
Ketchup ohne Zusatzstoffe und Zucker blitzschnell selbermachen
Ich geb’s zu: Ich liebe Pommes Frites. Denn Pommes sind Sonnenstrahlen zum Essen. Ab mit den Kartoffelstücken in den Backofen (oder wer es mag auch in die Friteuse), Ketchup drüber und fertig ist die perfekte kleine Mahlzeit, wenn es mal schnell gehen muss. Perfekt? Nicht ganz. Leider.
Denn in Ketchup aus der Flasche ist neben Zusatzstoffen wie Emulgatoren und Aromen enorm viel Zucker enthalten. Je nach Sorte finden sich in 100 Gramm Ketchup etwa 17 bis 24 Gramm des kristallinen Dickmachers! Das sind sechs bis acht Stück Würfelzucker. Zum Vergleich: Diese Menge entspricht dem Zuckergehalt eines Schokoriegels (50 Gramm).
Wer jetzt denkt, in Bio-Produkten sei weniger Zucker enthalten als in herkömmlichem Ketchup, ist auf dem Holzweg. Auch die rote Soße aus dem Bioladen ist, was ihren Zuckergehalt angeht, nicht gesünder als Ketchup aus dem Supermarkt.
Das ist aber kein Grund zu verzweifeln oder etwa ab sofort nur noch Pommes mit Mayo zu essen. Denn in nur wenigen Minuten kannst du einen köstlichen Ketchup ganz ohne Zucker und unerwünschte Zusatzstoffe herstellen und so nicht nur gesünder essen, sondern auch noch Geld sparen.
Ketchup in wenigen Minuten selber machen
Die Grundzutaten für diesen schnellen Ketchup sind allesamt sehr einfach und preiswert. Für eine größere Menge kannst du alle Angaben einfach im gleichen Verhältnis erhöhen.
Du benötigst:
- 80 g Tomatenmark
- 1 Messerspitze Paprikapulver
- ½ TL Steinsalz
- 2 Datteln
- 50 ml Wasser
- 1 EL Apfelessig
So geht’s:
- Alle Zutaten zusammen in einer Schüssel eine halbe Stunde einweichen.
- Zu einer cremigen Masse pürieren.
- Direkt genießen.
Tipp: Mit selbst gemachter Currysauce auf Vorrat lässt sich ganz schnell auch ein Curryketchup mixen.
Da dieser Ketchup nahezu ohne Konservierungsmittel auskommt (die verwendete Menge an Apfelessig und Salz reicht nicht aus um zu konservieren, sondern dient eher dem Geschmack) und auch nicht gekocht wird, ist er nicht besonders lange haltbar.
Am besten ist es, wenn du ihn immer dann frisch machst, wenn du ihn gerade brauchst. Das ist bei der einfachen Zubereitung ja auch überhaupt kein Problem, denn es geht fast genauso schnell, wie die Flasche aus dem Kühlschrank zu holen und die Soße aus der Flasche auf die Fritten zu schütteln.
Tipp: Als leckere Alternative kannst du ähnlich einfach aus Rote Bete ein süß-säuerliches Ketchup herstellen.
Weil du für dieses Rezept keine frischen Tomaten benötigst, kannst du den Blitz-Ketchup das ganze Jahr über mixen. Wenn du in der Sommerzeit aber köstliche Fleischtomaten im Garten oder auf dem Balkon hast und vielleicht auch einen schönen Hokkaido-Kürbis, dann probiere doch dieses raffinierte Rezept einmal aus:
Raffinierter Ketchup mit frischen Tomaten und Kürbis
Für diesen fruchtig-aromatischen Kürbis-Ketchup brauchst du:
- 400 g Hokkaidokürbis
- 2 Fleischtomaten
- 2 Zwiebeln
- 3 Knoblauchzehen
- 1 Chilischote
- 4 Nelken
- 2 Lorbeerblätter
- 1 Zacken Sternanis
- 6 EL Olivenöl
- 4 EL Agavendicksaft oder eine andere Zuckeralternative
- 4 EL Weißweinessig
So geht’s:
- Hokkaido waschen, von den Kernen befreien und in grobe Stücke schneiden.
- Stielansatz der Tomaten entfernen, Fruchtfleisch grob zerkleinern.
- Zwiebeln schälen und grob würfeln.
- Knoblauch schälen, Keim entfernen, grob hacken.
- Kerne der Chilischote entfernen, Chili grob zerkleinern.
- Olivenöl in einem Topf erwärmen. Zwiebeln, Knoblauch, Chili, Agavendicksaft und Gewürze darin anschmoren.
- Kürbis, Tomaten, Essig und etwas Salz dazugeben.
- Abdecken und bei niedriger Temperatur etwa 15 Minuten garen.
- Ketchup durch ein Küchensieb passieren und noch heiß in ein steriles Schraubglas füllen.
- Glas verschließen und abkühlen lassen.
Die Zubereitung geht zwar nicht ganz so fix wie beim Minuten-Ketchup, dafür kannst du den Hokkaido-Ketchup ungeöffnet ein Jahr lang aufbewahren. Wenn das Glas geöffnet ist, hält sich der köstliche Dip etwa drei Wochen im Kühlschrank.
Dieses Rezept und viele andere mehr findest du auch in unseren Büchern:
Welche anderen Alternativen zu Ketchup, Barbecue-Soße und Co. kennst du? Oder greifst du lieber auf die Fertigprodukte aus der Flasche zurück? Wir sind gespannt auf deinen Kommentar!
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