Hygienespüler: sinnvoll oder schädlich? Das sind die Alternativen

Hygienespüler ist in aller Regel überflüssig und lässt sich leicht durch einfache Hygienemaßnahmen und unbedenkliche Hausmittel ersetzen.

Hygienespüler versprechen hygienisch saubere und wohlriechende Wäsche auch bei niedrigen Temperaturen. Deshalb greifen nicht wenige Menschen zusätzlich zum Waschmittel zu desinfizierenden Spezialprodukten in dem Glauben, ihrer Gesundheit, ihrer Kleidung und der Waschmaschine etwas Gutes zu tun.

Dabei verrät schon ein Blick ins Kleingedruckte von Sagrotan und Co., dass die Hygiene-Waschmittel nicht nur Vorteile mitbringen. In welchen Fällen Hygienespüler überhaupt sinnvoll sein können und wie sie sich leicht durch umweltfreundliche Hausmittel ersetzen lassen, erfährst du in diesem Beitrag.

Hygienespüler: sinnvoll oder schädlich?

Hygienespüler gehören zu einer ganzen Reihe desinfizierender Haushaltsprodukte, die biozide Wirkstoffe enthalten und dadurch Bakterien, Viren und Pilze zuverlässig abtöten. Das ist aber fast immer unnötig, denn mit haushaltsüblichen Mitteln lässt sich die Keimbelastung bereits angemessen reduzieren, und eine sterile Umgebung ist auch gar nicht notwendig dank unseres Immunsystems.

Darüber hinaus sind die aggressiven Inhaltsstoffe gängiger Desinfektionsprodukte nur schwer biologisch abbaubar und wirken beispielsweise schädlich auf Wasserorganismen. Außerdem können sie allergische Reaktionen hervorrufen sowie Haut- und Augenreizungen verursachen. Die übermäßige oder unsachgemäße Verwendung von Desinfektionsmitteln steht im Verdacht, zur Entwicklung von Allergien und multiresistenten Keimen beizutragen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt deshalb, Hygienespüler und andere Desinfektionsmittel in privaten Haushalten nur in Ausnahmefällen zu nutzen – zum Beispiel bei einer hochansteckenden Krankheit wie dem Norovirus oder wenn eine immungeschwächte Person im Haushalt lebt. Dabei ist es grundsätzlich sinnvoll, notwendige Hygienemaßnahmen mit dem behandelnden Arzt abzustimmen.

Desinfizierende Hausmittel statt Hygienespüler

Wer im Alltag auf Hygienespüler lieber verzichten möchte, kann mit den folgenden Tipps genauso effektiv und trotzdem umweltfreundlich gegen verkeimte Wäsche oder schlechte Gerüche vorgehen.

Hygienespüler durch Essig ersetzen

Dank seiner antibakteriellen Wirkung ist herkömmlicher Tafelessig eine natürliche und umweltfreundliche Alternative zu Hygienespüler. Bereits ab einer Essigsäurekonzentration von einem Prozent tötet der Essig zuverlässig fast alle Bakterien, Viren und Pilze ab. Dazu wird die Wäsche einfach in einem Bad aus einem Teil Essig und vier Teilen Wasser für circa 30 Minuten eingeweicht und anschließend wie gewohnt gewaschen.

Hygienespüler ist in aller Regel überflüssig und lässt sich leicht durch einfache Hygienemaßnahmen und unbedenkliche Hausmittel ersetzen.

Hygienespüler durch Sauerstoffbleiche ersetzen

Sauerstoffbleiche ist aufgrund ihrer desinfizierenden Wirkung ebenfalls ein hervorragender Ersatz für Hygienespüler und dabei für Gesundheit und Umwelt unbedenklich. Um Waschmaschine und Wäsche von Keimen zu befreien und zu verhindern, dass sich Schmutz ablagert, werden ein bis zwei Esslöffel Sauerstoffbleiche zum Waschmittel gegeben und dann wie gewohnt gewaschen. Bei einer Waschtemperatur von 60 °C entfaltet der Aktivsauerstoff seine Wirkung besonders intensiv. Wenn die Waschmaschine bereits muffig riecht, hilft ein Leerdurchlauf bei 90 °C mit 100 Gramm Sauerstoffbleiche, um Rückstände restlos zu beseitigen.

Das vielseitige Hausmittel Sauerstoffbleiche kannst du im Bioladen, Supermarkt, in der Drogerie und online kaufen. Hier erfährst du, wo und unter welchen Namen.

Tipp: Sauerstoffbleiche eignet sich als umweltfreundliches Hausmittel auch für zahlreiche Anwendungen in Bad und Küche.

Angemessene Sauberkeit auch ohne Hygienespüler

Neben den genannten Hausmitteln tragen einige weitere einfache Maßnahmen dazu bei, das Risiko für eine Ausbreitung krankmachender Keime im Haushalt angemessen zu reduzieren.

