Gute Ernte ohne Gießen: diese Gemüse, Kräuter und Blumen brauchen wenig Wasser

Grüne Oase und reichlicher Ertrag trotz Wassermangel: Diese Gemüsepflanzen, Blumen und Kräuter wachsen auch an trockenen Standorten bestens.

Durch klimatische Veränderungen kann es auch in unseren gemäßigten Breiten immer wieder zu längeren Trockenperioden kommen. Vor allem Menschen mit wenig Zeit oder einem weiter entfernt liegenden Gartengrundstück, die nicht täglich oder sogar mehrmals am Tag mit der Gießkanne durch den Garten gehen können, haben dann schon nach wenigen Tagen ein Problem. Damit man beim nächsten Gartenbesuch nicht nur vertrocknete Reste vorfindet, empfiehlt es sich, bevorzugt solche Gartenpflanzen auszuwählen, die wenig Wasser brauchen.

In diesem Beitrag findest du Gemüsepflanzen, Kräuter und Blumen, die man nicht oder zumindest kaum gießen muss, und die dich trotzdem mit üppigen Blüten und einer reichen Ernte erfreuen.

Gemüse, das wenig Wasser braucht

Pflanzen, die schnell wachsen und viele bzw. große Früchte ausbilden, haben meist einen höheren Wasserbedarf. Langsam wachsende und knollenbildende Gemüse kommen hingegen oft mit weniger Wasser aus. Andere Gemüsesorten wurzeln besonders tief und sind deshalb unabhängiger von oberflächlichem Gießwasser. Zu den Nutzpflanzen, die mit einer längeren Trockenperiode gut zurechtkommen, gehören zum Beispiel:

Grüne Oase und reichlicher Ertrag trotz Wassermangel: Diese Gemüsepflanzen, Blumen und Kräuter wachsen auch an trockenen Standorten bestens.

Hinweis: Extreme Trockenheit vertragen die meisten dieser Pflanzen trotzdem nicht. Vor allem Wurzelgemüse wird bei lang anhaltender Dürre vermehrt von Würmern und Insekten befallen, die die Feuchtigkeit in den Früchten nutzen um zu überleben.

Viele Gemüsesorten können über mehrere Wochen hinweg ausgesät werden. Wer nach dem Aussaatkalender einen eher frühen Termin wählt, kann die besonders heiße Hochsommerperiode umgehen, weil Erbsen, Bohnen und Co. bereits vorher reif sind. Eine zeitige Aussaat bei noch mäßigen Temperaturen ist auch bei Wurzelgemüse hilfreich, da es dann schon tiefer gewurzelt hat, wenn die Temperaturen steigen.

Kräuter mit geringem Wasserbedarf

Während Basilikum bei Wassermangel schon nach kurzer Zeit die Blätter hängen lässt, kommen einige andere Kräuter sehr gut mit Trockenheit zurecht. Folgende Gewürz- und Teekräuter brauchen verhältnismäßig wenig Wasser:

Grüne Oase und reichlicher Ertrag trotz Wassermangel: Diese Gemüsepflanzen, Blumen und Kräuter wachsen auch an trockenen Standorten bestens.

Tipp: Mit einer Kräuterspirale schaffst auf engem Raum verschiedene Standorte für feuchtigkeitsliebende Gewächse bis hin zu Pflanzen, die es eher trocken mögen.

Blumen, die Trockenheit vertragen

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Bunt blühende Blumen verwandeln den Garten in ein kleines Paradies. Mit diesen Blumen und Ziersträuchern brauchst du auch bei Trockenheit nicht darauf zu verzichten, denn sie sind genügsam oder bilden sogar ihren eigenen Wasservorrat in den dicken Blättern, wie zum Beispiel die Fette Henne:

  • Felsensteinkraut
  • Fette Henne
  • Gazanie
  • Hasenglöckchen
  • Karthäuser Nelke
  • Mädchenauge
  • Sandglöckchen
  • Sommerflieder
  • Strand-Grasnelke
  • Zistrose

Tipp: Wenn du unsicher bist, welche Blumen sich für deinen Garten am besten eignen, kannst du dich in Pflanzen- und Baumärkten hinsichtlich Standort und Wasserbedarf beraten lassen. Häufig findet man auch spezielle Samen- oder Pflanzenmischungen wie diese, die nur robuste und pflegeleichte Sorten enthalten.

