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Vonig: Vegane Alternative zu Honig, selbst gemacht aus Blüten und Kräutern
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Honig ist richtig lecker und auch gesund. Wenn du jedoch eine leckere vegane Alternative suchst haben wir hier ein geniales Rezept mit Blüten und Kräutern!

Honig ist an und für sich ein sehr gesundes Naturprodukt, das für viele Rezepte und Selbermach-Projekte benötigt wird. Leider geht die Honiggewinnung immer mit Nachteilen und Problemen für die Bienen einher, wie zum Beispiel dem Stress bei der Honig-Ernte.

Zusätzlich fehlt der entnommene Honig bei der Aufzucht der Nachkommen als Energiedepot. Im Winter ebenso, denn der Imker gibt ihnen nur eine Zuckerersatzlösung, welcher all die positiven Enzyme und Vitamine fehlen. Ein enormer Verlust, denn für 1 Liter Honig werden 10 Millionen Blüten bestäubt und zirka 10.000 Flugstunden absolviert.

Zum Glück lässt sich eine vegane Alternative, die ganz ohne Bienen auskommt, sehr einfach selbst herstellen. Gemeint ist aber nicht ein simpler Zuckersirup aus Haushaltszucker, wie er in vielen Rezepten zu finden ist!

Mit diesem Rezept versuche ich, der Zusammensetzung von echtem Honig so nahe wie möglich zu kommen.

Vegane Honigalternative selbermachen

Für 900 g Honig benötigst du folgende Zutaten:

  • 500 g Fructose (Fruchtzucker)
  • 500 g Glucose (Traubenzucker)
  • optional 1-2 Esslöffel Zuckerrohrmelasse
  • 1 Liter Wasser
  • 2 Bio-Zitronen
  • Blüten/Kräuter (Mengen siehe weiter unten)

An Utensilien bedarf es:

  • 1 großen Topf
  • 1 Geschirrtuch / Mullwindel
  • 1 großes Sieb
  • 1 Auffanggefäß
  • 1 Teller
  • 2 -3 Gläser mit Twist-off-Deckeln

Folgende Blüten kannst du abhängig von Ihrer Blütezeit nutzen:

Für den Ansatz mit 1 Liter Wasser benötigst du je nach verwendeter Blütenart die folgende Menge:

  • 6-8 Handvoll Ahornblüten
  • 8-10 Handvoll Fliederblüten
  • 300-350 g Löwenzahnblüten (nur die gelben Blätter)
  • 35-50 Holunderblütendolden
  • 40 EL frische Lavendelblüten
  • 12-16 Zweige Rosmarin oder Thymian

Honig ist richtig lecker und auch gesund. Wenn du jedoch eine leckere vegane Alternative suchst haben wir hier ein geniales Rezept mit Blüten und Kräutern!

Zubereitung des Vonig

So gehst du vor:

  1. Löse die Glucose und Fructose bei mittlerer Temperatur in einem Liter Wasser auf und erwärme die Zuckerlösung weitere 5 Minuten. Beachte, dass sie nur leicht sprudelnd kocht, denn sie karamellisiert und brennt schneller an als gewöhnlicher Haushaltszucker.
  2. Nimm den Topf von der Hitze und gib die aromatischen Pflanzenteile und die in dünne Schreiben geschnittene Zitrone dazu.
  3. Nachdem der Ansatz 24 Stunden zugedeckt durchgezogen ist, kannst du die Pflanzenteile und Zitronenscheiben durch ein Tuch absieben und auswringen.
  4. Lasse die Zuckermasse so lange bei geringer Hitze köcheln, bis die Hälfte verdampft ist. Auch hierbei gilt: Nicht sprudelnd aufkochen!
  5. Um den richtigen Zeitpunkt zum Abfüllen zu erwischen, fertige im Verlauf öfters Gelierproben auf einem Teller an. Die Probe darf nicht streichfest sein, sonst ist der Honig nach vollständigem Abkühlen zu hart. Sie sollte jedoch eine relativ stabile Trennlinie, die du mit einem Löffel ziehst, aufzeigen.
  6. Die fertige Masse heiß in saubere Gläser abfüllen und verschließen.

Das Produkt kann sich sehen lassen und ist ein wunderbarer Ersatz für Bienenhonig. Einfach ein toller “Vonig”.

Honig ist richtig lecker und auch gesund. Wenn du jedoch eine leckere vegane Alternative suchst haben wir hier ein geniales Rezept mit Blüten und Kräutern!

Tipps und kreative Vonig-Kompositionen:

  • Generell kannst du alle Blüten, die für eine Sirupherstellung geeignet sind, auch für Honig nutzen. Hervorzuheben sind die milden Sorten wie Ahorn-, Holunder- und Lindenblüte sowie die intensiveren wie Lavendel- und Frühlingsfliederblüte.
  • Auch kreative Kombinationen aus verschiedenen Blüten, Zitronen- und Orangenscheiben oder Kräutern wie Rosmarin und Thymian ergeben tolle Honigsorten.
  • Da im Honig minimale Anteile von Melasse enthalten sind, könntest du zusätzlich noch ein bis zwei Esslöffel Zuckerrohrmelasse hinzugeben und dadurch die Farbe intensivieren.

Viel Spaß bei deiner individuellen Vonig-Zubereitung.