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Waschmaschine regelmäßig reinigen

Eine einfache, aber sehr wirksame Maßnahme, um zum Beispiel bei einer bestehenden Infektion die Vermehrung krankmachender Keime zu vermindern, besteht darin, die Waschmaschine regelmäßig zu reinigen.

Wenn die Wäsche müffelt, liegt es wahrscheinlich an Schmutz und Keimen in der Waschmaschine! Mit diesen natürlichen Mitteln und Tricks sauber und kalkfrei.

Dafür sind ebenfalls keine teuren und aggressiven Spezialmittel notwendig, ein paar Handgriffe und die richtigen Hausmittel genügen. Wer im Alltag die Kaltwäsche bevorzugt, sollte außerdem mindestens ein- bis zweimal im Monat einen Waschgang bei 60 oder sogar 90 °C durchzuführen, um der Ablagerung von Schmutz und Fett im Inneren der Maschine vorzubeugen.

Bei Bedarf mit höheren Temperaturen waschen

Zwar reichen im Alltag niedrige Waschtemperaturen in Kombination mit einem bleichmittelhaltigen Waschmittel vollkommen aus. Wer bei Handtüchern, Bettwäsche und Co. auf Nummer sicher gehen möchte, kann aber zusätzlich ein Waschprogramm mit einer Mindesttemperatur von 60 °C Grad oder höher (keine Kurzwäsche) wählen und auf diese Weise die meisten Keime unschädlich machen.

Sogar für Stoffwindeln, Mehrweg-Binden und ähnliche Hygienetextilien ist eine Wäsche bei 60 °C mit normalem Vollwaschmittel völlig ausreichend, um die Keimbelastung angemessen zu reduzieren. Auch bei Durchfallerkrankungen und anderen Ausnahmesituationen, die besondere Anforderungen an die Hygiene im Haushalt stellen, ist das separate Waschen bei höheren Temperaturen eine wirksame Vorsichtsmaßnahme.

Hygienespüler ist in aller Regel überflüssig und lässt sich leicht durch einfache Hygienemaßnahmen und unbedenkliche Hausmittel ersetzen.

Grundlegende Hygieneregeln im Haushalt beachten

Die meisten Krankheiten entstehen nicht durch Keime in der Wäsche, schließlich befinden sie sich in der Regel ebenso auf unserem Körper, den wir ja auch nicht regelmäßig desinfizieren. Aus diesem Grund ist die Einhaltung einiger allgemeiner Hygieneregeln eine weitaus effizientere Maßnahme zur Vorbeugung gegen Krankheitserreger und andere unliebsame Mikroorganismen – zum Beispiel:

  • Hände mehrmals täglich gründlich waschen
  • Lebensmittel richtig lagern und den Kühlschrank regelmäßig reinigen
  • Obst und Gemüse immer gründlich waschen, bevor es gegessen wird
  • Unterwäsche, Bettwäsche, Handtücher, Küchentücher, Spüllappen usw. separat bei höheren Temperaturen waschen; temperaturempfindliche Textilien bei Bedarf zusätzlich mit Essig oder Sauerstoffbleiche behandeln

In unseren Büchern stellen wir die wichtigsten Hausmittel und ihre Anwendungsmöglichkeiten vor:

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Welche speziellen Reinigungsprodukte hast du bereits erfolgreich durch nachhaltige Alternativen ersetzt? Wir freuen uns auf deine Meinung in einem Kommentar!

Mehr zum Thema gesunde Hygiene und andere nachhaltige Themen findest du hier:

Hygienespüler ist in aller Regel überflüssig und lässt sich leicht durch einfache Hygienemaßnahmen und unbedenkliche Hausmittel ersetzen.

16 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Hallo.
    Ich wasche ausschließlich im Eco Programm. Ich verwende für Buntes Colorwaschmittel und einen DIY Essig Weichspüler und für Helles Vollwaschmittel und einen DIY Weichspüler mit Zitronensäure. Ein mal im Monat mache ich eine 95° Wäsche (Bettwäsche). Überlege es durch das Programm ALLERGIE zu tauschen – dabei wird die Temperatur kurzzeitig auf über 60° gebracht. Ich möchte auch gerne die Handtücher – da landen auch Putzlappen drin – im 60° Eco Programm waschen. Wäre da ein Hygienespüler zu empfehlen? Oder doch lieber der normale 60° Waschgang?

    Antworten
  2. Mein Abeitshemd stinkt furchtbar nach Hygienespüler, der sich eingenistet hat. Wie kann ich diesen chemischen Gestank loswerden? Es verfliegt nicht durch Waschen bei 40 Grad.

