Kaffee erfolgreich abgewöhnen: So wird aus der Sucht wieder ein Genuss

Wer schon einmal versucht hat, sich das regelmäßige Kaffeetrinken abzugewöhnen, weiß, wie schwer das ist. Mit diesen Tipps bleibst du trotzdem wach und fit!

Hast du auch schon mal darüber nachgedacht, das Kaffeetrinken aufzugeben oder zumindest stark einzuschränken? Natürlich gehört Kaffee für die meisten einfach zur Morgenroutine dazu, er macht fit und munter, unterstützt die Verdauung und schmeckt richtig gut.

Laut Statistik trinkt jeder von uns über 160 Liter Kaffee jährlich, doch der stetig steigende Konsum bringt seine Schattenseiten mit sich. Nicht zuletzt, weil viele Kaffeesorten unter schlechten Arbeits- und Umweltbedingungen angebaut werden und einen Transport um die halbe Welt auf sich nehmen müssen. Und er hat noch einen bitteren Beigeschmack: Kaffee macht abhängig.

Wer regelmäßig Kaffee trinkt und dann plötzlich (oder auch nur wenige Tage) keinen mehr, der bekommt Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme und ist trotz ausreichenden Schlafs müde und schlapp. Schuld ist das enthaltene Koffein, das kurzfristig zwar die Gehirnleistung steigert, auf lange Sicht die Nervenzellen aber langsamer arbeiten lässt. Mit den Tipps in diesem Beitrag gewöhnst du dir langsam, dafür aber ohne Entzugssymptome, das Kaffeetrinken ab.

Einen Kaffeeentzug beginnen und durchhalten

Falls du aus Versehen oder bewusst deinen täglichen Kaffee schon mal weggelassen hast, wirst du gemerkt haben, dass ein “kalter Entzug” keine gute Idee ist. Statt im Extremfall Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit oder Kreislaufprobleme in Kauf zu nehmen, kannst du deinen Körper austricksen, indem du ihm das täglich notwendige Koffein nur Stück für Stück entziehst und ihn so langsam wieder an “normale Betriebstemperatur” – ohne Aufputschkoffein – gewöhnst.

Wer schon einmal versucht hat, sich das regelmäßige Kaffeetrinken abzugewöhnen, weiß, wie schwer das ist. Mit diesen Tipps bleibst du trotzdem wach und fit!

Dazu ist es hilfreich, sich zuallererst einmal die Frage zu stellen, welchem vorrangigen Zweck das Kaffeetrinken in deinem Fall dient. Brauchst du ihn zum Wachwerden? Kurbelt er nach dem Essen deine Verdauung an? Oder liebst du einfach den Geschmack? Lies unter dem entsprechenden Unterpunkt nach, welche Alternativen du jeweils für dich entdecken kannst!

1. Kaffee als Wachmacher

Ein Tipp, der auf der Hand liegt, aber dennoch in den meisten Fällen nicht so leicht umzusetzen ist, ist mehr zu schlafen. Koffein im Körper bewirkt, dass Erschöpfungsphasen nicht gleich als solche wahrgenommen werden. Das kommt daher, dass es den Platz des körpereigenen Moleküls Adenosin einnimmt und dessen Wirkungsweise blockiert. Adenosin sorgt normalerweise dafür, dass du in einen Ruhemodus verfällst. Die Pause ist notwendig für die körperliche Gesundheit, aber in stressigen oder leistungsfordernden Situationen oft nicht erwünscht. Wenn du nun also keinen Kaffee mehr zu dir nimmst, ist es logisch, dass dein Körper diese Ruhephasen noch vehementer einfordert. Bis du dich an dieses bereits in Vergessenheit geratene Signal gewöhnt hast, wirst du höchstwahrscheinlich etwas mehr Schlaf brauchen als gewöhnlich. Daher ist es sinnvoll, einen Kaffeeentzug in eine Zeit zu legen, in der nicht so viel Arbeit ansteht.

Um wacher zu sein, lohnt es sich, morgens kalt zu duschen, eine Trockenbürstenmassage durchzuführen, leckere Smoothies aus belebenden Wildkräutern zuzubereiten, eine frische und ebenfalls belebende Ingwer-Zitronen-Limo zu trinken oder noch viele andere Tricks gegen Müdigkeit zu befolgen.

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Alternativ oder zusätzlich kannst du auch auf sanftere Koffeinquellen zurückgreifen bzw. die Menge des Koffeins nur langsam reduzieren. Ein paar Beispiele:

  • Anstatt mehrere Tassen Filterkaffee (80-90 Milligramm Koffein pro Tasse) über den Tag verteilt zu trinken, kannst du auch Espresso trinken. Der enthält zwar generell mehr Koffein, wird aber in wesentlich kleineren Mengen getrunken (üblicherweise 30 Milliliter mit einem Koffeingehalt von etwa 40 Milligramm).
  • Eine Tasse schwarzer Tee enthält nicht mehr als 50 Milligramm Koffein und kann daher ebenfalls als Filterkaffeeersatz dienen.
  • Das Koffein in Guarana, Mate, Matcha oder anderem Grünem Tee hat aufgrund seiner Struktur häufig eine längere Wirkungsdauer als das Koffein in Kaffee und kann so auch als guter Kaffeeersatz dienen. Hier nur Vorsicht mit der Dosierung!

