Kleine leckere Sonnen: Löwenzahn als Sirup und im Salatdressing

Aus Löwenzahn Speisen zaubern: vom Honig bis zum Salat ist viel möglich. Hier erfährst du, wie du Sirup herstellst und als Salatdressing verwendest!

Der Frühling lockt wieder nach Draußen und reizt zum Ernten in der Natur. Vor allem die Löwenzahnblüten entlang der Radwege locken mich immer wieder. Aber das daraus gekochte Gelee ist recht herb und auch viele Wildsalate enthalten reichlich Bitterstoffe. Sehr gesund, aber nicht unbedingt reizvoll für die Gaumen meiner Kinder.

Deshalb habe ich weiter experimentiert und herausgekommen ist ein Rezept für Löwenzahn-Orangen-Sirup, den ich sehr gern als Basis für ein fruchtig-herbes Salatdressing nehme. Und dieses Rezept gebe ich gern weiter.

Für den Löwenzahnsirup benötigst du

  • 250 g Löwenzahnblütenblätter
  • 1 Bio-Orange
  • 1 Zitrone
  • 1 L Wasser
  • 375 g Rohrzucker

So stellst du den Sirup her

  1. Bei vollem Sonnenschein pflückst du eine große Schüssel Löwenzahnblüten.
  2. Jetzt beginnt der meditative Teil, die gelben Blütenblätter müssen von den grünen Blütenkelchen getrennt werden, denn nur die gelben Blütenblätter werden verwendet. Am schönsten ist das natürlich im Garten in der Sonne.
  3. Die Blütenblätter gibst du zusammen mit einer gut gewaschenen und in Scheiben geschnittenen Bio-Orange in einen Liter Wasser und kochst das Ganze für 10 Minuten. Dann wird alles 24 Stunden schön in Ruhe gelassen.
  4. Nun wird der Sud durch ein Leinentuch abgeseiht und die Blütenmasse nochmals gut ausgedrückt.
  5. Dazu kommt der Saft einer Zitrone sowie der Rohrzucker.
  6. Das Ganze unter Rühren noch einmal kurz aufkochen und den Sirup heiß in Flaschen mit Schraubdeckel oder in äußerst preiswerte Bügelverschlussflaschen füllen.

Heiß abgefüllt hält sich der Sirup bis zur nächsten Saison. Sicher kannst du statt Rohrzucker auch mit anderen Mitteln süßen, aber das könnte die Haltbarkeit einschränken.

Löwenzahnsirup im Salatdressing

Als Dressing verrühre ich je nach Geschmack in unterschiedlicher Menge:

  • Löwenzahnsirup
  • Honig oder Agavendicksaft
  • Crema di Balsamico
  • Olivenöl
  • Salz
  • frisch gemahlenen Pfeffer

Aus Löwenzahn Speisen zaubern: vom Honig bis zum Salat ist viel möglich. Hier erfährst du, wie du Sirup herstellst und als Salatdressing verwendest!

Für den Salat kannst du verschiedene Kräuter sammeln. Ich habe Spitzwegerich gefunden, Gierschblätter, Löwenzahnblätter, Vogelmiere und zum Dekorieren Gänseblümchen sowie noch ein paar Löwenzahnblüten, dazu vom Beet Zwiebellauch und Oregano.

Aus der Küche passen dazu noch Avocado, Tomate, Spargel, Kürbiskerne, Sesam und Hanfkörner, aber auch Erdbeeren, all dies mildert den würzig-herben Geschmack.

Mit dem Sirup und ein paar Ahornblättern kannst du übrigens auch einen Heiltrunk zum Fiebersenken herstellen.

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8 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Ich habe den Sirup (der bei mir sehr wenig dickflüssig war) fast bis zum obersten Rand in Gläser abgefüllt, diese verschlossen und auf den Kopf gestellt. Aber ein Vakuum wird ja so auch nicht erzeugt.
    Wie lange wird der Sirup ca. haltbar sein?
    Jedenfalls danke für den Artikel und das Rezept, schmeckt super!

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Hallo Manuel, Vakuum entsteht, wenn man kochend heiß einfüllt und sofort verschließt – die Lage des Glases ist dabei egal, es ist dann ja bereits verschlossen :-) Aufgrund des hohen Zuckeranteils ist der Sirup sehr lange haltbar, ähnlich wie Honig, sofern er ausreichend eingedickt wurde. Wie viel Volumen ist denn am Ende übriggeblieben?

    • Danke für die Antwort.
      Ich habe recht heiß eingefüllt. Weißt du wie das Vakuum beim heiß einfüllen zustande kommt? Ich habe Luft entweichen hören, weiß jedoch nicht ob Vakuum entstanden ist.
      Ich glaube, ich hatte etwas mehr als 1L Wasser..und weniger Zucker und die Orange auch weggelassen: Du siehst habs mit den Mengen nicht ganz so genau genommen :P
      Übrig geblieben sind 4,5 kleine Einmachgläser à ca. 200ml

    • Maximilian Knap

      Das Ergebnis ist wichtiger als die Zutaten :-) Unterdruck entsteht in Einmachgläsern und auch bei der Heiß-Einfüll-Methode, weil kurz vor dem Zuschrauben sehr heiße und sehr feuchte Luft (knapp 100 Grad), zum Teil auch Dampf zwischen Deckel und Inhalt verbleibt. Beim Abkühlen auf Zimmertemperatur kondensiert der Dampf, sein Volumen verringert sich um den Faktor ca. 1000, und auch die Luft zieht sich zusammen. Natürlich klappt das beim Einkochen viel besser, weil dabei sämtliche Luft verdrängt wird und fast nur noch Dampf im Glas verbleibt, der am Ende kondensiert. Liebe Grüße!

    • Das Vakuum ist vorhanden wenn deinen Gläser am Deckel mittig beim Hindrücken nicht nachgeben. Der Deckel hat sich dann durch das Vakuum nach unten gezogen. Gab es trotz des von Max beschriebenen Prozesses ( z.B. wegen altem und undichten Deckel) Luftansausgung, kann kein Vakuum entstehen. Das auf den Kopfstellen macht man nur um den Deckel und den oberen Bereich mit der kochend heißen Masse noch mal gegen evtl. noch vorhandene Bakterien und Verunreinigungen abzutöten. Auch der Anteil von Vitamin C (Orange / Zitrone / Säure) trägt zur Haltbarkeit bei. Diese Art des schnellen Einmachen birgt aber das Risiko Sporen (z. B. Bakterien aus der Erde) nicht abzutöten. Das geschieht erst bei 130°C, weshalb du diese schnelle Methode nicht bei Fleisch/ Proteinen, Hülsenfrüchten und nicht genug sauren Gemüsesorten lieber nicht machen solltest. Nach zirka 14 Tagen würde dann nämlich die Sporen unter Vakuum das Gären anfangen und eine schöne Schweinerei entstehen. Einfache Tomatensoßen, „Vonig“, Sirup und Co gelingen aber super. Auch Gebackenes im Glas mit der Wasserbad-Einweckmethode (wie Brot oder Kuchen aber auch Aufläufe). Dazu findest du hier auch einen Beitrag. Viel Spass beim weiteren Einmachen, Löwenzahn gibt es ja noch bis in den Herbst.

  2. Hallo! Hat schon mal jemand versucht, den Sirup (andere nennen es ‚Honig’…) und andere Dinge (Marmeladen, Kuchen usw.) mit BIRKENZUCKER zu machen? Eignet er sich dazu?

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