Unkraut entfernen und vorbeugen – die besten Methoden ohne Roundup und Co.

Um Unkraut zu entfernen, braucht es keine giftige Chemie. Mit diesen Methoden wirst du unwillkommene Pflanzen umweltfreundlich los.

Statt auf umstrittene Unkrautvernichtungsmittel wie Roundup und Co. zurückzugreifen, gibt es zahlreiche umweltschonende Methoden, mit denen sich Unkraut entfernen lässt. Gleichzeitig kannst du das schnelle Nachwachsen unwillkommener Beikräuter durch ein paar einfache Tricks reduzieren und dir so auf Dauer viel schweißtreibende Arbeit ersparen.

Unkraut entfernen auf traditionelle Art

Wenn du einen verwilderten Garten übernimmst oder neue Beete anlegst, wirst du um das klassische Hacken oder Jäten nicht vollständig herumkommen. Die gute Nachricht ist: Das händische Entfernen der gesamten Pflanzen inklusive Wurzeln lockert zugleich den Boden für Nutzpflanzen.

An sonnigen Tagen können abgehackte Unkrautpflanzen (mit einigen hartnäckigen Ausnahmen wie Giersch, Quecken oder Winden) einfach an Ort und Stelle verbleiben, wo sie schnell verwelken und von den Bodenorganismen wieder zu wertvollem Humus verarbeitet werden.

Unkraut ernten statt entfernen

Wusstest du, dass viele vermeintlichen Unkräuter nützliche und vitalstoffreiche Wildkräuter sind, die du ernten kannst, anstatt sie zu bekämpfen? Falls das Thema noch recht neu für dich ist, lohnt es sich in dem einen oder anderen Buch über Wildkräuter zu schmökern oder an einer geführten Wildkräuterwanderung teilzunehmen. Danach wirst du viele wild in deinem Garten wachsende Kräuter mit anderen Augen sehen.

Wie vielfältig Wildkräuter nutzbar sind und welche gesundheitlichen Potenziale sie mitbringen, kannst du auch in unseren zahlreichen Pflanzenprofilen entdecken – zum Beispiel zu Brennnessel, Löwenzahn, Franzosenkraut und Gänsefuß.

Wildkräuter für einen Frühlingssalat bereichern nicht nur die Speisekarte, sondern enthalten jede Menge gesunde Vitamine und Mineralien, die im Frühjahr sonst rar sind.

Unkraut entfernen mit Hitze

Auf Gehwegen und in Einfahrten dürfen grundsätzlich keine Pflanzenschutzmittel verwendet werden. Solche Flächen lassen sich meist effektiv mechanisch mit Fugen- bzw. Unkrautkratzern von Bewuchs befreien. Eine ebenfalls vergleichsweise umweltfreundliche Methode ist das Abflammen mit eigens dafür konstruierten Geräten. Damit die entfernten Unkräuter nicht wieder kommen, empfiehlt es sich, die Fugen anschließend mit trittfesten Bodendeckern zu begrünen und sich so auf Dauer viel Arbeit zu ersparen.

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Unkraut entfernen mit Kochwasser

Ganz ohne zusätzliche Gerätschaften kannst du dir die Hitze regelmäßig anfallenden Kochwassers zu nutzen machen, um Unkräuter zu entfernen. Wenn du das nächste Mal Kartoffeln, Nudeln oder Ähnliches kochst, dann schütte das Kochwasser nicht einfach weg, sondern gieße es noch heiß auf ausgewählte Flächen. Die Hitze tötet Samen und Wurzeln im Boden ab.

Tipp: Darüber hinaus bietet Kartoffelwasser zahlreiche weitere nützliche Verwendungsmöglichkeiten.

Kartoffelwasser enthält Stärke und andere gesunde Vitalstoffe. Statt es wegzuschütten, kannst du das Kochwasser im Garten, für den Haushalt und zur Körperpflege verwenden.

