Hagebutten: Die besten Rezepte mit dem regionalen Superfood

Hagebutten gehören zu den regionalen Superfoods und lassen sich vielfältig verarbeiten und haltbar machen. Hier findest du die besten Rezepte mit Hagebutten.

Lass dir im Herbst die Hagebutten nicht entgehen, denn sie sind eine natürliche Quelle für Vitamin C, um sich für die nasskalte Jahreszeit zu wappnen. Hagebutten, also die essbaren Früchte verschiedener Heckenrosen-Arten, insbesondere der Hundsrose (Rosa canina), können ab September an Wald- und Wegrändern kostenlos geerntet werden.

Hagebutten, auch als Hiefen oder Rosenäpfel bekannt, sind eine äußerst gesunde heimische Vitaminquelle, die natürliche Wirkstoffe gegen Arthrose enthält, das Immunsystem stärkt und dich fit durch den Winter bringt. Wie du Hagebutten das ganze Jahr genießen kannst, erfährst du in diesem Beitrag.

Warum sind Hagebutten so gesund?

Der Vitamin-C-Gehalt der Hagebutte ist nahezu unübertrefflich: 500-1500 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm beinhalten die leuchtend roten Früchte je nach Sorte und Reife. Zum Vergleich: Bei Orangen sind es gerade mal 50 Milligramm, bei Paprika circa 140 Milligramm, nur der Sanddorn enthält ähnlich viel Vitamin C.

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Doch nicht nur als Vitamin-C-Lieferant können sich Hagebutten sehen lassen. Sie enthalten zahlreiche weitere Vitalstoffe, darunter ätherische Öle, Carotinoide, Flavonoide sowie viele andere Vitamine und Mineralstoffe. In den Kernen sind außerdem Galaktolipiden enthalten, sekundäre Pflanzenstoffe, die durch Arthrose hervorgerufenen Beschwerden entgegenwirken.

Tipp: Auf dem Wildpflanzen-Portal kostbarenatur.net findest du ein detailliertes Pflanzenprofil der Hagebutte (Hundsrose) mit allen wichtigen Inhaltsstoffen, Anwendungen und Sammeltipps.

Wie und wann ernte ich Hagebutten?

Nach den ersten frostigen Nächten ist der beste Erntezeitpunkt für Hagebutten, denn erst durch den Frost steigt der Zuckergehalt in den Beeren für ein angenehm süßes Aroma. Wenn du nicht so lange warten möchtest, werden die noch knackigen Früchte durch einen mehrtägigen Aufenthalt im Gefrierfach weicher und süßer. Bei vielen Rezepten können aber auch rote, noch knackige Exemplare verarbeitet werden.

Hagebutten gehören zu den regionalen Superfoods und lassen sich vielfältig verarbeiten und haltbar machen. Hier findest du die besten Rezepte mit Hagebutten.

Tipp: Selbst wenn für einige Rezepte nur die Haut und das Fruchtfleisch der Hagebutten verarbeitet werden, brauchst du die pelzigen Kerne, die im Volksmund als “Juckpulver” bekannt sind, noch lange nicht wegzuwerfen. Sie eignen sich zum Beispiel für die Zubereitung eines Tees, für die Herstellung eines heilsamen Hagebuttenpulvers oder für selbst gemachten Hagebuttenessig.

Rohes Hagebuttenmark verarbeiten

Wer Hagebutten roh genießt, schöpft das Nährstoff-Potenzial der Frucht am besten aus, denn durch Hitze geht ein Teil der Vitalstoffe verloren. Besonders das Fruchtmark reifer, weicher Früchte, die schon etwas Frost abbekommen haben, eignet sich zum rohen Verzehr. Sie sind auch erheblich süßer als die harten Exemplare.

Um an das weiche Fruchtmark vollreifer Früchte zu kommen, wird ein simpler Trick angewendet: Vorsichtig das Mark durch den Stielansatz herausdrücken und essen. Die haarigen Kerne bleiben in der Schale zurück.

Leider sind unverarbeitete Hagebutten nur wenige Tage haltbar. Um sie länger roh genießen zu können, werden die Früchte eingefroren. Darüber hinaus gibt es viele Rezepte, um die vitalstoffreichen Wildfrüchte zu köstlichen Speisen zu verarbeiten und zu konservieren.

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Hagebuttenpulver selber machen

Hagebuttenpulver selber zu machen, ist eine weitere Möglichkeit, um die Früchte haltbar zu machen und gleichzeitig möglichst viele Vitalstoffe zu erhalten – vor allem dann, wenn sie bei Temperaturen unter 42 °C getrocknet werden und dadurch quasi noch als Rohkost gelten.

