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Wiederverwendbare Feuchttücher für Gesichts- und Babypflege selber machen
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Feuchttücher sind praktisch, kosten auf Dauer aber viel Geld und sorgen für viel Müll. Finde heraus, wie du pflegende Feuchttücher einfach selber herstellst

Feuchttücher sind eine praktische Erfindung. Immer schnell zur Hand, noch nass aber nicht triefend. Leider enthalten sie oft auch fragwürdige Substanzen. Außerdem sind sie nicht wiederverwendbar und tragen so zum Anwachsen der Müllberge bei. Dabei ist es sehr einfach, ökologische, wiederverwendbare Feuchttücher mit natürlichen Mitteln selbst herzustellen. Wie das funktioniert, zeige ich dir in diesem Beitrag.

Die Tücher sind gedacht als schnelle Lösung für unterwegs, eignen sich aber auch zum Entfernen von Make-up sowie für die Reinigung des Kinderpos.

Was ist in den handelsüblichen Tüchern drin? Laut Codecheck werden unter anderem folgende Inhaltsstoffe als eingeschränkt bis nicht empfehlenswert eingestuft:

  • PEG/PEG-Derivate,
  • Silikonöl,
  • Duftstoffe und
  • Konservierungsstoffe wie z.B. Phenoxethanol, Methylchloroisothiazolinone, 2-Bromo-2-Nitropropane-1,3-Diol.

Alles unschöne Inhaltsstoffe, die zwar praktisch, aber nicht wirklich gesund sind. Unter anderem können Konservierungsstoffe die Zellmembran schwächen und krebserregende Stoffe binden oder auch Formaldehyd freisetzen. Phenoxethanol steht unter Verdacht, leberschädigend zu wirken.

Seit vielen Jahren moniert daher Ökotest die Inhaltsstoffe der Kinderfeuchttücher, die laut den Jahresausgaben 2010 und 2013 immer noch Duft- und Konservierungsstoffe enthielten.

Diese Substanzen sowie die mit Einwegprodukten verbundene Ressourcenverschwendung sind für mich Grund genug, meine Feuchttücher selbst herzustellen. Dafür verwende ich Stoffreste und natürliche Hausmittel.

Wiederverwendbare Feuchttücher herstellen

Für deine neuen Feuchttücher benötigst du:

  • 500 ml abgekochtes oder destilliertes Wasser
  • 1 Teelöffel Kokosöl (im Bioladen oder online erhältlich)
  • 1 Teelöffel Sonnenblumenöl
  • verschiedene Tücher, zum Beispiel aus alten Hemden, T-Shirts, Mullwaschlappen oder auch einer festen Küchenrolle, die eine überzeugende Nassreißfestigkeit besitzen sollte
  • 1 Glas oder ein anderes Gefäß zur Aufbewahrung

Ich verwende kaltgepresstes Sonnenblumenöl (z.B. dieses hier), da es viel Linolsäure und wenig Fettsäure enthält. Du kannst es aber auch mit einem Teelöffel Calendulaöl (z.B. dieses hier) ersetzen.

Optional ist anstelle des Wassers auch Kamillentee verwendbar, und mit etwas Aloe-Vera-Gel erhalten deine Feuchttücher eine zusätzliche Feuchtigkeitspflege. Für Anwendung bei Jugendlichen und Erwachsenen kannst du zwei gestrichene Teelöffel geriebene Kernseife hinzugeben. (im Bioladen oder online erhältlich, meist preiswerter hier)

Feuchttücher sind praktisch, kosten auf Dauer aber viel Geld und sorgen für viel Müll. Finde heraus, wie du pflegende Feuchttücher einfach selber herstellst

Herstellung der Flüssigkeit

Zunächst wird aus den Zutaten die Reinigungsflüssigkeit zubereitet. Alle verwendeten Gerätschaften sollten möglichst keimfrei sein, um die Flüssigkeit nicht zu verunreinigen.

