Trockenobst selber machen: Früchte und Obst trocknen leicht gemacht
Kennst du das auch? Beim gemütlichen Fernsehabend meldet sich plötzlich der Heißhunger auf etwas Knuspriges. Oft greift man dann zu Kartoffelchips – meist gefolgt von einem kleinen schlechten Gewissen. Dabei gibt es eine unglaublich leckere und viel gesündere Alternative: selbst gemachte Chips aus Äpfeln und anderem Obst!
Wenn du Trockenobst selber machen möchtest, entziehst du den Fruchtscheiben lediglich sanft das Wasser, bis nur noch etwa 20 % der ursprünglichen Feuchtigkeit übrig sind. Der natürliche Fruchtzucker tritt in den Vordergrund, macht den Snack herrlich süß und sorgt gleichzeitig dafür, dass die Früchte lange haltbar bleiben.
Bei mir war es in diesem Jahr eine riesige Ernte, die mich auf die Idee brachte: Nachdem ich bereits mehrere Dutzend Gläser Apfelmus und fast 50 Flaschen Apfelsaft eingekocht hatte, türmten sich immer noch die Äpfel in der Küche. Da stellte sich mir die Frage: Lassen sich knackige Apfelchips nicht auch ganz einfach selbst herstellen?
Die Antwort ist ein klares Ja, es ist wirklich kinderleicht und du brauchst dafür nicht einmal teure Spezialgeräte! Am Beispiel meiner Ernte zeige ich dir hier drei verschiedene Methoden, wie du ganz unkompliziert Obst trocknen und für den Winter haltbar machen kannst.
So bereitest du die verschiedenen Früchte vor
Je nachdem, welches Obst du trocknen möchtest, unterscheidet sich die Vorbereitung ein wenig. Wasche das Obst gründlich und gehe dann wie folgt vor:
- Kernobst (z. B. Äpfel, Birnen): Schneide zuerst das untere Ende (den Blütenrest) sowie den Stiel heraus. Je nach Geschmack kannst du das Kerngehäuse entfernen oder einfach mitessen. Schneide die Früchte anschließend in dünne Scheiben.
- Steinobst (z. B. Pfirsiche, Pflaumen, Aprikosen): Halbiere die Früchte und entferne den Stein. Größere Pfirsiche kannst du zusätzlich in Spalten oder Scheiben schneiden, Aprikosen und Pflaumen werden oft einfach als Hälften getrocknet.
- Beeren (z. B. Erdbeeren, Himbeeren, Blaubeeren): Große Erdbeeren lassen sich ebenfalls gut in Scheiben schneiden. Kleine Beeren wie Himbeeren oder Heidelbeeren lässt du am besten einfach im Ganzen, da sie sonst zerfallen.
Als Grundregel gilt: Je dünner die Scheiben oder je kleiner die Fruchtstücke sind, desto schneller trocknen sie durch.
Tipp: Die obersten und untersten Scheiben der Äpfel, die sich nicht gut als Chips eignen, kannst du sammeln und im Mixer pürieren. Streiche dieses Mus dünn auf Backpapier aus und trockne es einfach mit. Das Ergebnis ist sogenanntes Fruchtleder. Wer es etwas spritziger mag, probiert diese leckere Fruchtleder-Variante für saure Zungen.

Methode 1: Obst trocknen im Backofen
Da fast jeder Haushalt über einen Herd verfügt, ist dies die unkomplizierteste Methode, um sofort loszulegen.
Breite die vorbereiteten Fruchtstücke auf mehreren mit Backpapier oder einer Backpapieralternative belegten Blechen aus. Schalte den Ofen auf Umluft und stelle eine Temperatur von etwa 40 bis 50 Grad ein. Durch die Umluftfunktion kannst du problemlos drei bis vier Bleche gleichzeitig trocknen, was die Methode deutlich energieeffizienter macht.

