Kleine Kuchen und Aufläufe im Glas backen – auch auf Vorrat

Der perfekte Snack für zwischendurch wird gleich im Glas gebacken und hält bis zu mehrere Monate. Finde heraus wie das funktioniert und worauf zu achten ist

Wer Kuchen, Muffins und Aufläufe liebt, findet sicher Gefallen an den kleinen, praktischen und haltbaren Glasversionen. Sie sind schnell gemacht, platzsparend verpackt und noch dazu lange lagerfähig, ohne Tiefkühlschrank. Bei uns stehen die gefüllten Gläser nie lange im Regal, denn begeisterte Abnehmer gibt es bei spontanen Aktionen oder besonderen Anlässen immer. Optimal eignen sich Kuchen und andere Gebäcke im Glas für:

  • Picknick oder Wanderung
  • Biergartenbesuch
  • Geburtstagsüberraschung
  • Einen schnellen Nachtisch
  • Kaffee oder Tee
  • Ein Partybuffet als besonderer Hingucker
  • Als Reiseproviant auf langen Bahn- oder Autofahrten

In den folgenden Schritten erfährst du, wie du die praktischen, kleinen Leckereien herstellst und was zu beachten ist, um sie für Monate haltbar zu machen.

Welche Gläser werden benötigt

Wie schon beim Brot im Glas dürfen die Gläser oben nicht schmaler werden, damit sich der fertige Kuchen aus dem Glas stürzen lässt. Solche Sturzgläser gibt es gelegentlich bei Fertigprodukten. Im Handel findest du sie mit Schraubdeckeln, als klassische Weckgläser mit Klammern oder auch mit praktischem Bügelverschluss.

Andere Glasformen mit Twist-Off Deckeln sind ebenfalls geeignet, wenn du die Kreationen nicht aus dem Glas stürzen und sie einfach nur auslöffeln möchtest. Selbst im ehemaligen Marmeladenglas sind die Küchlein praktisch verpackt und schnell hergestellt.

Der perfekte Snack für zwischendurch wird gleich im Glas gebacken und hält bis zu mehrere Monate. Finde heraus wie das funktioniert und worauf zu achten ist

Kuchen und Aufläufe im Glas backen

Mit den geeigneten Gläsern kannst du auch gleich loslegen, denn die Backzutaten hast du sicherlich für ein Rezept vorrätig. Falls du gerade keines zur Hand hast, findest du weiter unten geeignete Rezeptvorschläge für einen Marmorkuchen und einen Hirse-Karotten Auflauf mit weiteren Anregungen.

Folgendes solltest du zum Backen griffbereit haben:

  • fertigen Kuchen- oder Muffinteig (alternativ Auflaufmischung)
  • etwas Öl
  • Semmelbrösel oder gemahlene Nüsse
  • Gläser
  • Pinsel

So gehst du vor:

  1. Die Glasgefäße einölen und mit einer Handvoll Semmelbrösel oder gemahlenen Nüssen ausschwenken.
  2. Restliche Brösel ins nächste Glas füllen, bis alle Gläser fertig sind.
  3. In jedes Glas zwei bis vier gehäufte Esslöffel Teig oder Auflaufmasse geben, so dass maximal die Hälfte des Glases gefüllt ist.
  4. Die Glasränder von Teig- und Ölverschmutzungen befreien.
  5. Befüllte Gläser ohne Deckel in den vorgewärmten Backofen stellen und laut Rezept backen. Kleine Gläser mit 200 ml benötigen nur zwei Drittel der angegebenen Backzeit.
  6. Den Ofen ausschalten und die Gläser bei leicht geöffneter Tür zirka 10 Minuten auskühlen lassen.

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Verschließen und Haltbarkeit

Die Glasränder sollten frei von Verkrustungen und Öl sein, bevor du sie zumachst. Zum Verschließen existieren zwei Methoden. Verwende auf jeden Fall Topflappen, Kochhandschuhe oder ein Handtuch, denn die Gläser sind noch heiß!

Um eine Haltbarkeit von mindestens einem halben Monat zu erhalten, reicht es aus, die Gläser sofort nach dem Herausnehmen mit den Deckeln zu versehen und abkühlen zu lassen.

Für eine längere Haltbarkeit kannst du die verschlossenen Gläser zusätzlich noch pasteurisieren. Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass sich kein Kondenswasser absetzt und der Inhalt für mehrere Monate haltbar ist. Hinweis: Je nach verwendeten Zutaten können erheblich längere Zeiten oder auch höhere Temperaturen zur Sterilisierung notwendig sein. Insbesondere sehr fettige oder eiweißreiche Küchlein und Aufläufe müssen länger und heißer eingekocht werden. Eine praktische Einkoch-Anleitung für Anfänger sowie zahlreiche nützliche Tipps rund um sicheres Einkochen findest du hier.