Neben der Auswahl von Gartenpflanzen, die wenig Wasser brauchen, kannst du durch eine durchdachte Bewässerung eine Verbesserung der Bodenqualität – zum Beispiel mit Gartenkompost, Wurmkompost oder Bokashi sowie durch das Pflanzen von Bodendeckern und das Ausbringen einer Mulchschicht – die Speicherfähigkeit des Bodens verbessern.

Grüne Oase und reichlicher Ertrag trotz Wassermangel: Diese Gemüsepflanzen, Blumen und Kräuter wachsen auch an trockenen Standorten bestens.

Tipp: Wer erst mit dem Gärtnern beginnt, versucht sich am besten an pflegeleichten Gartenpflanzen, bei denen man auch als Neuling wenig falsch machen kann. Auch für die grüne Oase zuhause, kann man robuste Zimmerpflanzen wählen, die den einen oder anderen Pflegefehler verzeihen.

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Welche Pflanzen gedeihen in deinem Garten auch bei Trockenheit? Wir freuen uns auf deine Ergänzungen in einem Kommentar!

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19 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Moin,
    Erst mal: tolle Liste, danke.
    Aber: Mais braucht Wasser und das nicht zu knapp.
    Auszug aus: https://www.maiskomitee.de/Produktion/Anbau/Standortanspr%C3%BCche
    Mais besitzt als C4-Pflanze einen vergleichsweise geringen Bedarf an Wasser zur Produktion von pflanzlicher Substanz. Dieses Verhältnis zwischen Wasserbedarf und Bildung von Trockenmasse wird als Transpirationskoeffizient bezeichnet. Unter hiesigen klimatischen Bedingungen durchgeführte Untersuchungen haben gezeigt, dass Mais zur Erzeugung von 1 kg Trockenmasse 200 l Wasser, Gerste 220-300 l und Weizen 300-400 l (Ehlers, 1997) benötigen. Mais ist daher als Kulturpflanze mit einem niedrigen Transpirationskoeffizienten zu bewerten.
    Setzt Wassermangel früh zu Blühbeginn ein, werden Wachstum und Kolbenbildung beeinträchtigt, Wassermangel während der Blüte führt in Verbindung mit extremer Hitze zu unzureichender Befruchtung. Fehlt das Wasser nach Abschluss der Befruchtung wird die Assimilation bzw. die Assimilatumlagerung in den Kolben blockiert. Der Wasserbedarf liegt im Extremfall in der Zeit von Mitte Juli bis Ende August bei bis zu 6 mm/m² und Tag.
    Zwischen Blühbeginn und Erreichen von 50 % Kornfeuchte sollte die Feldkapazität des Bodens immer über 50 % Wassersättigung liegen. Mit der Beregnung kann in trockenen Anbauregionen grundsätzlich das Ertragspotential von Körnermais ausgeschöpft und in Trockenperioden auf allen Standorten das Ertragsrisiko vermindert werden. Allerdings sind Kosten und Nutzen kritisch abzuwägen.
    Der Wasserbedarf steht in enger Wechselwirkung mit den anderen klimatischen Einflussgrößen sowie deren kompensatorischen Effekten.
    Also: Mais verbraucht weniger als Weizen oder Gerste, aber immer noch mehr als Roggen oder Dinkel. Und er ist keine Pflanze, die Trockenheit toleriert, wenn er irgend einen Ertrag bringen soll, und seis nur für den Hobbygärtner.

