9 natürliche Mittel gegen fettige Haare

Was tun gegen schnell fettendes Haar? Mit diesen Tipps und Hausmitteln bekommst du das Problem sanft und nachhaltig in den Griff - ohne Spezialprodukte und fragwürdige Inhaltsstoffe.

Kosmetikprodukte versprechen für jedes Haut- und Haarproblem eine unkomplizierte Lösung. Wer unter schnell nachfettendem Haar leidet, versucht das Problem meist mit speziellen Shampoos in den Griff zu bekommen. Dabei sind nicht selten industrielle Haarpflegeprodukte die Ursache dafür, dass unsere Haare mit der Zeit immer pflegebedürftiger werden und schon nach kurzer Zeit wieder trocken, strohig oder eben fettig aussehen.

In diesem Beitrag erfährst du, wie du den Teufelskreis durchbrichst und fettige Haare mit einfachen Tricks und natürlichen Mitteln nachhaltig pflegen kannst.

Ursachen für fettiges Haar

Übermäßig fettiges Haar hat verschiedene Ursachen, wie zum Beispiel:

  • Wärme und Hitze
  • lang andauernder Stress (Adrenalin)
  • Hormonwechsel während Pubertät oder Schwangerschaft
  • starke Durchblutung der Kopfhaut
  • Morbus Parkinson, gelegentlich auch Psoriasis
  • chemische Mittel mit beschwerenden Zusätzen
  • verlängerte Abstände zwischen den Haarwäschen
  • Umstellung auf natürliche Haarshampoos

Der Griff zu starken, chemischen, tensidhaltigen Shampoos und ein häufiges Haarewaschen sind nur zu verständlich, denn sie erfüllen kurzfristig den Wunsch nach einer zuverlässigen Fettentfernung. Allerdings kehrt sich ihre Wirkung schnell ins Gegenteil, denn die Reinigungsprodukte enthalten austrocknende Substanzen und anstatt zu pflegen, werden die Haare mit billigem Ersatz wie Silikon, Polyquaternium oder anderen Stoffen der „Quat“-Gruppe umhüllt. Durch die tatsächlich entstehende Trockenheit werden die Talgdrüsen erneut angeregt, Nachschub an Fett zu produzieren. Desweiteren beschwert die künstliche Schutzschicht feine Haare und lässt sie schneller ölig wirken. Schließlich kommt man um die tägliche Haarwäsche kaum noch herum.

Der nicht endende Kreislauf mit täglich fettigem Haar muss nicht sein, denn du kannst einiges tun, um diesem Prozess ein Ende zu setzen oder ihn zumindest zu reduzieren.

Was tun gegen schnell fettendes Haar? Mit diesen Tipps und Hausmitteln bekommst du das Problem sanft und nachhaltig in den Griff - ohne Spezialprodukte und fragwürdige Inhaltsstoffe.

Tipps und Hausmittel gegen fettiges Haar

So vielfältig die Ursachen für fettige Haare sind, so zahlreich sind auch die Möglichkeiten, das Problem dauerhaft in den Griff zu bekommen. Denn nicht nur die äußerliche Haarpflege, auch die Ernährung und die Lebensumstände wirken sich auf unser Haar und unsere Kopfhaut aus.

1. Mildes Haarshampoo

Mit sanften, natürlichen Shampoos milderst du die Ursache der durch synthetische Haarpflegeprodukte verursachten Trockenheit. Produkte, die beispielsweise folgende starke, anionische Tenside enthalten, sollten vermieden werden: Sodiumlaurylsulfate (SLS), Sodium Laureth Sulfate (SLeS), Ammoniumlaurylsulfat (ALS), Sodiumcocosulfat, oder Kombinationen davon mit „eth“ wie z.B. Natriumlaurethsulfat.

Tipp: In einem eigenen Beitrag haben wir weitere fragwürdige Inhaltsstoffe in Kosmetik gesammelt.

Was tun gegen schnell fettendes Haar? Mit diesen Tipps und Hausmitteln bekommst du das Problem sanft und nachhaltig in den Griff - ohne Spezialprodukte und fragwürdige Inhaltsstoffe.

Als Alternative bieten sich Mittel an, die über keine dieser Inhaltsstoffe verfügen. Gut eignen sich natürliche Haarseifen, selbst gemachtes Roggenmehl-Shampoo oder ein DIY-Honigshampoo. Ebenso möglich sind shampoofreie Reinigungsmethoden, die ausschließlich mit Wasser oder nur durch Kämmen reinigen und die Kopfhaut und Talgproduktion ihrer natürlich selbstregulierenden, pflegenden Funktion überlassen.

2. Regelmäßige Waschintervalle

Eine wichtige Maßnahme für weniger fettiges Haar ist die Einhaltung regelmäßiger und milder Haarwäschen. Zu Beginn der Shampoo-Umstellung werden die Talgdrüsen im gewohnten Rhythmus Fett produzieren, denn sie brauchen eine Weile, um sich auf die neue Reinigungsroutine einzustellen. Der gut gemeinte Ratschlag, die Waschabstände sofort um mehrere Tage zu verlängern, bringt die ohnehin schon träge anlaufende Feinabstimmung mit dem neuen Reinigungsmittel weiter durcheinander. Denn schon unter normalen, eingespielten Bedingungen bedeutet ein Tag ohne Wäsche mehr Talg auf den Haaren. Deshalb empfiehlt es sich, zu Beginn der Umstellung die gewohnten Waschintervalle beizubehalten.