So wird’s gemacht:

  1. Nach Beendigung des Backvorgangs verbleiben die Gläser noch etwa 10 Minuten im Ofen. Dabei wird die Türe einen Spalt geöffnet und eine Temperatur von 90 Grad eingestellt.
  2. Mit einem kurzen Test, bei dem der Deckel kurz über das Glas gehalten wird, feststellen, ob sich noch Kondenswasser an ihm niederschlägt. Ist dies nicht der Fall, die Gefäße verschließen.
  3. Gläser in eine Form mit höherem Rand stellen und so lange mit warmem Wasser auffüllen, bis zwei Zentimeter Höhe erreicht sind.
  4. Das mit Wasser und Gläsern bestückte Gefäß zurück in den 90 Grad warmen Ofen schieben und dort weitere 30 Minuten belassen.
  5. Die Gläser aus dem Wasser nehmen und zum Auskühlen auf einen hitzebeständigen Untergrund stellen.

Der perfekte Snack für zwischendurch wird gleich im Glas gebacken und hält bis zu mehrere Monate. Finde heraus wie das funktioniert und worauf zu achten ist

Hinweise und Tipps

Zum Schluss noch ein paar Tipps, um eine optimale Haltbarkeit zu gewährleisten:

  • Prüfe beim Verschließen der Weckgläser, dass die Dichtungsringe nicht verrutschen und die Klammern vollständig einrasten.
  • Die Klammern können nach dem Auskühlen abgenommen werden. Für eine optimale Haltbarkeit muss der Deckel auch ohne Klammern am Dichtungsring haften.
  • Für Gläser mit Twist-Off Deckeln gilt der Drucktest mit einem Finger auf die Deckelmitte. Das konservierende Vakuum liegt vor, wenn der Deckel nicht zurück schnappt.

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Geeignete Rezeptvorschläge

Geeignet für das Backen im Glas sind sowohl süße als auch herzhafte Getreideaufläufe mit Hirse, Reis oder Polenta, aber auch Nuss-, Schoko- und Apfelkuchen sowie Muffinrezepte. Optimal sind solche Mischungen, in denen klein geschnittene Früchte oder Gemüse versinken dürfen. Der Feuchtigkeitsanteil durch Obst und Gemüse sollte allerdings nicht zu hoch sein, sonst wird der Teig unter Umständen zu matschig zum Stürzen. Im Zweifelsfall kannst du die Menge dieser Zutaten auch reduzieren.

Ein saftiger Marmorkuchen birgt keinerlei Risiko und gelingt immer. Die kleinsten Formen sind nach 20 Minuten fertig. Ein schönes Rezept, das sogar zum Nachmachen für Kinder geeignet ist, gibt es hier. Diese vegane Variante kann ich auch sehr empfehlen.

Auch die Anleitung zum Hirse-Karotten-Bratling hat sich bewährt. Anstatt in die Pfanne kommt die Bratling-Masse in 230 ml Gläser und mit je etwa einem Esslöffel Öl obendrauf in den Ofen. Bei 200 Grad (Umluft 180 Grad) sind sie nach etwa 20 Minuten fertig.

Mit etwas geriebenem Käse oder, wer mag, einer selbst gemachten, veganen Alternative für Ofenkäse, bietet der “Backling im Glas” auch noch ein schönes Topping. Durch die Verwendung verschiedener Getreidesorten oder Gewürze, wie z.B. Chili-Oregano oder einer Curry-Paste, gibt es Potenzial für viele Varianten. Perfekt für den kleinen Hunger zwischendurch und ein toller Genuss für die Sinne!

Der perfekte Snack für zwischendurch wird gleich im Glas gebacken und hält bis zu mehrere Monate. Finde heraus wie das funktioniert und worauf zu achten ist

Viel Spaß mit deinen Leckereien aus dem Glas, die du sicher noch mit vielen anderen Rezepten umsetzen kannst.

Hast du schon Kuchen oder Aufläufe im Glas gebacken? Über deine Erfahrungen oder ein gelungenes Rezept in den Kommentaren freuen wir uns.

Diese Rezepte und viele andere mehr findest du auch in unserem Buch:

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10 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Hallo,
    mich würde interessieren was folgender Schritt bei der Haltbarkeit bewirkt:
    Das mit Wasser und Gläsern bestückte Gefäß zurück in den 90 Grad warmen Ofen schieben und dort weitere 30 Minuten belassen.
    Danke + viele Grüße
    Isabell

    Antworten
    • Hallo Isabell, es handelt sich um eine Konservierung durch Pasteurisieren, also das Keimfrei-Machen durch Wärmeeinwirkung über eine längere Zeit, sodass die Küchlein mehrere Monate haltbar sind. Viele Grüße!