    Liebe Grüße
    Heike

    Antworten
    • smarticular.net

      Liebe Heike,
      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar! Du hast natürlich absolut Recht – Mais braucht ausreichend Wasser um zu gedeihen. Andererseits wurzelt er recht tief und ist deshalb nicht so sehr auf oberflächliches Gießwasser angewiesen. Deshalb übersteht er auch längere Trockenheit unbeschadet, sofern die Erde nicht tiefgründig austrocknet. Beispielsweise würde schon ein den Boden tief durchtränkender Guss einmal pro Woche ausreichen, vorausgesetzt, dass der Boden eine gutes Wasserspeichervermögen besitzt (z.B. Lehmboden mit ausreichendem Biomasse-Anteil).
      Bodendecker sowie eine schützende Mulchschicht sind zusätzlich von Vorteil, weil sie Verdunstung und somit den oberflächlichen Wasserverlust reduzieren, aber das gilt ja für sämtliche Zier- und Nutzpflanzen.
      Ganz liebe Grüße

  2. Griechischer Bergtee kommt mit ganz wenig Wasser aus. Bei meiner Pflanze wurde sogar darauf hingewiesen, sie nicht zu gießen. Beim griechischen Bergtee handelt es sich um eine Adaptogene Pflanze zu der auch der Ginseng oder Jiagulan zählen und es lohnt sich wirklich ihn im Garten u kultivieren. Geschmacklich überzeugt er mich kaum, darum mische ich ihn gerne mit Zimt, Ingwer oder gerade blühenden Rosenblättern oder Lavendel, was den Tee dann auch optisch aufwertet.

    Antworten
    • Hallo Gabi, vielen Dank für die Ergänzung. Deine Teemischungen lesen sich auch sehr lecker und gesund. Liebe Grüße Sylvia

  3. Gartenkresse wächst sehr schnell und ist erntereif. Dadurch braucht man nur ein paar Mal gießen und kann dann schon ernten.

    Und Kapuzinerkresse wächst an schattigen wie sonnigen Plätzen. An schattigen wird das grün üppig, aber er blüht weniger. An einen sonnigen Ort blüht er mehr, hat aber kleinere Blätter.
    Blätter und Blüten sind essbar.

    Bei uns wächst er direkt am Haus, wo es so gut wie keine Sonne gibt. Wo keine andere Pflanze wachsen will.

    Beide Pflanzen sind sehr gesund und delikat. Durch ihre Senföle helfen sie gegen Pilze im Darm.

    Wenn man Giersch, Löwenzahn und Pimpinelle ab und zu klein schneidet, hat man immer wieder frisches grün zum Ernten. Mir fehlen inzwischen diese Zutaten im Essen regelrecht, wenn man sie zum Beispiel im Winter nicht zur Verfügung hat (aber man sie auch trocknen für den Winter). Ich hab mich schon so daran gewöhnt, das schmeckt dann ohne total fade.

    Antworten
    • Hallo Petra, vielen Dank für deinen Kommentar und die Ergänzungen! Mir geht es auch so, dass mir im Winter das viele frische Grün inzwischen regelrecht fehlt. Liebe Grüße Sylvia

  4. Tippyhood

    Hallo zusammen, erstmal vielen lieben Dank für all eure interessanten Beiträge! Zu Topinambur möchte ich eine Info mit euch teilen.
    Topinambur wächst wirklich wie verrückt und kommt mit wenig Wasser aus, wurde jetzt allerdings als invasiver Neophyt ( genauso wie Sommerflieder, Kirschlorbeer etc.) eingestuft, der wuchert und heimische Pflanzen verdrängt und die Biodiversität gefährdet. Ich rate euch unbedingt davon ab diese Pflanze weiter zu verbreiten. Bei uns im Gemüsebeet wächst sie wie Unkraut und stört das andere Gemüse.
    In der Schweiz und Liechtenstein wird sie bereits aktiv bekämpft.
    https://www.infoflora.ch/de/assets/content/documents/neophyten/inva_heli_tub_d.pdf
    http://www.naturtipps.com/neophyten.html

    Antworten
    • Hallo Tippyhood, danke für deinen Kommentar. Sicherlich muss man mit besonders wuchsfreudigen Sorten aufpassen, dass sie sich nicht allzu sehr ausbreiten und anderen Pflanzen den Platz streitig machen. Aber nach meiner Erfahrung lässt sich auch Topinambur in Schach halten, wenn man ihn jedes Jahr reichlich erntet. Und um ihn ganz zu verdammen, ist er einfach viel zu gesund :-) Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann die Knollen im Topf einpflanzen oder eine Wurzelsperre setzen. Liebe Grüße Sylvia

  5. Borretsch kommt bei uns jedes Jahr, ob zu trocken, zu nass, zu warm , zu kalt, seine schöne kleine Blüten erfreuen uns und auch besonders die Bienen.