Wichtig: Die Ofentür muss während des gesamten Vorgangs einen Spaltbreit geöffnet bleiben, damit die austretende Feuchtigkeit entweichen kann. Klemme dafür am besten einfach den Stiel eines dicken Holzkochlöffels in die Ofentür. Falls dein Backofen bei geöffneter Tür nicht heizt, solltest du die Klappe stattdessen alle paar Minuten kurz öffnen, um die feuchte Luft herauszulassen.
Je nach Dicke der Scheiben und Wassergehalt der Früchte dauert das Trocknen mehrere Stunden. Prüfe regelmäßig, ob die Stücke schon die gewünschte Konsistenz erreicht haben.
Methode 2: Früchte trocknen im Dörrautomaten
Wenn du auf den Geschmack gekommen bist und regelmäßig größere Mengen Früchte trocknen möchtest, lohnt sich die Anschaffung eines Dörrautomaten. Eine Freundin besitzt ein solches Gerät, mit dem das Trocknen von Lebensmitteln besonders bequem und energiesparend funktioniert. Wir haben für unseren Test das Gerät von Sedona verwendet, aber auch die günstigere Alternative von Stöckli ist sehr zu empfehlen.
So gehst du beim Dörren vor:
- Lege die Fruchtscheiben flach und ohne Überlappung auf die Gitter des Dörrautomaten.
- Lass die Scheiben bei etwa 40 bis 45 Grad für 12 bis 24 Stunden trocknen.

Verpacke das fertige Trockenobst anschließend luftdicht in Schraubgläser oder Vorratsdosen. Nur wenn sie vor Luftfeuchtigkeit geschützt sind, bleiben die Chips und Fruchtstücke lange haltbar.
Methode 3: Obst an der Luft trocknen
Um Energie zu sparen, kannst du Obst auch ganz traditionell an der Luft trocknen. Hierfür eignen sich warme, trockene und gut durchlüftete Plätze hervorragend. Ideal sind saubere Dachböden oder der Platz in der Nähe eines Kamins oder Kachelofens.
Breite die Scheiben wie bei den anderen Methoden auf Gittern aus – besonders praktisch ist dafür ein passender Trockenrahmen. Du kannst die Fruchtscheiben aber auch dekorativ auf Fäden oder saubere Holzstangen fädeln.

Lagerung und Haltbarkeit von Trockenobst
Damit sich die Arbeit lohnt und dein Vorrat nicht verdirbt, ist die korrekte Lagerung entscheidend.
- Die richtigen Gefäße: Nutze am besten saubere, luftdicht verschließbare Behälter wie Schraub- oder Bügelgläser. Sie schützen das Dörrobst vor Feuchtigkeit von außen und halten Lebensmittelmotten fern.
- Der perfekte Standort: Stelle die Gläser an einen dunklen, kühlen und trockenen Ort, beispielsweise in die Speisekammer oder einen Vorratsschrank. Direkte Sonneneinstrahlung solltest du unbedingt vermeiden.
- Die Nachkontrolle: Beobachte die Gläser in den ersten Tagen nach dem Abfüllen genau. Bildet sich an der Glasinnenseite Kondenswasser, ist noch zu viel Restfeuchtigkeit im Obst. In diesem Fall musst du die Früchte zwingend noch einmal nachtrocknen, da sie sonst schnell zu schimmeln beginnen.
- Haltbarkeit: Wenn die Früchte ausreichend getrocknet (auf etwa 20 % Restfeuchtigkeit) und optimal gelagert sind, halten sie sich problemlos ein Jahr bis zur nächsten Ernte – oft sogar deutlich länger!

Welche Früchte lassen sich trocknen?
Zum Trocknen eignen sich natürlich nicht nur Äpfel. Auch Birnen, Pflaumen, Aprikosen, Erdbeeren und viele andere Früchte kannst du so länger haltbar machen und den ganzen Winter über genießen.
So lassen sich Trockenfrüchte in der Küche verwenden
Trockenobst ist nicht nur pur ein herrlicher Snack, sondern lässt sich auch wunderbar als Zutat für viele Rezepte nutzen. Wenn du die Früchte klein schneidest, geben sie Müsli, Porridge oder selbst gemachten Müsliriegeln eine tolle natürliche Süße – probiere als energiereichen Snack zum Beispiel einmal diese proteinreichen Amaranth-Riegel.

