Paprikapulver und Chilipulver selber machen zur Resteverwertung
Aus übrig gebliebenen oder nicht mehr ganz so frischen Paprikaschoten lässt sich aromatisches Paprikapulver selber machen. Auch Chilischoten eignen sich, um Chilipulver selber zu machen. Das DIY-Würzpulver sind eine ideale Resteverwertung und viel aromatischer als gekaufte Fertigprodukte – besonders empfehlenswert für alle, die es etwas schärfer mögen!
Rezept für Paprikapulver
Schwierigkeit: Einfach6
Portionen30
Minuten18
kcal8
Stunden30
MinutenSelbst gemachtes Paprikapulver besticht durch seinen intensiven Duft sowie Geschmack und kann zum Würzen sparsam eingesetzt werden. Um mit dem Pulver eine Gewürzmischung zuzubereiten, eignen sich zum Beispiel mediterrane Kräuter.
Die Zutaten reichen für etwa 30 Gramm (fünf gehäufte Teelöffel) Paprikapulver.
Zutaten und Utensilien
2 Paprikaschoten
optional 2 Chilischoten, z.B. Peperoni für mehr Schärfe
optional 1-2 Prisen Salz für eine längere Haltbarkeit
Standmixer, Gewürzmühle oder Mörser
Zubereitung
- Paprika- und optional Chilischoten waschen. Die Paprika entkernen und in schmale Streifen schneiden. Die Chilis halbieren und für mehr Schärfe die Kerne nach Belieben in den Schoten belassen.
- Die Gemüsestücke auf ein mit Backpapier oder einer Backpapier-Alternative ausgelegtes Backblech legen, die Chilischoten mit der Haut nach unten legen. Bei 40-50 °C im Backofen oder Dörrgerät trocknen. Das kann abhängig vom Backofentyp und der verwendeten Funktion mehrere Stunden dauern. Ab und zu Dampf entweichen lassen die Paprikastreifen wenden, damit es schneller geht.
- Das Gemüse aus dem Ofen nehmen, sobald es so trocknen ist, dass es sich leicht brechen lässt.
- Die getrockneten Gemüsestücke in einem Standmixer, einer Gewürzmühle oder mit dem Mörser fein mahlen. Optional nach eigenem Geschmack salzen.
- Das Paprikapulver sieben, falls es noch nicht fein genug ist. Die zurückbleibenden Paprikaflocken eignen sich ebenso zum Würzen.
Tipp
- Getrocknete Küchenkräuter (optional, z.B. Oregano, Basilikum, Thymian – frische Kräuter sind ebenfalls verwendbar und werden für etwa zwei Stunden zum Dörren dazu gelegt
Paprikpulver selber machen – mit wenig Energie
Wenn du Paprikapulver selber machen und dabei möglichst viele Vitamine erhalten möchtest, empfiehlt es sich, das Gemüse schonend zu trocknen. Am schnellsten gelingt dies mit einem Dörrautomaten oder im Umluft-Backofen. Kleinere Chilis lassen sich auch an der Luft trocknen, solange man sie gut abtrocknet und gelegentlich wendet, damit sich kein Schimmel bildet. Das dickere Fleisch der Paprika trocknet dagegen an der Luft meist nicht schnell genug, sodass sich Schimmel bilden würde.
Beim Trocknen im Backofen kann die Restwärme genutzt werden. Meist reicht schon die eingeschaltete Ofenbeleuchtung aus, um 40 °C zu erreichen. Dabei brauchst du dir keine Sorgen um einen erhöhten Stromverbrauch zu machen, da bei dieser Variante nach eigenen Messungen weniger als 0,1 kWh Strom pro Stunde verbraucht werden.
DIY-Paprikapulver richtig lagern
Das aromatische Paprikapulver wird am besten in einem luftdichten Schraubglas oder einem Gewürzstreuer mit Deckel aufbewahrt. Auf diese Weise geschützt aufbewahrt ist es mindestens ein Jahr haltbar.
Tipp: Auch viele gekaufte Gewürze lassen sich weit über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus verwenden, solange sie wie gewohnt riechen.
Mit seinem kräftigen Geschmack ergänzt das selbst gemachte Paprikapulver Mischungen wie das Gemüsebrüh-Pulver, eine Falafel– oder Bratling-Fertigmischung oder eine Asia-Würzpaste. Außerdem passt es gut als Würze für Speisen wie Chili sin Carne oder direkt auf gebratenes Gemüse gestreut. Und ein Chilisalz mit Limetten verleiht vielen Speisen ein frisch-pikantes Aroma.
Für selbst gemachtes Gewürzpulver kommen nicht nur Paprikaschoten oder Chilis infrage, sondern auch andere aromatische Gemüse und Gemüsereste, die sich gut trocknen lassen und noch verwertet werden können. So erhältst du leckere, konservierte Geschmacksnoten, zum Beispiel für ein selbst gemachtes Gemüse-Brühpulver.
