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Überreifes oder schrumpeliges Gemüse sinnvoll verarbeiten statt wegwerfen
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Überlagertes Gemüse muss noch lange nicht in die Tonne! Mit diesen Rezepten kannst du damit leckere Gerichte, Würzpasten, Saucen und mehr auf Vorrat zaubern.

Wenn mal wieder Paprika, Salat oder Möhren im Gemüsefach vergessen wurden und dort schrumpelig, labberig oder welk werden, ist meist der erste Impuls, das überreife Gemüse zu entsorgen. Dabei hat das Grünzeug zwar vielleicht keine makellose Optik mehr zu bieten und auch nicht mehr ganz so viele Vitamine, dafür aber noch jede Menge Geschmack. Und es eignet sich bestens für die Zubereitung verschiedener Gerichte und Alternativen zu Fertigprodukten wie Gemüsebrühe, Tomatenmark und Bratensoße!

Hier erfährst du, was du mit überreifem Gemüse noch Sinnvolles anfangen kannst, statt es nur zu entsorgen.

Überreifes Gemüse retten und verarbeiten

Wenn der Salat die Blätter hängen lässt und sich Möhren wie Gummi biegen, fehlt ihnen vor allem Feuchtigkeit. Du kannst darum zunächst einmal versuchen, das schlaffe Gemüse mit ein paar einfachen Tricks aufzufrischen. So werden labbrige Möhren wieder richtig knackig, wenn sie über Nacht in Eiswasser liegen.

Oder du verarbeitest das Grün in einem der folgenden Rezepte, bei denen es auf die Optik nicht ankommt, denn dafür sind die wertvollen Lebensmittel allemal noch gut:

Gemüse-Brühpulver besteht oft zu weniger als fünf Prozent aus Gemüse. Dabei ist es ganz einfach ein Würzmittel aus frischem Gemüse selber herzustellen.

Wichtig: Während kleine schadhafte Stellen beim Putzen des Gemüses einfach weggeschnitten werden können, sollte fauliges oder gar schimmeliges Gemüse unbedingt entsorgt werden und hat auf dem Teller nichts mehr verloren.

Neben diesen allgemeinen Rezepten, mit denen du ganz unterschiedliche Gemüsesorten verarbeiten kannst, gibt es noch einige praktische Ideen für einzelne Gemüsearten.

Matschige Tomaten zubereiten statt wegwerfen

Überreife Tomaten sind oft besonders aromatisch, aber vielleicht schon zu weich für den Salat. In diesem Zustand eignen sie sich bestens für ein selbst gemachtes Tomatenmark.

Überlagertes Gemüse muss noch lange nicht in die Tonne! Mit diesen Rezepten kannst du damit leckere Gerichte, Würzpasten, Saucen und mehr auf Vorrat zaubern.

Oder du bereitest damit gebackene Tomaten in Olivenöl zu, die du gleich essen oder auf Vorrat konservieren kannst.

Rezept für schrumpeligen Paprika

Überreife Paprika sind eine gute Grundlage für selbst gemachtes Ajvar, eine orientalische Paprika-Würzpaste. Du benötigst dafür folgende Zutaten:

  • 2-4 rote Paprika (je nach Größe)
  • 1 Aubergine
  • 1 große Zwiebel
  • 1-2 Zehen Knoblauch
  • 1-2 TL Chilipaste nach Geschmack
  • 2 EL Tomatenmark
  • 4 EL Apfelessig
  • 4 EL Olivenöl
  • Salz
  • optional Prise Zucker
So wird die Würzpaste zubereitet:

  1. Paprika säubern, von Schadstellen befreien und vierteln.
  2. Aubergine waschen, vierteln und die Haut mehrmals mit einer Gabel einstechen.
  3. Gemüsestücke auf ein Backblech legen und bei 220 °C im Backofen rösten, bis die Haut Blasen wirft und bräunlich wird.
  4. Herausnehmen, salzen und mit einem feuchten Tuch abgedeckt für ca. 20 Minuten stehen lassen, anschließend mit einem Messer häuten und fein hacken.
    Zwiebel schälen und fein hacken.
  5. Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen und die Zwiebelwürfel darin dünsten.
  6. Tomatenmark hinzugeben und kurz anrösten.
  7. Knoblauch schälen, pressen und zusammen mit dem Apfelessig dazugeben.
  8. Gehacktes Gemüse hinzugeben und bei kleiner Flamme köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist, ggf. währenddessen etwas Wasser zugeben.
  9. Zum Schluss mit Salz abschmecken und optional für eine feinere Konsistenz mit dem Mixstab pürieren.