  2. Katharina

    Bin blutiger Anfänger beim Pasteurisieren, Einkochen usw, möchte das aber im Zukunft öfter machen. Muss man beim Pasteurisieren die Gläser nicht auf den Kopf stellen?
    Ansonsten finde ich eure Seite ganz ganz toll. Habe schon viele Sachen ausprobiert, wie die Rezepte für Waschmittel usw. Großes Lob :-)

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Hallo Katharina, nein – beim Einkochen (bzw. Pasteurisieren bei niedrigerer Temperatur) sollte man die Gläser auf keinen Fall auf den Kopf stellen. Der Überdruck im Glas würde dann nämlich den Inhalt an der Dichtung herauspressen, anstatt in Form von Luft/Dampf nach oben zu entweichen.

  3. Wie lange hält denn der auflauf mit hirse im glas? Hab jetzt in anderen Foren oft gelesen das Hirse und co schlecht zum einkochen sind?

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Hallo Susanne, die Haltbarkeit hängt ganz davon ab, wieviele Keime im Glas verbleiben, denn nur so kann es überhaupt gären. Bei der Dauer des Pasteurisierens von 30 Minuten bei 90 Grad bleiben nur noch sehr wenig Keime übrig. Einige Gerichte sollte man dennoch länger einkochen, z.B. solche mit Fleisch für mindestens 60 Minuten bei 100 Grad. Eine Haltbarkeit von wenigstens 3-6 Monaten kann man damit problemlos erreichen. Da ja nie alle Keime beseitigt werden sondern nur die allermeisten, beginnt der Rest irgendwann damit, sich zunächst ganz langsam zu vermehren und dann immer schneller. Wie lange das dauert, hängt davon ab, wieviel Keime übrig geblieben sind. Viel Erfolg und liebe Grüße!

    • Zum Einkochenist Getreide / Hülsenfrüchte / Nüsse definitiv ungeeignet. Es braucht für die Einkochmethode / Einwecken einen gewissen Ölanteil, Salzanteil oder Säureanteil und noch dazu ca. 100°C. Da Getreide nicht genug Säure enthält ist das schnelle „Einwecken“ und Einwecken nicht geeignet. Diese Aufläufe und Kuchen funktionieren nur weil sie vorher gebacken wurden. Der Kuchen ist trocken und die kleinen Aufläufe ebenso. Noch dazu sind die Aufläufe mit Gemüse bei 200 Grad gebacken was ebenso nicht unerheblich ist. Das was du gelesen hast sind wahrscheinlich Einweckmethoden, die alleine auf Kochen und 90 / 130°C für die Vakuumierung betreffen. Dazu würde ich auch keine Getreidesoßen / Nusssoßen oder gar breiige Soßen nehmen, denn ein echtes, heißes, langes Einkochen ist dort nicht wirklich möglich. Breiige Soßen spritzen zu stark oder brennen unten an, würden also die lange Einkochzeit vorab nicht durchstehen. Bei „trockenen“Auflaufen ist die Erhitzung mit der langen Backzeit ausreichend um dann eingeweckt zu werden. Mit Fleisch hab ich es noch nicht versucht, Kichererbsen und Casewsoßen sind definitiv ungeeignet als Soße und auch als Auflauf. ein durchhitzen hat hier wohl wenig Erfolg.

    • Ach ja zu den Keimen. Es ist die Frage was für Keime sich im Glas und an der Nahrung befinden. Falls du Bakterien/ Sporen wie Staphylokokken oder Clostridium botulinum (Botulismus-Vergiftung bei verdorbenes Fleisch oder nicht fachgerecht eingekochtes Gemüse) meintest, die überstehen 30 Minuten Kochen bei fast 100 Grad Celsius.(Bakterien werden abgetötet, die Sporen aber nicht. Nach dem Einkochen im Wasserbad mit normalem Topf oder Backofen können die Sporen durch den Sauerstoffentzug der Einweckmethoden, zu wenig Salz / zu geringe Kälte / zu wenig Säure austreiben und bilden wieder aktive Bakterien, die dann zu Gasen führen.) Grund: das Warmwasserbad wird nie wärmer als 98°C egal wie hoch der Backofen eingestellt wird. Man kann die Sporen durch gründliches Waschen dezimieren, sicher bist du aber nicht. Also hilft für die Sicherheit nur das Erreichen von über 120 °C. Diese wird durch Backen ohne Wasserbad erreicht oder mit dampfgetriebenen Einkochtöpfen. Nach dem Abtöten kann also eine Vakuumversiegelung angegangen werden. Ich hoffe die Zusammenhänge sind nun klarer.

  4. Maria Widerstand

    Super Sache, ich mache auch immer wieder einmal Kuchen im Glas, das kann man auch so gut verschenken!

    lg
    Maria

    Antworten
    • und jetzt auch als kalter Auflauf :-) Es muss nicht immer süß sein.

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