Giersch bringt Vitamine, Mineralien und Abwechslung auf den Teller
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Für den einen ist der Giersch ein lästiges Unkraut, für den anderen eine willkommene Quelle für Vitamine und Mineralstoffe. Die besten Rezepte für Giersch!

Wildgemüse ist meist vitamin- und mineralstoffreicher als Kulturgemüse, wächst üppig und ist überwiegend schneckenresistent. Außerdem steht es jedem kostenfrei zur Verfügung, der sich damit beschäftigt und die Augen offen hält. Gute Gründe zuzugreifen!

Ein besonders wohlschmeckendes Wildgemüse ist der Giersch. Die Pflanze, auch bekannt unter den Namen Geißfuß, Podagrakraut und Erdholler wird von Gärtnern wegen ihrer Wuchsfreudigkeit oft als Unkraut verflucht. Doch der Giersch ist nicht nur ein schmackhaftes, gesundes Gemüse, sondern auch ein altes Heilkraut.

So findest du den Giersch

Der Giersch gehört zu der Familie der Doldenblütler, er bevorzugt feuchte und schattige Orte. Wenn er nicht in deinem Garten wächst, findest du ihn an Waldrändern oder auch in lichten Laubwäldern.

Neben der typischen Blattform erkennst du die Pflanze leicht am Geschmack – einer Mischung aus Möhre und Petersilie. Die Blätter sind dreigeteilt und der Blattstiel ist dreikantig.

Wenn du bei der Bestimmung des Krautes unsicher bist, nimm an einer Kräuterwanderung teil. Du wirst erstaunt sein, welchen Reichtum die wilde Natur für den Teller zu bieten hat.

Giersch – ein verkanntes Heilkraut

Der Giersch ist ein altes Heilmittel und wird gegen Rheuma, Athritis, Hexenschuss und Gicht eingesetzt. Hierzu wird das Kraut kurmäßig als Tee getrunken und die betroffenen Stellen mit Gierschumschlägen behandelt.

Weitere Informationen dazu findest du in unserem Buchtipp:

Heilkräuter und Zauberpflanzen: zwischen Haustür und Gartentor
für Tolino:

Vitamin- und Mineralienwunder Giersch

In dem Kraut ist 15mal so viel Vitamin C enthalten wie Kopfsalat! Das allein ist ein guter Grund, öfter mal Giersch für den Salat zu ernten. Außerdem enthalten die Blätter große Mengen Vitamin A und viele Mineralstoffe, darunter Eisen, Magnesium und Kalzium. Giersch enthält wesentlich mehr Mineralstoffe als z.B. Grünkohl, welcher für sich schon zu den mineralstoffreichsten Kulturgemüsen zählt. Dank dieser Menge an Vitalstoffen gilt der Giersch zu Recht als ein regionales Superfood.

Verwendung in der Küche

Der Giersch bringt Abwechslung auf die Speisekarte. Er kann als Salat, Spinat, Gemüse, im Smoothie oder als Gewürz verwendet werden.

Hierzu werden die jungen Blätter geerntet. Alte Blätter sind hart und bleiben auch beim Kochen zäh, deshalb sind sie weniger geeignet.

Als Gewürz nutze ich gern die fein aromatischen Blüten des Gierschs.

Für den einen ist der Giersch ein lästiges Unkraut, für den anderen eine willkommene Quelle für Vitamine und Mineralstoffe. Die besten Rezepte für Giersch!

Vitamin-C-Limonade

Mit der vitaminreichen Gierschlimonade kann man auch Kinder für das gesunde Kraut begeistern.

Zutaten:

  • zwei Handvoll Giersch
  • ein Zweig Pfefferminze
  • ein Liter Apfelsaft
  • 500 ml spritziges Mineralwasser
  • Saft einer Zitrone

Zubereitung Schritt für Schritt:

  1. Apfelsaft, Gierschblätter und Pfefferminze in eine große Kanne geben.
  2. Das Ganze 3-6 Stunden stehen lassen.
  3. Die Kräuter heraus nehmen und den Sprudel und den Zitronensaft dazugeben.
  4. Gut durchrühren.
  5. Eingießen und genießen!

Wer es gern süßer mag, kann beliebig nachsüßen. Verwende jedoch keinen Kristallzucker, denn es gibt viele gesündere Alternativen zu Zucker.

Pesto aus Giersch – einfach & lecker

Ganz einfach und schnell kannst du ein köstliches Gierschpesto zubereiten. Zusammen mit Pasta hast du im Handumdrehen ein leckeres Mittagessen.

Zutaten:

  • drei Handvoll Giersch
  • eine halbe Zwiebel
  • drei EL Sesam
  • ein halber TL Salz
  • ein EL Öl (zum Anbraten)
  • 40 ml Olivenöl

Zubereitung Schritt für Schritt:

  1. Gierschblätter im Mixer zerkleinern und in eine Schüssel geben.
  2. Zwiebel in kleine Würfel schneiden.
  3. Sesam in einer Pfanne ohne Fett rösten.
  4. Wenn der Sesam leicht braun ist, diesen zum Giersch geben.
  5. Einen EL Öl in die Pfanne geben und die Zwiebeln darin kurz anbraten.
  6. Salz, Olivenöl und die Zwiebeln zum Giersch in die Schüssel geben.
  7. Alles mit einem Löffel gut durchmischen oder mit einem Stabmixer pürieren.

