Rasierseife selber machen – für eine schonende Rasur ohne Müll

Statt Rasierschaum aus der Sprühdose: Probiere doch mal dieses Rezept für Rasierseife! Mild zur Haut, pflegend und vorbeugend gegen Irritationen.

Wer sich regelmäßig im Gesicht (oder auch an anderen Körperpartien) rasiert, der kennt auch die typischen Probleme, die nach einer Rasur auftreten können. Die Haut wirkt gereizt, sie spannt und juckt und es können sogar entzündete rote Stellen entstehen. Das liegt unter anderem daran, dass nicht nur die Rasur selbst die Haut reizt, sondern auch konventioneller Rasierschaum aus der Sprühdose nicht gerade mild zur Haut ist.

Eine in Vergessenheit geratene Alternative zu Rasierschaum sind Rasierseifen. Sie ermöglichen eine viel schonendere Rasur und wirken sogar pflegend, da sie die Haut bereits während der Rasur mit Fett und Feuchtigkeit versorgen. Das Resultat ist eine weiche, glatte Haut – ohne die typischen Hautirritationen. Die Seifen halten sehr lange, sind viel nachhaltiger als Schaum aus der Dose und besonders auf Reisen sehr praktisch. Welche Seifen sich dafür eignen und wie du sie sogar selbst herstellen kannst, erfährst du hier.

Rasieren mit Seife

Eine ganze Reihe von Seifen eignen sich zum Rasieren, bei relativ anspruchsloser Haut genügt sogar einfache Kernseife. Zusätzlich pflegende Eigenschaften und einen besonders starken Schaum haben dagegen spezielle Rasierseifen. In ausgewählten Parfümerien und Läden, die Naturkosmetik führen, wirst du sicher fündig, einen guten Überblick gibt es aber auch online.

So wendest du Rasierseife an:

  1. Mithilfe eines Rasierpinsels und etwas Wasser die Seife aufschäumen. Je länger die Seife geschäumt und “aufgeschlagen” wird, desto feiner, stabiler und geschmeidiger wird der Schaum.
  2. Den Schaum direkt auf die zu rasierende Haut auftragen und gut zwei Minuten einwirken lassen. In dieser Zeit quellen die Haare etwas auf und lassen sich so viel leichter schneiden.
  3. Wie gewohnt rasieren. Ich empfehle die Rasur mit einem plastikfreien Rasierhobel.
  4. Zum Schluss die Haut gründlich mit klarem Wasser reinigen. Bereits jetzt sollte fühlbar sein, wie pflegend und sanft die Rasur mit Seife ist.

Statt Rasierschaum aus der Sprühdose: Probiere doch mal dieses Rezept für Rasierseife! Mild zur Haut, pflegend und vorbeugend gegen Irritationen.

Rasierseife selber sieden

Rasierseifen sollen gegenüber „normalen“ Waschseifen vor allem eines: gut schäumen. Dabei ist es wichtig, dass dieser Schaum auch lange stabil auf der Haut bleibt. Die Schaumqualität lässt sich durch die Auswahl der Fette und Öle und auch der Lauge beeinflussen. Bestimmte Inhaltsstoffe wie etwa Zucker oder Honig helfen ebenfalls dabei, mehr Schaum zu erzeugen.

Wenn dich das Thema Seifensieden interessiert, dann lässt sich auch Rasierseife sehr einfach selbst herstellen. Der Vorteil dabei ist, dass selbst gemachte Seifen durch eine gezielte Auswahl an Inhaltsstoffen genau dem eigenen Hauttyp angepasst werden können. In diesem Beitrag zeige ich dir zwei Rezepte – ein Grundrezept für Rasierseife und ein Rezept für Fortgeschrittene.

Natur-Seifen selbst herstellen eine Einführung

Wenn du dich mit dem Thema noch nicht so gut auskennst, kannst du hier mehr zum Seifensieden erfahren:

Grundrezept für Rasierseife

Für den Anfang ist es sinnvoll, wenn du dich erst einmal an einem einfachen Rezept probierst. Wenn dir die Seife dann gefällt, kannst du das Rezept um weitere Zutaten ergänzen, oder du tauschst eines oder mehrere Öle gegen andere aus. Bedenke aber immer, dass der Laugenanteil neu berechnet werden muss.

Für ein einfaches Grundrezept eignen sich folgende Zutaten:

  • 450 g Kokosöl
  • 300 g Olivenöl (pflegt und wirkt hautberuhigend)
  • 150 g Rapsöl (stabilisiert den Schaum)
  • 100 g Rizinusöl
  • 149 g Natriumhydroxid (NaOH)
  • 310 g destilliertes Wasser

Alle Zutaten sollten grammgenau mit einer Präzisionswaage abgemessen werden, weil schon kleine Ungenauigkeiten die Eigenschaften der Seife stark beeinflussen können.

Überfettet ist diese Seife mit etwa vier Prozent. Solch eine geringe Überfettung ist für Rasierseifen besonders empfehlenswert, da sie die Schaumbildung fördert. Eine Überfettung von drei bis sechs Prozent ist ideal.

