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Superfoods leicht selbst anbauen und ernten – so klappt es
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Viele Superfoods werden teuer als Kapseln oder Pulver verkauft. Wusstest du aber, dass einige von ihnen sogar auf der Fensterbank angebaut werden können?

Wie oft hört man den Spruch “Früher war alles besser”? Ich weiß nicht, ob diese Aussage stimmt, aber ich glaube schon, dass früher vieles einfacher war. Eine gesunde Lebensweise bedeutete einfach regelmäßige Bewegung, Freude am Leben und eine ausgeglichene Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse. Der Werbung zufolge benötigen wir heute aber auf jeden Fall wertvolle und auch teure Nahrungsergänzungsmittel für unser Wohlbefinden. Egal ob in Kapseln, als Pulver oder als getrocknete Früchte – ohne diese vitalstoffreichen Zusätze ist man nur halb so gesund und glücklich, wie man eigentlich sein könnte – sagt die Werbung.

Dabei werden viele dieser Superfoods von weither eingeflogen, in Monokulturen angebaut und unsere Nachfrage treibt die Preise vor Ort teilweise in astronomische Höhen. Dabei vergessen wir, dass es auch bei uns reichlich Pflanzen gibt, die eine hohe Nährstoffdichte aufweisen und ideale Alternativen zu exotischen Superfoods sind. Einige dieser regionalen Superfoods sind sogar kostenlos in der freien Natur zu finden.

Wenn du dennoch die Vorzüge von Goji, Ingwer & Co. nutzen möchtest, kannst du eine Menge Geld sparen, indem du sie einfach selbst anbaust!

1. Moringa

Der Moringa (Moringa oleifera), auch als Meerrettichbaum bekannt, kommt ursprünglich aus Indien und gilt als eine der nährstoffreichsten Pflanzen der Welt. Neben vielen Mineralien und Vitaminen enthält er außerdem das sogenannte Jungbrunnenhormon Zeatin. Erhältlich ist Moringa bei uns in Pulverform für 30-60 Euro je Kilogramm.

Natürlich kann man nicht erwarten, dass in unserem Klima acht Meter hohe Moringa-Bäume emporschießen. Wenn du aber ein sonniges Fensterbrett hast, dann ersetze doch deine Zimmerpflanzen mit Moringa-Bäumen und ernte hin und wieder in paar Blätter.

Moringa ist ein fantastisches Nahrungsmittel reich an vielen wichtigen Nährstoffen. Moringa-Bäumchen kannst du sogar daheim züchten!
von Dagur Brynjólfsson (CC-BY-SA-2.0)

Nimm dazu ein paar Samen und lass sie zwei Tage in einer Schale mit Wasser vorkeimen. Platziere sie dann in einen Topf mit nährstoffreicher Erde. Beachte, dass der Moringa es feucht mag, aber Staunässe überhaupt nicht verträgt.

Noch einfacher geht es mit einem Bio-zertifizierten Pflanzset, das sich auch wunderbar als Geschenk eignet:

2. Chia

Chia ist eine mexikanische Salbei-Art, eng verwandt mit dem Echten Salbei. Die Samen sind reich an Omega-3-Fettsäuren, Proteinen, Antioxidantien und Mineralstoffen und sollen sogar beim Abnehmen helfen.

Der kommerzielle Anbau beschränkt sich fast ausschließlich auf Lateinamerika und Australien. Aber auch in Mitteleuropa lässt sich die mexikanische Chia-Pflanze anbauen und ernten. Wichtig hierfür sind vor allem viel Sonne und wenig Frost. Du kannst sie im Freien, auf der Fensterbank oder in Töpfen auf Balkon und Terrasse heranziehen.

Am besten beginnst du mit ein paar Bio-Samen, die du in der Wohnung vorziehst (erhältlich im Reformhaus, Bio-Laden oder online). Auch wenn Anzuchttöpfe aus Torf sehr beliebt sind, empfiehlt sich die Nutzung dieser umweltfreundlicheren Alternativen.

Stecke die Körner einzeln und bedecke sie mit ein wenig Erde. Die Chia mag Feuchtigkeit, verträgt aber keine Staunässe. Wenn die Pflanzen drei bis fünf Zentimeter groß sind, kannst du sie ins Freie oder in einen Topf umsetzen, je sonniger ihr Standort ist, umso besser. Die Blüte beginnt im Spätsommer und im Herbst kannst du die Samen ernten. Der Anbau in Töpfen oder Kübeln ist empfehlenswert, weil du die Pflanzen so bei zu starker Abkühlung im Spätherbst nach drinnen holen kannst.

