Kümmel und Kümmelöl: Vielseitiges Küchengewürz und Naturheilmittel in einem

Kümmel ist ein vielseitiges Gewürz und gehört zu den traditionellen Naturheilmitteln. Hier erfährst du mehr über die gesundheitliche Wirkung und Verwendung.

Echter Kümmel, meist einfach nur als Kümmel bezeichnet, gehört zu den ältesten Gewürzpflanzen überhaupt und wurde schon lange vor unserer Zeitrechnung als Gewürz und Naturheilmittel geschätzt. In diesem Beitrag erfährst du, wie vielfältig du Kümmel und ätherisches Kümmelöl in der Küche und zu Heilzwecken nutzen kannst und was es beim Anbau im Garten oder auf dem Balkon zu beachten gibt.

Darum ist Kümmel gesund

Wer schon einmal Kümmelkörner zerkaut hat, weiß was in den unscheinbaren Samen steckt. Denn schon eine kleine Menge verbreitet ein intensives Aroma, weshalb Kümmel in der Küche meist eher sparsam dosiert wird.

Auch die Inhaltsstoffe der Gewürzpflanze haben es in sich. Die Samen enthalten unter anderem Flavonoide, ätherische Öle, Mineralstoffe, Spurenelemente sowie einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren.

Kümmel wird vor allem bei Verdauungsbeschwerden und Appetitlosigkeit eine heilsame Wirkung zugeschrieben. Aufgrund seiner entkrampfenden und antibakteriellen Eigenschaften kann er aber auch als Naturheilmittel bei Zahnschmerzen und Erkältungskrankheiten eingesetzt werden. Seine entspannende Wirkung macht Kümmel zudem zu einer wichtigen Zutat in Teemischungen gegen Dreimonatskoliken und Blähungen bei Babys.

Kümmelsamen in Küche und Hausapotheke

Bestimmt kennst du Kümmel als festen Bestandteil von Sauerkraut, Spitzkohlsalat und anderen Kohlgerichten. Dabei verfeinern die aromatischen Samen nicht nur den Geschmack, sondern sorgen auch für eine bessere Bekömmlichkeit. In selbst gemachtem Kochkäse trägt Kümmel zur gewohnten Würze bei und auch in einem klassischen Brotgewürz darf er nicht fehlen.

Schmeckt dein frisch gebackenes Brot zu fad? Verleihe ihm mit diesem Rezept für selbstgemachtes Brotgewürz ein kräftiges und volles Aroma!

Tipp: Probiere doch mal ein Topinamburbrot, das durch eine Prise Kümmel noch besser schmeckt und gleichzeitig leichter verdaulich wird.

Wenn du dir die verdauungsfördernde Wirkung des Kümmels zunutze machen möchtest, kannst bei passenden Gerichten vor dem Servieren ein paar Kümmelsamen darüber streuen oder nach dem Essen ein paar Kümmelsamen zerkauen. Auch als Hausmittel bei Mundgeruch schaffen die im Kümmel enthaltenen Wirkstoffe kurzfristig Abhilfe.

Kümmel-Tinktur

Geht es um die gesundheitsförderliche Wirkung des Kümmels, wird er häufig als Tee empfohlen. Wer den Geschmack nicht so gerne mag, kann alternativ eine Tinktur ansetzen, in der die Wirkstoffe konzentriert zur Verfügung stehen.

Für einen kleinen Vorrat Kümmel-Tinktur werden folgende Zutaten benötigt:

  • 2 EL Kümmelsamen
  • 100 ml 40-prozentigen Alkohol (zum Beispiel Wodka oder Doppelkorn)

So wird die Tinktur hergestellt:

  1. Kümmelsamen mit einem Mörser zerstoßen oder grob mahlen.
  2. Die zerkleinerten Samen in ein Schraubglas geben, mit Alkohol übergießen und das Glas verschließen.
  3. Die Mischung für vier bis sechs Wochen an einem warmen Ort ziehen lassen. Dabei gelegentlich aufschütteln.
  4. Die fertige Tinktur durch ein feines Sieb oder einen Kaffeefilter abseihen und in eine kleine, wenn möglich dunkle Flasche abfüllen.

Die Kümmel-Tinktur ist an einem kühlen, dunklen Ort gelagert mehrere Monate lang haltbar. Ein Teelöffel Tinktur nach dem Essen unterstützt die Verdauung.