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2. Kaffee für eine bessere Verdauung

Besonders gern wird Kaffee nach dem Essen getrunken, unter anderem, weil er einen natürlichen Abführeffekt hat und so die Verdauung in Schwung bringt. Aber auch da kannst du auf gute natürliche Alternativen zurückgreifen, wie zum Beispiel Trockenobst, Leinsamen, Weizenkleie oder den altbewährten Verdauungsspaziergang. Besonders gut gegen Verdauungsbeschwerden und Sodbrennen hilft ein Detox-Smoothie mit Carob-Pulver.

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Tipp: Um gar nicht erst in das Mittagstief mit Kaffee-Verlangen zu fallen, kann es auch schon helfen, einfach nicht so viel und schwer zu essen, und stattdessen gerade in der Entzugsphase lieber auf frisches Obst und Gemüse oder Suppen zurückzugreifen.

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3. Kaffee wegen des Geschmacks

Aber Kaffee schmeckt doch so gut! Das stimmt. Doch zum Glück musst du auch bei einem Kaffeeentzug nicht auf den herrlichen Röstgeschmack verzichten. Koffeinfreier Kaffee oder regionale Getreidekaffeevarianten, wie zum Beispiel Lupinenkaffee oder Kaffee aus Löwenzahnwurzeln, bieten geschmacklich genausoviele Facetten (wenn nicht sogar mehr) wie herkömmlicher Bohnenkaffee.

Kaffee kommt meist von weit her und verbraucht riesige Mengen an Wasser. Wusstest du, dass du auch Kaffee aus Pflanzen vor deiner Haustür brühen kannst?

Tipp: Um dich Schritt für Schritt an den geringeren Koffeingehalt zu gewöhnen, kannst du das Pulver der zahlreichen Kaffeealternativen anfangs 1:1 mit normalem Bohnenkaffee mischen und wie gewohnt zubereiten.

Einen Kaffeeentzug zu Ende bringen

Leider lässt sich nicht vorhersagen, wie lange du bei der Abgewöhnung des Kaffees noch mit Entzugserscheinungen zu kämpfen haben wirst. Bei einigen klingen sie schon nach wenigen Tagen ab, und bei anderen braucht es mehrere Wochen. Durch die genannten Methoden kannst du Kopfschmerz und Co. aber möglichst gering halten und dich schon bald auf eine kaffeeunabhängige Fitness und Vitalität mit länger anhaltenden Konzentrationsphasen freuen.

Wer schon einmal versucht hat, sich das regelmäßige Kaffeetrinken abzugewöhnen, weiß, wie schwer das ist. Mit diesen Tipps bleibst du trotzdem wach und fit!

Welche Methode hat dir beim Kaffeeentzug am besten geholfen? Oder hast du noch weitere Tipps? Schreib deine Erfahrungen unten in die Kommentare!

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6 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Ich habe Anfang April nun schon zum 2. Mal einen Kaffeeentzug gemacht. Als Mama von 2 noch recht kleinen Kindern dachte ich immer, ich komme nicht durch den Tag ohne Kaffee. Mir persönlich tut Kaffee aber nicht gut. Ich werde davon gereizt, reagiere viel zu oft zickig und ungeduldig, bekomme schnell fiese Kopfschmerzen, wenn ich nicht konstant nachkippe, und es macht mich leicht depressiv.
    Beim ersten Mal Entzug hatte ich nur 3 Tage Kopfschmerzen aus der Hölle und danach noch 2 Wochen mit depressiven Verstimmungen zu kämpfen. Ich dachte, ich werde nie wieder glücklich. Leider war ich so dumm und bin rückfällig geworden.
    Nun beim zweiten Mal soll es für immer sein. Ich hatte 10 Tage lang Kopfschmerzen, bei denen mir nicht mal Schmerzmittel halfen. Außerdem Gliederschmerzen. Müdigkeit war beide Mal groß.
    Ich mache jedesmal kalten Entzug. Beim langsamen Ausschleichen würden es sicher weniger schlimm sein.

    Für mich steht fest: Kaffee nicht mehr! Wenn ich mal so wenig Schlaf bekomme, dass ich es nicht über den Tag schaffen kann, gibt es 1 Tasse Matetee. Und ich rechne damit am nächsten Tag erschöpfter zu sein als sonst, ohne dann direkt wieder einen zu trinken. Ich möchte keinen Gewöhnungseffekt mehr riskieren.

    Mir geht es damit viel besser als mit Kaffee. Lupinenkaffee ist auch wirklich eine gute Alternative, trinke aber derzeit nur Kräutertees. Als nächstes kommt für mich das Experiment, wie es mir ohne Zucker, Getreide und Milchprodukte geht, denn ich weiß, dass diese mich müde machen.

