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Schmackhaftes aus Feld und Flur: Wildpflanzen im Oktober
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Auch im Oktober gibt es viel in der freien Natur zu ernten! Welche Früchte, Samen und Wurzeln jetzt reif sind und wie du sie erntest erfährst du hier.

Oktober ist die Zeit der Früchte, Nüsse und Kastanien, die es jetzt in Hülle und Fülle gibt. Die Samen vieler Kräuter können geerntet werden, während sich das Grün immer mehr zurückzieht. Jetzt, wo die Pflanze noch gut zu erkennen ist, können auch die schmackhaften Wurzeln leicht geerntet werden.

Den kompletten Wildpflanzen-Erntekalender für das ganze Jahr findest du hier.

Ein paar Tipps vorweg

Wenn du noch nicht so viel Erfahrung mit dem Sammeln und Verwenden von Wildpflanzen hast, findest du hier die wichtigsten Tipps und Regeln. Das Wichtigste aber kurz vorweg:

Bitte beachte, dass die regionalen Bedingungen sehr unterschiedlich sein können. Die Wachstumsstadien verschiedener Pflanzen können daher von den beschriebenen Zeiträumen abweichen.

Auf den letzten Drücker

Vielleicht findest du noch ein paar Brennnesselsamen. Achte darauf, dass sie nicht zu trocken sind, bevor du die eiweißreichen Samen mit nussigem Geschmack für den Winter aufbewahrst.

Schwarze Holunderbeeren sind ebenfalls vielerorts noch anzutreffen. Aus ihnen kannst du einen leckeren Sirup oder gesunden Saft pressen, der bei Halsschmerzen angewendet wird. Beachte, dass Holunderbeeren in rohem Zustand Übelkeit und Durchfall hervorrufen können, deshalb sollten sie nur gekocht verwendet werden.

Diese Pflanzen haben Hochsaison

Wie schon im September kannst du auch jetzt noch die Wurzeln vieler Pflanzen ernten, wie zum Beispiel von diesen regionalen Kräutern:

Vom Breitwegerich und Spitzwegerich kannst du die Wurzeln ebenfalls ernten. Sie sind häufig recht klein, haben aber einen feinen Geschmack. Kleingeschnitten können sie zusammen mit anderem Gemüse gegart werden.

Die Wurzel der Nachtkerze hat im ersten Jahr eine kräftigende Wirkung und einen angenehmen, leicht bitteren Geschmack. Im zweiten Jahr können dagegen die Samen der Nachtkerze geerntet werden. Sie sind ähnlich wie Sesam zu verwenden und enthalten die wertvolle Gamma-Linolsäure. Nachtkerzensamen sind leicht zu ernten und sehr schmackhaft.

Vom Nelkenwurz können noch sattgrüne, frische Blätter in ihrer Rosette geerntet werden, während der obere Teil der Pflanze schon welk danieder hängt. Für den Salat geschnitten oder in Smoothies gemixt stellen sie eine vitalstoffreiche Ergänzung des Speiseplans dar. Die Wurzel des Nelkenwurz riecht nach Gewürznelken und kann auch genauso verwendet werden.

Der ganzjährig grüne Gundermann ist weit verbreitet. Es braucht etwas Übung, diese kleine, unscheinbare Pflanze zu entdecken. Aber einmal gefunden, begegnet sie einem oft überall. Und es lohnt sich, denn die Blätter schmecken nicht nur angenehm würzig, sondern sind auch vollgepackt mit vielen heilkräftigen Inhaltsstoffen. Hier findest du ein paar leckere Rezepte für Naschereien mit Gundermann.

Nicht ganz so weit verbreitet ist das Seifenkraut. Doch dort, wo es wächst, steht es meist reichlich. Aus der Wurzel und dem Kraut kannst du ein mildes Waschmittel herstellen.

Heimisches Wildobst

Jetzt ist die Zeit der Apfelernte zum Einlagern für den Winter. Lageräpfel werden normalerweise gepflückt, ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass sich auch Fallobst einige Zeit gut lagern lässt. Am besten eignet sich zur Lagerung ein kalter Kellerraum. Solange es frostfrei bleibt, können die Äpfel genauso gut draußen gelagert werden.

