Birke gegen Haarausfall – Shampoo, Spülung und Haarwasser

Nutze die Kraft der Birke, um deine Haare zu stärken. Diese selbstgemachten Haarpflegeprodukten geben Haar und Haarwurzel Kraft, Energie und Nährstoffe

Ständig Haare in der Bürste, auf der Kleidung, dem Kissen und in der Duschwanne? Das kann mit der Zeit richtig nerven. Ganz abgesehen davon, dass man sich fragt, ob dieser Haarverlust bald ein Ende hat, oder ob der Kopf demnächst kahl ist. Solange nicht mehr als 30 Haare täglich gefunden werden, ist das ganz normal. Kritisch wird es allerdings ab einer Menge von über 100 Haaren pro Tag über Wochen hinweg.

Haarausfall muss nicht immer erblich bedingt sein. Mit den Hintergrundinformationen zu Haarausfall in diesem Beitrag fällt die Suche nach der Ursache leichter und eine Veränderung kann den Prozess des Haarverlusts möglicherweise verlangsamen oder stoppen. Um das Haarwachstum zu fördern, bietet die Birke gleich drei Möglichkeiten der stimulierenden Haarpflege. Wie du wachstumsförderndes Shampoo, Haarwasser und die Haarspülung aus Birkenblättern oder Birkensaft selbst herstellen kannst, erfährst du ebenfalls in diesem Beitrag.

Ursachen von Haarausfall

Haarausfall liegt erst bei einem massiven und langandauernden Ausfall vor, dessen Ursache meistens schwierig auszumachen ist. Denn zwischen Ausfall und Auslöser liegen oft Wochen oder sogar über drei Monate, in denen sich das Haarwachstum einstellt, die Haare dünner werden und schließlich kollektiv ausfallen. Folgende Ursachen können zum Beispiel vorliegen:

  • Autoimmunerkrankung (kreisrunder Haarausfall)
  • Schilddrüsenüberfunktion (trockene Haut, stumpfes, brüchiges Haar)
  • Schilddrüsenunterfunktion (warm-feuchte Haut, weiches, feines Haar)
  • Eisenmangel (ungenügende Eisenaufnahme durch Nahrung und Darm oder Blutverlust)
  • Stress oder psychische Belastungen
  • Nährstoffmangel durch Diät oder Medikamente zur Cholesterinsenkung, Blutverdünnung, aber auch Retinoide gegen Akne, Betablocker gegen Bluthochdruck
  • Stoffwechseldefekt (nur in den ersten Lebensjahren)
  • Hormonumstellung (Schwangerschaft, Hormoneinnahme wie die Pille)
  • Chemotherapie
  • Infektionen oder andere Erkrankungen der Haut (Ekzeme, Psoriasis, Pilzinfektion, Tumor)
  • hoher Dihydrotestosteron-Wert (erblich bedingter Haarausfall – auch bei Frauen)

Zu viel Haarpflege und -styling kann ebenfalls zu vermehrtem Haarbruch führen und so den Eindruck von Haarausfall entstehen lassen, z.B. durch strenge Frisuren, heißes Föhnen, Lockenstab, Dauerwelle und chemisches Haarefärben.

Einige dieser Ursachen kannst du beim Arzt schnell abklären lassen, andere erfordern eine Umstellung der Ernährung oder anderer Lebensumstände. Durchblutungsfördernde Mittel können die Aufnahme von Nährstoffen über die Kopfhaut unterstützen und das Haar dadurch stärken. In jedem Fall Fall ist Ausdauer von Nöten, denn bis neue Haare wachsen oder bestehende, spärliche Haare gekräftigt sind, vergehen wie beim Ausfall Monate. Produkte gegen Haarausfall sind oft teuer, weshalb sich das Selbermachen anbietet. Für diesen Zweck eignet sich insbesondere die Birke, die mit durchblutungsanregenden und wachstumsfördernden Wirkstoffen auch Bestandteil vieler kommerzieller Haarpflegeprodukte ist.

Nachfolgend findest du wirkungsvolle Rezepte für Birkenshampoo, Birkenspülung und Birkenhaarwasser.

1. Birken-Shampoo

Bei der Haarwäsche kommt es vor allem darauf an, dass das gewählte Shampoo auf die individuellen Bedürfnisse von Haar und Kopfhaut abgestimmt ist. Zum einen sollte ein geeignetes Shampoo überschüssiges Fett und Talg sowie abgestorbene Hautzellen entfernen, aber auch schonend zur empfindlichen Kopfhaut und Haaren sein. Mit einem Birkenshampoo sind diese Eigenschaften abgedeckt, zusätzlich wird die Durchblutung angeregt und die Haarwurzel kann besser mit Nährstoffen versorgt werden. Der Duft dieses Shampoos ist übrigens unvergleichlich und schwer zu beschreiben. Außer vielleicht mit “frisch”, spezifizierter “ähnlich wie frisch gemähtes Gras” .

Für ein selbstgemachtes Birkenshampoo (ergibt 250 ml) finden folgende Zutaten Verwendung:

  • 1 Handvoll Birkenblätter
  • 1 Prise feines Meersalz oder anderes Natursalz
  • 4 gestrichene EL Roggenmehl (alternativ ½-1 ½ TL Natron)
  • 250 ml Wasser
  • optional 1 EL Honig
  • optional ½ TL kaltgepresstes Olivenöl (nur in Kombination mit Honig)
  • 0,5 Liter Glas mit Twist-off Deckel

Bei Bedarf als Verdickungsmittel eine der folgenden Zutaten:

Herstellung des Birkenshampoos:

  1. Alle Zutaten außer Natron und Roggenmehl im Mixgerät zerkleinern, in ein verschließbares Gefäß füllen und für 12 Stunden kühlstellen.
  2. Absieben und Natron oder Roggenmehl in die aufgefangene Flüssigkeit einrühren.
  3. Bei Bedarf Verdickungsmittel deiner Wahl unterrühren und der Masse etwas Zeit zum Aufquellen geben. Klumpenfrei verrühren, bis eine shampooähnliche Konsistenz entstanden ist. Falls Apfelpektin verwendet wird, den Mixer zu Hilfe nehmen. Gegebenenfalls noch einmal absieben.
  4. Fertig ist das haarwuchsstimulierende Shampoo.

Nutze die Kraft der Birke, um deine Haare zu stärken. Diese selbstgemachten Haarpflegeprodukten geben Haar und Haarwurzel Kraft, Energie und Nährstoffe

Zur Haarpflege das Haarwaschmittel wie gewohnt auftragen, auf der Kopfhaut einmassieren und fünf Minuten einwirken lassen, bevor es gründlich ausgespült wird. Im Kühlschrank ist es abhängig von der Wahl der Verdickung (Mehl oder Verdickungsmittel) zwei bis sechs Tage haltbar.

Eine weitere, selbst gemachte Shampoo-Alternative mit Roggenmehl findest du hier. Die Inhaltsstoffe des Roggenmehls bieten dem Haar eine reichhaltige Pflege und Reinigung. Proteine und Mineralstoffe tragen zur Stärkung der Haare bei. Mit schwarzem Tee oder einem Kaffeesatz-Auszug wird die durchblutungsfördernde Wirkung noch verbessert.

2. Birken-Haarspülung

Mit einer Birkenspülung wird die Durchblutung nach der Haarwäsche noch weiter angeregt, die Nährstoffaufnahme unterstützt und die Neigung der Kopfhaut zur Schuppenbildung verringert. Dabei handelt es sich im Grunde um einen einfachen Wasserauszug ohne weitere Zutaten, der somit schnell selbstgemacht ist.

Du benötigst:

  • 2 EL zerkleinerte Birkenblätter
  • 500 ml Wasser

Und so wird die Birkenspülung hergestellt

  1. Birkenblätter in einen Topf mit Wasser geben und zugedeckt 10 Minuten kochen.
  2. Abkühlen lassen und absieben.
  3. Die zuvor gewaschenen Haare ganzflächig übergießen und sanft einmassieren.
  4. Nicht mehr auswaschen und wie gewohnt trocknen.

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3. Birkenhaarwasser

Ein Birkenhaarwasser kann auf verschiedene Arten hergestellt werden. Entweder nutzt du die wachstumsfördernden Kräfte des Birkensaftes und massiert den frisch aus dem Stamm gezapften Saft nach der Haarwäsche in die Kopfhaut, oder du stellt daraus ein länger haltbares Haarwasser her. Aber auch ein alkoholischer Auszug aus Birkenblättern kann dazu genutzt werden.

Schon das erste haltbare Birkenhaarwasser von Georg Dralle wurde mit Birkensaft hergestellt. Für eine vergleichbare Alternative benötigst du:

  • 50 ml frischen Birkensaft
  • 15 g pflanzliches Glycerin (gibt es in der Apotheke oder alternativ online)
  • 200 ml 96-prozentigen Weingeist (in der Apotheke oder online erhältlich)
  • 100 ml VE-Wasser (demineralisiertes Wasser oder destilliertes Wasser, gibt es in der Drogerie)
  • optional 3 g Kölnisch Wasser oder ein paar Tropfen eines ätherischen Öls für den Duft

Alle Zutaten miteinander gut vermischen, zwei Wochen an einem hellen Ort stehenlassen, bevor das Wasser gefiltert und in eine Flasche abgefüllt wird.

Ein weiteres Rezept gegen Schuppen, Schuppenflechte, fettige Kopfhaut und Haarausfall ist der alkoholische Auszug aus diesen Zutaten:

  • 700 ml Doppelkorn oder Wodka (mindestens 40-prozentiger Alkohol)
  • 2 Handvoll frische Birkenblätter
  • 1 EL frische Brennnesselwurzeln
  • 2 EL frische Brennnesselblätter
  • 1 TL frischer Rosmarin, alternativ Klettenwurzelöl
  • 5 Tropfen Teebaumöl (im Bio-Laden oder online erhältlich)
  • Glasgefäß mit 1 Liter Volumen und dicht abschließendem Schraubdeckel

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So wird das Birken-Brennnessel-Haarwasser zubereitet:

  1. Die frischen Zutaten grob zerkleinern, mit Alkohol in ein dicht verschraubbares Gefäß geben und drei Wochen bei Zimmertemperatur ziehen lassen.
  2. Durch einen Kaffeefilter filtern, um die feinen Haare der Brennnesselblätter auszuschließen, und gegebenenfalls Klettenwurzelöl einrühren.
  3. Im Verhältnis 2:1 mit destilliertem Wasser verdünnen (zwei Teile Tinktur auf einen Teil Wasser) und in gut verschließbare, handliche Flaschen abfüllen.

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Diese Mischung einmal täglich auf der frisch gewaschenen Kopfhaut einmassieren. Vor Gebrauch schütteln!

Tipp: Mit einer Sprayflasche lässt sich das Haarwasser leichter und sparsamer aufzutragen.

Hinweis: Birkenblätter können die Haarfarbe leicht beeinflussen und sind deshalb bei hellblondem Haar nicht zu empfehlen.

Viel Spaß beim Nachmachen und Ausprobieren, hoffentlich helfen auch dir diese natürlichen Alternativen, etwaige Probleme mit Haarausfall zu reduzieren oder zu verhindern.

Wie sind deine Erfahrungen mit diesem Shampoo, der Spülung und dem Haarwasser? Welche Zutaten haben sich bei dir bewährt oder hast du noch andere verwendet? Wir freuen uns auf deinen Erfahrungsbericht sowie auf Ergänzungen und Anregungen in den Kommentaren.

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Viele weitere Rezepte für selbstgemachte Haarpflegeprodukte findest du in diesem Beitrag und in unseren Buchtipps:

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Vielleicht interessieren dich auch diese Pflegeprodukte zum Selbermachen oder andere Verwendungsmöglichkeiten für die Birke:

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8 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Hallo, habe das haarwaschmittel nach anleitung gemacht, habe flohsamenschalen dazu gegeben, nach dem waschen hatte ich irgendwelches zeug in den haaren , sah aus wie extreme schuppen .. Was hab ich falsch gemacht?

    Antworten
    • smarticular.net

      Womöglich war es zu viel Verdickungsmittel, das ist leider aus der Ferne schwer zu beurteilen. Eventuell weniger Flohsamenschalen oder ein anderes Mittel zum Andicken verwenden. Falls es doch noch Rückstände gibt, am besten mit einer Haarpflegebürste ausbürsten, die holt alles heraus. Liebe Grüße

  2. Undine Puritscher

    Beim Birkenshampoo habt ihr als Verdickungszutat Leinsamen angegeben. Finde ich super- ist fantastisch für die Haut. Nur frage ich mich, ob er nicht am Anfang nach dem Kleinhäckseln mit dazu gegeben werden sollte. Dann sollten sich die Schleimstoffe gut aus der Schale lösen können. Er wird im Anschluss mit ausgesiebt. Habt ihr da schon Erfahrung gesammelt?

    Antworten
    • Hallo Undine, wenn ich dich richtig verstehe, möchtest du die Leinsamen hinterher dazu geben, nachdem die anderen Zutaten gemixt worden sind? Ich würde das nicht empfehlen, da die Leinsamen in zerkleinerter Form ihre Bindefähigkeit besser entfalten können. Deshalb lieber gleich mit mixen. Liebe Grüße!

  3. Hallo,habe eine Frage zu dem Birkenshampoo. Wie kann ich über die Wintermonate das Shampoo vorrätig machen. Soll ich vielleicht die Blätter oder besser das fertige Shampoo einfrieren?
    Oder muss ich einfach nur auf den Frühling warten und die Birke wieder Blätter trägt? L.G.☺ Mo

    Antworten
    • ich würde es mit getrockneten Blättern versuchen. Im Grunde wird hier ein Wasserauszug hergestellt der in getrockneten Blättern ebenfalls vorhanden ist. Vergleichbar mit Kräutertees. Roggenmehl und Natron würde ich jetzt nicht einfrieren. Der Sud wäre schon ausreichend. Beide Methoden habe ich allerdings noch nicht getestet. Über deinen Erfahrungsbericht freuen wir uns.

  4. Miez Katz

    Mir ging ’s nicht um irgend welche Haare (die sind eh erblich oder sogar evolutionsbedingt „selbststädig“), sondern eher um den Birkensaft. Es gibt wohl neben Brennnesseln und Birkensaft keine… ups, ehe ich weiter schreibe. Muss ich mir das jetzt rechtlich sichern lassen? Da kommen noch 3, 4 Zutaten dazu und keiner glaubt mir das. PS. Letztlich haben Bienen und Hefe was damit zu tun.

    Antworten

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