Hagebuttenpulver ist reich an Vitalstoffen und wirkt entzündungshemmend und antioxidativ, sogar bei Arthrose. Statt es zu kaufen, kannst du Hagebuttenpulver leicht selber machen.
Dank der zahlreichen gesunden Inhaltsstoffe der Hagebutte ist Hagebuttenpulver ein natürliches Nahrungsmittelergänzungsmittel mit entzündungshemmender und antioxidativer Wirkung, das zum Beispiel bei Arthrose und Rheuma Linderung verschafft.

Hagebuttenessig selber machen

Um aromatischen Hagebuttenessig herzustellen, brauchst du nichts weiter als Essig, Hagebutten und etwas Geduld. Denn nach ein paar einfachen Handgriffen lösen sich die Inhaltsstoffe der Hagebutten ganz von allein im Essig.

Hagebuttenessig selber zu machen, ist eine einfache Methode, die Früchte haltbar zu machen und dabei möglichst viele Vitalstoffe zu erhalten.

Hagebuttenmus herstellen

Durch schonende Verarbeitung kannst du das Fruchtmark länger haltbar machen. Hierfür eignen sich auch solche Früchte, die noch etwas härter sind. Zwar geht durch das Kochen ein Teil des Vitamin C verloren. Weil die Früchte es aber so reichlich enthalten, bleibt auch noch sehr viel davon übrig.

Für das Hagebuttenmus werden folgende Zutaten benötigt:

  • 500 g Hagebutten
  • 1-2 EL Zucker oder Honig (nach Geschmack)
  • Zimt [Link]
  • ca. 150 ml Wasser

So gehst du vor:

  1. Hagebutten waschen und zusammen mit dem Wasser in einen Topf geben.
  2. Kurz aufkochen und bei geringer Temperatur zugedeckt leicht köcheln lassen, bis die Früchte aufplatzen.
  3. Mit einem Stampfer gründlich zerdrücken, sodass Mus entsteht.
  4. Die Fruchtmasse durch ein feines Metallsieb streichen oder mit einer Flotten Lotte passieren, um das Mark von den Kernen und Schalen zu trennen.
  5. Das Fruchtmus auffangen, nach Belieben süßen und mit Zimt oder auch mit anderen Gewürzen verfeinern.

Zimt, Ingwer, Vanille oder Minze sind eine wunderbare Ergänzung zum süß-herben Aroma der Hagebutten. Das vitaminreiche Mus schmeckt pur, auf Brot, im Müsli oder im Joghurt und lässt sich zu einer fruchtige Hagebuttensoße weiterverarbeiten.

Im Kühlschrank bleibt das Hagebuttenmus mindestens drei Tage lang frisch. Für eine längere Haltbarkeit kannst du es auch in keimfreie Gläschen füllen und einkochen.

Hagebuttensaft herstellen

Hagebuttensaft herzustellen, ist etwas aufwendiger, ergibt aber ein aromatisches Getränk, das auf Wunsch direkt zu lange haltbarem Sirup weiterverarbeitet werden kann.

Für circa 750 Milliliter Hagebuttensaft werden benötigt:

  • 1 kg Hagebutten
  • 1 L Wasser
  • optional Zimt

So geht’s:

  1. Hagebutten waschen und mit 500 Millilitern Wasser in einen Topf geben.
  2. So lange bei geringer Temperatur köcheln, bis die Früchte aufplatzen.
  3. Mit einem Stampfer gründlich zerdrücken.
  4. Die Masse durch ein Sieb oder Passiergerät geben, um das Mus von Kernen und Schalen zu trennen. Ein grobmaschiges Sieb ist ausreichend, da die Masse später sowieso noch durch ein Tuch gefiltert wird. Das Mus auffangen und zur Seite stellen.
  5. Die übrig gebliebene Frucht-Kern-Masse nochmals mit weiteren 500 Millilitern Wasser in einen Topf geben und die Schritte 2 bis 4 wiederholen. So holst du möglichst viel Fruchtsaft aus den Früchten heraus.
  6. Das gewonnene Fruchtmus in ein Mull- oder Seihtuch oder in einen Nussmilchbeutel geben und auspressen. Den Saft auffangen, nach Belieben süßen und mit Zimt verfeinern und in eine keimfreie Flasche abfüllen.

Ohne Zugabe von Zucker und Einkochen ist der Hagebuttensaft nur wenige Tage haltbar, enthält dafür aber noch mehr gesunde Inhaltsstoffe.

