Pflanzturm selber bauen – für mehr Grün auf kleiner Fläche
Wer auf der Suche nach smarten Lösungen für kleine Flächen ist, kommt um das Thema vertikales Gärtnern kaum herum. Es ist platzsparend, ergonomisch und hochdekorativ für jeden Balkon und jede Terrasse. Wenn auch du die Höhe deines Außenbereichs optimal nutzen möchtest, findest du in diesem Beitrag eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, mit deren Hilfe du mit wenig Aufwand einen stabilen Pflanzturm selber bauen kannst.
Warum einen Pflanzturm bauen?
Ein vertikaler Pflanzturm ist weit mehr als nur eine Notlösung für kleine Flächen. Er bringt gleich mehrere überzeugende Vorteile für deinen Balkon oder Garten mit sich:
Platzwunder: Ein Pflanzturm nutzt die vertikale Ebene optimal aus und vergrößert so die Anbaufläche auf winzigen Balkonen enorm. Selbst auf kleinstem Raum entsteht so ein üppiger Garten.
Blickfang: Er ist ein echtes gestalterisches Highlight, das durch unterschiedliche Bepflanzung je nach Jahreszeit zu einem dynamischen und lebendigen Dekorationsobjekt wird.
Rückenschonend: Ein weiterer großer Vorteil ist die Ergonomie. Die oberen Etagen des Turms lassen sich äußerst bequem und rückenschonend im Stehen pflegen und abernten.
Vielseitig: Ob als aromatische Kräuter-Säule oder als farbenfrohe Blumenkomposition für Bienen und Schmetterlinge – bei der Gestaltung ist alles möglich.
Das solltest du vorab beachten
Ein Pflanzturm aus mehreren Tontöpfen, Erde und Wasser kann überraschend schwer werden. Prüfe deshalb vor dem Aufbau, ob dein Balkon oder Untergrund dafür geeignet ist. Der Turm sollte außerdem so stehen, dass er auch bei Wind sicher und stabil bleibt.
Materialliste für deinen Pflanzturm
Für einen stabilen Turm (ca. 4-5 Etagen) benötigst du:
- Tontöpfe: Mehrere Töpfe in abgestuften Größen (z. B. Ø 40cm, 32cm, 24cm, 16cm und 10cm). Wichtig: Sie müssen alle ein Abzugsloch im Boden haben.
- Zentralstab: Eine stabile Gewindestange, ein Eisenstab oder ein kräftiger Bambusstab, der lang genug ist, um durch alle Töpfe zu reichen und dem Turm sicheren Halt zu geben.
- Drainage-Material: Tonscherben oder Kieselsteine.
- Erde: Hochwertige Bio-Pflanzerde, idealerweise mit Langzeitdünger oder etwas Wurmkompost gemischt.
- Pflanzen: Eine Mischung aus aufrecht wachsenden und hängenden Sorten.
- Optional: einen schweren Stein oder Ziegel zur zusätzlichen Stabilisierung im untersten Topf.
Pflanzturm aufbauen
Benötigte Zeit: 1 Stunde
Hast du alle Materialien beisammen? Dann kann es jetzt an die praktische Umsetzung gehen. Der Aufbau ist denkbar einfach und in weniger als einer Stunde erledigt.
- Den perfekten Platz finden
Wähle den Standort vor dem Aufbau sorgfältig aus. Da der fertige Turm durch die feuchte Erde und die massiven Tontöpfe sehr schwer wird, lässt er sich später kaum noch bewegen.
- Das Fundament setzen
Stelle den größten Topf am gewünschten Standort auf. Decke das Abzugsloch mit einer Tonscherbe ab, damit Wasser abfließen kann, ohne dass Erde ausgespült wird. Gib anschließend eine Schicht Kies oder grobe Tonscherben als Drainage in den Topf und fülle erst dann Pflanzerde ein. Der unterste Topf bildet die Basis für den gesamten Turm und sollte deshalb besonders standsicher und ausreichend schwer sein.
- Den Stab fixieren
Setze den Stab mittig ein und fixiere ihn im untersten Topf so, dass er sich nicht mehr seitlich bewegen kann. Achte darauf, dass er absolut gerade steht, denn er gibt dem gesamten Turm Halt. Für zusätzliche Stabilität kannst du ihn im untersten Topf mit einem schweren Stein oder einem gelochten Ziegel sichern. Gerade auf windigen Balkonen lohnt es sich, hier besonders sorgfältig zu arbeiten.
- Stapeln und Verdichten
Fädle den zweitgrößten Topf vorsichtig über den Stab und richte ihn so aus, dass er kippsicher steht und der Stab ihn mittig führt. Fülle ihn mit Erde und drücke diese leicht an, ohne sie zu stark zu verdichten. Wiederhole den Vorgang mit den kleineren Töpfen, bis der Turm seine gewünschte Höhe erreicht hat. Kontrolliere zwischendurch immer wieder, ob die Konstruktion gerade und stabil steht.
- Das Finale: Bepflanzen
Bepflanzt werden die frei zugänglichen Erdflächen in den einzelnen Topfebenen. In die unteren Etagen passen etwas größere oder leicht hängende Pflanzen, während sich für die oberen Töpfe kleinere, kompakte Arten besonders gut eignen. Achte darauf, dass die Erde jeweils etwa zwei Zentimeter unter dem Rand bleibt, damit beim Gießen nichts überläuft.
Welche Pflanzen eignen sich?
Besonders gut geeignet sind Kräuter wie Thymian, Oregano, Schnittlauch, Petersilie oder Basilikum. Auch Erdbeeren, niedrig wachsende Salate, Kapuzinerkresse oder hängende Blühpflanzen machen sich in einem Pflanzturm gut. Wichtig ist, Pflanzen mit ähnlichem Wasser- und Lichtbedarf zu kombinieren, damit die Pflege einfacher bleibt.
Pflanzturm richtig pflegen
Damit dein DIY-Pflanzturm nicht nur direkt nach dem Aufbau fantastisch aussieht, sondern die ganze Saison über üppig wächst und gedeiht, beachte ein paar Dinge bei der Pflege:
- Richtig gießen: Gieße den Turm am besten von oben. Das Wasser sickert langsam durch alle Schichten. Da die oberen Töpfe durch Sonne und Wind schneller austrocknen, solltest du diese öfter kontrollieren.
- Regelmäßige Düngung: Da das Erdvolumen pro Etage stark begrenzt ist, verbrauchen die Pflanzen die Nährstoffe schnell. Eine Gabe von Bio-Flüssigdünger alle 2-4 Wochen ins Gießwasser ist empfehlenswert.
- Winterhärte beachten: Nasse Tontöpfe können bei Frost schnell springen. Wenn du den Turm im Winter draußen lässt, achte auf “frostfeste” Töpfe.
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Viel Freude beim Nachbauen und Hochstapeln! Hast du besondere Pflanzenkombinationen ausprobiert? Zeig uns deine Ergebnisse in den Kommentaren!
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