Estragon – dieser König der feinen Küche gehört in jede Naturapotheke

Wie du mit deiner Gesundheit Gutes tust und raffinierten Speisen einen besonderen Touch gibst.

Estragon kommt heute in Asien, Osteuropa und Nordamerika als Wildpflanze vor. Schon vor 3.000 Jahren wurde die äußerst schmackhafte Würzpflanze in China schriftlich erwähnt. Der Verwandte des Wermut schmeckt nämlich nicht nur gut, sondern wurde seit jeher wegen seiner gesundheitsfördernden Eigenschaften geschätzt.

Nach Europa kam Estragon wahrscheinlich um das Jahr 1600, und hat als Würzkraut in der feinen Küche voll eingeschlagen. Auch der Sonnenkönig Ludwig XIV war ein großer Fan des Krauts. Er befahl seinen Gärtnern, die Pflanze in den königlichen Parks zu kultivieren. Seither erfreut sie sich ganz besonders in Frankreich großer Beliebtheit und verleiht der Französischen Küche ihren extravaganten Touch.

Was kann Estragon für deine Gesundheit tun?

Neben Petersilie, Schnittlauch und Kerbel gehört Estragon zu der klassischen französischen Kräutermischung Fines herbes. Doch auch für die Gesundheit kann das Gewürz eine ganze Menge tun und gehört darum in jede Küchenapotheke.

Regt den Appetit an

Durch seinen hohen Anteil an ätherischen Ölen und Bitterstoffen, die den Appetit anregen, besänftigt Estragon Entzündungen im Magen und verhindert Krämpfe. Seine Inhaltsstoffe regen die Bildung von Verdauungssäften an und aktivieren Leber und Galle. In der Volksmedizin wird Estragon gegen Verstopfung und Darmparasiten verwendet.

Schützt vor Herzinfarkt

Seine antioxidativen Eigenschaften neutralisieren freie Radikale im Körper. Untersuchungen haben ergeben, dass die Einnahme von Estragonöl ihre Entstehung verhindern und den Schaden mindern kann, den sie im Organismus anrichten.

Estragon hilft außerdem bei der Senkung des Cholesterinspiegels und verringert das Risiko von Arteriosklerose und Herzgefäßerkrankungen. Laboruntersuchungen ergaben, dass Estragon-Extrakt die Entstehung von Blutgerinnseln verhindern und somit der Thrombosebildung entgegenwirken kann.

Lindert Menstruationsbeschwerden

Estragon ist besonders auch bei sogenannten Frauenleiden hilfreich. Es ist nachgewiesen, dass er den Menstruationszyklus reguliert und PMS-Symptome mildert. Auch bei Krämpfen und Übelkeit sorgt das Kraut für Linderung. Sein ätherisches Öl stimuliert außerdem den Urinfluss und verhindert, dass Urin im Organismus zurückgehalten wird.

Wirkt antibakteriell und anästhetisch

Durch seine antibakteriellen Eigenschaften lässt Estragon kleine Wunden und Hautabschürfungen schneller heilen. Bei Zahnschmerzen und Zahnfleischentzündung ist ebenfalls eine Behandlung mit Estragonöl zu empfehlen, da es antiseptisch und anästhetisch wirksam ist.

Was das vielseitige Kraut sonst noch drauf hat

Neben seinen zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten für die Gesundheit ist Estragon auch für die Schönheit ein echter Geheimtipp. Estragonöl auf die Kopfhaut einmassiert wirkt nämlich bestimmten Formen von Haarausfall entgegen. Einfach etwas Estragonöl auftragen, eine halbe Stunde einwirken lassen und danach mit Wasser auswaschen.

Zwei Klassiker der feinen Küche mit Estragon

Weil Estragon in der feinen Küche so gerne verwendet wird, möchte ich dir hier noch zwei raffinierte Rezepte verraten, mit denen du bei deiner Familie und deinen Gästen sicher großen Beifall ernten wirst.

Hähnchenfilet mit Sauce Béarnaise

Zwei Hähnchenfilets in der Grillpfanne grillen. Salzen und pfeffern. Warm stellen. Inzwischen die Sauce zubereiten.