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Hagebutten-Sirup herstellen

Länger haltbar, dafür aber auch deutlich zuckerhaltiger, ist ein Hagebutten-Sirup, den du ganz einfach aus dem Saft herstellen kannst:

  1. Den ungezuckerten Saft in einen Topf geben und so lange köcheln lassen, bis sich die Flüssigkeit auf etwa 500 Milliliter reduziert hat.
  2. 150 Gramm Zucker und etwas Zimt zugeben und auflösen. Den Sirup heiß in eine keimfreie Flasche abfüllen und kühl lagern.

Ein Schuss Hagebuttensirup verwandelt Wasser in einen erfrischenden Sommerdrink und macht es zu einer willkommenen Alternative zu übersüßten Limonaden .

Hagebuttenmarmelade kochen

Aus Hagebutten, Fruchtsaft und Gelierzucker lässt sich mit wenigen Handgriffen eine köstliche Hagebuttenmarmelade herstellen. Sie schmeckt als Brotaufstrich und passt als Topping auch zu allerlei Süßspeisen wie Milchreis oder Pfannkuchen.

Hagebutten glühen im Herbst an vielen Wegrändern. Diese enthalten sehr viel Vitamin C und sind im Haushalt vielseitig einsetzbar. So auch als Konfitüre!

Hagebuttenkerne verwerten statt wegwerfen

Wenn du ein Hagebutten-Rezept zubereitest, bei dem Kerne oder Trester zurückbleiben, müssen diese nicht auf dem Kompost landen. Die Überbleibsel können im Ofen getrocknet und als Hagebutten- und Kernlestee aufgegossen oder statt frischer Hagebutten zum Ansetzen eines Hagebuttenessigs verwendet werden.

Hinweis: Die von Kindern auch als natürliches Juckpulver beliebten Kernhaare, aber auch andere Inhaltsstoffe der Hagebutten, können in seltenen Fällen Unverträglichkeiten oder Allergien auslösen. Beginne deshalb im Zweifel zunächst mit kleinen Mengen. Falls du nach dem Verzehr von Hagebutten unter Verdauungsbeschwerden, Hautausschlägen oder Atembeschwerden leiden solltest, empfiehlt es sich, einen Arzt zu Rate zu ziehen.

Hagebutten gehören zu den regionalen Superfoods und lassen sich vielfältig verarbeiten und haltbar machen. Hier findest du die besten Rezepte mit Hagebutten.

Tipp: Ein heißer Aufguss eignet sich auch als natürliche Haarspülung mit Hagebutten bei schnell fettendem Haar.

Welches sind deine liebsten Rezepte mit Hagebutte? Wir freuen uns über weitere Inspirationen!

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7 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Hallo, ich habe Pulver gemacht und die Härchen darin reizen mich…Ich bekomme einen Hustenanfall… gibt es eine Möglichkeit die Härchen im Nachhinein rauszubekommen.

    Antworten
    • smarticular.net
      smarticular.net

      Wie nimmst du das Pulver ein? Wir empfehlen, das Pulver eine Zeit lang in Flüssigkeit, Joghurt o.ä. einzuweichen. Dabei weichen auch die Härchen auf und können mit ihren kleinen Widerhaken kaum mehr reizen.
      Leider gibt es keine Möglichkeit, sie nachträglich zu entfernen, aber auch eine vorherige Entfernung aller Härchen ist so gut wie unmöglich.
      Liebe Grüße

  2. Danke, ich habe inzwischen weiche und harte geerntet und geöffnet und im Backofen bei 40 Grad getrocknet. Werde dann versuchen Pulver durch den Smoothymaker herzustellen und einiges klein hacken um es als Tee zu nutzen.

    Danke für den tollen Hinweis für die Hagebutten.

    Antworten
    • Hallo saschi,
      danke für dein Lob und viel Erfolg bei der Zubereitung!
      Liebe Grüße!

  3. Ich möchte dieses Jahr mal Hagebutten-Fruchtleder probieren:
    Die Hagebutten entkernen, anschließend das Fruchtfleisch in den Mixer. Eventuell noch etwas Flüssigkeit hinzu, bspw. Apfelsaft.
    Die Masse kommt dann in mein Dörrgerät für ein paar Stunden. Geht auch im Ofen.

    Antworten
  4. Ich habe einen großen Hagebuttenstrauch und möchte Pulver herstellen. Können dafür wiche und harte Hagebutten benutzt werden oder nur eine der “Sorten”?
    Danke schon mal für eine Info

    Antworten
    • Hallo Saschi, weiche sind in der Regel bereits etwas reifer als die harten. Wichtig ist, dass die Hagebutten gut durchgetrocknet sind, bevor du mit der Pulverproduktion beginnst. Wir haben eher harte verwendet, das lag aber auch daran, dass wir in der Saison relativ früh dran waren. Liebe Grüße Sylvia

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