Veganen Camembert selber machen: Rezept für Cashew-Camembert

Mit Cashewkernen gelingt ein köstlicher veganer Camembert! Dabei ist es mit diesem Rezept sogar einfacher als die traditionelle Käseherstellung.

Aus Cashewnüssen oder Sonnenblumenkernen lässt sich ein mindestens genauso überzeugender “Camembert” herstellen wie aus Milch – im Grunde sogar noch einfacher, da die Masse erst gar nicht gerinnen muss. Mit diesem Rezept für veganen Camembert (auch Cashewbert genannt) benötigst du keinerlei Vorkenntnisse – nur die entsprechenden Schimmelkulturen und etwa drei Wochen Zeit.

Mit einem selbst gemachten veganen Camembert ist man nicht nur bei jedem Fertigungsschritt hautnah dabei, es lassen sich auch noch jede Menge Geld und unnötige Plastikverpackungen im Vergleich zu Käseersatzprodukten aus der Massenfertigung einsparen.

Zutaten und Zubehör für veganen Camembert

Wer einmal die Zutaten besorgt und das Zubehör für einen veganen Camembert zusammengesucht hat, hat im Grunde die halbe Arbeit schon erledigt.

Für zwei Laibe veganen Camembert werden folgende Zutaten benötigt:

  • 300 g Cashewkerne (oder den etwas günstigeren Cashewbruch), alternativ 300 g Sonnenblumenkerne
  • 300 ml abgekochtes Wasser
  • 4 Kapseln Probiotika (aus der Drogerie, der Apotheke oder online) – alternativ ist auch Brottrunk geeignet, den man statt des Wassers verwendet – für die Milchsäuregärung
  • 1/16 TL Penicillium Candidum (der passende Löffel dafür liegt meist bei), das in veganer Variante z.B. hier oder hier erhältlich ist – zur Weißschimmelbildung
  • 1 EL Flohsamenschalen (aus ausgewählten Supermärkten, der Apotheke oder online) oder 1 EL Kokosöl – zur Dicklegung
  • 2 TL reines Meersalz

Mit Cashewkernen gelingt ein köstlicher veganer Camembert! Dabei ist es mit diesem Rezept sogar einfacher als die traditionelle Käseherstellung.

Außerdem wird folgendes Zubehör gebraucht:

  • Mixer
  • 2 Käseformen, z.B. runde Backformen (9-13 cm im Durchmesser) oder Ähnliches
  • 2 Käsetücher (ca. 30 x 30 cm), z.B. Mulltücher aus Baumwolle
  • 2 (Glas-)Dosen mit Deckel oder alternativ ein flacher Teller und eine Schüssel als Deckel
  • 2 Käsematten, z.B. Bambusmatten oder Ähnliches (kein Metall)
  • 4-8 kleine (je etwa 15 x 15 cm) und 2 große Blätter Back-, Käse- oder Haushaltspapier (ungefähr 30 x 30 cm)

Mit Cashewkernen gelingt ein köstlicher veganer Camembert! Dabei ist es mit diesem Rezept sogar einfacher als die traditionelle Käseherstellung.

Tipp: Um sicherzugehen, dass sich bei der Käseherstellung keine unerwünschten Keime vermehren, ist es sinnvoll, hitzebeständiges Zubehör vor der Verwendung für fünf Minuten im heißen Wasser abzukochen.

Veganer Camembert: Rezept

So wird aus rein pflanzlichen Zutaten Schritt für Schritt ein schmackhafter Camembert:

