Schmackhaftes aus Feld und Flur: Wildkräuter im Juni

Im Juni können zahlreiche heimische Heil- und Wildkräuter sowie einige Wildobstsorten gesammelt, vielseitig verwendet und haltbar gemacht werden.

Im Juni haben zahlreiche Heil- und Wildkräuter sowie einige Wildobstsorten Saison. Der perfekte Zeitpunkt, um bei einer Wildkräuterwanderung kostenlos vitalstoffreiche Küchenzutaten aus der Natur zu sammeln und sich einen Vorrat für den Winter zuzulegen.

Hier findest du den kompletten Wildpflanzen-Erntekalender für das ganze Jahr.

Die wichtigsten Tipps für die Wildkräutersammlung

Bevor du mit dem Sammeln beginnst, ist es sinnvoll, sich mit ein paar Grundregeln vertraut zu machen. In einem eigenen Beitrag findest du Informationen zum Thema Verwechslungsgefahr mit Giftplanzen und andere Risiken wie den Fuchsbandwurm.

Kurz zusammengefasst empfiehlt es sich, Folgendes zu beachten:

  • Ernte maximal ein Drittel der Pflanzen an einem Ort.
  • Ernte nur die Kräuter, die du kennst.
  • Zum sicheren Erkennen der Kräuter hilft eine Kräuterwanderung.
  • Bei einigen Vorkenntnissen mit Wildkräutern hilft auch ein gutes Kräuterbuch.

Empfehlenswerte Bücher sind zum Beispiel diese:

Bitte beachte, dass die regionalen Umweltbedingungen sehr verschieden sein können. Wie weit bestimmte Pflanzen im Wachstum sind, kann daher von den hier beschriebenen Zeiträumen abweichen.

Im Juni gibt die Natur besonders großzügig, so dass es sich lohnt, einige Wildkräuter zu konservieren, um sie das ganze Jahr über verwenden zu können.

Wildkräuter im Juni – auf den letzten Drücker

Folgende Pflanzen/Pflanzenteile sind nur noch bis Anfang Juni zu ernten:

Blattspitzen der Brennnesseln, die noch keine Samen gebildet haben, sammeln und trocknen, als Wintervorrat für grüne Smoothies und Tee.

Lindenblüten sammeln und trocknen oder frisch verwenden für Tee. Lindenblüten werden in der Medizin zur Behandlung bei Atemwegserkrankungen eingesetzt. Auch wirken die Blüten schlaffördernd und schweißtreibend, hierzu werden Lindenblüten auch gern als Badezusatz verwendet.

Feine Löwenzahnblätter für Salat oder andere Speisen. Auch zum Sammeln und Trocknen als Wintervorrat für Smoothies. Vielleicht findest du auch noch ein paar Blüten für Löwenzahnsirup.

Die Samen vom Bärlauch sammeln, bevor er sich bis zum nächsten Jahr zurückzieht. Die Samen werden frisch oder getrocknet als pfefferartiges Gewürz verwendet. Getrocknet kannst du sie auch vermahlen wie Pfeffer.

Im Juni können zahlreiche heimische Heil- und Wildkräuter sowie einige Wildobstsorten gesammelt, vielseitig verwendet und haltbar gemacht werden. Die jungen Ahornblätter werden immer kräftiger und deshalb auch schon bitterer. Wenn du aber noch zarte, hellgrüne Blätter findest, bereite dir einen leckeren Salat mit den jungen Blättern des Spitzahorns damit zu.

Tipp: Es gibt noch viele weitere Rezepte mit den Früchten des Ahorns.

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Diese Wildpflanzen haben im Juni Hochsaison

Diese Kräuter/ Pflanzenteile haben gerade Hochsaison:

Die Gänseblümchenblüten können noch den ganzen Juni über gesammelt und zum Beispiel für Tee getrocknet oder auf andere Weise vielseitig verwendet werden.

Das Labkraut fängt jetzt an zu blühen. Die Blüten und oberen Triebspitzen mit den zarten Blättern eignen sich gut als milde Salatgrundlage oder auch als Sammelgut zum Trocknen, oder frisch für Smoothies.

Der Waldmeister ist je nach Region zwischen April und Juni reif zum Ernten. Er ist jedoch nicht nur für Brause und Maibowle nützlich, sondern kann als heilsamer Tee, im Aromakissen und noch vielen anderen Anwendungsmöglichkeiten eingesetzt werden.

Von der milden Vogelmiere wird das gesamte Kraut geerntet und für Salate und Smoothies, Kräuterquark oder als spinatähnliches Gemüse verwendet.

Im Juni können zahlreiche heimische Heil- und Wildkräuter sowie einige Wildobstsorten gesammelt, vielseitig verwendet und haltbar gemacht werden.

Die Blätter des Spitzwegerich werden für Tee gesammelt. Spitzwegerich ist ein altes Heilkraut und wird gegen vielfältige Leiden als Tee getrunken. Die Blüten des Spitzwegerich können pur geknabbert werden und eignen sich auch als Salatzutat.

Die noch weichen Brennnesselsamen sind zusammen mit den oberen Blättern eine vitalstoffreiche Zutat für grüne Smoothies und lassen sich auch gut für den Winter aufbewahren. 

