Schmackhaftes aus Feld und Flur: Wildpflanzen im Januar

Im Januar verstecken sich viele Wildkräuter unter einer Schnee- oder Eisschicht. An geschützten Stellen, wie zum Beispiel am Fuß von Mauern oder neben Baumstämmen, sprießt jedoch schon wieder erstes junges Grün hervor. Mit diesen zarten, vitaminreichen Blättern lassen sich die in der warmen Jahreszeit gesammelten und konservierten Vorräte wunderbar bereichern.

In diesem Beitrag findest du Tipps für das Ernten und die Verwendung von Wildpflanzen im Januar. Einen Überblick über das gesamte Jahr erhältst du in unserem Wildpflanzen-Erntekalender.

Grundregeln für das Sammeln von Wildkräutern

Unerfahrene finden in einem anderen Beitrag detaillierte Tipps zum erfolgreichen Sammeln und Nutzen von Wildpflanzen. Das Wichtigste haben wir hier noch einmal kurz zusammengefasst:

  • Gute Sammler sind unsichtbar – ernte nicht mehr als ein Drittel der Kräuter oder Früchte an einem Platz.
  • Sammle nur Pflanzen und Pflanzenteile, die du sicher bestimmen kannst – deinen Wissensschatz kannst du auf Kräuterwanderungen und spezialisierten Kräuterseiten Schritt für Schritt erweitern.

Gerade im Winter ist es zudem empfehlenswert, nur wenig von dem vorhandenen Grün zu sammeln, damit möglichst viel für die heimischen Vögel und andere Kleintiere übrig bleibt, die es im Winter schwer haben, ausreichend Nahrung zu finden.

Neben soliden Vorkenntnissen zu Wildpflanzen ist ein informatives Kräuterbuch hilfreich. Wir empfehlen gerne diese Bücher:

Beachte, dass die klimatischen Bedingungen von Jahr zu Jahr und auch regional sehr variieren können. Verschiedene Pflanzen können daher in unterschiedlichen Wachstumsstadien sein, die von den beschriebenen Zeiträumen abweichen.

Diese Wildpflanzen haben im Januar Hochsaison

Wie schon im Dezember haben auch im Januar vor allem deine Vorräte Hochsaison – wie zum Beispiel gesammelte Nüsse, eingekochte oder getrocknete Früchte sowie getrocknete oder in Öl eingelegte Kräuter. Getrocknete Kräuter können unter anderem für heilsamen Kräutertee sowie für grüne Smoothies verwendet werden. Bei einem reichlichen Kräutervorrat eignen sie sich auch als heilsamer Badezusatz.

Im Januar findet man seltener essbare Wildpflanzen. Mit etwas Glück und dem richtigen Gespür entdeckst du an wärmeren Tagen aber einige zarte Pflänzchen.

Vielleicht hast du im Sommer ein Johanniskrautöl hergestellt. Seine stimmungsaufhellende Wirkung kann jetzt dabei helfen, gut gelaunt durch die dunkle Zeit zu kommen. An besonders trüben Tagen kannst du dein Gesicht damit einölen und so die Haut durchlässiger für das wenige Licht machen. Beachte jedoch, dass Johanniskrautöl in Verbindung mit zu viel Sonne zu Verbrennungen führen kann. Innerlich hilft das Öl oder auch ein Tee mit Johanniskrautblüten bei leichten Winterdepressionen und Verstimmungen.

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Wenn sich in der freien Natur welke Pflanzenreste noch sicher bestimmen lassen, kannst du im Januar auch die Wurzeln folgender Pflanzen ernten:

Details zum Ernten und Verarbeiten der genannten Wurzeln findest du im Wildkräuter-Erntekalender für den Monat November.

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Sobald der Frost für ein paar Tage nachlässt, kann man an geschützten Plätzen vielleicht schon wieder junge Triebe von Vogelmiere, Wiesen-Labkraut, Echtem Labkraut und Gundermann entdecken.

