Altes Pflanzenöl nicht wegwerfen: 5 Tipps, wie du es noch verwenden kannst

Überlagertes Öl verliert an Geschmack und wird durch Oxidation ranzig. Zum Entsorgen ist es jedoch zu schade - probiere doch mal diese alternativen Verwendungsmöglichkeiten!

Vielleicht kennst du das auch: das kräftige Leinöl verliert mit der Zeit an Aroma oder entwickelt sogar einen unangenehmen Beigeschmack. Für die gute Küche ist es dann nicht mehr zu gebrauchen. Der Grund: Es ist zu alt und beginnt, ranzig zu werden. Bei Leinöl geschieht dies besonders schnell, aber auch andere Pflanzenöle verlieren durch zu lange oder falsche Lagerung ihre positiven Eigenschaften.

Ranzig wird Speiseöl durch Oxidation, wenn Luftsauerstoff mit den Doppelbindungen ungesättigter Fettsäuren reagiert. Stufenweise führt sie dazu, dass sich verschiedene Abbauprodukte bilden. Das Öl schmeckt dann nicht nur unangenehm, sondern verliert auch seinen positiven Effekt auf den Stoffwechsel. Je höher der Anteil an ungesättigten Fettsäuren ist, desto schneller wird ein Öl ranzig.

Durch hohe Temperaturen und Lichteinstrahlung wird der Oxidationsprozess beschleunigt, weswegen du hochwertige Pflanzenöle stets kühl und dunkel aufbewahren solltest. Manchmal kommt es aber trotz guter Lagerung dazu, dass Speiseöle ranzig werden. Für die Tonne sind sie jedoch zu schade, denn es steckt noch immer viel Potenzial darin. Die folgenden Tipps zeigen, wie du altes Pflanzenöl noch verwenden kannst.

Lederpflege

Ob Handtasche, Schuhe oder Lederarmband – einige Pflanzenöle können gut zur Pflege von Glattleder verwendet werden. Dafür eignen sich vor allem nichttrocknende Öle wie Oliven- und Kokosöl. Gib das Öl einfach auf ein Tuch und massiere es gründlich in das Leder ein. Alternativ kannst du es auch zur Herstellung einer Schuhcreme verwenden. Trocknende Öle wie etwa Lein- oder Walnussöl sind dagegen ungeeignet, da sie an der Luft verharzen und das Leder trocken und brüchig werden lassen.

Mit diesem Rezept kannst du aus drei einfachen Zutaten eine natürliche Schuhcreme für Lederschuhe herstellen, ganz ohne Mineralöl und bedenkliche Stoffe.

Holzpflege

Dafür kannst du trocknende Pflanzenöle hervorragend zur Pflege von naturbelassenem Holz verwenden – beispielsweise für Schneidebretter, Messergriffe oder Holzmöbel. Trocknende Öle besitzen einen besonders hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren, die leicht mit Sauerstoff oxidieren (wodurch sie auch schnell ranzig werden) und anschließend durch Vernetzung der Fettsäuren aushärten. Man spricht von Verharzung. Für die Holzpflege ist diese Eigenschaft besonders nützlich.

Überlagertes Öl verliert an Geschmack und wird durch Oxidation ranzig. Zum Entsorgen ist es jedoch zu schade - probiere doch mal diese alternativen Verwendungsmöglichkeiten!

Parkett- und Linoleumpflege

Echtholzböden pflegen kannst du ebenfalls am besten mit Hilfe von trocknenden Pflanzenölen. Allerdings kann das Aushärten viele Stunden dauern, während der du den Raum am besten nicht betrittst. Linoleumböden bleiben elastisch, wenn du sie zum Beispiel mit Leinöl polierst.

Ölkerzen

Vor allem in der dunklen Jahreszeit schafft Kerzenlicht eine gemütliche Atmosphäre. Handelsübliche Kerzen werden jedoch meist aus Palmöl oder Paraffin (aus Erdöl) hergestellt, die viele aus Umweltgründen meiden wollen. Als Alternative kannst du Ölkerzen aus Pflanzenölen herstellen – beispielsweise ein Schwimmlicht oder Duftölkerzen.

Wohligwarmes Kerzenlicht nachhaltig und preiswert einfach selbst gemacht. Aus einem Glas, etwas Stoff und Pflanzenöl bastelst du schnell eine geniale Öllampe

Seife und Waschmittel

Wenn Oliven- oder Rapsöl durch zu lange Lagerung nicht mehr schmecken, kannst du noch immer hervorragend Kernseife daraus zaubern! Sie ist anschließend entweder direkt verwendbar oder kann zur Herstellung von Allzweckreiniger oder Waschmittel genutzt werden.

Altes Pflanzenöl richtig entsorgen

Wenn du das Öl nicht mehr weiter verwendet werden kannst, ist es wichtig, es richtig zu entsorgen.

Kleine Mengen Speiseöl dürfen in die Restmülltonne – allerdings nur in einem verschließbaren Behälter, damit die Tonne nicht irgendwann vor Öl trieft. Du könntest dafür beispielsweise eine PET-Flasche verwenden. Alternativ kannst du Ölreste auch mit Katzenstreu vermengen, aufsaugen lassen und so in den Restmüll geben.