Tipp: Neben dem Trocknen lässt sich das Aroma der Paprika auch besonders gut mit einer selbst gemachten Paprika-Würzpaste (Ajvar) einfangen.
Chilipulver mit feurigen Schoten
Feurig-scharfes Chilipulver lässt sich ebenso einfach herstellen. Es kann wie das Paprikapulver mit etwas Salz versetzt und um andere Gewürze verfeinert werden.
Für das Chilipulver sind alle Chilisorten verwendbar; zum Trocknen im Dörrgerät oder Backofen eignen sich am besten dünnwandige Chilisorten wie Cayenne oder de Arbol. Besonders feuriges Pulver gelingt mit der Chili Habanero.
Bei sehr scharfen Chilischoten ist nur besondere Vorsicht beim Kleinschneiden geboten, weil der darin enthaltene Scharfstoff Capsaicin an den Händen haften bleibt. Er brennt auf empfindlichen Stellen der Haut. Nach dem Kleinschneiden der Schoten empfiehlt es sich, die Hände direkt mit Spülmittel zu waschen und den Kontakt zu den Augen zu vermeiden. Einen Nase-Mundschutz beim Schneiden zu tragen, verhindert das Einatmen von sich entwickelnden ätzenden Dämpfen.
Für den Trocknungsvorgang wird am besten das Küchenfenster geöffnet. Beim Öffnen des Ofens sollten erst die Dämpfe abziehen, bevor man das Backblech herausnimmt.
Viele weitere Rezepte für DIY-Produkte in der Küche findest du in unseren Büchern:
Hast du schon einmal Paprikpulver oder ein anderes Würzpulver selber gemacht? Wir freuen uns über deine Tipps und Rezepte unten in den Kommentaren.
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Ich ernte auch grüne Chilis. Die werden mit Garn und Stopfnadel aufgefädelt. Die lange Chillikette hänge ich über die Heizung. Hier reifen sie zügig nach, werden rot und trocken gleichmäßig. Das Pulver mache ich auch mit Mixer.
Mh … Ihr nennt es Paprikapulver, beschreibt aber eine Würzmischung. Dörrautomaten kosten Geld, Strom auch. Man wird ergo nicht unabhängiger, man verschiebt seine Abhängigkeiten nur. Dazu der Zeitaufwand. Und das Risiko, dass Paprika “kurz vor Kipp” häufiger von außen unsichtbar von innen schimmeln. Die Intensität hängt beim fertigen wie auch beim selbstgemachten Pulver von nix als der Qualität der verwendeten Rohstoffe ab.
Liebe Anke,
wie beschrieben, sind die weiteren Zutaten neben Paprika optional und dienen der weiteren Verfeinerung des Rezepts, ganz nach persönlichem Geschmack. Natürlich sollten die Zutaten frei von Schimmel oder Faulstellen sein, jedoch lassen sich gerade für dieses Rezept schon leicht entwässerte oder angedörrte Paprika besonders gut verwenden.
Ein Dörrautomat ist nicht unbedingt notwendig, wie oben beschrieben. Eine Trocknung an der Luft wäre zwar ebenfalls denkbar, jedoch birgt sie die erhöhte Gefahr der Schimmelbildung bei wasserreichen Paprika, weshalb wir es in diesem Fall nicht empfehlen würden.
Liebe Grüße
Ja na klar optional, irritierte mich dennoch ob des Titels. 😉
Schrumpelige Paprika – mir gings eher um den gesundheitlichen Aspekt. Meiner Erfahrung nach ist halt da die Schimmelquote immens, und Schimmel ist ja nicht erst da, wenn sichtbar.
Dörrautomat – auch klar, dennoch verschiebt man bei dessen Nutzung die Abgängigkeit vom Gewürzhersteller lediglich zu Gerätehersteller und Stromanbieter. 🤷♀️
Dann Kauf sie im Supermarkt 🤷🏼♀️
Ähnlich mache ich Kurkumapulver; zuletzt in der Kaffeemühle fein mahlen.
Bei manchen Gerichten schäle ich die Paprikaschoten, trockne und mahle diese und das Pulver schmeckt/riecht besser als gekauftes, will ich es scharf haben kommt noch eine chillischote dazu.
im sommer trockne ich es auf dem Balkon. Glasschüssel mit Alupapier einhüllen, auf schwarze Unterlage stellen, leicht abdecken, entweder mit einem baumwolltuch oder mit alufolie in die ich kleine Löcher piekse (damit der “Dampf” entweichen kann) fertig, geht fix und benötigt keinen strom.
Vielleicht gibt es noch einen besseren, leicht umsetzbaren Vorschlag, wenn mgl. für handwerklich Unbegabte umsetzbar. Für Handwerker findet man genug Vorschläge im Net. Gerade für kleinere Reste ist es ja eine Verschwendung da den Dörrer oder Backofen anzuschmeissen und gerade kleinere Reste fallen ja doch öfter an.