Wissenswertes zur natürlichen Honigherstellung

Der von Bienen aufgenommene Nektar enthält die Zuckerart Saccharose, die sich durch ständige Weitergabe zwischen Bienen und Waben mit Zugabe von Säuren (wie Zitronensäure, Apfelsäure) und Enzymen (Invertase, Inhibine) in die Bestandteile Fructose und Glucose zerlegt. Deswegen wähle ich diese Zutaten, anstatt der weitverbreiteten Sirups aus Kristallzucker.

Im warmen Bienenstock, der eine konstante Temperatur zwischen 33 und 36 Grad Celsius hat, entsteht durch Verdunstung ein Eindickungsprozess, der am Ende den Honig hervorbringt. Im fertigen Honig liegt der Wasseranteil nur noch bei unter 20 Prozent.

Vielleicht interessieren dich auch folgende Produkte zum Selbermachen, die du mit deinem Vonig herstellen kannst:

Wir sind gespannt auf Deine Erfahrungen und Rezeptumsetzungen. Teile sie in den Kommentaren, damit sie auch anderen Lesern von Nutzen sind. Gerne beantworten wir auch Fragen.

  • Miriam Wrubel

    Woher bekomme ich den am besten Glucose/Fructose?

    • Maximilian Knap

      Gibt es bei uns im Supermarkt, dort wo auch andere Zuckersorten stehen.

  • Karl

    Nimmst du jetzt nicht den Bienen die Blüten weg ? und aus was ist Fructose und Glucose gemacht ?

    • Maximilian Knap

      Traubenzucker wird industriell aus Kartoffeln, Mais oder anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen gewonnen: https://de.wikipedia.org/wiki/Glucose#Vorkommen_und_technische_Gewinnung

      Fructose wird ebenso industriell gewonnen, mit den Bienen hat das nichts zu tun :-) Oder meintest du etwas Anderes?

      • hany

        wollte sofort los legen aber, das sollt Ihr auch lesen https://www.zentrum-der-gesundheit.de/fruchtzucker.html

        • Maximilian Knap

          Dazu muss man wissen, dass Honig ganz natürlich aus Traubenzucker und Fruchtzucker in exakt dem gleichen Verhältnis besteht, aber niemand sagt, dass Honig ungesund ist. Warum nicht? Weil der maßvolle Umgang damit entscheidend ist – in großen Mengen ist alles schädlich, in kleinen Mengen kann es aber sehr nützlich für den Organismus sein, das gilt auch beim Fruchtzucker. Ich kenne niemanden, der wegen des enthaltenen Fruchtzuckers einen Apfel ablehnen würde ;-)

          • hany

            hallo Max,

            ich bin kein Experte aber die Fructose die in dem Vonig verwendet wird hat mit der in Früchten und echtem Honig nicht viel gemeinsames. Es ist ein Industrieles Produkt. ” …Gesundheitliche Probleme bereitet die Fructose erst, seit sie in isolierter, konzentrierter Form verwendet wird..” und das ist der Fall bei Vonig. Der einzige Vorteil, es werden keine Zusätze verwendet und für die Veganer eine Alternative für den echten Honig. Der Vergleich mit dem Apfel :):), ich kenne keine Sorte die dem Verhältnis 900 g Vonig (Apfel) : 1000 g Zucker(Inhalt) entspricht.
            Aber wie gesagt, eine Alternative ist es schon :):) und man darf nicht zu viel genießen :):) dann passt.

          • Rose

            Hm also ich teste das nächstes Jahr mal mit Mascobado (Vollrohrzucker). Oder mit Palmzucker, Birkenzucker. Oder einem Rohzucker der nicht ganz so dunkel ist wie Mascobado weil der ja schon einen starken Eigengeschmack hat. Oder sonst halt normalen Haushaltszucker. Von diesem Fruchtzucker hab ich nämlich auch nicht viel gutes gehört, zumal er gar nichts mit Früchten zu tun hat sonder industriell vorwiegend aus Mais hergestellt wird. Was jetzt genau der Unterschied ist und warum oder wie genau der schadet weiss ich nicht mehr auswendig.

            Die spezielle Zuckersorten sind zwar alle nicht grad billig, aber Honig ist schliesslich auch nicht grade billig.

          • Rose

            Uebringes eine sehr gute alternative zu Honig ist Birnel. Das ist eingedickter Birnensaft.

    • Cl Lu

      Hallo Karl, da magst du irgendwie recht haben :-) andererseits für den Sirup hätte ich sie auch verwendet. Ist ja quasi nur eingedickter und mit anderen Zuckerstoffen.

  • Michaela Hilgert

    Müssen die Blüten frisch sein oder kann man auch getrocknete nehmen?

    • Maximilian Knap

      Hallo Michaela, mit frischen Blüten wird es natürlich viel aromatischer, wenn der ganze frische Nektar direkt verarbeitet wird. Getrocknete Blüten müssten aber auch funktionieren, ggf. braucht man davon eine etwas größere Menge, um ein ähnliches Ergebnis zu erreichen. Getestet haben wir es allerdings noch nicht, deshalb freuen wir uns ganz besonders auf einen Erfahrungsbericht :-)

      • Michaela Hilgert

        Danke für die schnelle Antwort. :-) Ich werde mich mal mit der Materie befassen und berichten, wenn ich es ausprobiert habe. ;-)

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