Beete vorbereiten: Für gesunden Boden und mehr Ertrag im Selbstversorgergarten

Damit Saat und Jungpflanzen im Selbstversorgergarten gedeihen, lohnt es sich, die Beete vorzubereiten. Hier erfährst du, wie du deine Beetflächen nachhaltig vorbereitest.

Selbst angebautes Obst und Gemüse enthält besonders viele gesunde Nährstoffe und schont die Umwelt, weil lange Transportwege entfallen. Damit die Selbstversorgung im eigenen Garten gelingt, empfiehlt es sich, die Beete vorzubereiten, bevor du mit der Aussaat und Pflanzung beginnst.

Ein paar wenige einfache Maßnahmen verschaffen deinen Pflanzen einen guten Start und sorgen für eine reichliche Ernte – ganz ohne Kunstdünger und schweißtreibendes Umgraben.

Neues Beet anlegen

Wer ein neues Beet anlegen möchte, wählt erst einmal eine Beetform aus. Ein klassisches Flachbeet herzustellen, kann recht aufwändig sein, weil zunächst die Grasnarbe entfernt und der meist verdichtete Boden intensiv bearbeitet werden muss. Mit einem Holzrahmen, Pappe und etwas Gartenmaterial lässt sich ein ebenerdiges Beet aber auch ohne Umgraben anlegen.

Einen Rasen oder eine Wiese in ein fruchtbares Beet zu verwandeln, muss keine Schwerstarbeit sein. Mit dieser Anleitung sparst du dir das Umgraben und lässt die Natur für dich arbeiten.

Alternativ kommen zum Beispiel ein rückenschonendes Hochbeet (zum Beispiel selbst gebaut aus Paletten) oder ein Hügelbeet infrage. Die beiden auch in der Permakultur beliebten Beetformen ermöglichen es, im Garten ohnehin vorhandene Biomasse sinnvoll zu verwerten, und kommen mehrere Jahre ohne zusätzliche Düngung aus.

Tipp: Wer in den Beeten Gemüse und Co. anbauen möchte, beginnt am besten spätestens jetzt damit, einen Pflanzplan anzulegen.

Beet auflockern

Bereits vorhandene Beete werden für die neue Gartensaison aufgelockert. Das sorgt für eine gute Durchlüftung, verbessert die Fähigkeit des Bodens, Wasser zu speichern, ohne dass Staunässe entsteht, und erleichtert es den Pflanzen zu wurzeln.

Intensives Umgraben, wie es manchen noch aus Zeiten der Großeltern in Erinnerung ist, wird nur noch bei stark verdichteten, schweren Böden empfohlen, denn dadurch wird das vorhandene wertvolle Bodenleben gestört und wortwörtlich auf den Kopf gestellt. In den meisten Fällen reicht es aus, die oberen Bodenschichten mit einer Grabegabel oder mit dem Spaten zu lockern.

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Dazu einfach mit dem Werkzeug in regelmäßigen Abständen in den Boden stechen und es hin und her bewegen bzw. die Erde leicht anheben. Grobe Erdschollen können später noch mit einer Hacke oder einem Rechen bearbeitet werden, um die obere Erdschicht zu verfeinern und insbesondere die spätere Aussaat zu erleichtern. Bei schweren Böden hilft es, etwas Sand zuzugeben, um sie dauerhaft locker und durchlässig zu halten.

Tipp: Bei stark verdichteten Böden empfiehlt es sich, die Beete bereits im Herbst umzugraben. Das führt dazu, dass der Frost tiefer in den Boden eindringt und ihn durch die gefrierende Feuchtigkeit quasi “aufsprengt”. Diese sogenannte Frostgare lockert den Boden, verfeinert die Bodenstruktur und erleichtert die Arbeiten im Frühjahr.

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Beikräuter und Co. entfernen

Wenn der Boden aufgelockert ist, lassen sich unerwünschte Beikräuter, Wurzeln und Steine ohne viel Kraftaufwand aus dem Beet entfernen. Auf diese Weise haben Samen und Setzlinge mehr Platz, um wurzeln zu schlagen, und sie erhalten einen Vorsprung gegenüber konkurrierenden Wildpflanzen.

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Bei anhaltendem Sonnenschein können gejätete Beikräuter auf dem Beet liegen bleiben. Sie werden durch die Sonne in kurzer Zeit welk, sterben ab und dienen als Düngung. Bei feuchter Witterung besteht das Risiko, dass die Pflanzen wieder anwachsen. In diesem Fall sind sie auf dem Kompost besser aufgehoben.

