Kletten – kein Unkraut, sondern ein vielseitiges Heilmittel
Wer kennt sie nicht: die kleinen, hartnäckigen Kletten, die sich beim Spaziergang an Kleidung oder Hundefell festhaken. Kein Wunder, dass die Pflanze oft einen schlechten Ruf hat. Doch hinter ihrem unscheinbaren Äußeren verbirgt sich eine erstaunlich vielseitige Wildpflanze mit langer Geschichte.
Die Klette, botanisch zur Gattung Arctium gehörend, stammt ursprünglich aus Nordasien, ist heute aber in ganz Europa verbreitet. Schon im Mittelalter wurde sie nicht nur als Heilpflanze, sondern auch als Nahrungsmittel geschätzt. In der modernen Küche ist sie hierzulande zwar in Vergessenheit geraten, doch in Japan gehört die Klettenwurzel (Gobo) noch immer fest zur traditionellen Ernährung.
Alle Pflanzenteile – von der Wurzel bis zu den Samen – können genutzt werden. Besonders interessant ist die Klette wegen ihrer Inhaltsstoffe wie Bitterstoffe, Inulin und sekundäre Pflanzenstoffe, die den Stoffwechsel und verschiedene Körperfunktionen unterstützen können.
Die wichtigsten Wirkungen der Klette
Die Klette wird traditionell in der Pflanzenheilkunde vielseitig eingesetzt. Auch wenn sie kein Wundermittel ist und keine medizinische Behandlung ersetzt, kann sie eine sinnvolle Ergänzung im Alltag sein.
Unterstützung für Haut und Immunsystem
Die Klette wird häufig mit einer „reinigenden“ Wirkung in Verbindung gebracht. Gemeint ist damit ihre mögliche Unterstützung für Stoffwechselprozesse und Ausscheidung.1 Traditionell wird sie deshalb bei Hautproblemen wie Unreinheiten, Ekzemen oder kleinen Entzündungen eingesetzt.2 Äußerlich angewendet – etwa als Umschlag oder Öl – kann sie beruhigend auf gereizte Haut wirken.
Wohltuend für Verdauung und Stoffwechsel
Bitterstoffe in der Klette regen die Verdauung an. Sie können helfen, Blähungen zu lindern und den Appetit sanft zu fördern. Auch bei einem trägen Darm wird die Pflanze traditionell eingesetzt. Darüber hinaus enthält die Wurzel Inulin, einen Ballaststoff, der sich positiv auf die Darmflora auswirken kann.3
Traditionell geschätzt für Haare und Kopfhaut
Besonders bekannt ist die Klette in Form von Klettenwurzelöl, das du leicht selber machen kannst. Es wird seit langem zur Pflege der Kopfhaut verwendet und kann helfen, trockene Haut zu beruhigen und das Haar geschmeidiger zu machen.

Viele weitere heilende Anwendungen von regionalen Kräutern und Pflanzen findest du in unseren Büchern:
Klette selbst anwenden: Einfache Hausmittel
Mit etwas Geduld lassen sich viele Anwendungen der Klette ganz einfach selbst herstellen. Wichtig ist dabei, nur Pflanzen aus unbelasteten Gebieten zu sammeln und sie sicher zu bestimmen.
Klettentee zur Unterstützung des Stoffwechsels
Ein Tee aus Wurzeln oder Blättern ist eine der einfachsten Anwendungen. Koche dafür zerkleinerte Pflanzenteile kurz auf und lasse sie anschließend ungefähr zehn Minuten lang ziehen. Der Tee hat einen leicht bitteren Geschmack und kann in kleinen Mengen über den Tag verteilt getrunken werden
Kaltauszug aus Klettenwurzel
Schonender als das Kochen ist ein Kaltauszug. Weiche dafür die Wurzelstücke mehrere Stunden in kaltem Wasser ein und erhitze sie anschließend kurz. Diese Methode eignet sich besonders, um empfindliche Inhaltsstoffe zu bewahren.
Klettenöl für Haut und Muskeln
Ein Ölauszug aus Klettenwurzel ist vielseitig einsetzbar. Du kannst ihn bei trockener Haut, kleinen Prellungen oder zur Massage verwenden. Schneide dazu leicht angetrocknete Wurzeln klein, schichte sie in ein Schraubgals und übergieße sie mit einem hochwertigen Pflanzenöl. Lass alles mehrere Wochen lang ziehen. Schüttle hin und wieder das Glas, damit sich die Inhaltsstoffe besser lösen.

