Salben einfach selbst herstellen – Grundlagen und Basisrezepte
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Die Herstellung von Salben ist leicht und mit einfachsten Zutaten kannst du die Heilkräfte deiner Lieblingspflanzen nutzen und eigene Heilsalben zubereiten!

Salben gehören zu den ältesten Heilmitteln der Menschheit. Dabei handelt es sich um halbfeste bis weiche, streichfähige und homogene Mischungen, die auf Haut oder Schleimhäute aufgetragen oder einmassiert werden. Sie können die Haut vor dem Austrocknen schützen, sie nähren und ihr verschiedene Wirkstoffe zuführen, die zur Wundheilung und Regenerierung der oberen Hautschichten beitragen. Manche Salben dienen auch zum Auftragen von Wirkstoffen, die in das Gewebe oder den Blutkreislauf eindringen, um dort eine weitergehende Wirkung zu entfalten.

Viele im Handel erhältliche Salben verfügen über lange Zutatenlisten mit teils zweifelhaften Inhaltsstoffen. Dabei ist es sehr leicht, eine Vielfalt von natürlichen Heilsalben in der eigenen Küche herzustellen. Oft genügen drei oder vier pflanzliche Zutaten aus der Lebensmittelabteilung und dem eigenen Garten. Wie einfach die Herstellung von Salben ist, erfährst du in diesem Beitrag, gefolgt von einer Liste einfacher und hilfreicher Salben-Rezepte.

Zutaten für hausgemachte Salben

Eine Salbe basiert auf einem oder mehreren Fetten und/oder Ölen. Ich bevorzuge zur Herstellung pflanzliche Öle, aber auch tierische Produkte wie Schmalz oder Butter können in der Salbenherstellung verwendet werden. Achte darauf, nur hochwertige und möglichst naturbelassene Rohstoffe zu verwenden. Für deine erste Salbe kannst du ganz einfach ein Öl aus der Küche benutzen, wie zum Beispiel Oliven- oder Sonnenblumenkernöl. Für fortgeschrittene Rezepturen ist es sinnvoll, etwas tiefer in die Materie einzusteigen und Öle entsprechend ihrer Eigenschaften und Wirkungsweisen auf verschiedene Hauttypen zu wählen.

Wenn du flüssige Fette verwendest, benötigst du zur Verarbeitung zu Salben einen Konsistenzgeber. Dafür kommen streichfähige Fette wie Kakaobutter und Sheabutter in Frage, sie haben bei Zimmertemperatur eine festere Konsistenz und können leicht auf die Haut aufgetragen werden. Ebenfalls als Konsistenzgeber verwendbar sind verschiedene Wachse, z.B. Bienenwachs. Die perfekte Quelle für dieses Wachs ist dein lokaler Imker. Alternativ kannst du Bienenwachs in gut sortierten Reformhäusern oder online erwerben. Vegane Alternativen sind Carnaubawachs und Rosenwachs.

Das Wachs kannst du auch teilweise oder vollständig durch Wollwachs (Lanolin) ersetzen. Dadurch entsteht eine weichere, streichfähigere Salbe. Achte darauf, reines Lanolin ohne Wasseranteil zu verwenden.

Viele Öle und Wachse allein beinhalten schon heilsame Wirkstoffe. In einer Salbe werden sie durch die gesunden Eigenschaften von Heilpflanzen-Auszügen ergänzt bwz. veredelt. Am einfachsten ist die Verwendung ätherischer Öle. Wenige Tropfen genügen meist schon, um die Heilkraft deiner Salbe zu steigern und ihre Wirkung gegen Entzündungen, Ausschläge, Hautpilz, Mikroben u.ä. weiter zu verbessern sowie ihr einen angenehmen Duft zu verleihen. Alternativ können Tinkturen und Ölauszüge verschiedener Pflanzenteile genutzt werden. Für einen selbstgemachten Ölauszug kannst du einfach dein Basisöl und die entsprechenden Pflanzenteile verwenden. Auch eine Tinktur lässt sich leicht selbst herstellen.