Rezept für Fortgeschrittene

Für das nachfolgende Rezept werden mehr Zutaten benötigt, sie ist aber etwas milder zur Haut und der Schaum noch stabiler:

  • 450 g Babassuöl (gut schäumend)
  • 200 g Avocadoöl (für cremigen Schaum)
  • 170 g Sheabutter (pflegt bei und nach der Rasur)
  • 100 g Olivenöl (pflegende Komponente, hautberuhigend)
  • 80 g Rizinusöl (stabilisiert den Schaum)
  • 145 g Natriumhydroxid (NaOH)
  • 310 g eiskaltes destilliertes Wasser
  • 10 g Tonerde oder Kaolin (sorgt für ein gutes Gleiten der Rasierklinge)
  • 10 bis 20 g ätherisches Lavendelöl (beruhigt die Haut)

Kernseife ist ein vielseitiges Hausmittel, sie lässt sich mit nur wenigen Zutaten sogar selbst herstellen.

Wie die Seife hergestellt wird

Bevor du selbst tätig wirst, informiere dich bitte genau über die Vorgehensweise der Seifenherstellung. Da mit einer ätzenden Lauge gearbeitet wird, ist das Einhalten der Sicherheitshinweise und sämtlicher Arbeitsschritte absolut notwendig. Wenn du dich bereits auskennst, wird dir die Herstellung keine Schwierigkeiten bereiten.

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Den fertig angerührten Seifenleim füllst du am besten in feste Schälchen, die groß genug sind, um nach dem Aushärten auch gut den Rasierpinsel darin zu drehen. Eine Tasse ist zum Beispiel gut geeignet. Die Reifezeit beträgt etwa vier bis sechs Wochen.

Vielen Dank an Stefanie Thiedig für diese schönen Rezepte!

Statt Rasierschaum aus der Sprühdose: Probiere doch mal dieses Rezept für Rasierseife! Mild zur Haut, pflegend und vorbeugend gegen Irritationen.

Hast du noch andere Rezepte und Tipps zum Selbermachen von Rasierseifen? Dann hinterlasse uns einen Kommentar!

Hier noch ein paar weitere Rezepte für selbstgemachte Naturseifen:


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8 Kommentare Kommentar verfassen

  1. kann man die seife auch als „allzweckseife“ bzw ganzkörperseife verwenden?

    Antworten
    • smarticular.net

      Ja das geht, denn die Seife ist vergleichsweise mild. Einfach ausprobieren, denn in erster Linie kommt es auf das angenehme Hautgefühl nach Verwendung der jeweiligen Seife an, das von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein kann. Liebe Grüße!

  2. Stephan Goedecke

    kann für die Rasiercreme statt Natriumhydroxid (NaOH) auch Kaiser Natron verwendet werden ?

    Antworten
    • smarticular.net

      Nein, denn für die Verseifung ist eine sehr starke Lauge mit hohem pH-Wert erforderlich, der mit Natron nicht erreicht werden kann. Liebe Grüße

  3. nach ein paar tagen von der form raus und in stücke schneiden , von wegen , bekommt man nicht so leicht raus , wurde leider nicht erwähnt im artikel ! habe die meiste seife bzw die form der seife beim rausnehmen zerstört unjd auch den behälter , kling immer alles so leicht bei den angaben , aber feinheiten bzw auch grobe sachen werden nicht erwähnt , wäre nur ein zusätzlicher satz !

    Antworten
    • smarticular.net

      Hallo Leo, in dem von dir genannten Beitrag steht auch der Hinweis, wie sich fest sitzende Seifenblöcke leichter aus der Form lösen lassen, ohne diese zerstören zu müssen (https://www.smarticular.net/naturseifen-selbst-herstellen-der-ablauf/):

      „Tipp zum Lösen der Seife aus starren Formen: Stelle den Behälter für einige Stunden ins Gefrierfach. Anschließend kannst du den Behälter einfach auf dem Kopf stellen, die Seife wird nach einigen Minuten wie von allein heraus gleiten.“

      Liebe Grüße!

    • ok danke , werde machen habe eh nicht alle zerstört , danke noch mal

  4. „Rasierschaum zum sprühen“…. habe ich, glaube ich, mal als Jugendlicher ausprobiert und damals schon für nicht gut befunden.
    Eine einfache Rasiercreme, direkt auf den Pinsel aufgetan, tut es schon seit Jahrzenhnten – egal wo ich mich rasiere. Mangelns ausreichenden Haarwuchses gehört da auch schon seit einigen Jahren der Kopf dazu.

    Als gobe Faustregel gilt: zwei Minuten den Rasierschaum verteilen und somit einweichen lassen, dann sind die Barthaare schön weich und lassen sich bequem abrasieren.

    Anschließend bietet sich ein After-Balm an. Die Balms enthalten keinen Alkohol, vermeiden so das brennen und tun einfach nur der Haut gut.

    Herkömmliche Seife, egal welche, machen meine Haut stumpf und tun zumindest mir nicht gut.Ich verzichte auch an den Händen darauf. Gibt genügend Alternativen…

    Antworten

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