Schmackhaftes aus Feld und Flur: Wildpflanzen im November

Im November findest du noch einige wilde Früchte und ausgewählte Kräuter. Jetzt fängt abe die Wurzelsaison an. Finde heraus, welche du im November erntest!

Die Wälder sind bunt und die Wiesen werden braun-grün. Blüten gibt es nur noch vereinzelt, genauso wenig frisches Grün. Im November kannst du vor allem Wurzeln und noch einige wilde Früchte ernten.

Den kompletten Wildpflanzen-Erntekalender für das ganze Kalenderjahr findest du hier.

Ein paar Tipps vorweg

Falls du nur wenig Erfahrung mit dem Sammeln von Wildkräutern und -pflanzen hast, findest du hier die wichtigsten Tipps. Das Allerwichtigste aber kurz vorweg:

  1. Gute Sammler sind unsichtbar – ernte nur ein Drittel der Kräuter oder Früchte an einer Stelle
  2. Ernte nur Pflanzenteile, die du sicher bestimmen kannst – deinen Wissensschatz kannst du auf Kräuterwanderungen und spezialisierten Seiten für Wildpflanzen vertiefen
  3. Bei guten Vorkenntnissen mit Wildpflanzen ist ein informatives Kräuterbuch hilfreich, z.B. diese:


Bitte beachte, dass die regionalen Klimabedingungen sehr unterschiedlich sein können. Verschiedene Pflanzen können daher in unterschiedlichen Wachstumsstadien sein und von den beschriebenen Zeiträumen abweichen.

Auf den letzten Drücker

Mancherorts gibt es noch Esskastanien aufzulesen. Die Früchte schmecken vorzüglich und sind sehr nahrhaft. Wie du glutenfreie, vegane Köstlichkeiten aus Esskastanien zauberst, erfährst du hier. Die teilweise noch grünen Blätter der Edelkastanie können gepflückt und zur Teebereitung bei Bronchitis und entzündlichen Prozessen in Mund und Hals genutzt werden.

Diese Pflanzen haben Hochsaison

Wurzeln können den ganzen Winter über geerntet werden, solange der Boden frostfrei ist. Wichtig dabei ist, nur Wurzeln von Pflanzen zu ernten, die du noch eindeutig identifizieren kannst. Dies wird mit fortschreitendem Herbst immer schwieriger. Hier stelle ich dir einige Pflanzen vor, die du auch jetzt noch gut erkennen kannst.

Die Wurzel des Löwenzahns kann frisch geerntet als Salat verarbeitet oder als Gemüse gegart werden. Getrocknete Wurzeln werden geröstet und dienen vermahlen als Kaffeeersatz.

Weiterhin kannst du die Wurzeln vom Spitzwegerich und Breitwegerich ernten und als Gemüse garen.

Von der Nachtkerze finden sich vielleicht noch ein paar der kleinen Samen, die reich an Gamma-Linolsäure sind, und die kräftigende Wurzel einjähriger Pflanzen kann ausgegraben und als Gemüse gegart werden.

Ebenso ist der Beifuß leicht zu erkennen. Seine Wurzel ist getrocknet, geröstet und gemahlen ein angenehmer Kaffeeersatz.

Aus der Seifenkrautwurzel lässt sich ein mildes Waschmittel und Fleckenmittel herstellen. Außerdem wird aus der Wurzel ein Tee bereitet, der bei Husten, Bronchitis und anderen schleimigen Erkrankungen der oberen Atemwege helfen kann.

Einige fast ganzjährig immergrüne Pflanzen können noch bis zum Schneefall und Frost geerntet werden. Dazu gehört die Vogelmiere, eine vitaminreiche, milde Zutat für Wintersalate, sowie Gundermann, ein köstliches Würzkraut zur vielseitigen Verwendung in herzhaften und süßen Speisen.

Außerdem sind das milde Labkraut und die weiße Fetthenne noch saftig grün und eignen sich prima für Salat und Kräuterquark.

Von der Nelkenwurz kannst du sowohl die frischen, grünen Blätter der Rosette ernten und in den Salat geben, als auch die Wurzel ausgraben und zum Würzen oder als Heiltee bei Durchfall, Fieber und Zahnfleischentzündungen verwenden.

Heimisches Wildobst

Das Wildobst ist nicht mehr ganz so reichlich wie im Oktober. Dennoch gibt es immer noch Äpfel und Birnen zum Sammeln und Pflücken. Späte Apfelsorten können jetzt noch eingelagert werden. Das späte Fallobst ist weitestgehend wurmfrei und deshalb sehr gut zur Weiterverarbeitung oder auch zum Lagern geeignet. Nun besteht noch einmal die Möglichkeit Kompott zu kochen, sowie Apfelringe und Birnenschnitze für den Winter und das Frühjahr zu trocknen. Der ursprüngliche Holzapfel eignet sich zum Herstellen von flüssigem Apfelpektin, welches du nutzen kannst, um anderes Obst zu Marmelade und Gelees einzukochen.

Berberitzenbeeren sind leicht säuerliche kleine Beeren. Sie enthalten sehr viel Vitamin C und können roh verzehrt werden. Aus den Beeren wird ebenso Gelee oder Saft gekocht.

Die roten Früchte des Weißdorn und der Hagebutte können weiterhin geerntet werden und dank ihrer wertvollen Inhaltsstoffe unser Immunsystem gegen Grippewellen stärken. Hier findest du ein Rezept für eine fruchtige Pastasauce aus Hagebutten.

Genauso schenkt der Sanddornstrauch uns noch seine köstlichen, prall mit Vitaminen und Mineralstoffen gefüllten Beeren. Sie lassen sich bei Frost besonders leicht ernten.

Sanddornbeeren sind vitaminreich und gesund. Wo und wie du sie am besten erntest und einige leckere Rezepte für Saft, Marmelade und mehr findest du hier.

Schlehen verlieren durch den Frost etwas von ihrem herb-sauren Geschmack und können pur gegessen, zu Mus verarbeitet oder für Tee getrocknet werden. Die Kerne enthalten Blausäureglykoside und sollten nicht mitgegessen werden.

Häufig findest du Sträucher und sogar Obstbäume auf Gemeindeflächen, in Parks oder an Wegesrändern. Besonders viele einladende Pflanzen gibt es entlang Fernwanderwegen und Fernradwanderwegen. Diese Plattform zeigt dir, welche Pflanzen auch in deiner Nähe Nahrung liefern und zur Ernte geeignet sind.

Außerhalb von eindeutig privaten Gärten und Flächen sowie Streuobstwiesen ist das Sammeln und Ernten eigentlich immer erlaubt. Falls du trotzdem unsicher bist, zögere nicht, die Nachbarn oder Besitzter anzusprechen – Fragen kostet bekanntlich nichts!

Unsere liebsten Wildpflanzen, Rezepte und Tipps findest du auch in unserem Buch:

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Im November findest du noch einige wilde Früchte und ausgewählte Kräuter. Jetzt fängt abe die Wurzelsaison an. Finde heraus, welche du im November erntest!

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