    Antworten
    • Hallo Fabsen, danke für die Ergänzung! Liebe Grüße Sylvia

  6. Zistrosen würde es meines Wissens hier in Deutschland in vielen Gegenden zu kalt werden. Da sollte man sich vorher bei den Gärtnereien erkundigen, ob die Pflanzen Winterschutz brauchen.

    Antworten
    • Hallo Saaba, du hast recht, nicht alle Zistrosen sind winterhart, es gibt aber auch Sorten, die zumindest für kurze Zeit sogar zweistellige Minusgrade verkraften. Empfindliche Sorten sollte man abdecken und das Laub als Schutzschicht dranlassen. Liebe Grüße Sylvia

  7. Hallo ihr Lieben, ein super Beitrag! Aber ich brauche in meinem Garten trotzdem noch
    Tomaten, Gurken, Zucchini… und habe daher einige Ollas in verschiedenen Größen aus Tontöpfen gemacht, über die jetzt das Hochbeet und Kübelpflanzen bewässert werden!
    Bisher reichte es, sie alle 3 Tage aufzufüllen… der Vorteil ist, dass die Feuchtigkeit langsam durch die Poren der Töpfe wandert und nur das Erdreich um die Wurzeln befeuchtet. Dadurch kommt es kaum zu Verdunstung und man braucht nicht so viel Wasser!
    Meine Tomatenpflanzen explodieren geradezu.. :o)
    Herzlichen Gartengruß, Claudia

    Antworten
    • Liebe Claudia,was sind denn bitte Ollas?LG Heilwig

    • Hallo Claudia, vielen Dank für deinen Kommentar und den Tipp mit den Pflanztöpfen aus Ton. Was Ollas sind würde uns auch interessieren :-) Liebe Grüße Sylvia

    • :D
      Also, die „echten“ Olla(s) kommen wohl aus Südamerika…das weiß ich aber auch nicht sicher! Man kann diese Tongefäße auch fertig kaufen… Ich habe Trinkwasser geeignetes Silikon genommen (wer was besseres weiß, gern Bescheid geben;-). Hiermit habe ich einen Tontopf unten mit einer Tonscherbe fest verschlossen und dann einen zweiten umgekehrt auf den ersten geklebt. Nach dem Trocknen bleibt ein geschlossenes Tongefäß, das nur noch oben ein Loch hat. Nun kann es ins Beet eingegraben werden und zwar so, dass nur noch ca 2 cm heraus schauen… immer Wasser nachgießen und die Pflanzen kommen mit ihren Wurzeln so dicht and Gefäß heran, wie es ihnen gefällt! Fragt, wenn ich es zu umständlich erklärt habe… Fotos gehen gerade leider nicht, sonst muss ich sie per Mail schicken…
      lieben Gartengruß, Claudia

    • Hallo Claudia, danke für die Beschreibung. Sowas in der Art kann man wohl auch kaufen. Eine interessante Sache im Zusammenhang mit anhaltender Trockenheit und einem weiter entfernt liegenden Garten. Darüber hinaus scheint man so das Wasser auch besonders effektiv nutzen zu können. Werden wir uns anschauen. Liebe Grüße Sylvia

  8. Im letzten Jahr war es bei uns so trocken, dass nicht mal mehr das Unkraut im Garten gedeihen könnte. Vielleicht sollte man auf Sukkulenten umstellen.
    Aber danke für eure Aufzählung! Ich kann diese Tipps gut gebrauchen.
    LG Sabienes Sabienes von https://sabienes.de

    Antworten
    • Hallo Sabiene, ja das letzte Jahr war in einigen Regionen schon sehr extrem. Da hätten die Tipps hier vielleicht auch nicht mehr geholfen. Grundsätzlich ist es aber doch gut zu wissen, dass man über die Pflanzenauswahl und einige andere Maßnahmen einen positiven Effekt erzielen kann. Liebe Grüße Sylvia

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