Trockenheit auf dem Kopf? 8 Tipps sorgen für Feuchtigkeit

Leidest du unter trockener Kopfhaut und trockenem Haar? Diese natürlichen Mittel und Rezepturen helfen!

Wer hätte nicht gern allzeit sauberes, schönes und gepflegtes Haar, mit natürlichem Glanz und ohne Schuppen. Doch meist sehen die Haarlängen eher strapaziert aus und fühlen sich strohig an. Schuppen können die Folge einer trockenen Kopfhaut sein, die sogar jucken und spannen kann. Viele verheißungsvolle Shampoos und Pflegeprodukte lassen das Haar durch umhüllende Stoffe wie Silikon oder Polyquaternium glänzend aussehen, doch echte Feuchtigkeit und Pflege spenden sie weder den Haaren noch der Kopfhaut. Im Gegenteil, die starken Tenside der meisten Shampoos reinigen zu gründlich und sind für die Austrocknung mitverantwortlich.

Um diesem Kreislauf ein Ende zu setzen, ist der Umstieg auf milde Haarshampoos und feuchtigkeitsspendene Haarkuren oder Spülungen sinnvoll. Feuchtigkeit kann nicht nur bei einer Vorschädigung notwendig werden, sondern auch bei unerwartet geringer Talgproduktion durch mildere Shampoos in Verbindung mit häufigen Wäschen. Meist wird in dieser Situation zu Ölen gegriffen, die das feine Haar beschweren oder wie beim Kokosöl sogar austrocknen können.

In diesem Beitrag erfährst du, welche natürlichen Zutaten die benötigte feuchte Pflege liefern, wie Kuren oder Spülungen angewendet werden und wie du diese sogar mit der Haarwaschmethode “Water only” vereinbaren kannst.

1. Feuchtigkeit durch Öle

Pflanzenöle an sich bieten keine Feuchtigkeit, sie können aber als Hilfsmittel und Problemlöser dienen, und zwar auf zweierlei Weise. Einerseits sind Ölkuren in der Lage, das bereits ins Haar eingedrungene Wasser auch dort zu binden. Andererseits können sich trockene, bereits geschädigte Haare mit Öl vollsaugen und sich damit effektiv vor der Wirkung austrocknender Reinigungsmittel schützen. In beiden Fällen ist eine geringe Menge bereits ausreichend. Verwendung finden hochwertige Speiseöle wie zum Beispiel Sonnenblumen-, Mandel-, Oliven-, Distel- oder Kokosöl.

Bei dieser sehr reichhaltigen Kur zeigt sich, dass viel nicht viel hilft. Überschüssiges Öl lässt sich unmöglich mit nur einer einmaligen Wasserspülung entfernen, aber auch milde Shampoos tun sich dabei schwer. Abhängig von der Haarlänge und Haarfülle ist schon eine sparsame Ölemenge von einem halben bis maximal zwei Teelöffeln ausreichend, die im Wasserbad nur lauwarm erwärmt wird. Durch die leichte Erwärmung öffnen sich Haar- und Hautschuppen und ermöglichen die bestmögliche Wirkung.

Das lauwarme Öl ins trockene oder handtuchfeuchte Haar und gegebenenfalls auch auf die trockene Kopfhaut einmassieren. Unter einem Handtuch verbleibt die Ölkur für etwa 60 Minuten, bevor sie mit einem milden Shampoo ausgewaschen wird. Bei der Water-only-Methode bieten sich zum Auswaschen öliger Kuren zwei oder drei warme Wasserwäschen hintereinander an, die jeweils mit einem sauberen Handtuch zur Trocknung abgeschlossen werden. Das letzte kalte Abbrausen findet erst in der dritten Wäsche statt. Falls danach immer noch ölige Rückstände das Haar belasten, hilft auch eine milde Haarwäsche mit Honig.

2. Feuchtigkeit durch Fette

Ebenso wie Ölkuren wirken auch Kuren mit anderen Fetten. Kokosmilch aus der Dose enthält 24 Prozent und das Fleisch einer reifen Avocado 23,5 Prozent Fett.

Für eine solche Feuchtigkeitskur benötigst du entweder zwei bis drei Esslöffel Kokosmilch oder das fein zerdrückte Fleisch einer halben, reifen Avocado. Während sich die flüssige Kokosmilch besser auf trockenem Haar verteilen lässt, ist das Avocadofleisch durch die dickere Beschaffenheit eher für feuchtes Haar geeignet. Du kannst in der Avocadokur zwei bis drei Teelöffel Wasser untermengen und sie dadurch auch ins trockene Haar auftragen. Unter einem dunklen Handtuch verbleibt die Kur für 30 bis 60 Minuten auf Kopf und Haarlängen und wird danach wie bei der Ölkur beschrieben ausgespült oder mild auswaschen.

