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7 Superfoods, die dich keinen Cent kosten
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Besonders vitalstoffreiche Lebensmittel, die dir Kraft geben und aphrodisierend wirken müssen kein Vermögen kosten. Diese Superfoods sind sogar kostenlos!

Seit ein paar Jahren ist das Modewort Superfoods in aller Munde. Der Begriff ist nur sehr grob umrissen, aber im Prinzip gilt fast alles als Superfood, was einen besonders hohen Gehalt an Vitaminen, Mineralien oder speziellen sekundären Pflanzenstoffen besitzt. Dazu kommen aphrodisierende Eigenschaften, Steigerung der Leistungsfähigkeit und sogar Glücksgefühle.

All diese Eigenschaften haben natürlich ihren Preis und so kann man exotische Superfoods wie Goji-Beeren, Maca und Matcha für 150 Euro pro Kilo oder mehr erhalten. Dabei wird oft übersehen, dass es auch in unseren Breiten viele regionale Alternativen zu den typischen Superfoods gibt. Einige dieser Alternativen sind sogar völlig kostenlos in der freien Natur zu finden. Auf zum Ernten!

Superfoods aus der Natur

Die besten regionalen Superfoods sind kostenlos zu finden, sie liegen fast wortwörtlich auf der Straße oder besser gesagt, wachsen direkt am Waldweg. Sie kosten dich keinen Cent, sondern nur etwas Achtsamkeit, Wissen, Geduld und Bewegung an der frischen Luft, welche für sich genommen schon fast genauso gut für die Gesundheit ist wie jedes Superfood.

Alle pflanzlichen Produkte, die du im Supermarkt findest, stammen ursprünglich von Wildpflanzen ab. Oft wurden sie aber auf Aussehen, Geschmack und Ertrag hin gezüchtet. Dabei blieben viele Nährstoffe auf der Strecke und so kommt es, dass Wildgemüse heutzutage viel nährstoffreicher ist als Kulturgemüse und Obst aus hochgezüchteten Monokulturen. Nachfolgend findest du eine kleine Auswahl der wilden und völlig kostenlosen Schätze, die es wirklich in sich haben!

1. Brennnessel

An allererster Stelle steht bei uns die Brennnessel. Sie wächst schnell und ist in fast allen Gärten, Parks und in der freien Natur zu finden. Auch wenn ihre Brennhaare uns Respekt einflößen, bilden Blätter und Samen der Brennnessel einen der besten Schätze, den die Natur für uns bereithält. Sie ist reich an Kalzium, Kalium, Phosphor und Magnesium, liefert dreimal so viel Vitamin C wie Grünkohl und Rosenkohl und mehr Vitamin A als Spinat.

Dazu kommt, dass die Brennnessel eine der besten grünen Eiweißquellen überhaupt darstellt. Die gesamte Pflanze und insbesondere ihre Samen enthalten so viele wertvolle Aminosäuren, dass es sich lohnt, aus ihnen ein natürliches Proteinpulver herzustellen.

Auch für die Liebe können Brennnesselsamen hilfreich sein, denn sie sind ein exzellentes natürliches Aphrodisiakum.

Klar, Brennnesseln kennt jeder. Aber wusstest du, dass du sie als Proteinlieferanten in deinen Speiseplan integrieren kannst? Erfahre hier mehr darüber!

2. Weißer Gänsefuß

Der Gänsefuß wird bei uns meist nur als Unkraut verflucht. In China und Indien wird er jedoch hoch geschätzt und sogar angebaut.

Gänsefuß ist eine der vitalstoffreichsten Wildpflanzen in Mitteleuropa. Er besticht besonders durch seinen hohen Gehalt an Kalium, Magnesium, Vitamin C und Eiweiß. Du kannst die jungen Blätter wie Spinat zubereiten und die Knospen zu Salaten geben. Beachte aber, dass der Gänsefuß auch Oxalsäure und Saponine enthält und deshalb nicht mehr als 400 g gekochte Gänsefußblätter täglich verzehrt werden sollten.

3. Löwenzahn

Der Löwenzahn ist ebenso häufig anzutreffen und von Liebhabern des englischen Rasens verflucht. Im Vergleich mit anderen Wildpflanzen enthält er nur durchschnittliche Mengen an Mineralstoffen, Vitaminen und Eiweißen. Dennoch sind seine Werte dafür immer noch viel höher als bei den meisten kultivierten Salaten und Gemüsesorten.

Was den Löwenzahn so besonders macht, ist seine positive Wirkung auf unsere Verdauung und als Muntermacher.

Aus den Löwenzahnblüten lässt sich ein köstlicher Sirup herstellen und seine Wurzeln kannst du sogar als Kaffee-Ersatz nutzen!

