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Hagebutte als regionales Superfood: 4 Rezepte mit reichlich Vitamin C
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Hagebutten gehören zu den Vitamin-C-reichsten Früchten und gelten als heimisches Superfood. Mit diesen Rezepten bringen sie dich gesund durch den Herbst.

Bist du noch auf der Suche nach dem ultimativen Vitamin C-Kick, um dich für die nasskalte Jahreszeit zu wappnen? Dann geh am besten jetzt auf Hagebuttensuche! Hagebutten – auch als Hiefen oder Rosenäpfel bekannt – sind die essbaren Früchte verschiedener Heckenrosen-Arten, insbesondere der Hundsrose (Rosa canina). Sie können im Oktober und November an Wald- und Wegrändern geerntet werden.

Hagebutten sind eine wunderbare, heimische Vitaminquelle und können dich fit durch den Winter bringen. Ihr Vitamin-C-Gehalt ist nahezu unübertrefflich: Stolze 500-1500 mg Vitamin C pro 100 g beinhaltet die Hagebutte je nach Sorte und Reife. Wie viel das ist, verdeutlicht ein Vergleich zu Orangen (50 mg pro 100 g) oder Paprika (rund 140 mg pro 100 g). Nur der Sanddorn enthält ähnlich viel Vitamin C.

Die süß-sauren Früchtchen kannst du nicht nur gratis pflücken (am besten nach dem ersten Nachtfrost) und gleich essen, sie lassen sich auch vielfältig verarbeiten. Sowohl harte als auch weiche, sehr reife Früchte eignen sich je nach Art der Zubereitung zum Verzehr. Vorsicht ist jedoch geboten bei den pelzigen Kernen, die zu Recht als “Juckpulver” bezeichnet werden. Wie du Hagebutten das ganze Jahr über und ohne Juckreiz genießen kannst, erfährst du in diesem Beitrag.

Rohes Hagebuttenmark – der schnelle Vitaminkick für zwischendurch

Am besten schöpfst du das Nährstoff-Potenzial der Frucht aus, wenn du sie roh genießt, denn durch Erhitzen geht ein Teil der Vitamine verloren. Zum direkten Verzehr eignen sich reife, weiche Früchte nach dem ersten Frost, denn dann sind sie besonders süß. Das weiche Fruchtmark einfach mit zwei Fingern durch den Stielansatz herausdrücken und essen. Dabei bleiben die Kerne in der Schale zurück. Leider sind Hagebutten nicht allzu lange haltbar, wenn sie erst einmal weich und gepflückt sind. Pur sind sie nur für etwa einen bis zwei Tage haltbar.

Hagebutten gehören zu den Vitamin-C-reichsten Früchten und gelten als heimisches Superfood. Mit diesen Rezepten bringen sie dich gesund durch den Herbst.

Hagebuttenmus

Durch schonende Verarbeitung kannst du das Fruchtmark auch länger haltbar machen. Hierfür eignen sich auch solche Früchte, die noch etwas härter sind. Dabei geht zwar durch das Kochen ein Teil des Vitamin C verloren. Weil die Früchte es aber so reichlich enthalten, bleibt auch noch sehr viel davon erhalten.

Du benötigst:

  • 500 g Hagebutten
  • 1-2 EL Zucker oder Honig (nach Geschmack)
  • Zimt
  • ca. 150 ml Wasser

So gehst du vor:

  1. Hagebutten waschen und mit dem Wasser in einen Topf geben.
  2. Kurz aufkochen und bei geringer Temperatur zugedeckt leicht köcheln lassen. Die Früchte platzen dadurch auf.
  3. Mit einem Stampfer gründlich zerdrücken, bis eine grobe Masse entsteht.
  4. Die Fruchtmasse durch ein feines Metallsieb drücken, um das Mark von den Kernen und Schalen zu trennen. Ein Passiergerät erleichtert die Zubereitung.
  5. Das Fruchtmus auffangen und nach Belieben süßen. Mit Zimt verfeinern.

Hagebutten gehören zu den Vitamin-C-reichsten Früchten und gelten als heimisches Superfood. Mit diesen Rezepten bringen sie dich gesund durch den Herbst.

Ich persönlich mag Zimt sehr gern als würzige Note in fruchtigen Speisen. Du kannst das Mus aber auch mit Ingwer, Vanille oder Minze verfeinern. Im Kühlschrank bleibt es mindestens drei Tage lang frisch. Für eine längere Haltbarkeit kannst du es auch in saubere Gläschen füllen und einkochen. Das vitaminreiche Mus schmeckt pur, auf dem Brot, im Müsli oder Joghurt.