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Achte beim Sammeln von Pflanzen darauf, nur saubere und gesunde Pflanzenteile zu verwenden. Insbesondere bei Ölauszügen ist es wichtig, keine feuchten Zutaten zu verwenden. Ein zu hoher Wasseranteil im Öl würde sich negativ auf die Haltbarkeit auswirken.

Es gibt noch viele andere mögliche Zutaten für selbst gemachte Pflege- und Heilsalben, zum Beispiel Honig, Milch oder Salz. Nähere Details findest du in den einzelnen Rezepturen.

Werkzeuge zur Salbenherstellung

Für die Herstellung deiner ersten Salbe benötigst du keine Spezialausstattung. Ein Marmeladenglas, ein Holzstäbchen, eine präzise Küchenwaage, ein Topf und ein leerer Salbentiegel genügen bereits.

Wenn du öfter Salben herstellen möchtest, empfiehlt sich die Investition in eine Auswahl der folgenden Utensilien:

Salben herstellen – Schritt für Schritt

Die Herstellung von Salben folgt in der Regel immer gleichen Schritten. Oberstes Gebot ist eine saubere Arbeitsweise, die maßgeblich zur besseren Haltbarkeit deiner selbst gemachten Pflegeprodukte beiträgt.

  1. Alle Zutaten laut Rezept abwiegen.
  2. Fette und Wachs in ein feuerfestes Glas geben und in einem Wasserbad vorsichtig erwärmen.
  3. Unter Aufsicht warten, bis feste Fette und Wachse geschmolzen sind und mit einem Holz- oder Glasstäbchen umrühren. Bienenwachs schmilzt schon bei zirka 65 Grad Celsius, deshalb genügt diese Temperatur für die Herstellung der meisten Salben schon. Ein weiteres Erhitzen würde sich nur negativ auf die Wirkstoffe im Öl auswirken. Andere Wachse, wie zum Beispiel Canaubawachs, benötigen mitunter höhere Temperaturen zum Schmelzen.
  4. Wenn alle Zutaten geschmolzen sind, mit einem Glas- oder Holzstäbchen alles gut umrühren.
  5. Ätherische Öle, Tinkturen und andere optionale Zutaten dazugeben und unterrühren.
  6. Wenige Tropfen auf einen Teller geben und erkalten lassen. So kannst du die Konsistenz deiner Salbe testen. Sie sollte sich gut auf der Haut verteilen lassen.
  7. Je nach Bedarf Öl, Wachs oder Lanolin hinzugeben, um die Konsistenz anzupassen, und erneut eine Probe erkalten lassen.
  8. Die fertige, noch warme und flüssige Salbe in desinfizierte Salbentiegel füllen, erkalten lassen und sorgfältig beschriften.

Die Herstellung von Salben ist leicht und mit einfachsten Zutaten kannst du die Heilkräfte deiner Lieblingspflanzen nutzen und eigene Heilsalben zubereiten!

Wichtig: Beschrifte deine Salben immer mit dem Herstellungsdatum und idealerweise auch mit der Rezeptur!

Je nachdem, welche Zutaten du verwendet hast und wie hygienisch die Herstellung war, sind deine Salben bis zu einem Jahr haltbar. Wie du die Haltbarkeit von selbstgemachten Naturkosmetik-Produkten weiter steigern kannst, erfährst du hier.

Einfache Salben-Rezepte zum Selbermachen

Mit der oben beschriebenen Vorgehensweise lassen sich unendlich viele verschiedene Salben mit den unterschiedlichsten Heilwirkungen kreieren. Deiner Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Hier findest du einige unserer Lieblingsrezepte:

Welche Salbe würdest du gern einmal selbst herstellen? Oder hast du bereits praktische Erfahrungen gesammelt, die du mit uns und anderen Lesern teilen möchtest? Wir freuen uns auf deine Kommentare!