Große Mengen Speiseöl – etwa aus der Gastronomie – müssen zu einem Entsorgungshof gebracht werden. Solche Sammelstellen können im Internet oder durch einen Anruf bei der Stadt ausfindig gemacht werden. In Leipzig gibt es dafür das „Schadstoffmobil„. Die fachgerechte Entsorgung hat einen großen Vorteil: im Öl steckt noch jede Menge Energie, und so kann es zur Herstellung von Biogas weiterverwendet werden. Wie das funktioniert, erfährst du in diesem Video der ARD-Mediathek.

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Auf keinen Fall gehört altes Pflanzenöl ins Abwasser. Dort lockt es nicht nur Ratten an, sondern führt auch zu Ablagerungen und Verstopfung des Abflusses oder des Kanals und schädigt auf diese Weise die Rohre. Das hat letztendlich auch negative Auswirkungen auf die Umwelt, da durch undichte Abwasserrohre verschmutztes Wasser in Boden und Grundwasser sickert und der Reinigungsaufwand in den Klärwerken steigt.

Was machst du mit alten Speiseölresten? Wir freuen und über deine Vorschläge und Erfahrungen in den Kommentaren!

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8 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Mit „ungenießbarem“ Öl kann man Adhäsionskleber (Etiketten, Klebeband) „aufweichen“ – die Stelle einfetten, einen Tag warten und dann spülen. Bei Bedarf wiederholen.
    Auch Wärme hilft, Kleberreste zu entfernen – für Rohholz, Bücher und Ähnliches eignet sich nur diese Methode. Tipp: Gleich vor dem ersten Abziehversuch Etikett anfönen oder den Gegenstand auf die Heizung oder in die Sonne legen.
    Öl-Zucker-Peeling: Einen Klecks Öl und einen Teelöffel Zucker auf die Handfläche geben – und los gehts!

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  2. vor ein paar Jahren haben wir solches Öl – wie auch benutztes Frittieröl – einfach mit in den Tank des alten Diesel-Autos gekippt. Nötigenfalls vorher filtern, wozu hervorragend z.B. auch ein alter Kaffeefilter geeignet ist (natürlich mit neuem Filterpapier). Dann kamen die Politiker auf die tolle Idee, auch an Pflanzenöl als Treibstoff noch die Ölkonzerne verdienen zu lassen – so wurde die Beimischung zum Diesel vorgeschrieben (mit allen bekannten Folgen – Palmölplantagen etc.) und die eigene Verwendung von Pflanzenöl verboten. Technisch geht das aber immer noch… ;-)

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    • Hallo Frank, dafür deinen Kommentar. Das wäre ja wirklich eine sinnvolle Verwendung für verbrauchtes Pflanzenöl. Es gibt wohl erste Initiativen, auch Altöl aus Privathaushalten wieder aufzubereiten. Aber viel zu häufig landet es noch im Restmüll oder gar im Abwasser. Schade drum! Liebe Grüße Sylvia

    • …dann hab ich gleich noch einen: meine Pfanne, natürlich Gusseisen und deshalb möglichst nicht mit Wasser auszuwaschen, reinige ich von Zeit zu Zeit mit einem Schuß billigstem Salatöl (das ansonsten eher nicht in mein Essen kommt, und wofür man auch leicht abgelaufenes verwenden kann) und einer Grill-Drahtbürste. Danach mit einer alten Brottüte gründlich auswischen – Ergebnis sind eine saubere Pfanne und eine ölige Tüte. Dieses „Ölpapier“ ergibt einen hervorragenden Feueranzünder für die Küchenhexe (Holzherd) oder meinen Kachelofen. Nix gekauft, nix verschwendet, alles direkt wiederverwendet!
      LG Frank

    • Auch eine hervorragende Idee. Und dass die ölige Tüte auch noch verwertet wird … perfekt! Wir freuen uns über weitere Tipps :-) Liebe Grüße Sylvia

  3. Bei uns bekommt man einen kleinen Kübel mit Deckel für Altöl. Das kann man dann beim Altstoffzentrum kostenfrei abgeben. Es wird dann für einen Gemeindetraktor verwendet der mit Altöl fährt.
    Wenn man dem hinterher fährt bekommt man hunger – riecht nach Schnitzel :)

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  4. Johabibi Johann

    Da ich viel Speiseöl verbrauche und auch öfters mal was alt wird, habe ich mir diese Frage schon vor langem gestellt. Einen Teil des Öls, wenn es noch in Ordnung ist (Riechprobe), bekommen die Vögel. Ich mische das Öl mit günstigen Haferflocken (Feinblatt) und Rosinen. Dieses Futter mögen Weichfutterfresser wie Amseln und Stare besonders gern. Ölreste – auch wenn man Antipasti vom Griechen kauft, fallen oft solche Reste an – tue ich zu den Grünabfällen im Komposteimer. Ein bisschen Pflanzenöl im Komposthaufen schadet nicht, denke ich. Ist es mehr, kommt es, möglichst mit Altpapier oder trockenen organischen Abfällen vermischt, in die braune Biotonne, die bei uns zweiwöchentlich abgeholt wird. Das müsste rechtens sein. Erkundigt habe ich mich bei unserem Abfallunternehmen noch nicht. Es macht aus den organischen Abfällen übrigens ebenfalls Energie und Kompost.

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