Hagebuttensaft oder Hagebuttensirup

Hagebuttensaft herzustellen ist etwas aufwendiger, er ist aber eine erfrischende Alternative für warme Tage. Allerdings gehen bei der Zubereitung etwas mehr Nährstoffe verloren, weil länger bzw. öfter erhitzt wird. Mit ausreichend Zucker versetzt, erhältst du auf die gleiche Weise Hagebuttensirup.

Zutaten für ca. 750 ml Saft oder 500 ml Sirup:

  • 1 kg Hagebutten
  • ca. 1 l Wasser
  • ca. 150 g Zucker für den Sirup
  • Zimt

So geht’s:

  1. Hagebutten waschen und mit 500 ml Wasser in einen Topf geben.
  2. So lange bei geringer Temperatur köcheln, bis die Früchte aufplatzen.
  3. Mit einem Stampfer nachhelfen und gründlich zerdrücken.
  4. Die Masse durch ein Sieb oder Passiergerät geben, um das Mus von Kernen und Schalen zu trennen. Ein grobmaschiges Sieb ist ausreichend, da die Masse später sowieso noch durch ein Tuch gepresst wird. Das Mus auffangen und zur Seite stellen.
  5. Die Frucht-Kern-Masse nochmals mit weiteren 500 ml Wasser in einen Topf geben und Schritte 2 bis 4 wiederholen. So holst du möglichst viel Fruchtsaft aus den Früchten heraus.
  6. Das Fruchtmus in ein Seihtuch geben und auspressen. Den Saft auffangen.
  7. Wenn du Saft herstellen möchtest: Nach Belieben leicht zuckern, mit Zimt verfeinern und frisch genießen.
  8. Wenn du Sirup bevorzugst: Den ungezuckerten Saft in einen Topf geben und so lange köcheln lassen, bis sich die Flüssigkeit auf etwa 500 ml reduziert hat. Dann 150 g Zucker und etwas Zimt zugeben und gut auflösen. Den Sirup heiß in eine saubere Flasche füllen und kühl lagern.

Hagebutten gehören zu den Vitamin-C-reichsten Früchten und gelten als heimisches Superfood. Mit diesen Rezepten bringen sie dich gesund durch den Herbst.

Die pikante Art zu genießen – Hagebuttenchutney

Wie wäre es mit einem Hauch regionaler Exotik? Für das Hagebutten-Chutney benötigst du folgende Zutaten:

So gehst du vor:

  1. Hagebutten waschen, längs halbieren, entkernen und anschließend noch vierteln. Das ist ziemlich aufwendig. Alternativ kannst du auch, wie oben beschrieben, einfach Hagebutten-Mus herstellen und es für dieses Rezept verwenden. In dem Fall wird es eher eine Hagebutten-Chili-Soße bzw. ein Hagebutten-Ketchup.
  2. Essig, Apfelsaft und Zucker in einem Topf erhitzen.
  3. Zwiebeln, Ingwer, Chili (alles fein geschnitten) sowie Hagebutten hinzugeben.
  4. Bei schwacher Hitze ca. 30 Minuten ohne Deckel köcheln lassen. Hin und wieder umrühren.
  5. Zum Schluss Zimt und Koriander zugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  6. Das Chutney entweder heiß in saubere Einmachgläser füllen oder abkühlen lassen und servieren.

Hagebutten gehören zu den Vitamin-C-reichsten Früchten und gelten als heimisches Superfood. Mit diesen Rezepten bringen sie dich gesund durch den Herbst.

Das Chutney eignet sich toll als pikanter Dip zu Samosas, Käse und Ofenkartoffeln oder auch als Brotaufstrich.

Zugegeben, die Zubereitung der Hagebutte ist durch die juckenden Kerne eine kleine Herausforderung. Hast du aber das Fruchtmark erfolgreich vom Rest getrennt, wirst du mit einem einzigartigen Geschmackserlebnis belohnt. Die Überbleibsel kannst du noch im Ofen trocknen und als Hagebutten- und Kernlestee aufgießen.

Hagebutten gehören zu den Vitamin-C-reichsten Früchten und gelten als heimisches Superfood. Mit diesen Rezepten bringen sie dich gesund durch den Herbst.

 

Welche Leckereien hast du schon aus Hagebutten hergestellt? Wir freuen uns über weitere Inspirationen!

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