Veganer Honig (Vonig) – selbst gemacht aus Kräutern und Blüten

Honig ist richtig lecker und auch gesund. Wenn du jedoch eine leckere vegane Alternative suchst haben wir hier ein geniales Rezept mit Blüten und Kräutern!

Honig ist ein äußerst gesundes Naturprodukt, das in vielen Rezepten Anwendung findet. Leider geht die Honiggewinnung oft mit Nachteilen für die Bienen einher, wie zum Beispiel dem Stress bei der Honigernte. Veganer Honig ist daher eine geeignete Alternative, die ganz ohne Bienen auskommt und sich sogar selber machen lässt.

Gemeint ist aber kein simpler Zuckersirup aus Haushaltszucker – dieses Rezept für veganen Honig kommt in seiner Zucker-Zusammensetzung dem echtem Honig so nahe wie möglich und wird mit Blüten der Saison angereichert.

Vegane Honig-Alternative selber machen

Der von Bienen aufgenommene Nektar enthält die Zuckerart Saccharose, die sich durch ständige Weitergabe zwischen Bienen und Waben mit Zugabe von Säuren (wie Zitronensäure, Apfelsäure) und Enzymen wie Invertase und Inhibinen in Fructose (Fruchtzucker) und Glucose (Traubenzucker) umwandelt.

Deswegen wird für dieses Rezept kein Kristallzucker verwendet, wie er sich in manch anderen Honig-Alternativen findet. Zusätzlich wird der Sirup mit verschiedenen Blüten aromatisiert und mit deren Inhaltsstoffen angereichert.

Im warmen Bienenstock, der eine konstante Temperatur zwischen 33 und 36 Grad Celsius hat, setzt durch Verdunstung ein Eindickungsprozess ein, der am Ende den Honig hervorbringt. Im fertigen Honig liegt der Wasseranteil bei unter 20 Prozent. Der “Vonig” wird im Rezept zwar bei höheren Temperaturen eingedickt, damit es schneller geht; ein sanfterer Garprozess über einen längeren Zeitraum hinweg ist aber genauso möglich.

Für circa 900 Gramm veganen Honig benötigst du folgende Zutaten:

  • 500 g Fruchtzucker (Fructose)
  • 500 g Traubenzucker (Glucose)
  • optional 1-2 EL Zuckerrohrmelasse für die dunkle honigtypische Farbe und reichlich Mineralstoffe
  • 1 L Wasser
  • 2 Bio-Zitronen
  • Blüten oder Kräuter (Mengen siehe weiter unten)

Fruchtzucker und Traubenzucker sind in gut sortierten Supermärkten oder im Bioladen erhältlich.

Diese Utensilien werden benötigt:

  • 1 großer Topf
  • 1 Geschirrtuch/Mullwindel
  • 1 großes Sieb
  • 1 Auffanggefäß
  • 1 Teller
  • 2-3 Gläser mit Twist-off-Deckeln

Vonig, veganer Honig: eine vegane Alternative zu Bienenhonig lässt sich mit diesem Rezept aus Blüten und Kräutern ganz einfach selber herstellen.

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Folgende Blüten kannst du für den Ansatz mit einem Liter Wasser und abhängig von Ihrer Blütezeit nutzen:

  • 6-8 Handvoll Ahornblüten: April
  • 8-10 Handvoll Fliederblüten: März-Mai
  • 300-350 g Löwenzahnblüten (nur die gelben Blütenblätter): April-Juni und im Spätsommer
  • 35-50 Holunderblütendolden: April-Juni
  • 6-8 Handvoll Lindenblüten: Mai-August
  • 40 EL frische Lavendelblüten: Juni-August
  • 12-16 Zweige Rosmarin oder Thymian: ganzjährig

Generell lassen sich alle Blüten und Kräuter, die für eine Sirupherstellung geeignet sind, auch für Honig nutzen. Kreative Kombinationen aus verschiedenen Blüten, Zitronen- und Orangenscheiben oder Kräutern sind genauso Verwendbar wie die Zugabe von Wildkräutern. Rotklee. Gänseblümchen oder Johanniskraut geben dem veganen Honig einen einzigartigen Geschmack.

Insgesamt können so viele Pflanzenteile verwendet werden, wie bei der Herstellung (siehe unten, Schritt 2) von der Zuckerlösung gut bedeckt in einen Topf passen. Beachte beim Sammeln der Blüten, nur so viel wie nötig zu pflücken und immer Blüten stehen zu lassen, um den Pflanzen nicht zu schaden und den Insekten Nahrung übrig zu lassen.