3. Feuchtigkeit dank Aloe vera

Der Feuchtigkeitsspender schlechthin ist das Blatt-Fleisch der Aloe vera. Aloe-vera-Gel enthält wasserlösliche Vitamine (z.B. B12 als Besonderheit), Aminosäuren, Glykoseproteine sowie Einfachzucker. Außerdem stecken darin Amylase und Salicylsäure, dadurch bietet das Gel folgende erstaunliche Fähigkeiten:

  • zieht dreimal schneller und damit tiefer ein als Wasser
  • glättet die Haut
  • hilft gegen Hautunreinheiten wie Pickel und trockene Schuppen
  • wirkt entzündungshemmend und wundheilend
  • ist antibakteriell, antiviral und antifungal

Egal ob auf der Kopfhaut oder den geschädigten, trockenen Haaren aufgetragen, das Aloe-vera-Gel spendet Feuchtigkeit pur, ohne das Haar wie bei Öl zu beschweren. Daher ist es sowohl im trockenen als auch im feuchten Haar als Leave-in einmassiert anwendbar. Wegen der enthaltenen Salicylsäure sollte es jedoch sparsam und nicht täglich aufgetragen werden, wenn es auf der Haut verbleibt.

Weitere Anwendungen für Aloe-vera-Gel findest du hier. Wie du dein eigenes Aloe-vera-Gel herstellst ist hier beschrieben.

4. Feuchtigkeit mit Leinsamen

Leinsamen besitzen positive Eigenschaften, die man auch für Haut und Haare nutzen kann. Sie sind in der Lage, ein Vielfaches ihres ursprünglichen Gewichts an Wasser aufzunehmen und zu binden. In Kombination mit Wasser entsteht Leinsamen-Gel, das durch Inhaltsstoffe wie Fett, Proteine, reichlich Vitamin A, viele B-Vitamine und Lignane pflegt, wie Aloe vera Feuchtigkeit abgibt und entzündungshemmend wirkt.

Für eine Kur gibst du ein bis zwei Esslöffel Leinsamen zu einem halben Liter Wasser und lässt es 24 Stunden stehen. Danach kannst du die leicht glitschige Flüssigkeit absieben und auf Haut und Haaren verteilten. Unter einem Handtuch für mindestens 30 Minuten einwirken lassen und mild auswaschen. Du kannst diese Feuchtigkeitskur auch als Leave-in-Spülung verwenden.

Leinsamen-Gel ist aber auch zum täglichen Hairstyling verwendbar, dadurch kommen die positiven Eigenschaften öfters zum Einsatz. Auch für das Haar-Styling lassen sich Leinsamen sehr gut einsetzen.

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5. Pflanzliche Haarspülungen

Pflanzliche Auszüge sind optimal in Kombination mit der Waschmethode, Haare ausschließlich mit Wasser zu waschen. Du kannst sie als schnelle Spülung oder länger einziehende Kur anwenden. Folgende Pflanzen haben für strapazierte und trockene Haare eine leicht rückfettende Wirkung:

Wahlweise kann aus jeder dieser Pflanzen ein Auszug hergestellt werden. Dazu die Blätter mit einem halben Liter kochendem Wasser übergießen, zudecken und nach dem Abkühlen absieben. Als kalten Guss auf dem Kopf und den Haarlängen verteilen. Diese Spülungen sind auch als Leave in möglich.

Eine ganz besondere Spülung stellt ein Auszug aus Löwenzahnblüten dar. Er hilft gegen sprödes und trockenes Haar und wirken gegen fettige Schuppen und fettige Kopfhaut. Diese Blütenspülung und weitere rückfettende Haar-Spülungen wie zum Beispiel mit Lindenblüten oder Lavendel findest du in diesem Beitrag.

Auch eine Avocadokern-Spülung besitzt eine rückfettende und reinigende Wirkung, wodurch sie gut Water-only verträglich ist. Wie du aus Avocadokernen diese Pflegespülung herstellst, erfährst du hier.