Tipp: In der Pubertät oder Schwangerschaft wirken regelmäßige, sanfte Wäschen ebenfalls fettmindernd. Auch einfache, selbstgemachte Trockenshampoos können dazu genutzt werden.

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Nach einer geglückten Shampoo-Umstellung kann eine langsame Verlängerung der Waschabstände zur Fettreduzierung führen. Mehrere Tage in einem Anlauf sind auch hier nur bedingt empfehlenswert.

3. Trockene Kopfhaut und trockene Haarspitzen vermeiden

Um die Talgdrüsen nicht immer wieder einem neuen Veränderungs- und Anpassungsstress auszuliefern, empfiehlt es sich folgende ungünstige Konstellationen zu vermeiden:

  • trockene Luft in beheizten Räumen
  • Rückstände von Meersalz nach dem Baden im Meer
  • Spülungen mit Kamille oder Gerbsäure wie zum Beispiel schwarzer Tee ()
  • Kuren mit Zitronensaft, Meersalz oder Kokosöl
  • austrocknende, natürliche Shampoos wie zum Beispiel Natron-Shampoo

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Über eine feuchtigkeitsspendende und damit fettreduzierende Haarkur freut sich nicht nur die Kopfhaut, sondern auch die Haarspitzen. Dafür kannst du die folgenden Zutaten vermischen und nach 30 Minuten mit einem milden Shampoo auswaschen:

  • 2 TL Aloe-vera-Gel
  • 2 TL hochwertiges Olivenöl, Sonnenblumenöl oder Distelöl
  • 1 TL Honig
  • 30 ml warmes Wasser

In einem eigenen Beitrag haben wir weitere Rezepte für Haarkuren aus natürlichen Zutaten gesammelt.

4. Saure Rinsen

Bei Verwendung von basischen Reinigungsmitteln (zum Beispiel Haarseife oder Natron-Shampoo) sind zur Neutralisierung saure Rinsen notwendig. Auch machen säurehaltige Spülungen bei kalkhaltigem Wasser Sinn. Doch leider führen einige saure Rinsen als Leave-in-Spülung oder auch die Wahl der Essigsorte (zum Beispiel Apfelessig) bei manchen Menschen zu erhöhter Talgproduktion beziehungsweise zu einem wachsartigen Gefühl. Um diese erneute Einfettung zu verhindern, kann das sofortige Ausspülen oder auch ein Wechsel zu einer höheren Dosierung oder einer stärkeren Essigsorte wie beispielsweise Himbeeressig oder Weinessig hilfreich sein.

Was tun gegen schnell fettendes Haar? Mit diesen Tipps und Hausmitteln bekommst du das Problem sanft und nachhaltig in den Griff - ohne Spezialprodukte und fragwürdige Inhaltsstoffe.

5. Keine Massage der Kopfhaut

Ausgiebiges Kämmen sowie Massagen der Kopfhaut, die beim Auftragen des Reinigungsmittels oder dem Trocknen mit Handtüchern üblich sind, wirken durchblutungsfördernd und damit leider auch stimulierend auf die Talgdrüsen. Stattdessen solltest du die nassen Haare besser ausdrücken und mit einem Handtuch abtupfen oder auf einen groben Kamm zurückgreifen, um das erneute Einfetten zu verlangsamen.

6. Hitze vermeiden

Alle Maßnahmen, die die Kopfhaut auf lange Zeit erwärmen oder einen schnellen Temperaturausgleich behindern, kurbeln die Talgproduktion an. Positiv wirken sich dagegen folgende Maßnahmen aus:

  • Körperliche Belastungen reduzieren, die Schwitzen am Kopf begünstigen
  • Luftige Kopfbedeckungen wie zum Beispiel ein feines Tuch oder ein luftiger Strohhut anstatt Kappen, Hüte und Mützen
  • Lockere, offen getragene Haare anstatt feste oder hochgesteckte Frisuren
  • Haare lauwarm, anstatt heiß oder warm waschen
  • Heiße Stylingmethoden vermeiden, sowie heißes und langes Föhnen
  • Haare bevorzugt an der Luft trocknen

Kannst du auf das gemäßigte Föhnen nicht verzichten, beginne mit den Haarspitzen und arbeite dich langsam zum Haaransatz vor.

7. Ungünstige Nahrungsmittel vermeiden

Auch die Nahrung wirkt sich auf den Zustand der Haare aus. Als talgankurbelnd gelten süße Nahrungsmittel und süße Getränke, dagegen haben eine basische Ernährung sowie ausreichend Flüssigkeit einen positiven Einfluss auf fettendes Haar.

Mit einer überwiegend basischen Ernährung lässt sich vielen Krankheiten entgegenwirken. Dank dieser Lebensmittel lässt sich besonders leicht in den Alltag integrieren.