Unkraut entfernen mit Jauche und Bokashi

Selbst gemachte Pflanzenjauche (z.B. Brennnesseljauche) und Bokashisaft sind hervorragende Bio-Dünger, die normalerweise stark verdünnt ausgebracht werden. In ihrer konzentrierten Form eignen sie sich aber auch, um Unkräuter zu entfernen. Und so geht es:

  1. Jauche oder Bokashisaft durch ein Tuch oder Sieb gießen und unverdünnt in eine Sprühflasche füllen.
  2. Bei trockenem Wetter und Sonnenschein die Lösung direkt auf Blätter und Stängel der “unerwünschten” Pflanzen sprühen. Achte darauf, dass deine Nutz- und Zierpflanzen verschont bleiben. Dazu kannst du sie mit einem Brett oder einem darüber gestülpten Eimer abschirmen.

Durch den hohen Mineralstoffgehalt im Flüssigdünger findet eine osmotische Reaktion statt, die Blätter des Unkrauts “verbrennen” und die Pflanzen gehen ein. Sie werden an Ort und Stelle von Mikroorganismen direkt in Humus verwandelt, der gesprühte Dünger kommt dem Boden zusätzlich zugute.

Wichtig: Nicht zu viel auf eine Stelle sprühen bzw. den Boden nicht mit der unverdünnten Lösung wässern, sonst bewirkt die hohe Konzentration das Gegenteil und schadet deinen Nutz- und Zierpflanzen.

Am besten funktioniert diese Methode bei sehr dünnblättrigen Pflanzen, die wenig Wasser speichern. Je nach Situation ist ggf. eine wiederholte Anwendung sowie etwas Probieren beim Finden der optimalen Konzentration notwendig.

Unkraut entfernen mit Holzasche

Auch mit Asche als Dünger kannst du Unkräuter eliminieren. Bestäube im Herbst unliebsame Wurzelunkräuter mehrmals mit Holzasche und sie werden im Frühjahr nicht erneut austreiben. Im Rasen hilft Holzasche einer Vermoosung vorzubeugen.

Unkraut entfernen mit Essigessenz

Im Netz findet man viele Tipps, wie sich Essigessenz gegen Unkraut einsetzen lässt. Da diese Methode aber sehr aggressiv und häufig sogar verboten ist, empfiehlt es sich schon im Eigeninteresse auf sanftere Methoden zurückzugreifen, um Nutzpflanzen und Nützlingen nicht zu schaden.

Unkraut vorbeugen mit (essbaren) Bodendeckern

Auch unerwünschte Pflanzen benötigen zum Wachstum vor allem Licht. Um ihnen dieses zu entziehen, gibt es mehrere Methoden, jede mit ihren eigenen Vor- und Nachteilen. Die natürlichste Herangehensweise ist das Anpflanzen von schnellwachsenden Bodendeckern wie Zwergmispeln oder Efeu. Auch Senf wächst schnell und vermindert dadurch das Wachstum neuer Unkräuter, er wurzelt außerdem breit und intensiv, was den Boden auflockert und mit Sauerstoff versorgt. Einen doppelten Nutzen kannst du erzielen, wenn du essbare Bodendecker zur Unkrautbekämpfung wählst.

Tipp: Zum Ende der Gartensaison hilft eine Gründüngung das Wachstum unerwünschter Wildpflanzen einzudämmen, schützt den Boden vor Erosion und versorgt ihn gleich noch mit neuen Nährstoffen.

Wo kein Licht, da auch kein Unkraut. Diese Pflanzen wachsen schneller als die meisten Beikräuter, sparen dir das Jäten und bescheren dir sogar reiche Ernte 

Unkraut vorbeugen durch Mulchen

Durch Mulchen lassen sich größere Flächen natürlich abdunkeln, dies ist besonders in Blumenbeeten und um Sträucher und Hecken herum sinnvoll, kann aber auch im Gemüsebeet das Wachstum konkurrierender Pflanzen erheblich reduzieren. Als Mulchmaterial eignet sich zum Beispiel klein gehäckselter Baum- und Heckenschnitt sowie Rasenschnitt, oder Heu und Stroh, das um die Nutzpflanzen herum verteilt  und regelmäßig erneuert wird.

Die richtige Mulchschicht im Biogarten spart Wasser und Dünger, unterdrückt Unkräuter und schafft ein ideales Mikroklima für Nützlinge im Boden.

Unkraut vorbeugen durch Pappe und Unkrautvlies

Von Unkraut überwuchterte Beete, die für den Anbau von Gemüse genutzt werden sollen, können ein bis drei Jahre abgedunkelt werden, um das Nachwachsen zu verhindern. Dafür eignen sich organische Materialien wie Pappe oder biologisch abbaubare Unkrautfolien.