3. Goji

Die Goji-Beere ist wahrscheinlich das bekannteste der neuen Superfoods. Wusstest du aber, dass er auch bei uns wächst? Der Bocksdorn, auch Gemeiner Teufelszwirn genannt, ist häufig an Bahnböschungen und Seeufern zu finden. Er lässt sich aber auch im heimischen Garten pflanzen.

Eine Anleitung und Tipps zum Anbau deines eigenen Goji-Strauches findest du hier.

Die Goji-Beere aus dem ist nährstoffhaltig und wird als Superfood immer beliebert. Wusstest du, dass du sie auch lokal anpflanzen und ernten kannst?
von Sten Porse (GFDL, CC-BY-SA-3.0 oder CC BY-SA 2.5-2.0-1.0), via Wikimedia Commons

4. Ingwer, Kurkuma, Galgant

Die Ingwer-Knollen und ihre beiden Verwandten Kurkuma und Galgant (Thai Ingwer) sind schon lange für ihre besonderen Inhaltsstoffe und Heilkräfte bekannt. Schon Hildegard von Bingen wusste den Ingwer als Heilmittel für zahlreiche Krankheiten zu schätzen, warnte aber auch vor möglichen negativen Einflüssen auf gesunde Menschen.

Heute ist der Ingwer besonders als Mittel gegen Erkältungen beliebt und gehört für viele Menschen auf die wöchentliche Einkaufsliste.

Statt ihn zu kaufen, kannst du den Ingwer und seine Verwandten auch auf der Fensterbank züchten.

Ingwer ist gesund und vielfältig einsetzbar. Statt aber immer wieder neue Knollen teuer zu kaufen, kannst du sie auch leicht selber anbauen und versorgen.
von Maja Dumat (CC-BY-2.0)

5. Maca

Auch die peruanische Maca zählt zu den Superfoods. Sie wird wegen ihrem positiven Einfluss auf das Liebesleben besonders geschätzt. Sie ist ein natürliches Aphrodisiakum und soll auch die Wirkung von Libido-steigernden Medikamenten verbessern.

Zum Anbau im eigenen Garten werden die Samen im März oder April ähnlich wie Radieschen in Reihen ausgesät. Die Wurzeln benötigen zum Gedeihen ausreichend Freiraum, deshalb sollte der Abstand ungefähr 20-25 Zentimetern betragen. Sie bevorzugen einen sonnigen Platz ohne besondere Ansprüche an die Bodenqualität. Natürlich danken sie dir aber auch etwas natürlichen Dünger oder Humus aus der Wurmbox.

6. Sprossen

Viele Samen setzen ihre besonderen Inhaltsstoffe erst während der Keimung und der Ausbildung von Sprossen frei. Während des Aufkeimens werden zahlreiche komplexere Nährstoffe und Enzyme gebildet, die den Keimling noch viel wertvoller machen als die bloßen Samen.

So kannst du aus gewöhnlich anmutenden Körnern wie Dinkel, Roggen oder Sonnenblumen-Samen auf einfache Weise leckere und supergesunde Nahrungsmittel züchten. Nutze sie für grüne Smoothies, Suppen, frische Salate oder einfach als Snack für zwischendurch.

Alles, was du zum Ziehen von Sprossen und Keimlingen wissen musst, erfährst du hier.

7. Kräuter auf der Fensterbank

Neben den Superfoods mit exotischen Namen sollten wir aber jene Pflanzen nicht vergessen, die unsere heimische Küche schon seit hunderten von Jahren bereichern und uns mit wichtigen Nährstoffen versorgen. Denn wer sich mit Kräutern wie Petersilie, Basilikum und Rosmarin etwas näher beschäftigt, merkt schnell, wie viel Kraft eigentlich in ihnen steckt. Diese Kräuter und noch viele mehr lassen sich sehr einfach auf der Fensterbank ziehen.

Hast du schon einmal versucht, eines dieser so genannten Superfoods selbst anzubauen? Oder hast du noch andere Tipps und Ergänzungen? Dann hinterelasse uns einen Kommentar!

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