Recycelte Kaminanzünder – eine Alternative zu Chemiebomben

Wenn es draußen kälter wird, freue ich mich auf das warme Plätzchen vor dem Kamin. Chemische Grillanzünder müssen aber nicht sein, es geht viel einfacher

An kühlen Tagen kommt man nach Hause und wünscht sich nichts sehnlicher als ein warmes Plätzchen, vielleicht sogar vor dem eigenen Kamin oder Ofen. Herkömmliche Kaminanzünder und Grillanzünder stinken jedoch fürchterlich, weil sie meist aus Kerosin hergestellt werden. Das ist nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern verdirbt durch beißenden Geruch auch schnell die Freude am gemütlichen Feuer.

Dieses Dilemma kannst du mit natürlichen, selbstgemachten Kaminanzündern aus Recyclingmaterialien umgehen. Im besten Fall riecht es nach harzigem Kiefernwald und man fühlt sich ganz natürlich geborgen.

Mit selbstgemachten Kaminanzündern aus Resten sparst du außerdem Geld und schonst die Umwelt. Sie sind leicht und schnell zu fertigen, die Zutaten hast du bestimmt schon in Haus, Hof und Garten vorrätig.

„Zutaten“ für diese zündenden Reste können folgende sein:

  • alte Eierkartons
  • Zeitungspapier
  • alte Papiertüten
  • zerknülltes Papier (vermeide Papier mit Lack, Kleber u.ä.)
  • alte Pappkartons
  • Papprollen von Toiletten- und Küchenpapier
  • kleine, trockene Äste
  • Zapfen
  • getrocknete Kastanien
  • Nussschalen
  • Sägespäne
  • Wachsreste

Für einen effektiven und ökologischen Kaminanzünder kannst du diese Zutaten ganz nach Belieben mischen. Nachfolgend beschreibe ich drei mögliche Vorgehensweisen.

Kaminanzünder mit Kerzenresten

Um Wachsreste von Kerzen, Teelichtern usw. in Kaminanzünder zu verwandeln, kannst du alte Kerzenreste in einem Topf schmelzen lassen. Das flüssige Wachs wird nun mit Papierschnipseln, Nussschalen oder Sägespänen vermischt und auf einem Blech zum Trocknen ausgebreitet. Schneide das erkaltete Wachsgemisch in Stücke, die du in einer Büchse aufbewahrst, bis ein Feuer entfacht werden soll.

Gefüllte Eierkartons

Eine andere Variante besteht darin, in ausgediente Eierkartons, kleine Pappschachteln oder Papiertüten alles Kleinzeug wie Papprollen, Ästchen, Nussschalen, Zapfen, Sägespäne usw. hinein zu stecken. Dieses Paket kannst du anschließend in der Mitte des Holzscheithaufens platzieren und entzünden, damit das umliegende Holz gleich Feuer fangen kann.

Weitere Ideen zum Weiterverwenden von Eierkartons findest du hier.

Papprollen

Aus Papprollen, z.B. vom Toilettenpapier, kannst du praktische und kompakte Anzünder basteln. Dazu in die Mitte einer Papprolle Wachsreste stecken und dann die beiden Eingänge mit trockenen Zapfen oder Kastanien verstopfen. Aber nicht erschrecken – wenn Kastanien, Nussschalen oder Zapfen heiß werden und anfangen zu brennen, kann es sein, dass sie etwas knacken, da die Schale aufbricht.

Neben diesen Anleitungen hast du vielleicht noch eigene Ideen bekommen, um Material aus Haus, Hof und Garten als Kaminanzünder oder Grillanzünder zu verwerten und zu recyceln. Was verwendest du für deine Feuerstelle?

Vielleicht interessieren dich auch diese Themen:

Gefällt dir dieser Beitrag?

Bisher 4.7 von 5 Punkten.
(84 Bewertungen)

4 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Corinna Bergmann

    Ist es denn möglich auch gefärbte Eierkartons, bedruckte Pappe und durchgefärbte Wachsreste zu verwenden? Zeitungspapier darf man doch eigentlich nicht in den Kamin geben wegen der Druckerschwärze?!

    Antworten
    • Marla

      Hallo Corinna, gefärbte Eierkartons und Wachsreste sind ok. Druckerschwärze wird zum Drucken schon lange nicht mehr verwendet, stattdessen kommen Farben auf Pigmentbasis zum Einsatz. Deshalb ist bedruckte Pappe, als auch ein bis zwei Seiten Zeitungspapier zum Anzünden in Ordnung. Liebe Grüße!

  2. Martin_Schweikart

    Etwas umständlicher, brennen aber sehr gut und lang: Papprollen in einander stecken, in ca 2-3cm dicke Scheiben zerteilen (Laubsäge oder anderes dünnes Sägeblatt verwenden). Die Scheiben in erhitztes Paraffin tauchen (Teelicht/Kerzen-Reste oder Bastel-Laden) und auf Löschpapier trocknen lassen. Paraffin riecht eher neutral und eignet sich auch für den Hokzkohlegrill – dafür nehme ich aber Papprollen aus z. B. Küchen-Papier statt aus Klopapier ;-)

    Antworten
    • Maximilian Knap

      Auch eine schöne Idee, testen wir mal!

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.