Für die Sauce brauchst du:

  • 3 Eigelbe
  • 50 g Butter in kleinen Stückchen
  • 1 Esslöffel gehackten Estragon und eine Handvoll frische Blättchen
  • 5 Esslöffel Essig
  • 5 Esslöffel Weißwein
  • 15 Pfefferkörner
  • 1-2 Schalotten
  • Pfeffer und Salz

Zubereitung:

Schalotten klein hacken, mit Essig, Weißwein, Salz, Pfefferkörnern und Estragon sanft köcheln und auf etwa zwei Esslöffel Flüssigkeit reduzieren. Die Reduktion in einen kleineren Topf oder eine hitzebeständige Schale abseihen und etwas abkühlen lassen. Eigelbe untermischen. Im Wasserbad erwärmen. Die kalte Butter dabei Stück für Stück zugeben und ständig mit dem Schneebesen aufschlagen, bis die Sauce eindickt. Zum Schluss salzen und pfeffern und den gehackten Estragon dazugeben.

Die Sauce über die gegrillten Hähnchenbruststücke geben und genießen. Zum Anrichten mit ein paar frischen Estragonblättchen garnieren.

Hähnchenbrust Kiew mit Estragon

Du brauchst:

  • 4 Hähnchenbrustfilets
  • 120 g Butter
  • 2 Esslöffel getrockneten Estragon
  • 2 Esslöffel klein gehackte Petersilie
  • Salz und Pfeffer

Außerdem Mehl, Ei und Semmelbrösel für die Panade.

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Für die Sauce:

  • 2 kleine Essiggurken
  • eine kleine Schalotte
  • 2-3 Knoblauchzehen
  • 100 g Mayonnaise
  • 2 Esslöffel Senf
  • 2 Esslöffel Zitronensaft
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung:

Die Butter schaumig rühren und mit Estragon und Petersilie mischen. Die Kräuterbutter in vier Portionen teilen, kleine Röllchen formen und im Gefrierschrank eine Stunde einfrieren. Inzwischen die Hähnchenfilets einschneiden und vorsichtig zu Schnitzeln klopfen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die gefrorene Butter in die Schnitzel einrollen (auch seitlich, damit die Butter nicht herausfließt). Die Hähnchenrolle in Mehl, Ei und Semmelbröseln wenden. In heißem Öl oder Butter goldgelb herausbacken.

Für die Sauce Gurken, Schalotten und Knoblauch sehr fein hacken, Mayonnaise, Senf, Salz und Pfeffer zugeben, und alles mischen. Zu den gebackenen Röllchen reichen.

Mit diesen Estragonröllchen Kiew wirst du bei deinen Lieben bestimmt punkten.

Wie du mit deiner Gesundheit Gutes tust und raffinierten Speisen einen besonderen Touch gibst.

Ich hoffe, dir mit diesem Beitrag eine Freude bereitet zu haben! Lass uns in den Kommentaren wissen, wie du Estragon beim Kochen sonst noch verwendest!

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4 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Martina Ogé Piccolin

    Ich suche allerdings noch nach einer guten Aufbewahrungsmethode. Estragonpaste, einfrieren, trocknen,… Habt Ihr einen Tipp?

    Antworten
    • Hallo Martina, ich friere ihn immer ein, dann bleiben viele Aromastoffe erhalten. Am besten ist es, sie schon kleinzuschneiden und in kleine Portionen zu teilen. Vielleicht haben andere noch einen Tipp? Liebe Grüße!

    • Vielen Dank, Marla! Das werde ich dann ausprobieren

  2. Martina Ogé Piccolin

    Ich verwende Estragon, weil er dieses Jahr so toll in meinem Garten wächst, zunehmend in einfachen sommerlichen Soßen, gerne an Stelle von Petersilie, z.B. in der Muschelsoße von „Spaghetti alle vongole“, oder als Variante für Frischkäse oder Quark. Einfach klein geschnippelt und untergerührt.

    Antworten

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