Kein Palmöl ist auch keine Lösung

Palmöl zu vermeiden und stattdessen andere Fette zu verwenden ist auch keine Lösung. Eine fettarme Ernährung ist besser für die Umwelt und deine Gesundheit.

Oft wird vor der übermäßigen Verwendung von Palmöl gewarnt, denn der massenhafte Monokultur-Anbau hat gravierende Auswirkungen auf die Umwelt in den Erzeugerländern. Den Palmölkonsum zu reduzieren, um der großflächigen Vernichtung tropischer Urwälder entgegenzuwirken, ist durchaus sinnvoll. Wer nun einfach Palmöl durch regionale Pflanzenöle wie Sonnenblumen-, Raps- und Olivenöl ersetzt, kommt jedoch vom Regen in die Traufe, wie der WWF in einer Palmöl-Studie dargestellt hat. Einfach nur Palmöl 1:1 durch regionale Öle zu ersetzen, ist deshalb auch keine Lösung.

Der Grund: Kaum eine andere Pflanze ist so ergiebig wie die Ölpalme. Um den gleichen Ertrag mit regionalen Ölen zu erzielen, müsste eine sehr viel größere Fläche bepflanzt und mit schwerem Gerät bewirtschaftet werden. Mehr Fahrzeuge, mehr Kraftstoff – der weltweite Schaden für andere Pflanzen und Tiere wäre im Vergleich wahrscheinlich größer.

Wie können wir uns also im Hinblick auf unsere Fettversorgung gesund, nachhaltig und umweltfreundlich verhalten? Fette in der Ernährung, in Kosmetik, Waschmittel und im Treibstoff – fast immer ist es ganz einfach möglich und sogar gesünder, insgesamt weniger Fett zu konsumieren.

1. Fett reduzieren für eine ausgewogene Ernährung

In vielen Ländern wird heute zu viel und zu fett gegessen. Allein schon für die Gesundheit ist eine fettärmere Ernährung empfehlenswert. Gerade Fast Food und Fertiggerichte enthalten häufig zu viele, nicht auf den ersten Blick erkennbare Fette. Wer selbst kocht, kann dagegen auf gesunde Lebensmittel wie Gemüse, Hülsenfrüchte und Obst zurückgreifen und sie fettarm zubereiten. So wird gleichzeitig der Palmölverbrauch reduziert, ohne gleichzeitig mehr regionale Öle verbrauchen zu müssen.

Auch eine vegetarische oder vegane Lebensweise oder die Reduktion des Fleischkonsums tragen zu einem geringeren Verbrauch von Palmöl bei, da laut WWF acht Prozent des produzierten Palmöls als Tierfutter in der Intensivhaltung verwendet werden.

Um beim selber Kochen nicht stundenlang in der Küche stehen zu müssen, kannst du schnelle vegetarische und vegane Gerichte aus nur drei Zutaten zubereiten.

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2. Gesündere, unverarbeitete Fette

Salate und warme Gerichte müssen nicht immer mit raffinierten (extrahierten) Fetten und Ölen zubereitet werden. Meistens kannst du auch auf deren ursprüngliche Form zurückgreifen. Statt das Brot mit Butter oder Margarine zu schmieren, ist ein selbst gemachter Aufstrich mit Sonnenblumenkernen eine leichtere und mindestens genauso leckere Variante. Statt den Salat mit Sonnenblumenöl anzumachen, kannst du ihn zum Beispiel mit einer Vinaigrette aus Balsamico, Senf, Zitronensaft, Knoblauch, Salz und Pfeffer übergießen und Sonnenblumenkerne darüber streuen.

Fettärmer als Schokolade, die reichlich Kakaobutter enthält, sind diese Brownies aus vier natürlichen Zutaten mit gesünderem (Roh-)Kakao und ganz ohne weitere Fette.

Palmöl zu vermeiden und stattdessen andere Fette zu verwenden ist auch keine Lösung. Eine fettarme Ernährung ist besser für die Umwelt und deine Gesundheit.

3. Hochwertige regionale Öle mit kurzen Transportwegen

Natürlich ist ein gewisser Anteil an Fett in der Nahrung lebenswichtig. So manches Gericht zergeht erst durch die Zugabe zusätzlicher, geschmackstragender Öle oder Fette auf der Zunge. Um gesünder und ökologischer zu marinieren, zu braten und zu backen, ist es empfehlenswert, auf hochwertige Öle aus der Region zu setzen: Rapsöl, Leinöl, Sonnenblumen- und Kürbiskernöl sind nicht nur gute Fette, weil sie eine vorteilhafte Zusammensetzung der Fettsäuren aufweisen, , sondern auch, weil sie einen viel kürzeren und damit umweltschonenderen Transportweg hinter sich haben als Palmöl. Etliche Liter Sprit, die wiederum Palmöl enthalten könnten, werden so eingespart.