  • Koche die benötigte Menge Wasser ab und lasse sie bis auf Handtemperatur abkühlen. Falls du keimfreies, destilliertes Wasser verwendest, ist es ausreichend, dieses in einem Topf auf 30 bis 40 Grad zu erwärmen.
  • Gib das Kokosöl zum lauwarmen Wasser und rühre so lange, bis es sich aufgelöst hat.
  • Füge nacheinander Sonnenblumenölc und optional die Kernseife und das Aloe Vera Gel unter ständigem Rühren hinzu.

Die Flüssigkeit ist fertig, sobald sich alle Zutaten vollständig gelöst haben.

Herstellung der Stofftücher

Für die Tücher eignen sich alle möglichen Stoffe wie z.B. von T-Shirts, Bettlaken und Sweatshirts. Mein Favorit ist der angenehm weiche T-Shirt-Stoff, den verwende ich auch für selbst gemachte Softies-Taschentücher. Zur Herstellung der Feuchttücher kannst du einfach die selbe Anleitung verwenden.

Herstellung der fertigen Feuchttücher

Je nach dem, ob du die Tücher einfach in ein Gefäß geben willst oder sie gefaltet in einer Box einzeln entnehmen möchtest, bieten sich unterschiedlicher Möglichkeiten an.

Einfach gefaltet für einen flachen Spender oder eine Box:

  1. Falte zuerst die Tücher lagenweise so ineinander, dass sie sich später leicht entnehmen lassen.
  2. Lege den ganzen Stapel in eine Schüssel und übergieße ihn mit der Feuchttücher-Flüssigkeit.
  3. Nachdem sich der Stapel vollgesogen hat, kannst du ihn in deine Box legen. Sollte er zu nass sein, drücke so lange mit der flachen Hand darauf, bis du ihn ohne zu Tropfen hochheben kannst.

Mehrfach gefaltet für Gefäße wie Dosen oder Gläser:

Geeignet sind dicht schließende Kaffeedosen, Einmachgläser oder Einweggläser.

  1. Falte die Tücher abhängig von der Größe zwei- bis dreimal oder rolle sie auf und gib sie in dein Behältnis.
  2. Gieße die Flüssigkeit dazu, verschließe den Behälter und wende ihn mehrmals, so dass alle Tücher feucht werden.
  3. Die restliche Flüssigkeit kannst du nun ausgießen.

Feuchttücher sind praktisch, kosten auf Dauer aber viel Geld und sorgen für viel Müll. Finde heraus, wie du pflegende Feuchttücher einfach selber herstellst

Feuchtücher lose im Glas oder in der Dose:

Dies ist die einfachste Version. Sie ist auch für den Transport in kleinen Behältern für unterwegs schnell selbst gemacht und plastikfrei umsetzbar. Tauche die Tücher einfach in die Flüssigkeit, drücke sie leicht aus und gib sie in ein dicht schließendes Gefäß.

Feuchttücher aus Küchenrollenpapier

Aus der pflegenden Flüssigkeit und einer Küchenrolle kannst du auch leicht Feuchtigkeitstücher für unterwegs herstellen. Dafür eignet sich Küchenpapier, das auch nass reißfest ist.

  1. Schneide die Küchenrolle in der Mitte mit einem Messer auseinander, so dass du zwei Rollen ähnlich wie Toilettenpapierrollen erhältst.
  2. Stelle sie in eine Schüssel und übergieße sie mit der Hälfte der Feuchttücher-Flüssigkeit.
  3. Drehe die Rolle auf die andere Seite und verteile die restliche Flüssigkeit darüber.
  4. Entferne die Pappröhre in der Mitte und gib die vollgesogene Rolle in dein Behältnis.

Die Tücher kannst du nun von der Mitte heraus entnehmen. Sollte sich im Laufe der Zeit Flüssigkeit am Boden sammeln, wende die Rolle nochmal oder gieße die überschüssige Flüssigkeit ab.

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Verwendest du lieber trockene Papiertücher und Waschlappen oder schwörst du auf Feuchttücher? Wie immer freuen wir uns über deine Ergänzungen und Anregungen in den Kommentaren.