Kürbiskerne rösten und gesund knabbern, statt sie wegzuwerfen

Wenn du Kürbis verarbeitest, kannst du die übrig bleibenden Kürbiskerne rösten - ein gesunder, süßer oder salziger Knabber-Snack für zwischendurch.

Im Herbst bleiben bei der Verarbeitung von Kürbis eine Menge Kürbiskerne übrig, die oft im Kompost landen. Dabei haben Kürbiskerne so viel zu bieten! Denn sie schmecken nicht nur lecker, sondern enthalten sehr viele gesunde Inhaltsstoffe. Wie sich Kürbiskerne rösten, würzen und gesund knabbern lassen, erfährst du in diesem Beitrag.

Kürbiskerne herauslösen und säubern

Ob nun Kürbiskuchen, Kürbisbrot, Kürbisaufstrich oder ein anderes Kürbis-Rezept zubereitet wird: Die gesunden Kürbiskerne bleiben bei der Verarbeitung von frischem Kürbis immer übrig. Sie sind meist mit faserigem Fruchtfleisch verbunden, das man fürs Trocknen oder Rösten der Kerne zunächst entfernt.

Um die Kerne leichter von den Fasern zu lösen, gehe wie folgt vor:

  1. Den Großteil der Kerne aus der Masse herauspicken. Die Kerne mitsamt den anhaftenden Fasern in einer Schüssel oder im Waschbecken im Wasser durchkneten, bis sich die restlichen Kerne von den Fasern lösen.
  2. Die oben schwimmenden gesäuberten Samen herausfischen und auf die eine Hälfte eines ausgebreiteten Geschirrtuchs legen.
  3. Mit der anderen Tuchhälfte die Kerne durch Rubbeln von den letzten Fasern befreien.

Die gesäuberten Kürbiskerne können nun getrocknet, geröstet oder frisch gegessen werden.

Tipp: Wenn du den Platz und die Zeit dafür hast, kannst du die Kerne auch mitsamt den Fasern an einem warmen und trockenen Ort über Nacht ausbreiten, denn im trockenen Zustand lösen sich die Kerne ebenfalls leicht von den Fäden.

Kürbiskerne trocknen

Du kannst die Kerne in einer flachen Schüssel an der Luft trocknen lassen (zum Beispiel auf einem Heizkörper) oder ihnen die Feuchtigkeit mit einem Dörrapparat entziehen. Auch die Restwärme des Ofens eignet sich zum Trocknen der Kerne, die dafür auf einem Backblech ausgebreitet werden. Oft reicht auch die Temperatur der Backofenbeleuchtung. Dabei am besten einen Löffel in die Ofenklappe stecken, damit die Feuchtigkeit durch den entstehenden Spalt entweichen kann.

Tipp: Es gibt noch viele andere Kerne, die du nicht wegzuwerfen brauchst, sondern sinnvoll weiterverwenden kannst.

Wenn du Kürbis verarbeitest, kannst du die übrig bleibenden Kürbiskerne rösten - ein gesunder, süßer oder salziger Knabber-Snack für zwischendurch.

Rezept für würzige geröstete Kürbiskerne

Geröstete Kürbiskerne können wie Kartoffelchips geradezu süchtig machen! Am besten röstet man die frischen Kerne möglichst zeitnah, denn so behalten sie am meisten Geschmack.

Für ein ganzes Backblech benötigst du:

Und so wird die gesunde Knabberei aus Kürbiskernen hergestellt:

  1. Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
  2. Kürbiskerne mit Öl und Gewürzen vermischen, sodass die Kerne gleichmäßig damit überzogen sind.
  3. Die vorbereiteten Kerne auf einem mit Backpapier oder einer Backpapier-Alternative ausgelegten Backblech verteilen und 20 bis 25 Minuten lang im Ofen rösten. Nach zehn Minuten wenden. Zum Ende der Garzeit gelegentlich prüfen, ob die Kerne schon knusprig genug sind, um den richtigen Zeitpunkt für das Herausnehmen nicht zu verpassen!

Fertig sind die leckeren Kürbiskern-Knabbereien, die du nach dem Abkühlen in einem luftdicht verschließbaren Schraubglas einige Wochen lang lagern kannst.

Tipp: Für eine andere pikante Variante vermische etwa 150 Gramm Kürbiskerne mit zwei Esslöffeln Olivenöl, einer halben gepressten Knoblauchzehe, zwei Teelöffeln Worcestershiresauce und etwas Salz. Die Mischung in einer flachen Form verteilen und bei 140 °C im Backofen unter mehrmaligem Wenden etwa eine Stunde backen.