Palmöl zu vermeiden und stattdessen andere Fette zu verwenden ist auch keine Lösung. Eine fettarme Ernährung ist besser für die Umwelt und deine Gesundheit.

4. Wenn schon Palmöl, dann aus nachhaltigem Anbau

Palmöl ist nicht per se schlecht. Es sind vor allem konventionelle Anbaumethoden und die enorme Menge, in der Palmöl weltweit konsumiert wird, die zur Zerstörung tropischer Wälder beitragen. Gegen eine gelegentliche Verwendung von Palmöl spricht dagegen wenig, wenn es nachhaltig und in Bio-Qualität produziert wurde.

Palmöl zu vermeiden und stattdessen andere Fette zu verwenden ist auch keine Lösung. Eine fettarme Ernährung ist besser für die Umwelt und deine Gesundheit.

Die weit verbreitete Zertifizierung nach dem RSPO-Standard (Roundtable on Sustainable Palm Oil) von in die Palmölproduktion involvierten Mitgliedern steht in der Kritik, ihre Ziele bezüglich Nachhaltigkeit und sozialen Standards nicht zu erreichen. Das Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) führt weitere Zertifizierungssysteme auf, wie zum Beispiel die Rainforest Alliance. Der Schutz der Umwelt ist bei diesen und vielen kleineren Labels jedoch ebenfalls ausbaufähig.

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5. Palmöl im Tank und in der Kosmetik vermeiden

Oft wird übersehen, dass auch in Kosmetik und Waschmittel und sogar in den Tanks unserer Fahrzeuge immer mehr Palmöl landet. Während Nahrungsmittel inzwischen häufiger ohne Palmöl hergestellt werden, steigt der Anteil im Bio-Diesel laut eines Berichtes von welt.de an. Die beste Alternative ist auch hier die Reduzierung des Öl-Konsums, zum Beispiel durch den Umstieg aufs Fahrrad oder den ÖPNV für möglichst viele Wege. Für unvermeidbare Autofahrten ist der Umstieg auf ein besonders effizientes, modernes Fahrzeug, ein Hybrid-Auto oder für regelmäßige Pendelstrecken vielleicht sogar auf ein Elektrofahrzeug eine Überlegung wert.

Palmöl zu vermeiden und stattdessen andere Fette zu verwenden ist auch keine Lösung. Eine fettarme Ernährung ist besser für die Umwelt und deine Gesundheit.

Palmöl in Kosmetik, Körperpflegeprodukten und Waschmitteln zu vermeiden, ist dagegen gar nicht so einfach, denn in langen Listen von Inhaltsstoffen und unter verschiedenen Namen ist es häufig schwer zu finden! Codecheck oder ToxFox sind Apps, die für mehr Transparenz sorgen, indem sie die Zusammensetzung überprüfen und auf ethisch oder auch gesundheitlich bedenkliche Inhaltsstoffe hinweisen.

Palmöl zu vermeiden und stattdessen andere Fette zu verwenden ist auch keine Lösung. Eine fettarme Ernährung ist besser für die Umwelt und deine Gesundheit.

Eine mögliche Alternative besteht darin, Produkte mit Bio-Palmöl zu verwenden oder Kosmetik und Hautpflegeprodukte gleich selbst aus natürlichen Zutaten herzustellen. Zum Beispiel lässt sich Aloe-vera-Gel selbst aus der Pflanze extrahieren und ohne weitere Zusätze für die Hautpflege einsetzen. Beim Reiskochen anfallendes Reiswasser kann ebenfalls zur Hautreinigung und als Haarspülung verwendet werden, denn es enthält viele Vitamine, Mineralstoffe und ungesättigte Fettsäuren. Die Hautpflege ganz ohne Pflegeprodukte ist wohl die einfachste und umweltfreundlichste Variante.

Viele Anregungen, wie du Fette in der Ernährung vermeiden kannst, um deinen Palmölverbrauch zu senken und gesünder zu essen, findest du in unserem Buchtipp:

Mehr Hintergrundinformationen und Tipps für einen umweltfreundlichen Umgang mit Palmöl im Alltag erfährst du in diesem Buch :

Versuchst du, Palmöl oder zu viel Fett zu vermeiden? Wir freuen uns über deine Erfahrungen und Anregungen in einem Kommentar!

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2 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Bitte beim Braten und Backen immer aufpassen, wie hoch das jeweilige Öl erhitzt werden darf! Bei einigen Ölen können gefährliche Stoffe entstehen, wenn sie zu hoch erhitzt werden. Und, salopp gesagt fürchte ich, dass ein(e) krebskranke(r) Europäer(in) für die Umwelt auch nicht gut ist (unsere Hightech-Medizin ist nicht gerade umweltfreundlich). Ganz abgesehen davon, dass es für jede(n) einzelne(n) Betroffene(n) furchtbar ist.

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