Hanfsamenöl – gesund und praktisch in Küche, Bad und Haushalt
Es gibt Naturprodukte, die sowohl für die Ernährung als auch für die Körperpflege einen echten Mehrwert bieten. Hanfsamenöl gehört zu diesen vielseitigen Pflanzenölen. Während es in der Küche mit einem angenehm nussigen Geschmack und einem vorteilhaften Fettsäureprofil überzeugt, eignet es sich im Badezimmer sehr gut für die Haar- und Hautpflege.
Hier erfährst du, wie du das vielseitige Pflanzenöl in deinen Alltag integrieren kannst.
Genügsam im Anbau
Ein großer Pluspunkt von Hanföl gegenüber anderen Pflanzenölen ist seine Ökobilanz. Denn Nutzhanf stellt wenig Ansprüche an Boden und Pflege und benötigt im Anbau kaum Pflanzenschutzmittel. Zudem fällt beispielsweise im Vergleich zu Raps der Wasserverbrauch sehr viel geringer aus. Und ganz nebenbei lockern die Pflanzen den Boden für nachfolgende Fruchtfolgen auf.
Hanfsamenöl in der Küche
Hanfsamenöl wird aus den Samen des Nutzhanfs gepresst. Es enthält keine berauschenden Wirkstoffe (THC) und in der Regel auch kein CBD – dafür ist es reich an essenziellen Fettsäuren, die der menschliche Körper nicht selbst herstellen kann.
Das Besondere am Hanfsamenöl ist sein ausgewogenes Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren von etwa 1:3. Dieses Verhältnis gilt in der Ernährungswissenschaft als optimal für den menschlichen Organismus, um entzündlichen Prozessen entgegenzuwirken. Zudem enthält das Öl die seltene Gamma-Linolensäure (GLA). Wegen dieser Eigenschaften wird das Öl in der Naturheilkunde traditionell zur Unterstützung der Gelenkgesundheit geschätzt.
Wichtige Küchen-Regel: Niemals erhitzen!
Wegen seines hohen Anteils an mehrfach ungesättigten Fettsäuren hat Hanfsamenöl einen sehr niedrigen Rauchpunkt (ca. 165°C). Verwende Hanfsamenöl deshalb nicht zum Braten, Backen oder Kochen. Bei starker Hitze werden die empfindlichen Inhaltsstoffe zerstört, und es können sich gesundheitsschädliche Transfettsäuren bilden. Geeignet ist es vor allem:
- Als Salat-Finishing: Sehr schmackhaft in Kombination mit Apfelessig, Senf und etwas Kräutersalz.
- In der kalten Küche: Ein Teelöffel Hanföl im Müsli, Porridge oder Smoothie sorgt für eine feine nussige Note.
- Zum Verfeinern warmer Speisen: Gib das Öl erst direkt auf dem Teller über gedünstetes Gemüse, Suppen oder Kartoffelgerichte.

Hanfsamenöl für Haut und Haar
Als Alternative zu Cremes und Lotions eignet sich kaltgepresstes Hanfsamenöl hervorragend für eine minimalistische Hautpflege für Mischhaut.
Antientzündliche und feuchtigkeitsspendende Hautpflege
Viele Menschen zögern, Öle im Gesicht anzuwenden. Bei Hanfsamenöl ist diese Sorge unbegründet: Es gilt als nicht-komedogen (Komedogenitätsgrad 0), verstopft also die Poren nicht. Die enthaltene Linolsäure kann zudem helfen, die Talgproduktion zu regulieren, und wirkt beruhigend auf entzündliche Hautstellen.
- Anwendung: Nach der Gesichtsreinigung 2–3 Tropfen Öl sanft auf die noch feuchte Haut einmassieren.
Dank der enthaltenen Gamma-Linolensäure hilft Hanfsamenöl der Haut, Feuchtigkeit besser zu speichern. Als begleitende Pflege bei sehr trockener Haut oder therapiebegleitend bei Ekzemen und Schuppenflechte (Psoriasis) kann das Einmassieren des Öls nach dem Duschen (ohne Abtrocknen) helfen, Spannungsgefühle und Juckreiz zu mildern. Es ersetzt jedoch keine medizinische Behandlung.
Tipp: Hier erfährst du mehr über Hautpflege mit Pflanzenölen und welches Öl sich für welchen Hauttyp am besten eignet.
Leave-in-Conditioner für die Haare
Trockene Spitzen und Spliss lassen sich mit Hanföl gut pflegen. Knete nach dem Haarewaschen einfach 2–3 Tropfen des Öls als Leave-in-Conditioner in die noch feuchten Spitzen ein. Es legt sich als schützender Film um das Haar, ohne es zu beschweren.