Fertig ist das Pesto! Im Kühlschrank hält es sich mehrere Wochen. Um die Haltbarkeit noch zu erhöhen, bedecke das fertige Pesto mit ca. 0,5 cm Olivenöl, das verhindert, dass sich Keime vermehren können.

Tipp: Die Nudeln dazu kannst du direkt energiesparend in der schon heißen Pfanne kochen.

Kartoffel-Giersch-Suppe

Giersch ist gut für die Verwendung in Suppen geeignet. Mit wenigen Zutaten kannst du z.B. eine wohlschmeckende Kartoffel-Giersch-Suppe zaubern.

Zutaten:

  • 400 g Kartoffeln, geschält
  • eine halbe Zwiebeln
  • 40 g Giersch
  • 500 ml Wasser
  • ein El Kräuteressig
  • Pflanzenöl zum Anbraten
  • Salz, Pfeffer, Muskat

Zubereitung Schritt für Schritt:

  1. Zwiebel und Kartoffeln in kleine Würfel schneiden.
  2. Etwas Öl in einen Topf geben und erhitzen.
  3. Zwiebeln und Kartoffeln darin ca. 2 Minuten anbraten.
  4. Das Wasser dazu geben.
  5. Den Giersch klein schneiden und ebenfalls in den Topf geben.
  6. Das Ganze zum Kochen bringen.
  7. Etwa 10 Minuten kochen lassen, bis die Kartoffeln weich sind.
  8. Mit Essig, Salz, Pfeffer und Muskat würzen.

Dazu passt z.B. gebratener Räuchertofu.

Weitere Tipps

Mehr Informationen, Rezepte und Anwendungstipps zum Giersch findest du hier. Zum Bestimmen von essbaren Wilkräutern ist folgendes Buch sehr zu empfehlen:

Essbare Wildpflanzen: 200 Arten bestimmen und verwenden
für Tolino:
als App:

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Du siehst, mit dem Giersch ist es leicht, eine gesunde Abwechslung auf deine Speisekarte zu bringen. Wie verwendest du Giersch? Teile deine Ideen den anderen Lesern über die Kommentare mit!

  • Man kann den Giersch auch gut in den Spinat mischen sowie Kräuterspätzle und Kräuternockerl mit Giersch machen. Super lecker!

    lg
    Maria

    • Maximilian Knap

      Auch eine schöne Idee, danke für den Tipp :-) Ich freue mich schon auf die nächste „Ernte“!

  • TiborWolf

    Als dieses Jahr der erste Giersch kam, machte ich mich mit seinen Vorzügen bekannt und habe ihn schätzen gelernt.
    Jetzt allerdings ist der Giersch quasi ÜBERALL befallen mit irgendwelchen schwarzen Läusen(?). Ist das normal – bei euch auch?
    Spricht das nicht für ein kränkelndes Ökosystem?

    • TalaNegu

      Läuse am Giersch habe ich noch nicht gesehen, hier sind auch
      keine befallen, habe heute noch Giersch geerntet. Aber es gibt eine Blattlaus, die auch Möhren
      befällt, diese geht eigentlich nachdem sie die Möhren befallen hat
      auch auf andere Doldenblütler und dazu gehört auch der Giersch. Ich denke das der extreme Befall wohl mit dem 2. milden Winter zusammenhängt,
      dieser bringt uns ja bezüglich „Schädlingen“ einige Probleme.

      • TiborWolf

        Ihr Glücklichen – ist dann wohl ein regionales Phenomen. Mit meinem Hund komme ich hier in Mainz und Umgebung viel herum – und überall das gleiche. Es herrscht halt auch ein sehr warmes Klima entlang des Rheins. Und dann noch die letzten „Nicht“Winter – wirst schon recht haben.

  • Philipp Herzog

    Habe in meinem Garten (neben Efeu) unglaublich viel Girsch, Löwenzahn und Brennessel. Hervorragend für ein „Ungrautsuppe“ ;)

    • Guten Appetit – das wird sehr gesund und lecker!

  • Ellen Wortmann

    Das Buch ist Klasse. Und man kann in diese Limonade viel mehr tun. Z,. B. Gundermann, Lavendel, Erdbeer- und Brombeerblätter, Zitronenmelisse oder alles zusammen.

  • Anita

    Ich benutze den Girsch als Petersilienersatz und weil ich viel habe auch wie Spinat Zb Nudeln mit „Spinat“ und obendrauf etwas Käse – einfach lecker.

  • olerich

    Giersch schmeckt auch lecker auf Quarkstulle. Nur im Garten anpflanzen sollte man ihn nie! Dann ist er überall und bald verdrängt er die anderen Kräuter und Gemüse.

  • TeeEi

    Die Heilwirkung von Girsch ist eher umstritten. Soweit ich weiß, haben die Leute früher Girsch die Heilwirkung gegen Gicht zugesprochen, einfach weil die Blätter wie Ziegenfuß aussehen. Pflanze sieht aus wie Fuß -> Pflanze muss irgendwie gegen Fußkrankheit wirken.

    Nichtsdestotrotz ist Giersch sehr gesund. Ich selber habe mal aus Giersch und anderen (Wild-) Kräutern Kräuterbutter gemacht, war absolut lecker.

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