Die Herstellung von Salben ist leicht und mit einfachsten Zutaten kannst du die Heilkräfte deiner Lieblingspflanzen nutzen und eigene Heilsalben zubereiten!

Viele weitere Rezepte für hausgemachte Naturkosmetik findest du hier und in unseren Buchtipps:

Das große kleine Buch: Heilsalben aus Wald und Wiese: Einfach selbst gemacht

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  • Blümchen

    Hallo, ich finde eure selbstgemachten Salben super!
    Habt ihr auch schon mal eine Salbe gegen Akne ausprobiert oder habt ihr eine Idee, wie und woraus man dafür eine Salbe herstellen könnte?
    Ich würde mich über Ideen freuen!

    Blümchen

    • Maximilian Knap

      Vielen Dank für diese schöne, inspirierende Rückmeldung! Tatsächlich haben wir uns schon mit allerlei Hausmitteln u.a. gegen Akne und Pickel beschäftigt, eine Übersicht findest du hier. http://www.smarticular.net/?s=akne
      Besonders hervorzuheben ist naturtrüber Apfelessig, der verdünnt als Gesichtswasser oder auch pur zum Betupfen verwendet werden kann. Überhaupt ist Apfelessig ein außerordentlich hilfreiches Mittel zur natürlichen Hautpflege. Den Beitrag zu diesem Thema findest du ebenfalls in der Übersicht. Viel Erfolg und ganz liebe Grüße!

      • Blümchen

        Hallo
        Danke für die Info! Wenn ich ein Tuch in purem naturtrüben bio Apfelessig tränke und mir dieses dann als Maske / intensivreinigung bei Pickeln auf das gereinigte Gesicht lege und einige Minuten einwirken lasse, ist dies dann zu agressiv / intensiv für die Gesichtshaut? Oder kann ich dies bedenkenlos 2 – 3 mal in der Woche oder jeden Tag anwenden?

        • Maximilian Knap

          Ich würde mit einer Mischung aus Apfelessig und Wasser beginnen, vielleicht im Verhältnis 1:1. Einfach vorsichtig anfangen, und wenn es deiner Haut gut tut, kannst du immer noch steigern

  • Katrin

    Ich habe gerade eine Chilisalbe gemacht nach Eurem Rezept.
    Sie wärmt gut und wird mir gut bei Verspannungen helfen. Auf 160 g Öl hab ich 30 g Bienenwachs genommen und die Salbe ist für meinen Geschmack etwas zu fest geworden. Was gelernt nächstes Mal nehm ich weniger Wachs. Vielen Dank für die Rezepte.

    • Maximilian Knap

      Das klingt super! Wie viel Chili (und in welcher Form) hast du hineingetan, damit sie schön wärmt, aber nicht brennt?
      Für eine geschmeidigere Konsistenz kannst du auch weniger Wachs benutzen und stattdessen z.B. Sheabutter oder Kakaobutter zugeben. Am besten ein bisschen herumprobieren, bis die für einen persönlich angenehmste Konsistenz entstanden ist. Liebe Grüße!

      • Katrin

        Ich hatte 6 oder 7 Habanero-Chilli. Die hab ich schön klein geschnitten und in Öl eingelegt. Um Schimmel zu vermeiden täglich schütteln und wöchentlich vorsichtig erhitzt auf ca 100 °C. Ergab dann 160 g Öl.

        • Maximilian Knap

          Das klingt feurig, aber wir versuchen es mal!

  • Juli El

    Ich mache meine Salbe auch selber und bei mir muss immer Lanolin drin sein – das liebt meine Haut einfach!

    Hier mein Rezept: https://zufallsmoment.de/2017/05/02/universalsalbe-selber-herstellen/

  • Daniela Külbel

    hallo ich bin neu hier und fange erst mal an ich würde gerne eine Salbe machen mit Schwarzkümmelöl, ich bin mir aber nicht sicher welche zutaten ich brauchen und vor allem wieviel davon kann mir vielleicht einer behilflich sein.
    ich danke euch schon mal für die antworten
    Lg daniela

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