Einige Sorten, die jetzt noch gar nicht schmecken, sind die besten Lageräpfel und entwickeln erst mit der Zeit ihr Aroma. Dazu gehört zum Beispiel der Bohnapfel, eine alte, sehr ursprüngliche Sorte. Dieser Apfel ist auch im Mai oder Juni noch essbar.

Auch im Oktober gibt es viel in der freien Natur zu ernten! Welche Früchte, Samen und Wurzeln jetzt reif sind und wie du sie erntest erfährst du hier.
von Swallowtail Garden Seeds (CC-BY-2.0)

Aus dem weit verbreiteten Holzapfel kannst du selbst flüssiges Apfelpektin herstellen und damit anderes Obst zu Marmalade und Gelees einkochen.

Birnen eignen sich nur bedingt zum Lagern. Sie werden am besten frisch verzehrt, zu Mus verkocht oder getrocknet. Die köstlichen, getrockneten Birnenschnitze eignen sich nicht nur als Knabberei, sondern sind auch eine fruchtig-süße Zutat in Gemüsegerichten.

Zwetschgenbäume stehen oft an Weges- oder Straßenrändern. Besonders gut schmecken die gefallenen Früchte. Manchmal trocknen die Früchte am Baum, sie sind dann besonders süß und lecker.

Berberitzenbeeren sind leicht säuerliche kleine Beeren. Sie enthalten sehr viel Vitamin C und können roh verzehrt werden. Aus den Beeren kann auch Gelee oder Saft gekocht werden.

Beeren der Berberitze
Beeren der Berberitze – von fox-and-fern (CC-BY-ND-2.0)

Die eher mehlig schmeckenden Weißdornbeeren können eine verbesserte Durchblutung der Herzkranzgefäße bewirken und den Blutdruck senken. Sie werden roh gegessen, als Tee aufgebrüht oder als Kompottzusatz genutzt.

Weißdornbeeren
Weißdornbeeren – von Roberto Verzo (CC-BY-2.0)

Reife Kornelkirschen sind dunkelrot und lassen sich ganz leicht vom Strauch lösen. Verwende sie wie Kirschen.

Kornelkirsche
Kornelkirsche – von Azchael (CC-BY-2.0)

Wild wachsende, heimische Nüsse

Esskastanien, besser bekannt als Maronen, sind ab Mitte Oktober reichlich zu finden. Ich verwerte sie am liebsten frisch. Dazu einfach in die Schale ein Kreuz ritzen und etwa 20 Minuten bei 180 °C im Ofen rösten.

Hasel– und Walnüsse sind dank ihrer gesunden Inhaltsstoffe sehr begehrt und vielerorts zu finden. Trockne sie in der Schale, so halten sie besonders lange. Wichtig ist, dass sie lose und luftig liegen, damit die Kerne nicht schimmeln.

Auf dem Waldboden können außerdem Bucheckern gesammelt werden. Roh verzehrt sind Bucheckern eher unbekömmlich, deshalb ist es besser, sie zu schälen und anschließend zu erhitzen. Geröstet streut man sie über den Salat und gekocht sind Bucheckern eine gute Beigabe zu Gemüsegerichten.

Rosskastanien enthalten Saponine und einige weitere, wertvolle Inhaltsstoffe. Aus ihnen kannst du ein ökologisches Waschmittel, Shampoo, Zahnputzpulver und viele andere Dinge herstellen.

Nuss- und Obstbäume sowie -sträucher zum Selberernten stehen häufig auf Gemeindeflächen, in Parks oder an Straßenrändern. Diese Plattform zeigt dir, welches Obst du in deiner Nähe ernten kannst.

Außerhalb von eindeutig privaten Gärten und Flächen ist das Sammeln und Ernten eigentlich immer erlaubt. Falls du trotzdem unsicher bist, zögere nicht, die Nachbarn oder Besitzter anzusprechen – Fragen kostet bekanntlich nichts!

Unsere liebsten Wildpflanzen, Rezepte und Tipps findest du auch in unserem Buch:

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