Wenn du Kürbis verarbeitest, kannst du die übrig bleibenden Kürbiskerne rösten - ein gesunder, süßer oder salziger Knabber-Snack für zwischendurch.

Kürbiskerne mit Schale karamellisieren

Als süßer Genuss bietet sich sich an, die vorab getrockneten Kerne zu karamellisieren. Du benötigst:

  • 100 g getrocknete Kürbiskerne (siehe oben)
  • 1 EL Speiseöl
  • 2 EL Zucker
  • 1 Prise Salz

So gehst du vor:

  1. Einen Esslöffel Öl in einer beschichteten Pfanne bei mittlerer Temperatur erwärmen.
  2. Die getrockneten Kürbiskerne mit zwei Esslöffeln Zucker und einer Prise Salz in die Pfanne geben und unter beständigem Rühren so lange weiter erhitzen, bis der Zucker flüssig wird und karamellisiert.
  3. Die fertige süße Knabberei zum Abkühlen auf einen großen Teller geben.

Noch interessanter wird der Geschmack, wenn die noch heißen karamellisierten Kerne in einer Gewürzmischung aus drei Esslöffeln Zucker und jeweils einer Prise Salz, Zimt, Ingwerpulver, Kreuzkümmel und Cayennepfeffer gewälzt werden.

Tipp: Anstatt in einer Pfanne lassen sich die süßen gebrannten Kürbiskerne auch im Ofen zubereiten.

Frische Kürbiskerne bleiben oft ungenutzt. Dabei lassen sie sich so leicht weiterverarbeiten - zu einem köstlich süßen Knabbersnack mit Zimt und Zucker!

Kürbiskerne schälen mit diesen Tricks

Manche Kürbiskerne haben eine zähe Schale, sodass es sich anbietet, sie vor dem Knabbern oder der Zubereitung herauszulösen. Mit diesen Tricks gelingt’s:

Um süße und herzhafte Knabbereien genießen zu können, gehe wie folgt vor:

  1. Den Kern hochkant zwischen die Schneidezähne nehmen und vorsichtig zubeißen, sodass die Schale aufplatzt.
  2. Mit der Zunge den Kern herausfischen und die Schale wegwerfen.

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Wenn du die Kerne für Gebäck, Salate oder andere Speisen schälen möchtest, benötigst du eine Pfanne und eine Schere. Und so wird’s gemacht:

  1. Frische Kerne kurz ohne Fett in der Pfanne anrösten. Dabei trocknet die etwas glitschige Oberfläche, sodass die weitere Bearbeitung erleichtert wird.
  2. Den Kern am dickeren Ende mit einer Schere aufschneiden. Der Schnitt trennt am besten nur ein bis zwei Millimeter der Schale ab.
  3. Die Schale an der Schnittstelle mit beiden Daumennägeln auseinanderbrechen und den Kern herauslösen.

Tipp: Auch frische geschälte Kerne lassen sich wie weiter oben beschrieben trocknen. So eignen sie sich auch als Zutat für köstliche vegane Aufstriche.

Wenn du Kürbis verarbeitest, kannst du die übrig bleibenden Kürbiskerne rösten - ein gesunder, süßer oder salziger Knabber-Snack für zwischendurch.

Kürbiskerne sind gesund!

Kürbiskerne besitzen viele Inhaltsstoffe, die positiven Einfluss auf den Körper haben und sogar heilend wirken können:

  • Die in den Kernen enthaltene essentielle Aminosäure Tryptophan wird im Körper zu Serotonin umgewandelt – ein Hormon, das sich positiv auf die Stimmung auswirkt und bei der Stressbewältigung hilft, weshalb es auch als Glückshormon bekannt ist.
  • Kürbiskerne enthalten neben Tryptophan auch alle anderen essentiellen Aminosäuren, die wichtige Bausteine für Proteine sind.
  • Der  Anteil an wassertreibendem und entzündungshemmendem beta-Sitosterol in Kürbiskernen hilft, die Beschwerden durch eine gutartige Prostatavergrößerung zu lindern.
  • Phenolglykoside und Phytosterine stärken Blase und Prostata und helfen, Blasenentzündungen vorzubeugen.
  • Die enthaltenen mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren haben einen schützenden Effekt auf das Herz-Kreislauf-System, senken den Blutdruck und fördern die Durchblutung.
  • Die Aminosäure L-Arginin wirkt ebenfalls durchblutungsfördernd und wird deshalb auch Potenzmitteln zugesetzt.
  • Phytosterole wirken sich positiv auf genetisch bedingten Haarausfall aus.