Tipp: Mit diesem einfachen Trick lassen sich sogar neue Beete ganz ohne Umgraben anlegen.

Ein Hinweis zum Schluss: Nach den Vorschriften des Pflanzenschutzgesetzes ist eine Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (dazu zählen auch Unkrautvernichtungsmittel) nur auf Flächen zulässig, die landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden. Eine Anwendung auf Gehweg-Fugen und Ähnlichem ist deshalb nicht zulässig. Wenn du nicht sicher bist, ob, wo und wie genau du ein Pflanzenschutzmittel anwenden darfst, erkundige dich bitte bei der in deiner Region zuständigen Behörde.

Weitere Ideen für einen ökologischen Garten findest du in unseren Büchern:

Permakultur im Bio-Garten

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“Es gibt viele Bücher über Permakultur – was aber meiner Meinung nach bisher fehlte, war ein praktischer Wegweiser, ein Buch, das Menschen dabei hilft, sie ganz einfach im eigenen Garten umzusetzen.” - Damien Dekarz Mehr Details zum Buch

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Wenn du auf Chemie im Garten verzichten möchtest, dann sieh dir unsere weiteren Beiträge zu diesem Thema an:

Warum kein Roundup von Monsanto?

Roundup enthält den Wirkstoff Glyphosat, der unspezifisch gegen viele Pflanzenarten wirkt und deren Wachstum hemmt. Neben Roundup vertreibt Monsanto gentechnisch verändertes Saatgut für Pflanzen, die gegen Glyphosat resistent sind. Bei einer gemeinsamen Verwendung von Roundup und diesem Saatgut auf einem Feld entsteht dort quasi die perfekte Monokultur. Allen anderen Pflanzenarten und in der Folge auch Tieren wird der Lebensraum genommen, die Biodiversität leidet enorm.

UPDATE: Inzwischen wurde die Anwendung von Glyphosat im Haus- und Kleingartenbereich in Deutschland verboten.

Welche Tipps hast du zur natürlichen Aufzucht und Pflege deines Gartens? Wir freuen uns auf deinen Kommentar unter diesem Beitrag!

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14 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Ich jäte kein Unkraut, ich sammle Kompostmaterial! In den Gemüsebeeten wende ich die NoDig-Methode an und habe hier so gut wie kein Unkraut. In den anderen Gartenbereichen, Rasen haben wir überhaupt nicht, wird eben alles kompostiert. Im Winter wird der Kompost auf den Beeten verteilt. Was an Unkrautsamen überlebt hat, wird nach dem Keimen im Frühjahr einfach abgeharkt.
    Ach ja, gestern habe ich aus dem gejäteten Grün der wilden Möhre Pesto gemacht.

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  2. Rita Riehl

    Wenn du ein Unkraut zur Nahrungspflanze erklärst und daraus GIFTFREIEN Salat und Spinat-Ersatz oder Tee daraus zaubest, hat das Schreckgespenst seinen Schrecken verloren. Er enthält den höchsten Wert an Resveratrol, einem wichtigen ANTIOXIDANTIEN, was uns teuer als Nahrungsergänzung verkauft wird. In TRAUBENKERNE U ROTWEIN zu finden.Schützt vor Herz u Kreislauferkrankungen und hilft auch unser Immunsystem, gesund zu bleiben. [moderiert – bitte sachlich bleiben]
    Sucht mal unter heilkräuter. De und gebt den Namen der Pflanze ein.

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  3. Sascha G.

    Hallo,

    Ihre Empfehlungen kommen aus welchen Studien? Round Up sehe ich bei sachgerechter Anwendung als die Beste Lösung. Und als weitere Alternative Essigsäure zu empfehlen… hier sieht man das kein Sachverstand und Grundwissen vorhanden ist.