So wird der vegane Honig zubereitet:

  1. Glucose und Fructose bei mittlerer Hitze in einem Topf mit einem Liter Wasser auflösen und weitere fünf Minuten leicht sprudelnd köcheln lassen.
  2. Den Topf vom Herd nehmen und alle Pflanzenteile sowie eventuell die in Scheiben geschnittenen Zitrusfrüchte hinzugeben.
  3. Den Topf schließen und den Ansatz für 24 Stunden ziehen lassen. Im Anschluss durch ein Tuch abseihen und das Tuch auswringen.
  4. Die Zuckermasse bei geringer Wärme köcheln und dabei reduzieren lassen, bis sich die Menge ungefähr halbiert hat.
  5. Einen Teelöffel der Flüssigkeit auf einen Teller geben, um eine Konsistenzprobe zu machen. Der Sirup soll nicht streichfest sein, sonst wird der Honig nach dem vollständigen Abkühlen zu hart. Er sollte jedoch eine relativ stabile Trennlinie aufzeigen, wenn ein Löffel durch den Klecks gezogen wird.
  6. Die fertige Masse heiß in saubere Gläser abfüllen und sofort verschließen.

Vonig, veganer Honig: eine vegane Alternative zu Bienenhonig lässt sich mit diesem Rezept aus Blüten und Kräutern ganz einfach selber herstellen.

Der vegane Honig ist problemlos mehrere Monate lang haltbar. Grundvoraussetzung dafür ist es, mit sterilisierten Utensilien und Gläsern zu arbeiten und den Honig immer mit einem sauberen Löffel zu entnehmen.

Die aromatische Honig-Alternative kann in den meisten Rezepten genauso wie echter Bienenhonig verwendet werden – auch zur natürlichen Hautpflege mit Honig.

Wir sind gespannt auf deine Erfahrungen und Ergebnisse. Teile sie in den Kommentaren, damit sie auch anderen Lesern von Nutzen sind!

Viele raffinierte Rezepte mit pflanzlichen, regionalen Zutaten findest du in unserem Buch:

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29 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Kann man auch “Japanische Kirschblüte” verwenden? Die blüht gerade und ist, wie ich in einem anderen eurer Beiträge erfahren habe, ja auch essbar.
    VG
    Yes003

    Antworten
    • Hallo, das müsste auch gehen, haben wir aber noch nicht ausprobiert. Liebe Grüße Sylvia

  2. Hallihallo! Erstmal vielen Dank für die vielen vielen tollen Ideen auf Smarticular! Ich bin ein totaler Fan von euch! Jetzt meine Frage zum Vonig: durch das Erhitzen gehen doch total viele Inhaltsstoffe verloren?! Gibt es nicht auch eine Variante ohne Erhitzen? Der Zucker müsste doch genügend konservieren? Doch selbst eine Variante, die danach gekühlt aufbewahrt werden muss fände ich gut! Liebe Grüße von Karina

    Antworten
  3. Normaler Haushaltszucker besteht aus 50% Fructose und 50% Glucose.
    Dieses Rezept ist also ein geschmacklich verfeinerter Zuckersirup, würde ich meinen.

    Antworten
  4. Also mein Veganer Favorit ist Zuckerrübensirup. Kann ich zwar nicht selber machen, aber lecker aufs Brot und relativ viel Eisen.
    Nicht als Ersatz z.b. beim backen geeignet, wegen des starken eigengeschmacks.

    Antworten
  5. Es handelt sich um einen Wortbetrug und Rechtsbruch, wenn man diese Produkte im Hauptwort als Honig bezeichnet.

    Antworten
    • Du meinst so wie bei Bohrmilch, Mutterkuchen und Fruchtfleisch? Welches Recht wird denn deiner Meinung nach gebrochen? Gesetz und Paragraph bitte 😉

    • N.O., Gemeint ist hier wohl die Honigverordnung, es gibt Richtlinien für die Bezeichnung Honig. Kannste selber recherchieren. 😏

    • Genau, und da steht es auch: Die genannten Beschränkungen gelten für diejenigen, die Honig in Verkehr bringen. Ist ja auch logisch, wenn man etwas kauft, wo Honig drauf steht, soll doch besser auch Honig drin sein.
      Wenn hingegen diese Tolle Seite ein Rezept für eine ALTERNATIVE ZU HONIG anbietet und die dann auch noch so nennt, ist nun wirklich keine Gefahr gegeben, dass irgendwer das mit Honig verwechseln könnte – zumal es nicht in Verkehr gebracht wird, sondern jeder es bei Bedarf selbst herstellt 😃

  6. Hallo. Ich habe leider keine Fructose im Laden bekommen, kann ich diese durch Xylith, Agavendicksaft oder ähnliches ersetzen? Danke und LG

    Antworten
    • Hallo Leni, du kannst sicherlich auch andere Süßungsmittel verwenden. Wir haben es damit aber nicht getestet und wahrscheinlich fällt die Konsistenz dann anders aus – je nachdem, was du nimmst. Probier es doch mal aus und berichte. Liebe Grüße Sylvia

    • Hallo Sylvia. Vielen Dank für deine Antwort. Ich habe den Honig jetzt komplett mit Xylit gemacht. Im Glas ist die Konsistenz super, auf dem Brot kristallisiert er schnell. Aber das ändert nichts am Geschmack :)

  7. Meine Mama macht “Tannenspitzen-Honig”. Dazu werden die ersten Triebe im Frühling von einer Tanne abgepflückt, diese werden dann in einem Sud mit Rohrohrzucker verkocht, bis eine Honigmasse entsteht. Der Geschmack ist genial. Etwas herb durch die Tanne und dennoch süß durch den Rohrohrzucker. Auf industriellen Zuckerersatz würde ich auch verzichten, wenn es möglich ist.