    Antworten
  2. Hier ist ganz schlecht recherchiert
    worden! Das führt zu falscher Panikmacherei. Normalerweise bin ich hier bessere
    Beiträge gewohnt!

    Es ist weltweit umstritten, dass Kaffee überhaupt süchtig macht. Es gibt
    keinerlei Beweise dafür. Langzeitstudien, die unerlässlich sind für solch eine
    Beweisführung, fehlen völlig.

    Kaffee enthält Koffein. Bei Tee nennt sich das Teein und ist aber das gleiche.
    Es gibt auch ein paar Zitrusfrüchte, die Koffein enthalten. Theoretisch könnte
    nach diesem Beitrag eine Sucht durch Obst entstehen ;)

    Es gibt Fälle, die nach sehr starken Genuss von Koffein zittern, Herzrasen und
    andere Sucht-Symptome zeigen. Es gibt aber auch Menschen, die können vor dem
    Schlafengehen noch eine Tasse Kaffee trinken und schlafen trotzdem gut.

    Koffein wird vom Körper unterschiedlich abgebaut. Auch hier kann man keine
    klaren Richtlinien vergeben.

    Eine Sucht erfordert, dass sie ständig
    erhöht werden muss. Das ist bei Kaffee oder Tee nicht der Fall.

    Wer viel Kaffee trinkt, bekommt nach plötzlicher kleinerer Dosis meist für ca.
    zwei Tage Kopfschmerzen, die dann aber auch verschwinden. Eine Sucht hätte
    deutlich mehr und andere Symptome.

    Man spricht von hohem Kaffeegenuss ab
    ca. sieben Tassen am Tag.

    Richtig hingegen ist, dass es Billiglohn-Plantagen gibt und auch Kinderarbeit
    auf Kaffeeplantagen gibt.

    Man kann das umgehen, indem man seinen Kaffee nicht mehr beim Discounter kauft,
    sondern in ausgesuchten Röstereien. Das Problem ist, dass dann der Kaffee
    deutlich teurer wird. Mit Kinderarbeit wird der Kaffee billiger (in jeder
    Hinsicht!).

    Ich selber kaufe meinen Kaffee bei solch einer Rösterei. 1000g kosten dort dann
    aber ab 20,- aufwärts (je nach Sorte). Da ich den Kaffee selber mahle, kann ich
    die Qualität auch sehen und riechen (Pulverkaffee hat meist eine schlechtere
    Qualität, da dort alles (einschl. übriggebliebener Käfer) mit hineingemahlen
    werden können – sieht ja keiner).

    Ein weiterer Vorteil der kleineren Röstereien: der Kaffee wird schonender
    verarbeitet. Meine Rösterei röstet den Kaffee beispielsweise 20 Minuten (die
    großen Röstereien 2 bis 5 Minuten). Dadurch hat der Kaffee am Ende nicht nur
    ein besseres Aroma, er hat vor allem auch deutlich weniger Säure.

    Was im Übrigen ein Grund für Magenschmerzen sein kann!

    Man kann auf Kaffee verzichten, man kann aber auch einen Preis bezahlen, der
    auf Kinderarbeit verzichten kann.

    Meine Rösterei holt den Kaffee von ausgesuchten Plantagen. Fährt da persönlich
    hin und sichert damit auch die Existenz kleinerer Plantagen.

    Ein paar Quellen:

    Ein sehr guter kurzer Artikel der Drogen-Aufklärung
    zu diesem Thema:

    https://www.drogen-aufklaerung.de/kaffee-macht-nicht-suechtig

    https://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/geniessen/tid-8177/geniessen_aid_227751.html

    https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/suchtkrankheiten/article/923905/koffein-macht-kaffee-wirklich-suechtig.html

    Antworten
  3. Ich bekam vor drei Monaten dauernd Magenkrämpfe, und nachdem ich den Kaffee weggelassen hatte, waren sie weg. Seither trinke ich nur noch Lupinenkaffee. Schmeckt absolut wie echter Kaffee, nur ohne Nebenwirkungen.

    Antworten
    • Das mit dem Geschmack kann ich bestätigen. Habe damit sogar schon Besucher „hinters Licht geführt“, denen ich verschwieg, dass es gar kein „echter“ Kaffee war den sie bei mir tranken. Sie hatten es überhaupt nicht bemerkt!

      Bohnenkaffee trinke ich jetzt nur noch zu besonderen Gelegenheiten – sozusagen rituell – so wie man zu Silvester halt eine Bowle macht oder einen besonderen Sekt trinkt. Dann aber aus ganzen Bohnen und handgemahlen (macht Spaß).

    • Michaela Isenmann

      Hallo Irmgard, kannst du mir sagen, wo man den Lupinenkaffee bekommt? Dankeschön

    • Ich habe den Naturata Lupinenkaffee beim Kopp Verlag bestellt.

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