    Antworten
    • smarticular.net
      smarticular.net

      Hallo Sascha,
      brauchst du eine Studie um zu belegen, dass Hacken, (essbare) Bodendecker oder Gründüngung wirksame Maßnahmen gegen unerwünschte Beikräuter sind? Wir nicht :-)
      Im Gegenteil könntest du uns vielleicht erklären, worauf deine Annahme “Beste Lösung” fußt? Dass ein Totalherbizid, von dem nur ganz bestimmte gentechnisch veränderte Pflanzen verschont bleiben, von manchen als “beste Lösung” angesehen wird, halten wir allerdings für bedauerlich.
      Bei Interesse kann sich jede/r selbst ein Bild machen, zum Beispiel hier: https://www.bund.net/umweltgifte/pestizide/haus-und-kleingaerten/
      Liebe Grüße

  4. Unkraut wird man am besten los wenn man was anderes pflanzt. Am besten Gras das man kurz hält.

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    • Bezüglich Giersch und Quecke hilft leider auch kein Bodendecker, das Zeugs wächst da einfach drüber. Zwei aufeinander folgende Regenjahre haben unseren Garten in ein Wildkräuterparadies verwandelt. So viel Giersch wie wir haben, kann man gar nicht essen. Zumal mir das Zeugs leider auch nicht schmeckt. Wir haben ein Gierschbeet nun schon seit mehr als 2 Jahren mit einem Rest Teichfolie und diese wiederum mit Häckselgut abgedeckt.. Inzwischen wächst das Zeugs auf der Folie. Eigentlich müsste so nach und nach der gesamte Garten mit Folie zugedeckt werden, damit Platz ist für eine Neugestaltung. Eigentlich ein Wunder, dass wir Brennessel und Schachtelhalm nicht im Garten haben…, aber die sind bestimmt auch schon im Anmarsch. ;-)

      Vom Nachbarn kommt dann auch noch der japanische Riesenknöterich zu uns gewachsen. Angeblich auch essbar, keine Ahnung ob das stimmt. Das Zeugs ist jedenfalls so dermaßen wuchsstark, das kann man jede Woche wieder raus reißen. Furchtbar. Und überall haben sich inzwischen Brombeeren angesiedelt. Die scheinen wohl die Vögel zu verbreiten. Nur Beeren sind meistens nicht dran gewesen. Das Zeugs wächst inzwischen überall, schwupps ist schon wieder eine Pflanze da. Irgendwie kommen wir gar nicht mehr hinterher. :-(

  5. Vom Nachbarn wächst seit einigen Jahren der japanische Riesenknöterich rüber. Eigentlich ist der relativ leicht heraus zu reißen, allerdings bringt das nichts, weil die Pflanzen ja nur die Ausläufer einer großen, sehr tief unten im Boden verlaufenden Hauptwurzel sind. Die Stängel sind hohl und ich habe ehrlich gesagt überlegt, ob man da nicht doch mit Roundup beigehen könnte, indem man das Zeugs in den hohlen Stengel gießt. Ich weiß mir nämlich nicht mehr zu helfen, da ich dem Nachbarn einfach nicht klar machen kann, dass man diese Dinger ständig raus reißen muss um die Pflanze zu schwächen und sie somit zu vernichten. Er lässt sie einfach wachsen und reißt ab und zu mal ein paar davon heraus. :-(

    Wenn Jemand Erfahrungen mit dem Zeug hat, wäre ich für Hinweise dankbar.

    Antworten
  6. Iris Frisch

    Hallo ,
    mich würde interessieren ob man die Brenessel-jauche oder die Holzasche auch zum Vernichten von Rizomen des großen Knöterrichs verwenden kann.Würde nur sehr ungern zur Chemie greifen – leider istvein großer Teil meines Gartens davon betroffen

    Antworten
    • Hallo Iris Frisch,
      ob Brennnesseljauche oder Holzasche gegen den Knöterich helfen, kann ich dir leider nicht sagen. Ich habe jedoch gehört, dass wiederholtes Abschneiden über dem Boden oder Abflämmen die Pflanze absterben lässt.
      Liebe Grüße!

  7. Daniel Micklisch

    Es müssen ganze Bahnstrecken von kleinen Vereinen von Unkraut befreit werden, spätestens am Freitag 4-12km im konkreten Fall. Was tun?

    Antworten
  8. Mike Menzel
    • warum etwas vernichten, was gesünder und nahrhafter ist als hochgezüchtetes Gemüse??

    • Maximilian Knap

      Damit hast du natürlich absolut recht :-) Aus so manchem “Unkraut” lässt sich noch eine interessante und sehr gesunde Mahlzeit zaubern.

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