Das Ideenportal für ein einfaches und nachhaltiges Leben

Zuckergel zur sanften Haarentfernung: selbst gemacht und vegan
4.7 5 200
188
12

Haarentfernung muss weder schmerzhaft noch teuer sein. Chemiefrei sollte sie sowieso sein! Mit diesem Rezept stellst du Zuckergel für 0,50 € selbst her!

Sicherlich kennst auch du das lästige Problem mit den nachwachsenden Stoppeln an den Beinen, den Achseln und anderen unliebsamen Stellen nach der Rasur (bei Männern auf der Brust ….). Sie scheinen sogar stärker und dicker nachzuwachsen als vorher, das hat nichts mehr mit „weich wie ein Baby-Popo“ zu tun.

Wer schon einmal mit einem elektrischen Epilierer die Haare versucht hat zu entfernen, weiß wie schmerzhaft das ist. Das Wachsen mit Kalt- oder Warmwachs ist  eine schöne Alternative, wenn es nur nicht so teuer wäre. Außerdem ist die Gefahr von eingewachsenen Härchen groß, da das Haar gegen die Haarwuchsrichtung herausgezogen wird.

Genauso einfach und sehr viel preiswerter ist die smarticulare Lösung: Das so genannte Sugaring mit selbst gemachtem Zuckergel! Im orientalischem Raum wird die Zuckerpaste schon seit Jahrhunderten zur schonenden Haarentfernung verwendet wird. Sie zieht die Haare mit der so genannten “Flicking-Technik” in Haarwuchsrichtung heraus, was wesentlich schmerzfreier und sanfter zur Haut ist. Nicht verwunderlich, dass immer mehr Waxing Studios auf das Sugaring übergehen, und dafür viel Geld verlangen.

Zuckergel gibt es auch zu kaufen, es kostet etwa 10 bis 20 Euro. Man kann diese Paste aber auch ganz einfach selbst zu Hause herstellen, denn sie besteht aus sage und schreibe nur zwei natürlichen Inhaltsstoffen.

Was wird für das Zuckergel benötigt

  • 200 g weißer Zucker (ca. 20 Cent)
  • 200 ml Zitronensaft (ca. 30 Cent)
  • ein großer Topf mit mindestens 2 Litern Fassungsvermögen
  • ein großer Löffel
  • ein kleines Glas mit lauwarmem Leitungswasser
  • ein luftdicht verschließbarer, hitzebeständiger Behälter zum Befüllen: aus Glas oder hitzebeständigem Kunststoff

So gehst du vor, um das Zuckergel herzustellen:

  1. Fülle Zucker und Zitronensaft in den Topf, und erhitze das Gemisch bei mäßiger Hitze (z.B. 8 von 12). Es ist wichtig, dass du nicht zu heiß kochst, da die Mischung sonst schnell anbrennen wird und die Konsistenz dann nicht mehr stimmt. Lieber langsamer, aber dafür gründlicher arbeiten. Der Topf sollte mindestens viermal so hoch sein, wie die Menge, die du kochst, da das Zuckergemisch während des Kochvorgangs schäumt und hochsteigt!
  2. Während sich alles erwärmt, solltest du ständig rühren und niemals den Raum verlassen, da Zucker ähnlich wie Milch ganz plötzlich überkochen kann. Nach ungefähr sieben Minuten werden sich kleine Bläschen bilden, weiterrühren.
  3. Nach 15 Minuten sollten sich die Bläschen bereits in einen dichten Schaum verwandelt haben, unbedingt weiterrühren. Sobald der Schaum dicht und goldfarben ist, nähern wir uns der gewünschten Konsistenz.
  4. Du kannst nun mit dem Löffel ein wenig Flüssigkeit entnehmen und in das Glas mit dem lauwarmen Leitungswasser tropfen (Vorsicht: sehr heiß!), das nennt man Tropftest. Wenn das Zuckergemisch sich im Wasser sofort löst oder an der Oberfläche schwimmt, ist es noch nicht fertig.
  5. Wiederhole den Tropftest so lange, bis die Paste sich nicht mehr im Wasser auflöst, sondern eine harzartige Struktur zu erkennen ist. Das wird bei etwa 125 Grad der Fall sein. Wenn du sicher sein willst, kannst du die Temperatur der Paste messen.
  6. Nun nimmst du den Topf vom Herd und lässt ihn für etwa eine Minute abkühlen, dabei rührst du weiter. Stell ihn sicherheitshalber auf ein Schneidebrett, da er vermutlich sehr sehr heiß sein wird.
  7. Jetzt kannst du die Paste vorsichtig in deinen Behälter schütten. Stell ihn  anschließend an einen kühlen Platz zum Abkühlen. Den Deckel solltest du erst aufsetzen, sobald die Paste komplett ausgekühlt ist, sonst bildet sich Kondenswasser, was tödlich für die Paste wäre. Der Abkühlprozess dauert bei der Menge etwa 1 ½ Stunden.

Es bedarf ein wenig Übung und Erfahrung, um den richtigen Moment abzupassen, wann die Paste fertig ist. Hast du den Dreh aber einmal raus, hast du lebenslang eine natürliche und preiswerte Alternative zum Rasieren und Waxing.

Natürlich kann man das Rezept noch variieren und erweitern (z.B. mit Ölen). Wenn du also eine gute Idee hast, eine schöne Variation des Rezeptes kennst, oder uns einfach erzählen möchtest, wie das bei dir geklappt hat, freuen wir uns sehr, diese in den Kommentaren zu lesen.

Weitere Pflegeprodukte, die du leicht selbst herstellen kannst findest du hier und in unserem Buch:

Selber machen statt kaufen - Haut und Haar
137 Rezepte für natürliche Pflegeprodukte, die Geld sparen und die Umwelt schonen
als eBook: kindle - tolino

Vielleicht interessieren dich auch diese Themen: