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Lupine statt Soja: So köstlich kannst du die gesunden Samen zubereiten
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Süßlupinen enthalten die gleiche Menge Eiweiß wie Soja und darüber hinaus viele andere gesundheitsfördernde Stoffe. Als nachhaltige und gesunde Proteinquelle können sie auch deinen Speiseplan bereichern.

Vielen ist die aus Nordamerika stammende, seit dem 19. Jahrhundert auch bei uns heimische Lupine lediglich als dekorative, bienenfreundliche, aber auch äußerst giftige Zierpflanze ein Begriff. In der Landwirtschaft wird sie traditionell zur Bodenverbesserung und als Futtermittel eingesetzt. Eher noch ein Geheimtipp sind hingegen Süßlupinen als regionale und gesunde Alternative zur Sojabohne. Zu Unrecht, denn Lupinensamen weisen einen ebenso hohen Gehalt an hochwertigem, pflanzlichem Eiweiß auf und liefern sogar erheblich mehr gesunde Ballaststoffe als Soja. Auch im Hinblick auf Vitamine und Mineralien, insbesondere Eisen, kann sich die pflegeleichte und ökologisch wertvolle Pflanze sehen lassen. Unter anderem enthält sie alle für den menschlichen Körper essentiellen Aminosäuren. Zudem schmeckt sie einfach köstlich, wie die folgenden Rezepte beweisen!

Giftige Zierlupine und essbare Süßlupine

Wer seinen Speiseplan mit Lupinen bereichern möchte, muss wissen, dass wildwachsende Exemplare sowie Bitter- bzw. Zierlupinen, wie sie üblicherweise im Gartencenter zu finden sind, einen hohen Alkaloid-Gehalt aufweisen. Das in ähnlicher Form auch in den Blättern von Kartoffeln und Tomaten enthaltene Nervengift löst beim Menschen schon in geringer Dosis Vergiftungserscheinungen aus. Während zu früheren Zeiten der Alkaloid-Anteil vor der Weiterverarbeitung der Lupinensamen durch aufwändiges Waschen und Kochen reduziert werden musste, kommen in der Küche inzwischen sogenannte Süßlupinen zum Einsatz, die durch Züchtung nur noch sehr geringe und deshalb unbedenkliche Mengen Alkaloid enthalten.

Süßlupinen enthalten die gleiche Menge Eiweiß wie Soja und darüber hinaus viele andere gesundheitsfördernde Stoffe. Als nachhaltige und gesunde Proteinquelle können sie auch deinen Speiseplan bereichern.

Essbare Lupinensamen findest du in einigen Bioläden oder online. Wer auf langes Einweichen verzichten möchte, kann alternativ auch zu Lupinenkernen im Glas greifen.

Lupine in der Küche

Lupinen gehören zur Familie der Hülsenfrüchtler und sind eng mit Linsen, Erbsen und Bohnen verwandt. Aufgrund ihres hohen Eiweißgehalts (36-48 %) eignen sich die Samen besonders gut als pflanzlicher Ersatz für Fleisch- und Milchprodukte. Lupinenmehl  kann zudem zum glutenfreien Backen oder für proteinreiche Shakes verwendet werden.

Lupinen-Brotaufstrich

Egal, ob du dein Brot lieber süß oder deftig verzehrst, mit Lupinensamen oder -mehl kannst du Aufstriche in beliebigen Geschmacksrichtungen herstellen.

Lupinen Bolognese

Lupinenschrot lässt sich ähnlich wie Sojaschnetzel oder Linsen hervorragend für die Zubereitung einer veganen Bolognese verwenden. Dazu einfach den Schrot nach Packungsbeilage zubereiten, wie Hackfleisch anbraten und weiterverarbeiten.

Geröstete Lupinenkerne

Ähnlich wie geröstete Kichererbsen kannst du auch aus Lupinen einen knackigen Snack für den Fernsehabend oder ein gemütliches Picknick herstellen.

Das geht schnell und bedarf nur weniger Zutaten:

  • 1 Glas Lupinenkerne
  • 1-2 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Knoblauchpulver oder andere Kräuter und Gewürze nach Geschmack.

Und so einfach geht´s:

  1. Lupinen abgießen, gut abspülen und abtropfen lassen.
  2. Öl und Gewürze vermischen.
  3. Öl-Gewürz-Mischung zu den Lupinen geben und alles gut vermengen.
  4. Marinierte Lupinenkerne auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen.
  5. Für circa 30 Minuten bei 180 Grad (Ober-/Unterhitze) rösten, dabei mehrmals wenden.

Tipp: In diesem Beitrag findest du viele weitere knackige Alternativen zu Kartoffelchips.

Lupinen-Keimlinge

Eine einfache Methode, Lupinen in der Küche zu verwenden, ist daraus Keimlinge zu ziehen. Dafür die rohen Lupinenkerne ausgiebig mit Wasser spülen und in ein Keimgefäß geben. Für drei Tage an einem sonnigen Ort stehen lassen und zweimal täglich mit Wasser durchspülen.

Die Sprossen eignen zum Beispiel sich als leckere Ergänzung für Rohkost-Salate und als knackig-frischer Brotbelag. Im Kühlschrank halten sie sich etwa drei bis vier Tage.

Süßlupinen selbst anbauen

Wenn du einen Garten oder ein Mietbeet hast, kannst du Süßlupinen auch selbst anbauen und damit gleich mehrere positive Effekte erzielen. Lupinen sind Tiefwurzler und sorgen für eine natürliche Auflockerung des Bodens. Zudem reichern sie die Erde mit Stickstoff an, wovon nachfolgende Pflanzen profitieren. Bienen und Schmetterlinge finden in den imposanten Blütenkerzen der Lupine reichlich Nahrung.

Süßlupinen enthalten die gleiche Menge Eiweiß wie Soja und darüber hinaus viele andere gesundheitsfördernde Stoffe. Als nachhaltige und gesunde Proteinquelle können sie auch deinen Speiseplan bereichern.

Lupinen sind weitgehend anspruchslose Schwachzehrer, die auf leichten, sandigen Böden am besten gedeihen. Nach der Aussaat im Frühjahr können die trockenen Samen im Frühherbst geerntet und weiterverarbeitet werden.

Verwende für den Anbau ausschließlich Süßlupinen-Samen aus vertrauenswürdigen Quellen, damit du sicher sein kannst, dass der Anteil giftiger Alkaloide unbedenklich ist. Da die Samen von selbst angebauten Pflanzen wieder mehr giftige Bitterstoffe enthalten können, eignen sie sich eher nicht für eine zweite Anbauphase.

Wichtiger Hinweis für Allergiker: Wer an einer Erdnussallergie leidet, sollte auch im Umgang mit Lupinenprodukten vorsichtig sein. Lupinen gehören zur Familie der Hülsenfrüchte und enthalten ähnlich aufgebaute Eiweiße wie Erdnüsse und andere Hülsenfrüchte.

Hast du bereits Erfahrung mit der Verwendung von Süßlupinen gesammelt? Dann verrate uns dein Lieblingsrezept in einem Kommentar!

Weitere Tipps und Rezepte mit Lupine findest du in unserem Buch-Tipp:

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