Tinktur für die Hausapotheke
Eine alkoholische Tinktur ist länger haltbar und lässt sich tropfenweise anwenden. Sie wird aus frischen Wurzeln und Alkohol hergestellt und sollte immer nur kurzfristig und in kleinen Mengen genutzt werden.
Was du bei der Anwendung beachten solltest
So vielseitig die Klette auch ist, sie sollte bewusst eingesetzt werden. Bei bestehenden Erkrankungen, Unsicherheiten oder anhaltenden Beschwerden ist es sinnvoll, ärztlichen Rat einzuholen.
Auch gilt: Weniger ist oft mehr. Gerade bei Tinkturen oder konzentrierten Zubereitungen reicht eine geringe Menge aus.
Die Klette neu entdecken
Die Klette zeigt eindrucksvoll, dass viele vermeintliche „Unkräuter“ in Wahrheit wertvolle Begleiter sein können. Wer sie erkennt und richtig nutzt, gewinnt eine vielseitige Pflanze für die natürliche Hausapotheke.
Vielleicht begegnet dir die Klette beim nächsten Spaziergang mit einem neuen Blick – nicht mehr als lästiger Anhänger, sondern als kleine, widerstandsfähige Helferin am Wegesrand.
Schreib uns bitte, ob du schon positive Erfahrungen mit der Klette gesammelt hast!
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- Predes, F. S. et al. (2011): Antioxidant activity of Arctium lappa root extracts. BMC Complementary and Alternative Medicine, 11:25. DOI: 10.1186/1472-6882-11-25 ↩︎
- Chan, Y. S. et al. (2011): A review of the pharmacological effects of Arctium lappa (burdock). Inflammopharmacology, 19(5), 245–254. DOI: 10.1007/s10787-010-0062-4 ↩︎
- Roberfroid, M. (2007): Prebiotics: the concept revisited. The Journal of Nutrition, 137(3 Suppl 2), 830S–837S. DOI: 10.1093/jn/137.3.830 ↩︎


Sind das auf dem allerersten Foto nicht Disteln und keine Kletten? 🤔 Kletten haben doch keine stacheligen Blätter
Hallo Kathrin,
vielen Dank für dein gutes Auge. Du hast völlig recht! Wir tauschen das Bild so schnell wie möglich aus. :)
Ganz liebe Grüße
Dennis
Erledigt! :)
Liebes smarticular Team, ich schätze die Seite hier sehr und freue mich immer wieder über eure Ideen.
Bei diesem Betrag müsste ich allerdings über die Anwendung der Tinktur stützen. Täglich ein bis zwei Schnapsgläser einer Wodka basierten Tinktur erwachte ich als äußerst gefährlich. Das mündet irgendwann in Alkoholismus, wenn man das tatsächlich macht.
Doofe Autokorrektur: zu viele üs im Text.
Hallo Cymbeline, da hast du natürlich Recht. Es ist eine Einnahme für wenige Tage gemeint. Wir haben den Text entsprechend angepasst. Liebe Grüße Sylvia
heute auf der hundewiese:
fragte ich ne chinesin, warum sie säckeweise (braune,vertrocknete)
kletten sammelt…🤔
TCM war die antwort…😏
na, datt is ja suuuper: dann gibts demnext mal bei uns
kletten-hundehaare-tee bei bauchweh…🤣😂😅…
Auf dieser Seite bin ich häufig um mich in meiner Kräuterkunde hört zu bilden. Mache schon 5 Jahre, oder mehr Tees von so genannten Unkraut. Als Kind habe ich es auch viele Jahre bis zur Jugendzeit praktiziert, aber mehr mit einer echten Kräuterhexe. Diese Dame möchte keiner im Dorf, aber hier hat Sie viel gegeben. Die eigene Stärke, das Wissen an Kräutern und deren Anwendung. Noch wußte ich nicht das ich das Wissen einmal anwenden und erweitern würde. Diese Seite hilft mir nicht nur mein Wissen zu erweitern, sondern ersetzt die Kräuterhexe in der Kindheit. Danke!
Hallo Heidemarie, danke für deine persönliche Geschichte. Wir freuen uns, dass du hier so viel Inspiration findest. Liebe Grüße Sylvia