Der Giersch hat begonnen zu blühen. Seine Blüten eignen sich roh als essbare Dekoration oder auch als aromatische Zutat für Suppen und Eintöpfe. Junge Blätter finden in Suppen, im Salat oder als Spinatersatz Verwendung. Wenn du den Giersch jetzt mit einer Sense abmähst, wächst bald reichlich junges Grün zum Ernten nach, das du in vielfältigen Rezepten mit Giersch verarbeiten kannst. 

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Häufig strahlen einem jetzt die weißen Holunderblüten an den Wegrändern entgegen. Sie ergeben einen wunderbaren Tee, auch zum Trocknen für den Winter. Außerdem sind die Holunderblüten eine aromatische Zutat für Gelee und Limonade.

Der Dost oder auch wilde Majoran hat jetzt üppiges Grün, welches gerne als Gewürz geerntet wird. Der Dost ist eindeutig am Majoranduft und Geschmack zu erkennen. Als Gewürz ist der Dost auch wie Majoran zu verwenden. Er schmeckt sehr lecker frisch über Flammkuchen, Pizza, Nudeln & Co.

Im Juni kannst du auch diese Kräuter weiterhin ernten:

Außerdem folgende Kräuter und Wildpflanzen:

Im Juni können zahlreiche heimische Heil- und Wildkräuter sowie einige Wildobstsorten gesammelt, vielseitig verwendet und haltbar gemacht werden.

Folgende immergrüne Kräuter stehen jetzt im Frühjahr besonders frisch zur Verfügung:

Heimisches Wildobst im Juni ernten

Auch erstes Obst kannst du schon ernten, Walderdbeeren gibt es jetzt reichlich. Du findest sie vor allem an Waldrändern, aber auch zwischen Steinen oder unter Obstbäumen. Mit etwas Glück entdeckst du auch einen Klarapfelbaum mit reifen Früchten. Die hellgrünen bis gelblichen Klaräpfel sind die ersten heimischen Äpfel, sie sind sehr schmackhaft und eignen sich neben dem Rohverzehr auch für Apfelkompott oder zum Trocken.

Obstbäume zum freien Ernten finden sich häufig auf Gemeindeflächen. Auf Mundraub.org kannst du nach Bäumen in deiner Umgebung suchen, die zur Ernte freigegeben sind.

Unsere liebsten Wildpflanzen, Rezepte und Tipps findest du in unserem Buch:

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Du siehst, im Juni gibt es viele Wildkräuter zu ernten. Welche Kräuter verwendest du noch, haben wir eins vergessen? Hast du noch andere Rezeptideen? Teile deine Erfahrungen den anderen Lesern über die Kommentare mit.

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Die Natur beschenkt uns mit den vielfältigsten Bäumen, Sträuchern und Kräutern. Wir müssen nur wissen wo und wann wir die gesunden Pflanzen ernten können.

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6 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Arina Re

    Hallo. Habe reichlich Löwenzahn im Garten. Jedoch schmecken die Blätter, auch die jungen sehr sehr bitter.

    Ist dies normal oder gibt es verschiedene Sorten davon?

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Hallo Arina, im Gegensatz zu verwässertem Kulturgemüse sind Wildkräuter in der Regel viel reicher an Nähr- und Geschmacksstoffen. Deshalb haben sie fast immer einen sehr intensiven Geschmack und sollten entsprechend zurückhaltend eingesetzt werden :-) Wenn sie trotzdem auch nach mehrmaligem Probieren zu bitter sind, dann ist Löwenzahn für dich vielleicht einfach das falsche Kraut. Wenn sich der Mund zusammen zieht, ist das ein Signal vom Körper – hier ist etwas zu viel ;-)

    • Cl Lu

      Generell soll man nur die ganz frischen Blätter ernten. Das ist im Frühjahr leichter. Meines Wissens nach gibt es 2 Sorten: Den früh blühenden Löwenzahn und den der im Herbst blüht. Der Herbst-Löwenzahn hat weniger Blatt dafür aber sehr viel mehr ausgeprägte Zacken. Inwieweit das geschmacklich einen Unterschied macht, habe ich noch nicht getestet.

    • Astrid

      Der Löwenzahn als kluges Wildkraut, bildet seine grünen Blätter so, wie er es braucht, steht er an einem sehr sonnigen Platz, sind die Blätter gezackter, also kleinflächiger als an einem Schattenplatz oder generell im Herbst, wo er mehr Blattfläche ausarbeitet weil weniger Licht vorhanden ist!
      Ich nehme auch nur die kleinen und mittleren Blätter, mische sie z.B. in einen Kartoffelsalat (köstlich!). Es ist auch toll, hier bitter und süß zu mischen, z.B. Löwenzahn mit einer Salatsauce aus gemixter Banane mit etwas Mandelmus, gemischt mit anderen Salaten, z.B. aus der Asia-Ecke, bißchen scharf oder Chinakohl, schön fruchtig-saftig.

  2. Verena

    Vielen, vielen Dank für diesen tollen Artikel! Leider verliert man ja vor lauter Kräutern oft den Überblick, was jetzt gerade aktuell ist. :)
    Folgen noch mehr solcher Artikel auf die Monate bezogen? Ich würde mich sehr darüber freuen! :)

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Hallo Verena, danke für die tolle Rückmeldung :-) Der Juni war unser Auftakt, und im Juli darfst du dich auf die nächste Runde freuen!

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