Naturgarten: warum es sich lohnt, ein bisschen mehr Unordnung im Garten zuzulassen

Ein Naturgarten macht weniger Arbeit und wirkt sich positiv auf die Umwelt und den Ertrag aus. So einfach lässt sich mit weniger Aufwand mehr erreichen.

In zahlreichen Gärten wird viel Arbeit investiert, um den Rasen zu trimmen, Beikräuter regelmäßig zu entfernen und herabfallendes Laub zeitnah zu entsorgen. Dabei ist ein stets aufgeräumter Garten nicht nur arbeitsintensiv, sondern beeinträchtigt auch die Umwelt, bietet kaum Lebensraum für Tiere und kann die gärtnerischen Erfolge am Ende sogar schmälern.

In einem Naturgarten finden Nützlinge hingegen deutlich mehr Nahrung, Unterschlupf und Nistmöglichkeiten. Außerdem sorgt naturnahes Gärtnern für einen gesunden Boden und damit auch für eine reiche Ernte – und das mit weniger Arbeitsaufwand. Ganz nebenbei leisten Naturgärtner auf diese Art und Weise auch noch einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz.

Verblühte Stauden stehen lassen

Verblühte Stauden sind nicht immer ein schöner Anblick und landen deshalb oft zügig auf dem Kompost. Wer Vögeln und Insekten etwas Gutes tun möchte, lässt Stengel und Samenstände aber am besten bis ins Frühjahr hinein stehen. Denn Vögel ernähren sich im Winter von den Samen, und zahlreiche Kleintiere nutzen hohle Stängel und Co. als Winterquartier. Auch die Pflanzen profitieren, wenn sie durch die abgestorbenen Reste bis zum Neuaustrieb geschützt und gewärmt werden.

Ein Naturgarten macht weniger Arbeit und wirkt sich positiv auf die Umwelt und den Ertrag aus. So einfach lässt sich mit weniger Aufwand mehr erreichen.

Lockern statt umgraben

Vor der Aussaat oder Pflanzung die Beetfläche schweißtreibend umzugraben, ist nicht nur nicht notwendig, sondern es bringt auch die Bodenstruktur gehörig durcheinander. Das kann sich am Ende sogar negativ auf die Erträge auswirken.

Wenn der Boden stattdessen nur mit einer Grabgabel aufgelockert wird, bleiben die einzelnen Bodenschichten an Ort und Stelle, und die verschiedenen Kleintiere und Mikroorganismen können zeitnah ihre nützliche Arbeit wieder aufnehmen.

Ein Naturgarten macht weniger Arbeit und wirkt sich positiv auf die Umwelt und den Ertrag aus. So einfach lässt sich mit weniger Aufwand mehr erreichen.

Mit Totholz Lebensräume schaffen

Hecken- und Baumschnitt, Baumstümpfe und anderes Totholz bilden einen wichtigen Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Insbesondere viele Insekten finden darin Unterschlupf. Sie dienen wiederum als Nahrung für Vögel, Igel und andere nützliche Gartenbewohner.

Wer das Totholz nicht einfach herumliegen lassen möchte, kann daraus eine dekorative Benjeshecke bauen. Sie eignet sich als pflegeleichter Sichtschutz und fördert gleichzeitig ein gesundes Ökosystem im Garten.

Ein Naturgarten macht weniger Arbeit und wirkt sich positiv auf die Umwelt und den Ertrag aus. So einfach lässt sich mit weniger Aufwand mehr erreichen.

Laub auch mal liegen lassen

Aus ein paar Zweigen und etwas Laub entsteht schnell ein geschütztes Winterquartier für Igel, wenn man sie lose übereinanderschichtet und eventuell durch in die Erde gesteckte Äste grob “einzäunt”. Deshalb empfiehlt es sich, das Material in einer Ecke des Gartens zu belassen, statt es komplett zu kompostieren.

Tipp: Wenn viel Laub anfällt, lässt es sich mit einem Laubkompost mit wenig Aufwand in nährstoffreiche Erde verwandeln.

