Anwendungen für Senfkörner: für Gesundheit, Küche und Garten

Senfkörner geben nicht nur Gerichten den pikanten Pfiff, sie sind auch äußerst gesund! Im Garten fungiert die Senfpflanze als Gründünger und Bienenfreund.
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Senfkörner (Senfsaat) finden sich zum Beispiel in tafelfertigem Senf und im Einlegegewürz für Gemüse. Die scharfen Körner können aber noch viel mehr, denn dank der enthaltenen Senföle und Senfölglycoside, die für die Schärfe verantwortlich sind, besitzen sie auch zahlreiche Heilwirkungen und können bei verschiedenen körperlichen Leiden lindernd angewendet werden.

Zudem tun Senfpflanzen beste Dienste im Garten und sind ein wahrer Bienenmagnet – Grund genug, sich Senfsamen zu besorgen und auszuprobieren, wie vielseitig sich Senfkörner ohne großen Aufwand verwenden lassen!

Senfsprossen für Salat und Suppe

Nicht umsonst wird vor allem Gegrilltes oder Gebratenes gern mit Senf gegessen, denn die in den Senfkörnern enthaltenen Senföle unterstützen unter anderem die Verdauung.

Deshalb braucht man aber Senfkörner nicht immer in Form von Senf(-paste) zu sich zu nehmen. Wie wäre es einmal mit frischen Senfsprossen, die sich ganz einfach aus Senfkörnern ziehen lassen? Sie schmecken pikant in Salaten oder auf Brot und wirken entschlackend. Die Sprossen verfeinern auch Suppen und Eintöpfe, sind durch das Erhitzen dann allerdings nicht mehr ganz so scharf.

Senfkörner geben nicht nur Gerichten den pikanten Pfiff, sie sind auch äußerst gesund! Im Garten fungiert die Senfpflanze als Gründünger und Bienenfreund.

Senfwickel bei Erkältung und Gelenkschmerzen

Senfwickel oder Senfkompressen, die auf die Brust aufgelegt werden, helfen bei Erkältung und Bronchitis und lockern dank der enthaltenen Senföle den festsitzenden Schleim. Darüber hinaus wirken die Wickel auch lindernd bei rheumatischen Gelenkschmerzen. Zur Herstellung von Senfwickeln benötigt man lediglich zu Senfmehl zermahlene Senfkörner und Wasser.

Senfpulver ist im Biomarkt oder online erhältlich. Es lässt sich aber auch einfach aus Senfkörnern herstellen, indem man diese in einer Gewürzmühle oder einem Mörser mahlt.

So wird der Senfwickel hergestellt:

  1. Vier bis fünf Esslöffel Senfpulver mit warmem Wasser zu einer dicken Paste mischen.
  2. Die Paste in die Mitte eines Baumwolltuchs etwa einen halben Zentimeter dick auftragen und mit einem weiteren Baumwolltuch bedecken.
  3. Den Wickel auf die Brust legen und mit einem dritten Tuch abdecken.
  4. Sobald die Senfpaste beginnt, auf der Haut zu brennen (das kann je nach eigener Hautempfindsamkeit fünf bis sieben Minuten dauern), den Wickel noch für eine Minute auf der Haut belassen und dann abnehmen.
  5. Eine Ruhephase von etwa einer halben Stunde schließt die Senfwickel-Behandlung ab.

Tipp: Bei schmerzenden Gelenken ist das Vorgehen gleich, nur mit dem Unterschied, dass sich der Wickel vollständig um das Gelenk legen lässt.

Tipps für die sichere Anwendung eines Senfwickels

So bringt ein Senfwickel am besten Linderung:

  • Die Temperatur des Wassers für die Senfpaste hat möglichst nicht mehr als fünfzig Grad, weil die durchblutungsfördernde Wirkung auf der Haut sonst zu intensiv wird.
  • Für einen Brustwickel ergibt sich die Fläche für die Senfpaste aus dem Platz zwischen den Brustwarzen, die wegen ihrer empfindlichen Haut besser nicht mit der Paste in Berührung kommen.

Hinweis: Senfwickel werden am besten nur einmal am Tag angewendet, um die Haut nicht zu sehr zu belasten und Verbrennungen zu vermeiden. Dabei kann die Zeit, die der Senfwickel aufliegt, jeden Tag ein wenig verlängert werden, solange die Hitze als angenehm empfunden wird.

Senfkörner geben nicht nur Gerichten den pikanten Pfiff, sie sind auch äußerst gesund! Im Garten fungiert die Senfpflanze als Gründünger und Bienenfreund.

Tipp: Auch fertiger Tafelsenf lässt sich vielfältig für die Gesundheit nutzen – zum Beispiel in einem wärmenden Fußbad oder in einer Gurgellösung bei Halsschmerzen.

Senföl für die innere und äußere Anwendung

Senföl wirkt entzündungshemmend, durchblutungsfördernd, antibakteriell und antiviral. Daneben enthält das Öl eine Vielzahl von Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen und ungesättigten Fettsäuren. Es kann innerlich wie äußerlich bei einer Vielzahl von Beschwerden angewendet werden.

Das heilsame Senföl hilft gegen Grippe und andere Erkältungskrankheiten, weil festsitzender Schleim gelockert wird, der dann besser abgehustet werden kann. Wer keinen Senfwickel machen möchte, kann sich auch die Brust mit mit Senföl einreiben.