Kaffee kommt meist von weit her und verbraucht riesige Mengen an Wasser. Wusstest du, dass du auch Kaffee aus Pflanzen vor deiner Haustür brühen kannst?

4. Hagebutte

In den Top 5 der Vitamin-C-reichsten Früchte der Welt sind gleich zwei bei uns heimische Wildfrüchte aufgeführt. Die erste ist die Hagebutte, welche bis zu 1250 mg Vitamin C je 100 g Früchte enthält. Das ist weit mehr als bei allen Zitrusfrüchten!

Sie wirkt besonders gesundheitsfördernd auf unsere Verdauungsorgane, muntert auf und kann uns Energie in der kalten Jahreszeit geben.

Ein besonders gesunder Aufguss für Nieren und Blase ist der Kernlestee, welchen du aus Hagebuttenkernen herstellen kannst.

Die Hagebutte ist gesund und kostenlos! Finde heraus, wie die Hagebutte deinem Körper helfen kann und wie du sie am besten zubereitest!
von Claus Rebler (CC-BY-SA-2.0)

5. Sanddorn

Neben den Hagebutten haben auch Sanddornbeeren einen besonders hohen Gehalt an Vitamin C, er beträgt bis zu 450 mg je 100 g frische Beeren. Sanddorn ist nicht ganz so häufig anzutreffen wie die Hagebutte, aber vielleicht findest du auf dieser Karte ein paar Sträucher in deiner Nähe zum Sammeln.

Mehr Informationen zu den Inhaltsstoffen, Rezeptideen und einen genialen Erntetrick für den Sanddorn findest du in diesem Beitrag.

Sanddornbeeren sind vitaminreich und gesund. Wo und wie du sie am besten erntest und einige leckere Rezepte für Saft, Marmelade und mehr findest du hier.

6. Heidelbeeren

Die Heidelbeere oder auch Blaubeere ist eines der am höchsten geschätzten Superfoods. Sie gilt als hervorragender Vitalstofflieferant, wirkt entzündungshemmend und positiv auf die Verdauung. Ihre vielen Antioxidantien machen sie zu einem Anti-Aging-Mittel und können bei der Krebsvorsorge helfen.

Besonders geschätzt wird der hohe Anteil an Anthocyanen, einer Gruppe von sekundären Pflanzenstoffen. Sie besitzen eine sehr hohe antioxidative Wirkung und können somit unsere Zellen vor Schäden durch freie Radikale schützen. Diese Wirkstoffe sind auch für die dunkle Farbe der Heidelbeeren verantwortlich und kommen in großen Mengen auch in anderen blau, violett oder rot gefärbten Beeren vor. Besonders Holunder und schwarze Johannisbeeren sind unter den heimischen Sorten zu nennen.

Im Juli und August kannst du wilde Heidelbeeren in vielen Laub- und Nadelwäldern finden. Da die meisten Heidelbeeren sehr flach wachsen, liest man vermehrt Warnungen bezüglich des Fuchsbandwurms. Wenn du kein Risiko eingehen möchtest, kannst du die Früchte vor dem Verzehr kochen. Dabei gehen allerdings auch viele der Vitamine verloren.

7. Lindenblüten

Die Lindenblüte solltest du auf keinen Fall verpassen, denn die vielen kleinen Blüten sind ein wahrer Segen für die Gesundheit. Anstatt Lindenblüten teuer im Reformhaus zu kaufen, sammeln wir jedes Jahr mehrere Körbchen und trocknen sie für den Winter.

In den Blüten enthaltene Vitalstoffe stärken die Immunabwehr, wirken schmerzlindernd bei Rheuma, Migräne, Magen- und Unterleibsschmerzen, sind beruhigend und schlaffördernd und helfen bei Verdauung und Ausleitung von Giftstoffen.

Die Natur ist voll mit Superfoods

Wenn du mehr über die Verwendung von Wildpflanzen erfahren möchtest, empfehlen wir die Teilnahme an einer Wildkräuterwanderung oder den Besuch von spezialisierten Wild- und Heilpflanzenseiten.

Neben den vielen wertvollen Schätzen unserer heimischen Flora kannst du auch einige der exotischen Superfoods leicht selbst anbauen und vermehren.

Was sind deine Erfahrungen mit Superfoods aus der freien Natur? Hast du noch andere Beispiele oder Tipps für ihre Verwendung?

Unsere liebsten Wildpflanzen, Rezepte und Tipps findest du auch in unserem Buch:

Geh raus! Deine Stadt ist essbar - 36 gesunde Pflanzen vor deiner Haustür und über 100 Rezepte, die Geld sparen und glücklich machen - ISBN 978-3-946658-06-1
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