Fertig ist dein Ajvar! Fülle sie noch heiß in sterile Schraubgläser ab und verschließe diese.

Überlagertes Gemüse muss noch lange nicht in die Tonne! Mit diesen Rezepten kannst du damit leckere Gerichte, Würzpasten, Saucen und mehr auf Vorrat zaubern.

Im Kühlschrank hält sich das selbst gemachte Ajvar bis zu zwei Wochen. Um eine längere Haltbarkeit zu erreichen, kannst du es auch einkochen.

Schlappe Gurken verwerten

Für den Salat nicht mehr knackig genug, aber zu schade zum Wegwerfen – aus labbrigen Salatgurken kannst du im Handumdrehen noch eine erfrischende Gurkensuppe zaubern. Du brauchst dafür nur wenige weitere Zutaten:

  • 1 Salatgurke
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • 1 Spritzer Zitronensaft (von einer frisch ausgepressten Zitrone oder Zitronendirektsaft wie dieser)
  • ½ Bund Dill
  • 100 g Schmand
  • 3 Eiswürfel
  • Salz und Pfeffer

Die Zubereitung dauert nur wenige Minuten:

  1. Salatgurke waschen und putzen.
  2. Drei Viertel grob zerkleinern, ein Viertel fein würfeln und beiseite legen.
  3. Knoblauch schälen.
  4. Dill waschen und grob zerkleinern.
  5. Alle Zutaten mit Ausnahme der klein gewürfelten Gurke in den Mixer geben und fein pürieren.
  6. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  7. Zum Schluss die Gurkenwürfel dazugeben und sofort servieren.

Dazu passen ein paar Scheiben frisches Baguette, Cracker oder Grissini-Stangen.

Überlagertes Gemüse muss noch lange nicht in die Tonne! Mit diesen Rezepten kannst du damit leckere Gerichte, Würzpasten, Saucen und mehr auf Vorrat zaubern.

Angetrocknete Pilze als Gewürz verwenden

Schon etwas angetrocknete Pilze möchte man nicht mehr unbedingt zu einem Gericht verarbeiten. Ihr aromatischer Geschmack macht sich aber noch gut in selbst gemachtem Gemüsebrühpulver. Oder du zerkleinerst sie und trocknest sie im Dörrautomaten oder Backofen. Dann kannst du damit zum Beispiel noch eine köstliche Alternative zu Instant-Bratensoße herstellen.

Wichtiger Hinweis: Im Gegensatz zu angetrockneten Pilzen können verdorbene Pilze ernsthafte Vergiftungen auslösen und sollten unbedingt entsorgt werden! Hier findest du Anhaltspunkte und Beispielfotos, die helfen, nicht mehr essbare Pilze zu erkennen.

Tschüss zu künstlichen Aromen und anderen Zusatzstoffen! Mit diesem einfachen Rezept kannst du Einrührpulver für dunkle Soßen ganz einfach selber machen.

Zwiebeln und Knoblauch zu Trockenpulver verarbeiten

Zwiebeln und Knoblauch werden selten gammelig, vertrocknen aber nach und nach. Darum kann es notwendig werden, dass mehrere Knollen auf einmal verarbeitet werden müssen. Für diese Fälle eignet sich ein einfaches Rezept für würziges Trockenpulver, das dunkel und luftdicht gelagert mehrere Monate aufbewahrt werden kann.

Bevor halbe Zwiebeln im Kühlschrank verderben, kannst du sie einfach trocknen und zu vielseitigem Zwiebel-Würzpulver verarbeiten.

In unserem Buchtipp findest du viele weitere Ideen gegen Lebensmittelverschwendung:

Kennst du noch andere empfehlenswerte Rezepte für überreifes Gemüse? Dann verrate uns deine Lieblingsgerichte in einem Kommentar!

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