8. Reduzierung von Stresssituationen (Adrenalin und Kortison)

Vermehrte Talgausscheidungen werden auch durch langandauernde Stresssituationen sowie durch kortisonhaltige Medikamente begünstigt. Entstressende Veränderungen oder auch Einschränkungen der Kortinsongaben können einen positiven Einfluss haben.

Tipp: Kleine alltäglichen Maßnahmen gegen Stress können viel bewirken – zum Beispiel ein paar einfache entspannende Yogaübungen oder die Anschaffung von Zimmerpflanzen, die wohltuend und ausgleichend wirken.

9. Entfettende Reinigungsmittel und Pflege

Wer dauerhaft unter fettigem Haar und Kopfhaut leidet (Seborrhö), dem kann ein DIY-Shampoo mit Heilerde beziehungsweise Lavaerde Linderung verschaffen. Auch milde Shampoos mit folgenden Zusätzen sind hilfreich:

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Sie alle fördern eine Reduzierung der Fettbildung. Du kannst sie entweder als ätherisches Öl oder als Pflanzenauszug hinzugeben. Manchmal reichen auch einfach nur Spülungen mit diesen Pflanzenauszügen.

Es gibt viele Möglichkeiten, um fettiges Haar zu verhindern oder zu reduzieren. Die richtige Herangehensweise für deinen individuellen Schopf zu finden, fällt dir jetzt hoffentlich ein bisschen leichter.

Welche Tipps gegen fettige Haare haben dir geholfen? Wir freuen wir uns auf deinen Erfahrungsbericht!

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  1. Anke Daehmlow

    Hallo! Vielen Dank für eure tollen Tipps, ich habe schon einiges genutzt (Roggenmehlhaarwäsche, Deo, Spülireiniger, Trockenshampoo,…). Mit der Roggenmehlhaarwäsche bin ich sehr zufrieden, habe aber noch eine Frage. Meine Haare sind deutlich voller, fühlen sich gesund an und glänzen. Sie hängen sich nicht 30 Minuten nach der Wäsche aus, so dass ich endlich kein Haarspray mehr brauche. Allerdings sind meine Haare am zweiten Tag fettig wie immer, egal ob ich Vollkornmehl oder 1150 benutze und ob ich Zitronensaft reinmixe oder nicht. Ohne Maisstärketrockenshampoo geht es nicht. :( Ich hatte gehofft, dies würde sich nach einer Übergangszeit geben, aber nach sechs Monaten ist es unverändert. Habt ihr einen Tipp für mich? Doch lieber täglich waschen? Ein Öl reinmengen. Ich möchte auf jeden Fall bei der Roggenmehlhaarwäsche bleiben, weil allein die Fülle es wert ist. :) Liebe Grüße Anke

    Antworten
  2. ich verstehe den Artikel nicht ganz: oben steht etwas davon, dass man Kamille und schwarzen Tee meiden soll und weiter unten steht, dass genau diese Produkte förderlich sind… was denn nun? In einem anderen Artikel hieß es, natron-entwöhnung sei geeignet auch für fettige Haare, hier steht das Gegenteil drin… ich kann nicht ganz folgen… ich finde das interessant weil ich genau das Problem habe und jetzt bin ich verwirrt…

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Hallo Mary, Kamille und Schwarztee werden in zwei unterschiedlichen Konstellationen genannt, das ist vielleicht etwas missverständlich. Da sie beide entfettend wirken, sollte man sie bei Neigung zu trockener Kopfhaut und trockenen Spitzen (3.) besser vermeiden. Wenn man jedoch zu sehr fettigem Haar neigt (ohne das Problem der Trockenheit), dann sind diese entfettenden Mittel genau richtig (9.).

      Das Gleiche gilt für Natron – grundsätzlich zur Entwöhnung geeignet, bei Neigung zu trockenen Haaren und trockener Kopfhaut sollte man es jedoch mit Vorsicht genießen. Liebe Grüße!

    • Tja , und was mache ich dann bei schnell fettendem Ansatz und trockenen Spitzen?

    • Hallo Kira, auch wenn deine Frage nun schon etwas älter ist, vielleicht schaust du trotzdem nochmal vorbei. Mir hat dabei zum Beispiel das Verdünnen von Shampoo geholfen (ein Teil Shampoo, neun Teile Wasser). Da dringen die Tenside besser bis zur Kopfhaut vor. Oft werden die Haare intensiv gewaschen und die Kopfhaut wird ausgespart und kann gar nicht richtig sauber werden, das Fett verteilt sich schnell wieder in den Haaransatz. Dann hat mir auch das Bürsten der Kopfhaut mit einer Wildschweinborstenbürste sehr geholfen. Da wird das Fett vom Haaransatz über die Haarlängen verteilt. Sicher, am Anfang fettet die Kopfhaut noch mehr, das pendelt sich aber nach ein paar Wochen (bei mir waren es vier) wieder ein. Ich habe vor drei Jahren mit dieser Haarpflege begonnen und konnte Stück für Stück meinen Waschrhythmus von zwei Tagen auf sieben Tage verlängern.

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