  1. An Tag 1 die Cashewkerne (alternativ Sonnenblumenkerne – der “Käse” wird dann dunkler und kräftiger) etwa drei bis vier Stunden in kaltem Wasser einweichen lassen. Die Kerne anschließend abgießen, mit kochendem Wasser überbrühen, kalt abspülen und abtropfen lassen.
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  2. Die eingeweichten Kerne mit 200 Milliliter abgekochtem Wasser und Flohsamenschalen in einem Mixer zu einer glatten Masse verarbeiten. Bei Bedarf noch etwas Wasser zufügen, wenn die Konsistenz noch nicht fein genug ist.
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  3. Mit dem Inhalt der Probiotikakapseln und den Weißschimmelkulturen impfen und erneut kurz durchmixen. Die Masse in einem fest verschließbaren Behältnis für etwa 24 Stunden bei Zimmertemperatur fermentieren lassen.
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  4. An Tag 2 zwei Käseformen mit einem Mulltuch auslegen, die Cashewmasse (bzw. Sonnnenblumenkernmasse) hineingeben und, ohne den Käse direkt zu berühren, das Tuch von allen Seiten darüber zusammenschlagen und vorsichtig festdrücken. Die Formen jeweils auf den Deckel einer Dose stellen und mit dem Unterteil der Dose wie mit einer Käseglocke abdecken. Die Dosen bis zum nächsten Tag im Kühlschrank aufbewahren. Das oberste, wärmste Fach des Kühlschranks ist dafür am besten geeignet.
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  5. An Tag 3 die Laibe vorsichtig, ohne sie zu berühren, aus dem Tuch wickeln und die Ober- und Unterseiten mit je einem halben Teelöffel Salz bestreuen. Zum Wenden ein Blatt Haushaltspapier nutzen, um den Camembert nicht anzufassen. Den mit Salz bestreuten Laib samt Papier unter der “Käseglocke”  – diesmal mit lose aufgesetztem Deckel – verstauen und zurück in den Kühlschrank stellen.
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  6. An Tag 4 bis 10 den Camembert täglich wenden. Dabei den Käse mit einem frischen Blatt Papier abdecken, wenden und das benutzte Papier vorsichtig abziehen. Die von innen eventuell mit Wasserdampf beschlagene Dose mit einem sauberen Tuch abtrocknen und alles wieder mit lose aufgesetztem Deckel zurück in den Kühlschrank stellen. Benutztes Haushaltspapier kann getrocknet und zum Wenden wiederverwendet werden.
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  7. Ungefähr ab Tag 11 ist es ausreichend, den Käse jeden zweiten Tag zu wenden, wenn bereits eine deutliche Schicht Weißschimmel sichtbar ist. Jeder zweite Tag ist allerdings empfehlenswert. Den Camembert dabei statt auf Papier auf einer Käsematte platzieren, die auch von unten eine gute Belüftung gewährleistet. Beim Wenden die Matte vorsichtig abziehen, ohne die Schimmelschicht zu beschädigen, da der weiße Pelz das Innere des Camemberts vor unerwünschten Keimen schützt.
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  8. Ungefähr an Tag 16 dürfte der Käselaib so dicht mit Edelschimmel bedeckt sein, dass er gar nicht mehr gewendet werden muss. Für die letzte Reifephase den veganen Camembert in Käse- oder Haushaltspapier einschlagen und abgedeckt für eine weitere Woche im Kühlschrank aufbewahren.
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Insgesamt nach etwa drei Wochen ist der vegane Camembert so weit gereift, dass er verzehrfertig ist. Im Kühlschrank hält er sich weitere zwei bis drei Wochen, wobei sein Aroma mit der Zeit immer kräftiger wird – wie bei einem “echten” Schimmelkäse.

Tipp: Um die einzelnen Reifestadien des veganen Camemberts noch anschaulicher vor dir zu haben, kannst du dich zusätzlich von diesem oder diesem Video inspirieren lassen.

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Zu veganem Camembert passen (selbst gebackenes) Knäckebrot oder Sauerteigbrot sowie Birnen-Senf oder Marmelade. Der vegane Camembert kann wie Lupinenschnitzel auch paniert und knusprig in der Pfanne ausgebacken werden.

Welche Ideen hast du noch für eine plastikfreie Käseherstellung? Wir freuen uns über deine kreativen Vorschläge für zum Beispiel Zubehörteile in einem Kommentar!

Tipp: Nicht nur veganer Camembert lässt sich überraschend leicht selber machen – auch selbst fermentierter Tempeh aus Sojabohnen, Schälerbsen oder anderen Hülsenfrüchten gelingt in der heimischen Küche.

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2 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Max Zimmermann

    Bei uns sind bei einigen Käse (sowohl Cashew- als auch Sonnenblumenkerne) neben dem erwarteten weißen Schimmel auch grüne Schimmelstellen aufgetreten (siehe Bild).
    Ist das normal/okay?
    Und wenn nicht: Was sollten wir aus Eurer Sicht anders machen, um das zu vermeiden?

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    Antworten
    • Hallo Max, das sieht mir leider sehr nach Fremdschimmelkultur aus und wäre demnach leider ein Grund zum Entsorgen. Wie riecht (oder schmeckt) der Käse denn? Den Unterschied, ob essbar oder verdorben, kann man bei einem solchen Produkt zum Glück sehr gut mit wachen Sinnen feststellen. Wichtig ist, um bei einem zweiten Anlauf, die Fremdschimmelgefahr zu minimieren, die Kerne mit kochendem Wasser zu übergießen (wie in Schritt 1 beschrieben) und im Kühlschrank eine nicht zu feuchte Umgebung zu schaffen. Hat sich denn viel Kondenswasser auf der Innenseite eurer Käseformen abgesetzt? Vielleicht könnt ihr das nächste Mal etwas größere verwenden oder sie anfangs noch häufiger mit einem sauberen Tuch auswischen. Viel Erfolg! LG Lisa

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