Auch für fruchtige Naschereien ohne Industriezucker sind sie die perfekte Basis. Püriert mit Nüssen und Haferflocken zauberst du daraus im Handumdrehen gesunde Energy-Balls für den schnellen Energiekick zwischendurch.

Besonders in der herbstlichen und winterlichen Backstube spielt Dörrobst eine große Rolle. So kannst du deine getrockneten Birnen und Äpfel hervorragend nutzen, um ein saftiges, traditionelles Allgäuer Birnenbrot zu backen.

Hast du Erfahrungen mit anderen Geräten oder nutzt du vielleicht sogar eine eigene Konstruktion zum Lufttrocknen? Dann hinterlasse uns gerne einen Kommentar!
Wenn du schon genug Obst getrocknet hast, kannst du deine überschüssigen Früchte auch wunderbar in einem klassischen Rumtopf ansetzen oder frischen Apfelsaft ganz ohne Saftpresse herstellen. Übrigens: Mit einem Dörrautomaten lassen sich sogar leckere Rohkost-Plätzchen zubereiten!
In unserem Buch findest du viele weitere Ideen und praktische Rezepte für deine Ernte:
Was sind deine Erfahrungen mit dem Trocknen von Obst?
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Also ich habe mir mal so einen Mini-Dörrautomaten von WMF gekauft, da ich nicht viel Platz zur Verfügung habe. Aber das Ding ist echt genau das richtige für mich und ich habe damit schon einiges gedörrt wie z.B. Kräuter, Müsliriegel, Obst, Gemüse und vieles mehr. Das ist auch ein Teil, welches aus meinem Haushalt nicht mehr wegzudenken ist !!!
Guten Tag
dem Apfel das Gehäuse ausstechen in Dünne Scheiben schneiden (geht auch mit der Brotmaschiene,die Apfelscheiben auf Holzstangen stecken und in den Bachofen hängen,gehen bis zu 12 stangen (4kg)Äpfel darauf ,bei 40grad mit leicht geöfnetter Tür 4,5 std Trocknen
Ich schneide und schäle die Apfelringe mit mit dem Spiralschneider von Rosenstein. Ist die Schale ungespritzt kommt Sie auf die Apfelscheiben drauf und wird mitgedörrt, ergibt einen super Apfeltee. Einfach nach dem Dörren in den Mixer. Die Apfelscheiben tauche ich vorm dörren noch in Zitronenwasser (Mischverhältnis ungefähr 1:1) erhält nicht nur die Farbe sondern gibt dem ganzen einen süchtigmachenden Kick
hey, erstmal ein riesen-danke-schön : das ist der beste selbstversorger-blog, den ich bis jetzt gefunden habe!!!! ich bin, glaube ich schon ein bisschen süchtig ;o) Mir ist beim anleitung-lesen grade die Idee gekommen, das fertige Apfelgummi mit Plätzchenformen auszustechen…für meine tochter…das probiere ich mal:o)
Vielen Dank für das schöne Lob!! Wenn du das Fruchtleder ausstechen möchtest, dann warte am besten nicht, bis es hart wie Gummi ist, sondern benutze die Förmchen schon vorher, solange die Masse noch etwas feuchter ist :-) Viel Erfolg und ganz liebe Grüße!
Ich habe mir bei der letzten Apfelflut Holzstangen zurechtgesägt, die wie ein Backblech in die Halterungen im Herd passen. So können wesentlich mehr Äpfel gleichzeitig getrocknet werden, in meinen Ofen passen so ca. 16 Holzstangen..
Eine sehr gute Idee, das machen wir diesen Herbst auch :-)
Auch eine tolle Idee!
Ich schneide die Apfelringe mit der Brotschneidemaschine. Geht ruck zuck und alle Scheiben haben die selbe Dicke und das ist vorteilhaft beim Trocknen.