    Antworten
  3. Schimmelgeruch aus Ferienhaus

    Nach einem Dänemarkurlaub in einem Ferienhaus, das leider einen vom Vermieter für normal befundenen massiven Schimmelbefall aufwies, haben alle unsere Kleidung, Taschen, Koffer, Schlafsäcke etc einen starken modrigen Schimmelgeruch angenommen. Vor allem aus Synthetik geht der Geruch auch nach mehrfachem Waschen nicht raus. Waschen mit Temperaturen über 40 Grad geht für Synthetik nicht. Bleichmittel schadet farbiger Kleidung und erfordert hohe Temperatur. Kleidung mit Essiggeruch ist auch keine Alternative. Was tun?

    Antworten
    • Hallo, bei einer Anwendung von Essig sollte der Essiggeruch eigentlich schnell wieder verfliegen. Hier haben wir noch einige Tipps zum Waschen von Synthetik-Kleidung gesammelt: https://www.smarticular.net/sportkleidung-waschen-hausmittel-geruch-bakterien-essig/. Vielleicht ist ja etwas Hilfreiches dabei oder es kommen noch Tipps aus der Community. Liebe Grüße Sylvia

    • Der Essig Geruch verfliegt, sobald alles richtig getrocknet ist. Ich verwende selbst Tafelessig für die Wäsche und sie riecht nicht nach Essig.

      Ich benutze Apfelessig als Gedichtswasser und Haarspülung. Weder Haut noch Haar riecht im trockenen Zustand nach Essig.

  4. MrsSimple
    MrsSimple

    Hallo zusammen.
    Wie sieht es mit Apfelessig aus?
    Darf man diesen als Hygienespüler Alternative benutzen?

    Antworten
    • smarticular.net
      smarticular.net

      Natürlich darf man 😃 darüber hinaus kommt es nur auf den Säuregehalt an wie oben beschrieben. Allerdings könnte trüber Essig selbst zu Verfärbungen führen, deshalb empfehlen wir farblosen Tafelessig.
      Liebe Grüße

  5. Leider habe ich mit Essig bisher keine guten Erfahrungen gemacht. Die Waschmaschine richt weiterhin muffig und auch die Wäsche riecht oft nicht frisch nach der Wäsche. Ich habe wieder auf Hygienespüler zurück gegriffen. Codecheck hat für die Umwelt keine negativen Auswirkungen aufgezeigt.

    Antworten
    • Hallo Birgit, danke für deine Rückmeldung. Wenn du mit Essig keine guten Erfahrungen gemacht hast, probiere es vielleicht mal mit Sauerstoffbleiche.

      Hygienespüler ist, wie andere Desinfektionsmittel auch, im Alltag meist nicht notwendig und es wird vielfach sogar davon abgeraten (zum Beispiel hier vom Bundesinstitut für Risikobewertung https://www.bfr.bund.de/cm/343/fragen-und-antworten-zu-nutzen-und-risiken-von-desinfektionsmitteln-im-privathaushalt.pdf) – mit Ausnahme von besonderen Situationen, zum Beispiel bei hochansteckenden Krankheiten oder bei Menschen mit nicht intaktem Immunsystem.

      Der miefige Geruch in der Maschine lässt sich eventuell durch eine Grundreinigung beseitigen. Liebe Grüße Sylvia

  6. Ich nutze Hygiespüler für meine dunkle Kleidung/Unterwäsche. Wie schaut es denn da mit der Verwendung von Sauerstoffbleiche aus? Da es Bleiche ist, wird es doch die Farbe auswaschen. Oder?

    Antworten
    • smarticular.net
      smarticular.net

      Richtig, in diesem Fall wäre Essig die bessere Wahl.
      Liebe Grüße

  7. ich stelle mein Hygiene Waschpulver selber her, hierzu mische ich 250g Soda und 250g Sauerstoffbleiche.

    Bei Wäschestücke wo ich mehr Hygiene brauche füge ich noch 20 Tropfen Teebaumöl oder Zimtrindenöl oder Wacholderöl hinzu .

    Wasserstoffperoxid eignet ebenfalls gut als Hygienespüler, dieses dann direkt in das Weichspülfach geben ( gute Dienste bei der Salmonellenerkrankung meines Sohnes getan)

    Aber Essig und Wasserstoffperoxid niemals mit Essig mischen!!!!

    Antworten
    • Sorry Essig oder Wasserstoffperoxid niemals mit Sauerstoffbleiche mischen!!!

    • Baumgartner Alexandra

      Ciao zusammen
      Schon viel hab ich auf dieser Seite gelernt und hab folgendes in meinem Haushalt ersetzt;
      Zahnpasta gegen Zahnpulver,
      Badspray gegen eigens hergestellten Duschputzspray,
      Shampoo und Deopulver.
      Funktioniert alles super😀.
      Herzlich

      Alexandra

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