes Jahr setzt er an und sprieß mit seinen Rüschenknöspchen. Ich denke er ist männlich. Ich rettete ihn damals, als Händler auf einem Markt Gingkosprösslinge als Bonsais verkaufte. Ich befreite ich ihn zusammen mit einem Kumpanen aus einer Bonsaischale, in der beide auch noch verdrahtet gepflanzt waren. Nix Bonsai. Ich liebe ihn, aber er (oder vlt. doch sie) hat bisher noch nie Früchte getragen. Von einem uralten Gingko aus Südtirol weiß ich, dass diese Früchtchen fürchterlich stinken und die klebrigen Absonderungen recht aggressiv sind (z. B. für Autolack). Aber Heilwirkung hat mein Gingko bestimmt, wenn auch nur durch Informationsübertragung seines Seins und unserer Momente des Zusammenseins.

    Antworten
  6. Schöner Artikel. Vllt könnt ihr noch etwas dazu schreiben, wie man aus dem Ginkgo eine Zimmerpflanze macht. Ein Bonsai wie er oben abgebildet ist kostet ja um die 300 €.

    Antworten
    • Ich habe 3 Gingo Bäume ca. 10 m hoch mittlerweile ,
      auch ich liebe sie,
      Ihr Laub ist einzigartig und es hält bei Schnittblumen in der Vase ungewöhnlich lang.
      Meine Bäume sind an die 20 Jahre alt aber Früchte hatte noch keiner

      Ich habe auch Tee aus den Blättern gemacht und getrunken zusammen mit anderen Kräutern und er hilft gegen Schwindel . Nur habe ich gelesen
      das ein Stoff darin sei der sehr schädlich ist und habe seitdem angst etwas falsch zu machen . Aber die Tabletten die ich einnehmen muss gegen Schwindel sind sicher noch schädlicher . Ich glaube ich
      trinke doch wieder Tee !
      Man kann auch Tinktur machen
      ich habe dazu ein Einmachglas halb mit Blättern gefüllt eine handvoll
      braunen Kantiszucker dazu gegeben einige Sternanis und 2-3 Stangen
      Zimt dann aufgefüllt mir Korn 32% und mit dem Deckel zugeschraubt
      einige Wochen ziehen lassen . Danach in eine Flasche abgeseiht .
      Bei Schwindel 1/2 Schnapsgläschen voll Tinktur mit Wasser verdünnen und trinken . Es hilft !

      LG Reni

    • Hallo Reni,
      bei mir treten Schwindelgefühle mit niedrigem Blutdruck auf. Da hilft mir das Kauen von 2-3 Körnern von Cubebenpfeffer sofort. Dazu stärkt der Cubenpfeffer noch die Bronchien und hilft gegen Magenbeschwerden.
      LG Gabi

    • Andreas Lohse

      Ich habe einen Ginkgo Baum im Garten. Der ist ungefähr 8 Meter hoch. Was mach ich damit ??? Der hat keine Früchte, also männlich.

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