Abhängig von den vorherrschenden Temperaturen kann man Ende Januar auch schon die ersten Frühlingskräuter finden:

  • Gänseblümchen, die kleinen Blütenköpfe sind ein Hingucker auf jedem Salat und stecken zudem voller Mineralstoffe und Vitamin C.
  • Sauerampfer ist ein wohlschmeckendes, leicht säuerliches und vielseitig zu verwendendes Würzkraut.
  • Löwenzahn, dessen kleine, jetzt ziemlich milde Blättchen sich hervorragend als Salatbeigabe eignen.
  • Pfennigkraut, das frisch gehackt eine mild-würzige Salatzugabe ergibt.
  • Knoblauchsrauke mit ihrem würzigen Knoblauchgeschmack kannst du zum Würzen herzhafter Speisen und Salate nutzen.

Heimisches Wildobst im Januar

Noch gibt es vereinzelt Vitamin-C-reiche Hagebutten und Sanddornbeeren. Auch Berberitzen und Schlehen sind mancherorts noch zu finden. Sie sind meist die letzten Früchte zum Ernten für die nächsten Monate.

Zwar findet man im Dezember nicht mehr viele verschiedene Wildkräuter. Dennoch lohnt sich das Sammeln noch. Auch Wurzeln und Früchte kann man jetzt ernten.

Jetzt kommt die Zeit der Lageräpfel und der eingekochten oder getrockneten Früchte. Sind die eingelagerten Äpfel nicht mehr so ansehnlich, eignen sie sich dennoch gut für Apfelmus, als Beigabe für Smoothies oder um daraus Saft zu kochen. Getrocknete Früchte sind auch bei Kindern sehr beliebt und eine gesunde Nascherei für zwischendurch.

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Welche Kräuter und andere Wildpflanzen erntest du im Januar, und wie verwendest du sie? Teile deine Erfahrungen den anderen Lesern über die Kommentare mit!

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7 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Hallo! Ich habe dieses Jahr das erste mal die Zeit, mir die Dinge auszudrucken und sammeln zu gehen. Ich habe mich erinnert, vor einigen Jahren hier einen Erntekalender gefunden zu haben. Damals war ich noch im Stress, hab mir nur die Seite gemerkt. haha, immerhin. Nun komme ich aber nicht auf den Kalender. Kann ich den irgendwo einsehen oder erwerben?
    Herzliche Grüsse. Marion

    Antworten
  2. Kräutersanne

    Ihr Lieben! Efeu ist giftig und nur homöopathisch verwendbar. Hilfreich bei Husten, steigert aber die Jod-Aufnahme. Wichtig zu wissen bei Erkrankungen der Schilddrüse.

    Antworten
    • smarticular.net

      Wie kommst du auf den Efeu, dazu steht gar nichts im Beitrag? (Er ist nur im Bild enthalten, weil er eben immer Saison hat…) Man kann damit zum Beispiel erstklassiges Waschmittel machen, und das nicht nur homöopathisch (https://www.smarticular.net/efeu-als-biologisches-waschmittel-und-spuelmittel-verwenden/ ). Das meiste Gift steckt übrigens in den Beeren. Um sich mit Efeublättern ernsthaft zu vergiften, müsste man mehrere Kilo Blätter essen. Liebe Grüße!

    • Das Bild mit den im Januar sammelbaren Wildpflanzen ist hier wohl einfach unglücklich platziert.
      Im Beitrag geht es ja um die essbaren Pflanzen… ich habe mir am Ende des Beitrags auch das Bild angeschaut und gedacht „das ist mir aber neu, dass man Efeu essen kann“…

  3. Echt Spitze! Toll, was ihr an Wissen zur Verfügung stellt und ebenso top, wie ihr.s aufbereitet – samt all den weiterführenden links.
    Danke!!!

    Beste Grüße
    Hans

    Antworten
    • smarticular.net

      Vielen Dank für die Blumen – wir geben unser Bestes :D

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