Viele weitere Tipps, wie sich vermeintliche Küchenabfälle noch sinnvoll weiterverwenden lassen, findest du in unserem Buch:

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Isst du Kürbiskerne lieber mit oder ohne Schale und verwendest du weitere Tricks, die Kerne zu schälen? Wir freuen uns über deine Erfahrungen in den Kommentaren!

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18 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Immer wieder hier und her mit den gerösteten Tick. Wenn man Lebensmittel überhitzt werden sinch eine menge von Acrylamide und Glycotoxine (AGES – advance glycation end products) entwickelt, und dazu viele wertvolle Inhalte zestört. Aufpassen!

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  2. Georg Jiří Überall

    Hallo, also das mit dem auswaschen der Fasern etc ist total unnötig. Einfach so wie man sie aus dem inneren herausfischt, inkl Fasern auf einem Backblech auf der Heizung trocknen! Spart unmengen Arbeit und man hat zusätzlich getrocknetes Kürbisfleisch. Schälen mach ich Abends beim Fernsehen

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  3. Waltraud Goslowsky

    Zum Schälen der Kürbiskerne habe ich, wie hier empfohlen, zunächst eine Schere verwendet. Es geht aber viel einfacher, wenn man ein kleines scharfes schmales Küchenmesser (in meinem Fall ein Edelstahl-Schälmesserchen mit gebogener Klinge) verwendet. Mit dem kann man oben ebenfalls ein bisschen rund von der Schale abschneiden, das schmale Messer dann gleich an einer Schalenseite reinstecken bis fast oder auch ganz nach unten und dann geht der Kern ganz leicht raus. Schont die Fingernägel und man kann das Messer die ganze Zeit in der Hand behalten. Der Zeitaufwand ist trotzdem beträchtlich.

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  4. Letzte Woche habe Buternutkürbis für den Hund gekocht und wollte die Kerne nicht wegwerfen. Leider habe ich die tollen Rezepte dazu, auf dieser Seite, noch nicht entdeckt. Zuvor hatte ich aber hier gelesen, daß sich die Restwärme des Backofens zum Trocknen eignet und einfach diese Methode probiert. Ging schnell, hat auch funktioniert und eignet sich als gesunde Knabberei zum Fernsehen mit der Zungenschältechnik

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  5. Ich pflanze überwiegend Ölkürbisse an deren Samen superlecker sind und die nicht geschält werden müssen. Auspulen und eine Woche lang trocknen in der Sonne. Das Kürbisfleisch ist vom Geschmack her auch ok.

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  6. wenn ich die Kürbiskerne nur Rösten will, um sie zum Beispiel danach zu karamellisieren, mach ich das im 180 Grad warmen Backofen, NUR mit 1-2 EL Sonnenblumenöl, 20-25 Minuten? Hab ich das so richtig verstanden?

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    • Maximilian Knap

      Genau! Mehr Öl ist nicht notwendig, die Kerne sollen ja nicht darin schwimmen und besitzen selbst auch etwas Fett. Wie beschrieben Kerne und Fett gut mischen, dann auf dem Backpapier verteilen und rösten, das Wenden nicht vergessen :-)

  7. Diewodaso

    Können die Kerne aller Kürbissorten verzehrt werden, oder gibt es Einschränkungen?
    Wir essen gerne Hokkaido, Butternut, Muskat,…

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Einige Zierkürbissorten sind ungenießbar oder sogar giftig, deren Kerne sollte man nicht nehmen. Von allen essbaren Sorten kann man aber im Prinzip auch die Kerne verarbeiten. Hokkaido klappt sehr gut, und ganz besonders zu empfehlen soll der Ölkürbis sein, weil dessen Kerne keine feste Schale besitzen und das Schälen deshalb komplett wegfällt.

  8. Anne Sellmann

    aha, Kürbiskerne hat also Serotonin…kein Wunder :) Kürbiskernbrötchen von Bäckerei Steinecke hat immer viele knackige Kerne darauf. Sehr lecker. Die anderen Bäckereien sparen leider zuviel Kerne, oder schmecken meist labrig.
    Werde später auf jeden Fall selber machen probieren…vielen Dank für die Anleitung.

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  9. Woran sehe ich denn, dass die Kerne richtig trocken sind? Ich habe schon welche im Ofen getrocknet, würde es jetzt aber gerne auf der Heizung versuchen. Ich füttere damit meine Hamster. Ich selber mag Kürbiskerne nicht so gern.

    Antworten
    • sehen ist schwierig, aber Lufttrocknung geht auch. Dauert zirka zwei Tage, abhängig von der Luftfeuchtigkeit deiner 4 Wände und der Heizungstemperatur. Du kannst sie ja auch roh essen, daher besteht keine wirkliche Gefahr beim Verzehr.

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