6. Gurken- und Apfelmus

Kuren mit Gurke und Apfel zählen nicht wirklich zu den typischen Feuchtigkeitskuren. Sie haben jedoch bei trockener, juckender und spannender Kopfhaut, trockenen Schuppen und der Neigung zu Pickeln eine erlösende und heilende Wirkung. Gurke enthält 90 % Wasser, Vitamine A, B, C, sowie Zink. In der Schale ist außerdem Silizium, auch Kieselsäure oder Kieselerde genannt, enthalten, die für mehr Wachstum sorgt. Der Apfel verfügt über 85 % Wasser, Fettsäuren, Vitamin C und geringe Anteile von Proteinen. Egal ob alleine oder kombiniert mit einem Teelöffel Quark heilen Pickel durch die entzündungshemmenden Inhaltsstoffe schnell aus und die Kopfhaut erfährt einen angenehm kühlenden Effekt, der das Spannungsgefühl mildert.

Für die Kur entweder einen halben Apfel oder eine halbe Gurke mit Schale zerkleinern und im Mixer pürieren. Optional Quark unterrühren. Dieses Mus auf das trockene oder handtuchfeuchte Haar aufgetragen und mit einem dunklen Handtuch warmhalten. Nach 30 bis 60 Minuten lässt sich die Kur einfach mit Wasser ausspülen.

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7. Durchblutungsförderung

Alkohol und Koffein wirken eher austrocknend, doch Bier und Kaffee nehmen hier eine Sonderstellung ein. Sie beinhalten neben ihrer durchblutungsfördernden Wirkung, die die Talgproduktion ankurbelt, auch geringe Mengen rückfettender Inhaltsstoffe. Diese Kombination wäre einen Versuch wert und eignet sich gut zum Auswaschen mit Wasser. Die Rezeptur zur Haarspülung mit Bier findest du hier und die Anleitung für die Haarkur mit Kaffee hier.

Als ebenso talgfördernd erweisen sich Wärme oder Massagen der Kopfhaut, wie zum Beispiel eine Mütze, Wechselduschen oder ausgiebiges Bürsten. Letzteres ermöglicht auch die mechanische Entfernung vorhandener Schuppen. Weitere Maßnahmen zur Förderung der natürlichen Talgproduktion werden im Beitrag über natürliche Mittel gegen fettige Haare behandelt.

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8. Durchfetten lassen

Am einfachsten ist es allerdings, die Kopfhaut und die Haare ihrer natürlichen Regulierung zu überlassen, denn bei trockener Kopfhaut wird automatisch mit einer gewissen Zeitverzögerung Talg nachgeliefert. Um die Beschwerden zu lindern, sollte der Kopf ein bis zwei Tage nach der Einfettung nicht gewaschen werden. In dieser Zeit macht es Sinn, den Talg mit einer Bürste aus Wildschweinborsten bis in die Spitzen durch etwa 100 Bürstenstriche zu verteilen. Danach ist eine mildere, weniger austrocknende Haarwäsche sinnvoll, aber auch das Beibehalten der täglichen, intensiveren Bürstenmethode kann ein erneutes Austrocknen vermeiden. Zu den milderen Waschmitteln zählen Lavaerde, Roggenmehl, Honig und Eigelb, die du bei Bedarf auch sukzessive verdünnter anwenden kannst.

Tipps:

  • Kokosmilch und Pflanzenöle lassen sich sehr effektiv mit einer alten Deo-Sprayflasche aufsprühen.
  • Mandelöl dringt besonders schnell und tief in die Hautschichten ein. Sonneblumenöl schneidet in dieser Hinsicht zwar schlechter als Mandelöl ab, überbietet jedoch das oft verwendete Olivenöl.
  • Mit den Feuchtigkeitskuren aus Ölen oder Spülungen aus Wasserauszügen gelangen weitere Inhaltsstoffe durch die Hautoberschicht ins innere der Haut und werden zum Beispiel von Proteinen der nicht abgestorbenen Hautschichten zu den Haarwurzel weiter transportiert. Damit gelangen die enthaltenen Stoffe aus Wasserauszügen oder hochwertigen, teuren Spezialölen ( z.B. Arganöl oder Rizinusöl) auch an die Haarwurzel und fördern den gesunden und gegebenenfalls auch neuen Haarwuchs. Die alten Haarlängen profitieren hiervon nicht.

Mein persönliches Fazit: Es gibt reichlich natürliche Mittel und Wege, um die Trockenheit im Haar und ihre negativen Folgen beheben. Typische, teilweise intensive beworbene Supermarkt-Produkte sind dafür wirklich unnötig und können sogar kontraproduktiv sein, wenn sie die Symptome eher überdecken, aber die Ursachen außer Acht lassen.

Leidest du unter trockener Kopfhaut und trockenem Haar? Diese natürlichen Mittel und Rezepturen helfen!

Welche Veränderung hat bei dir Trockenheit, Pickel oder Schuppen auf dem Kopf gemildert? Über deine Erfahrungen freuen wir uns in den Kommentaren.

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