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Magen-Darm-Tee und Erkältungstee

Mit anderen Heilpflanzen kombiniert ergibt Kümmel eine hervorragende Basis für einen selbst gemachten Magen-Darm-Tee. Dabei wirken die Inhaltsstoffe des Kümmels krampflösend, entspannend und verdauungsfördernd.

Als Teeaufguss zusammen mit Fenchel und Anis lindert Kümmel Erkältungsbeschwerden und wird traditionell auch als Hausmittel in der Stillzeit empfohlen, um die Milchbildung anzuregen.

Kümmel ist ein vielseitiges Gewürz und gehört zu den traditionellen Naturheilmitteln. Hier erfährst du mehr über die gesundheitliche Wirkung und Verwendung.

Ätherisches Kümmelöl als Naturheilmittel

Ätherisches Kümmelöl wird mittels Dampfdestillation aus den Kümmelsamen gewonnen und enthält unter anderem den Wirkstoff Carvon in konzentrierter Form. Dieser zu den monozyklischen Momoterpenen gehörende Pflanzenstoff wirkt krampflösend und verdauungsfördernd und kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden.

Für eine wohltuende Bauchmassage bei Verdauungsbeschwerden oder für eine Brustmassage zur Linderung von Erkältungskrankheiten werden 25 bis 38 Tropfen ätherisches Kümmelöl in 100 Millilitern Trägeröl gelöst (1-1,5-prozentige Lösung) und eine kleine Menge sanft in die Haut einmassiert.

Wichtig: Bei Babys und Kindern gelten andere Dosierungsempfehlungen als bei Erwachsenen. Hier findest du detaillierte Tipps für die Aromatherapie bei Kindern.

Auch innerlich angewendet wird ätherischem Kümmelöl eine wohltuende Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt zugeschrieben. Es kann unter anderem Blähungen und Magen-Darm-Krämpfe lindern. Weil ätherische Öle innerlich aufgenommen sehr viel intensiver wirken, empfiehlt es sich, keine Selbstmedikation vorzunehmen, sondern einen ärztlichen oder aromatherapeutischen Rat einzuholen.

Tipp: Mehr zum Kauf und zur Verwendung der hochpotenten Pflanzenstoffe findest du in unserem Leitfaden zu ätherischen Ölen.

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Kümmel, Kreuzkümmel, Schwarzkümmel?

(Echter) Kümmel, Kreuzkümmel, Schwarzkümmel – wo ist eigentlich der Unterschied? Während Kümmel und Kreuzkümmel derselben botanischen Familie angehören (Doldenblütler) und sich optisch und in ihrer Wirkungsweise ähneln, unterscheiden sie sich doch in ihrem Aroma und in ihrer Verbreitung in der Küche. Herkömmlicher Kümmel wird traditionell in der europäischen Küche verwendet, Kreuzkümmel verleiht hingegen vor allem arabischen und asiatischen Gerichten ihren typischen Geschmack.

Schwarzkümmel ist zwar genau wie Kreuzkümmel ein in der asiatischen, insbesondere indischen Küche beliebtes Gewürz, zählt aber zur Familie der Hahnenfußgewächse und wird in der Naturheilkunde für andere Beschwerden eingesetzt als die anderen Kümmelsorten. Wahrscheinlich kennst du die kleinen schwarzen Körner als würziges Topping auf türkischem Fladenbrot.

Kümmelpflanzen selbst anbauen

Kümmel ist eine pflegeleichte Pflanze, die einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit einem feuchten, durchlässigen Boden bevorzugt. Die aus der Familie der Doldenblütler stammende Pflanze eignet sich für den Anbau im Beet, gedeiht aber auch in einem Kübel auf dem Balkongarten. Da Kümmelpflanzen zu den zweijährigen Pflanzen gehören, können auch die Samen erst im zweiten Jahr geerntet werden. In einer Mischkultur mit anderen Kräutern – zum Beispiel auf einer Kräuterspirale – sollte Kümmel nicht mit anderen Doldenblütlern wie Fenchel oder Dill kombiniert werden.

Kümmel ist ein vielseitiges Gewürz und gehört zu den traditionellen Naturheilmitteln. Hier erfährst du mehr über die gesundheitliche Wirkung und Verwendung.

In der Mischkultur im Gemüsebeet gilt Kümmel als guter Nachbar für Kartoffeln, Gurken und Kohlgewächse. Als Futterpflanze für Insekten eignet sich das zarte, weiß blühende Gewächs wunderbar für einen insektenfreundlichen Garten.

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Bei welchen Gerichten darf Kümmel auf keinen Fall fehlen? Wir freuen uns auf deine Empfehlungen in einem Kommentar!

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