Pickel und Hautunreinheiten werden durch die entzündungshemmende Wirkung des Senföls gelindert. Gegen Muskelkrämpfe und schwere Beine nach einem langen Tag im Stehen hilft es auch, denn es wirkt durchblutungsfördernd und entkrampfend. Auch die Kopfhaut wird durch eine Massage mit Senföl besser durchblutet, was zu vollerem und geschmeidig glänzendem Haar führt.

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Senföl-Alternative selbst herstellen

Eine mildere, vielseitige Alternative für kalt gepresstes Senföl, die ebenfalls zahlreiche heilsame Inhaltsstoffe des Senfs enthält, lässt sich für den Hausgebrauch sehr einfach selber machen.

Dazu 350 Milliliter Natives Bio-Olivenöl und einen halben Esslöffel Senfkörner in eine Flasche füllen, die Flasche verschließen und etwa zwei Wochen an einem dunklen und kühlen Ort ziehen lassen. Dann die Senfkörner herausfiltern.

Das so gewonnene DIY-Senföl ist zwar nicht so wirkungsstark wie die pure Originalversion, es eignet sich aber trotzdem gut für Massagen gegen Muskelkrämpfe, als Gesichtsreinigung gegen Pickel oder als aromatische, verdauungsfördernde Zutat für Speisen.

Hinweis: Da jeder Mensch anders auf durchblutungsfördernde Stoffe auf der Haut reagiert, empfiehlt es sich, das Öl zuerst nur dünn auf einer kleinen Stelle aufzutragen und einige Minuten zu beobachten, wie die Haut darauf reagiert. Entwickelt sich das gewollte Wärmegefühl zu einem sehr unangenehmen Brennen, lässt sich das Öl mit viel Wasser und Seife schnell wieder abwaschen.

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Senf als Bienenfreund und Gründünger

Die Pflanze des gelben Senfs ist nur bei näherer Betrachtung vom Raps zu unterscheiden, mit dem er auch verwandt ist. Ganz sicher ist: Wenn im Herbst die Felder grellgelb leuchten, dann handelt es sich um Senf, denn Raps blüht nur im Frühjahr. Bienen fliegen gerne die Senfblüten an und versorgen sich mit deren Nektar. Deshalb gehört Senf auch zu den besonders bienenfreundlichen Pflanzen.

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Senf wird oft zur Zwischennutzung und Gründüngung auf Feldern ausgesät. Seine Pfahlwurzeln holen Nährstoffe tief aus dem Boden und lockern ihn dabei auf. Das dichte Laub verhindert, dass der Boden während des Brachliegens mitsamt seinen Nährstoffen weggeschwemmt wird.

Wenn man die Pflanzen nach dem Schneiden einfach liegen lässt, zerfallen sie mit der Zeit in wertvollen Humus für den Boden. Allerdings empfiehlt es sich, den Senf entweder kurz nach der Blüte zu schneiden oder später die Samenkapseln zu ernten, damit sich der Senf nicht von selbst aussät.

Tipp: Es empfiehlt sich, bei Senf, wie bei allen Kreuzblütlern, die Fruchtfolge zu beachten, damit der Boden nicht zu sehr ausgelaugt wird. Nach dem Senf werden deshalb besser in den folgenden drei Jahren kein Kohl und keine Radieschen, Rettiche oder ähnliches gepflanzt.

Da sich Senfpflanzen problemlos auf dem Balkon ziehen lassen, sind sie als Bienenfreund auch im Balkongarten willkommen – und passen sogar auf den Naschbalkon.

Die zarten, ganz leicht nach Senf schmeckenden Blätter lassen sich prima abzupfen und pur naschen oder in einem Salat verarbeiten. Stecke im Frühjahr nach den letzten Nachtfrösten einfach ein paar Senfkörner in die Erde, und nach drei Tagen sprießen schon die Pflänzchen hervor.

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Weiße, braune schwarze Senfkörner: Was ist der Unterschied?

Allen Senfsorten ist gemeinsam, dass sie ihre Schärfe erst gewinnen, wenn die Senfkörner mit Wasser in Berührung kommen. Unterschiedlich sind dann jeweils der Schärfegrad und der Geschmack der Sorten, die dementsprechend anders genutzt werden.

Der am meisten genutzte Senf ist der weiße Senf (sinapis alba), der auch gelber Senf genannt wird. Er ist die mildeste Variante und wird deshalb meistens für mittelscharfen Senf und Senfzubereitungen verwendet.

Brauner Senf (brassica juncea) ist deutlich schärfer als weißer Senf und wird beispielsweise in Dijon-Senf verarbeitet. Indischen Gerichten verleiht er die spezielle Note, und Marinaden und Chutneys erhalten dank ihm eine frisch-scharfe Würze.

Der schwarze Senf (brassica nigra) hat einen beißend-scharfen Geschmack und wird bevorzugt für Heilzwecke eingesetzt, beispielsweise in der ayurvedischen Medizin.

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Welche gesunde oder auch einfach köstliche Verwendung für Senf kennst du? Wir freuen uns über Anregungen und Tipps in den Kommentaren!

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Ein Kommentar Kommentar verfassen

  1. Hallo,
    nachdem ich (61) mein Leben lang die Senfkörner aus dem Gurkenglas entsorgt habe, kam ich letztens auf die Idee, sie meinem Quinoasalat hinzuzufügen … und … perfekt! Bei mir werden nie wieder diese Senfkörner entsorgt. Sie sind eine erfrischende Zutat in jedem frischen Salat!

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