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Nackte Erde vermeiden

Beete mit akkuraten Pflanzreihen und rundherum nackter Erde sehen zwar gepflegt aus. Dem Boden tun sie allerdings weniger gut. Denn ohne dichtes Blatt- und Wurzelwerk ist das Erdreich der Witterung schutzlos ausgesetzt. Trockenheit und Erosion (inklusive Verlust wertvoller Nährstoffe) sind die Folge.

Durch Mischkultur, Bodendecker oder eine schützende Mulchschicht lässt sich das Problem leicht vermeiden. Gleichzeitig fällt weniger Arbeit an, um regelmäßig unerwünschte Beikräuter zu entfernen.

Ein Naturgarten macht weniger Arbeit und wirkt sich positiv auf die Umwelt und den Ertrag aus. So einfach lässt sich mit weniger Aufwand mehr erreichen.

Nicht alle Brachflächen beseitigen

Sandige Brachen, an denen einfach nichts so richtig wachsen will, sind nicht schön anzusehen. Viele Wildbienenarten brauchen aber genau diese Flächen, um in kleinen Erdhöhlen zu nisten. Deshalb ruhig die eine oder andere “kahle Stelle” im Garten zulassen. Vielleicht kannst du dich dann bald am fröhlichen Gebrumme der Nützlinge erfreuen.

Tipp: Hier findest du mehr Ideen für einen insektenfreundlichen Garten.

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Wo lässt du in deinem Garten der Natur ihren Lauf und kannst dich an den Ergebnissen ganz besonders erfreuen? Hinterlasse uns deine Erfahrungen in einem Kommentar!

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Ein Naturgarten macht weniger Arbeit und wirkt sich positiv auf die Umwelt und den Ertrag aus. So einfach lässt sich mit weniger Aufwand mehr erreichen.

4 Kommentare Kommentar verfassen

  1. andereSabine

    Vielleicht sollten wir eine natürliche Gartengestaltung nicht “Unordnung” nennen, denn das ist es doch nur in den Augen derer, die echte Natur ums Haus rum gar nicht wollen. Solche “Gärten” und auch die berüchtigten Steinvor”gärten” werden aus genau dem Grund so angelegt, DAMIT sich kein Tier dort hineinverirrt. DA ist doch die Natur völlig in Unordnung. Die vorbeifliegenden Schmetterlinge stammen nämlich aus dem Naturort von nebenan.
    Der Naturgarten ist ein Ort, der auch gepflegt und betreut werden muss und eine gewisse Ordnung aufweisen kann, nur dass er der eigentliche “Garten” ist, der den Namen verdient. Das ist wie mit dem Bio-Gemüse, das eigentlich erste Wahl und selbstverständlich sein sollte, ohne das Wort “Bio” zu brauchen. Alles andere sollte z.B. Chemie-Ware oder Industrie-Gemüse heißen. Ob das dann noch jemand kauft?
    ;-)

    Antworten
  2. Hallo Smarties,
    wir haben seit Herbst alles in unserem Garten stehen und liegen lassen. Auch wenn wir durch unsere Eiche sehr viel Laub im Garten haben, wollten wir unserem Igel und den Insekten eine Rückzugsmöglichkeit geben. Unsere Nachbarn halten zwar nichts von unserer Vorgehensweise, da einige von ihnen den Kies- oder Betonboden in ihren Gärten bevorzugen, um diese klinisch rein zu halten. Langsam fangen wir an, den nachwachsenden Pflanzen wieder etwas Platz zu verschaffen.
    Anscheinend lohnt sich unser Vorgehen, denn seit Jahren fühlt sich eine Waldohreule, ein Specht, Eichhörnchen und Igel bei uns wohl. In diesem Jahr sieht es gut aus, dass ein Turmfalkenpärchen das verwaiste Elsternest auf unserer Eiche bezieht. Wir drücken jeden Tag die Daumen!

    Antworten

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