Rückfettender Badezusatz
Wer unter sehr trockener oder juckender Haut leidet, kann Hanfsamenöl auch hervorragend als Badezusatz verwenden. Da sich reines Pflanzenöl nicht ohne Weiteres im Badewasser verteilt, empfiehlt sich die Kombination mit einem natürlichen Emulgator wie Vollmilch, Sahne oder einer veganen Alternative (z. B. Haferdrink). Das Öl lässt sich zudem wunderbar als pflegende Komponente nutzen, um individuelle Badezusätze nach dem Baukastenprinzip selbst herzustellen – für ein entspannendes Bad, das die Haut intensiv pflegt und vor dem Austrocknen schützt.

Hanfsamenöl im Haushalt
Wegen seiner pflegenden und schützenden Eigenschaften lässt sich Hanfsamenöl nicht nur für den eigenen Körper anwenden. Du kannst es auch für den Schutz und die Pflege von Naturmaterialien nutzen.
Natürlicher Schutz für Leder
Es eignet sich im Haushalt hervorragend als schützende Basis für eine selbstgemachte Lederpflege und Schuhcreme mit Bienenwachs, um echtes Leder geschmeidig zu halten und vor Feuchtigkeit zu schützen.

Nachhaltige Holzpflege
Auch für unbehandeltes Holz ist Hanfsamenöl ein hervorragendes Pflegemittel. Als sogenanntes halbtrocknendes Öl zieht es tief in die Holzporen ein, härtet dort mit der Zeit leicht aus und schützt die Oberfläche so von innen heraus vor Feuchtigkeit und Schmutz. Da Hanfsamenöl absolut ungiftig und lebensmittelecht ist, eignet es sich besonders gut für Schneidebretter, Kochlöffel oder Kinderspielzeug aus Holz.

Trage das Öl einfach sparsam mit einem weichen Tuch in Richtung der Maserung auf, lass es etwa zehn Minuten einwirken und nimm überschüssiges Öl anschließend gründlich mit einem trockenen Tuch auf.
Wichtiger Sicherheitshinweis: Da auch halbtrocknende Öle beim Trocknen Sauerstoff aufnehmen und Wärme entwickeln, besteht bei ölgetränkten Lappen Selbstentzündungsgefahr. Breite benutzte Lappen deshalb nach Gebrauch flach im Freien zum Trocknen aus, wasche sie gründlich mit Spülmittel aus oder bewahre sie bis zur Entsorgung komplett unter Wasser in einem luftdichten Behälter auf.
Einkauf und Lagerung
Um von den positiven Eigenschaften des Pflanzenöls zu profitieren, achte beim Kauf und bei der Lagerung auf folgende Punkte:
- Kaltgepresst und Bio: Nur bei einer schonenden Pressung (unter 40 °C) bleiben Vitamine und empfindliche Fettsäuren erhalten. Eine Bio-Zertifizierung schließt synthetische Pestizidrückstände aus.
- Die Farbe als Qualitätsmerkmal: Unraffiniertes Hanfsamenöl erkennst du an seiner tiefgrünen bis smaragdgrünen Farbe. Gelbliches oder klares Öl wurde in der Regel raffiniert oder stark gefiltert, wodurch wertvolle Begleitstoffe verloren gehen.
- Dunkel und kühl lagern: Aufgrund der ungesättigten Fettsäuren oxidiert das Öl bei Licht- und Sauerstoffkontakt schnell. Bewahre es stets im Kühlschrank auf und verbrauche geöffnete Flaschen innerhalb von 8 bis 12 Wochen.
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Hast du Hanfsamenöl schon in deine Alltagsroutine integriert? Teile deine Erfahrungen und Tipps gerne mit uns in den Kommentaren!
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