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Tipp: Am Ende der Saison sorgt eine Gründüngung dafür, dass die Beete gut geschützt in die Wintersaison übergehen. Sie dient außerdem als natürliche Schädlingsbekämpfung, Erosionsschutz und Dünger.

Beet düngen

Zu guter Letzt wird das Beet – je nach Bedarf – ausreichend gedüngt. Wenn du in deinem Garten bereits mit einer Fruchtfolge arbeitest oder Hochbeete verwendest, in denen die Nährstoffe nach und nach freigesetzt werden, reicht es, die Beete alle drei bis vier Jahre (nach der letzten Saison mit schwachzehrenden Pflanzen) zu düngen.

Bei neuen Beeten oder wenn du unsicher bist, wie viel Nährstoffe zur Verfügung stehen, empfiehlt es sich, die Erde zum Saisonbeginn mit etwas reifem Kompost, Bokashi oder anderen organischen und mineralischen Düngemitteln anzureichern. Dazu wird das Material auf der gesamten Fläche ausgebracht und leicht eingearbeitet. Je nachdem, ob schwach-, mittel- oder starkzehrende Pflanzen auf einer Fläche wachsen sollen, reichen als Faustformel fünf bis fünfzehn Liter Kompost pro Quadratmeter aus.

Mit einem eigenen Komposthaufen lassen sich ökologische Abfälle in nährstoffreiche Erde verwandeln, sodass auf zusätzlichen Dünger und umweltschädlichen Torf getrost verzichtet werden kann.

Tipp: Wer es genau wissen möchte, kann über eine professionelle Bodenanalyse erfahren, welche Nährstoffe fehlen, und diese gezielt zusetzen.

Wenn sich erst später ein Nährstoffmangel an deinen Pflanzen herausstellt, lässt er sich beispielsweise durch einen selbst gemachten Bio-Dünger wie Brennesseljauche beheben. Sie versorgt insbesondere Starkzehrer mit zahlreichen Nährstoffen.

Tipp: Hier erfährst du, welche Pflanzen und Küchenabfälle sich ebenfalls als natürliches Düngemittel eignen.

Beet ruhen lassen

Nachdem das Beet aufgelockert, gedüngt und von Beikräutern und Steinen befreit wurde, empfiehlt sich eine Ruhezeit von zwei bis sechs Wochen, in der sich die Erde wieder etwas setzen kann und kleine Hohlräume geschlossen werden. Dann steht einer erfolgreichen Aussaat und Pflanzung nichts mehr im Wege. Welche Gemüse, Kräuter und Blumen wann gesät und gepflanzt werden können, erfährst du in unserem Aussaatkalender.

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Wie bereitest du deine Beete nach dem Winter auf die neue Gartensaison vor? Wir freuen uns auf deine Erfahrungen in einem Kommentar!

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2 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Danke für die wertvollen Tipps. Auch diejenigen die “nur” am Balkon garteln, können ihre “Beete” (=Gefäße) wieder auffrischen. Wenn die Erde aus dem Vorjahr nicht komplett durchwurzelt ist, lässt sie sich wieder mit Kompost und eventuell Kokosfasern aufpimpen. Das spart Geld und Ressourcen…

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  2. Franziska

    Mir fehlen in dem Artikel die Methoden von Ruth Stout (Garden Eden/deep mulch) und v.a. Charles Dowding (No dig).
    Wir gärtnern bereit seit ca. 20 Jahren und haben so ziemlich alles ausprobiert. Am einfachsten (und am schonensten für alle Bodelebewesen) lässt sich ein Beet mit Hilfe einer Schicht unbedruckter Pappe und darauf zehn cm Kompost herstellen. Auch, wenn der Boden stark verdichtet und verunkrautet ist. Spätestens nach einem Jahr ist nicht nur die Pappe aufgelöst, sondern auch der Boden darunter gelockert. In den Folgejahren werden nur knapp zwei cm Kompost aufgebracht. Weiterer Vorteil von No Dig und Deep Mulch: Wasser wird besser gespeichert.
    Eine Beetumrandung aus Holz ist arbeitsintensiv in der Herstellung und der Instandhaltung. Außerdem leben genau dort gerne Schnecken.
    Für uns hat sich bei der Planung eine einheitliche Beetgröße als effizient heraus gestellt. Da arbeiten wir nach Market gardening-kriterien. Das Beet muß mit einem Schritt zu übersteigen sein, bei uns sind die Beete daher 75 cm breit mit einem 25 cm breiten Weg.
    Allen Gartenenthusiasten viel Erfolg ☀️

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