    Antworten
  8. Wieviele Lindenblüten benötigt man ungefähr für ein Rezept?

    Antworten
    • smarticular.net
      smarticular.net

      Die Menge dürfte ähnlich sein wie etwa bei Fliederblüten oder Holunderblüten, sprich 6-8 Handvoll Blüten auf einen Liter Wasser, wie im Beitrag angegeben.
      Liebe Grüße

  9. Michaela Hilgert

    Müssen die Blüten frisch sein oder kann man auch getrocknete nehmen?

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Hallo Michaela, mit frischen Blüten wird es natürlich viel aromatischer, wenn der ganze frische Nektar direkt verarbeitet wird. Getrocknete Blüten müssten aber auch funktionieren, ggf. braucht man davon eine etwas größere Menge, um ein ähnliches Ergebnis zu erreichen. Getestet haben wir es allerdings noch nicht, deshalb freuen wir uns ganz besonders auf einen Erfahrungsbericht :-)

    • Michaela Hilgert

      Danke für die schnelle Antwort. :-) Ich werde mich mal mit der Materie befassen und berichten, wenn ich es ausprobiert habe. ;-)

  10. Nimmst du jetzt nicht den Bienen die Blüten weg ? und aus was ist Fructose und Glucose gemacht ?

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Traubenzucker wird industriell aus Kartoffeln, Mais oder anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen gewonnen: https://de.wikipedia.org/wiki/Glucose#Vorkommen_und_technische_Gewinnung

      Fructose wird ebenso industriell gewonnen, mit den Bienen hat das nichts zu tun :-) Oder meintest du etwas Anderes?

    • wollte sofort los legen aber, das sollt Ihr auch lesen https://www.zentrum-der-gesundheit.de/fruchtzucker.html

    • Maximilian Knap

      Dazu muss man wissen, dass Honig ganz natürlich aus Traubenzucker und Fruchtzucker in exakt dem gleichen Verhältnis besteht, aber niemand sagt, dass Honig ungesund ist. Warum nicht? Weil der maßvolle Umgang damit entscheidend ist – in großen Mengen ist alles schädlich, in kleinen Mengen kann es aber sehr nützlich für den Organismus sein, das gilt auch beim Fruchtzucker. Ich kenne niemanden, der wegen des enthaltenen Fruchtzuckers einen Apfel ablehnen würde ;-)

    • hallo Max,

      ich bin kein Experte aber die Fructose die in dem Vonig verwendet wird hat mit der in Früchten und echtem Honig nicht viel gemeinsames. Es ist ein Industrieles Produkt. ” …Gesundheitliche Probleme bereitet die Fructose erst, seit sie in isolierter, konzentrierter Form verwendet wird..” und das ist der Fall bei Vonig. Der einzige Vorteil, es werden keine Zusätze verwendet und für die Veganer eine Alternative für den echten Honig. Der Vergleich mit dem Apfel :):), ich kenne keine Sorte die dem Verhältnis 900 g Vonig (Apfel) : 1000 g Zucker(Inhalt) entspricht.
      Aber wie gesagt, eine Alternative ist es schon :):) und man darf nicht zu viel genießen :):) dann passt.

    • Hm also ich teste das nächstes Jahr mal mit Mascobado (Vollrohrzucker). Oder mit Palmzucker, Birkenzucker. Oder einem Rohzucker der nicht ganz so dunkel ist wie Mascobado weil der ja schon einen starken Eigengeschmack hat. Oder sonst halt normalen Haushaltszucker. Von diesem Fruchtzucker hab ich nämlich auch nicht viel gutes gehört, zumal er gar nichts mit Früchten zu tun hat sonder industriell vorwiegend aus Mais hergestellt wird. Was jetzt genau der Unterschied ist und warum oder wie genau der schadet weiss ich nicht mehr auswendig.

      Die spezielle Zuckersorten sind zwar alle nicht grad billig, aber Honig ist schliesslich auch nicht grade billig.

    • Uebringes eine sehr gute alternative zu Honig ist Birnel. Das ist eingedickter Birnensaft.

    • Hallo Karl, da magst du irgendwie recht haben :-) andererseits für den Sirup hätte ich sie auch verwendet. Ist ja quasi nur eingedickter und mit anderen Zuckerstoffen.

  11. Miriam Wrubel

    Woher bekomme ich den am besten Glucose/Fructose?

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Gibt es bei uns im Supermarkt, dort wo auch andere Zuckersorten stehen.

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