Silikon vor der ersten Verwendung backen: So entfernst du giftige Siloxane

Um giftige Siloxane aus Silikon zu entfernen, die aus der Produktion zurückbleiben könnten, kannst du Backform, Schnuller und Menstruationstasse vor dem Gebrauch backen oder auskochen.

Silikon gilt als gesundheitlich unbedenklich, ist lange haltbar und gut recycelbar. Dennoch bergen manche Produkte aus Silikon Gefahren durch möglicherweise krebserregende Siloxane, die bei unsachgemäßer Herstellung zurückbleiben können. Zum Glück lassen sich diese Rückstände leicht entfernen, sodass der Gebrauch von Backformen, Saugaufsätzen für Babyflaschen, Menstruationstassen und anderen Silikonprodukten gefahrlos möglich ist.

Warum kann Silikon Siloxane enthalten?

Enthält Silikon gefährliche Stoffe? Nein, normalerweise nicht: Die Grundstoffe, aus denen Silikon hergestellt wird, sind ungefährlich und umweltverträglich. Silikon besteht aus Silizium, das aus Sand oder Ton gewonnen wird, sowie Sauerstoff, Kohlenstoff und Wasserstoff. Diese Stoffe werden in der Produktion zunächst zu Siloxanen verbunden und dann zu ring- oder kettenförmigen Molekülgruppen zusammengefügt. Sie bilden flüssiges, pastöses oder eben gummiartiges Silikon.

Um giftige Siloxane aus Silikon zu entfernen, die aus der Produktion zurückbleiben könnten, kannst du Backform, Schnuller und Menstruationstasse vor dem Gebrauch backen oder auskochen.

Verbleibende Siloxanreste gelten als bedenklich, jedoch verflüchtigen sie sich mit der Zeit. Um diesen Prozess zu beschleunigen, damit das fertige Silikonprodukt möglichst frei von Siloxanen ist, wird es normalerweise am Ende des Herstellungsprozesses “getempert”, das heißt mehrere Stunden lang stark erhitzt. Manche Hersteller führen den Vorgang jedoch zu kurz durch oder sparen das Tempern gleich ganz ein, sodass auch Produkte auf dem Markt kommen, die noch Siloxane ausdünsten.

Siloxane aus der Backform entfernen

Ob eine neue Silikonbackform noch Siloxane abgibt, lässt sich leider nicht zweifelsfrei selbst feststellen. Um sicherzugehen, dass das nicht der Fall ist, kannst du den Vorgang des Temperns jedoch selbst übernehmen.

So gehst du vor:

  1. Backofen auf 200 °C vorheizen.
  2. Backform mit heißem Wasser und Spülmittel (das du auch selber machen kannst) ausspülen. Dann in den Ofen geben und vier Stunden lang backen. Am besten währenddessen das Fenster öffnen.
  3. Nach dem Tempern Backofen und Küche gut lüften.
  4. Backform nochmals ausspülen.

Tipp: Weil dafür eine ganze Menge Energie benötigt wird, ist es empfehlenswert, gleich alle Silikongegenstände in der Küche gemeinsam zu behandeln, die zu 100 Prozent Silikon bestehen.

Um giftige Siloxane aus Silikon zu entfernen, die aus der Produktion zurückbleiben könnten, kannst du Backform, Schnuller und Menstruationstasse vor dem Gebrauch backen oder auskochen.

Kleinere Silikonobjekte wie Trinksauger oder Menstruationstassen kannst du alternativ auf dem Herd im Wasserbad oder in der Mikrowelle von enthaltenen Siloxanrückständen befreien. Dafür die Gegenstände in einer wassergefüllten Glasschüssel oder -tasse mindestens fünf Minuten lang sprudelnd kochen lassen. Wichtig ist, dass das Objekt währenddessen vollständig mit Wasser bedeckt ist. Nach dem Kochen mit Spülmittel und heißem Wasser abspülen.

Um giftige Siloxane aus Silikon zu entfernen, die aus der Produktion zurückbleiben könnten, kannst du Backform, Schnuller und Menstruationstasse vor dem Gebrauch backen oder auskochen.

Jetzt sind Backform, Teigschaber, Schnuller und Menstruationstasse bereit für eine gesundheitlich unbedenkliche Verwendung.

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Alternativen zu Silikonprodukten

Wer Silikon trotzdem lieber nicht nutzen möchte, kann auf Produkte aus Naturkautschuk zurückgreifen. In der plastikfreien Küche kommen außerdem Schraubgläser für viele Zwecke, sowie andere Materialien wie Emaille oder Edelstahl in Frage.

Wie du im Alltag auch ohne Silikon und Plastik auskommst, kannst du in unserem Plastiksparbuch nachlesen:

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Für welche Zwecke verwendest du Produkte aus Silikon? Oder kommst du ganz ohne Silikon aus? Wir freuen und auf einen Kommentar von dir!

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4 Kommentare Kommentar verfassen

  1. Ekin

    So, wie ich es verstanden habe, handelt es sich, laut obigem Text, bei Silikon nicht um Kunststoff!

    Antworten
    • smarticular.net

      Das hängt jetzt ein bisschen von der Definition ab: Silikon ist ebenfalls ein synthetisches Polymer, also ein Kunststoff bzw. ein Ausgangsstoff für Kunststoffe. Es wird nur nicht wie andere Plastik-Arten aus Erdöl (o.ä.) hergestellt, sondern auf Basis von Siloxanen, die aus Silizium gewonnen werden.
      Liebe Grüße

  2. Moma

    Solange nicht einmal die Hälfte aller recyclefähigen Produkte (Deutschland ist Spitzenreiter in Europa und liegt bei nur 39%) wirklich recycelt werden, finde ich es bedenklich, weiter welche in Bereichen zu nutzen, in denen es Alternativen gibt.

    http://www.umweltbundesamt.at/umweltsituation/schadstoff/schadstoffe_einleitung/silox/

    Antworten
    • smarticular.net

      Richtig, die Entscheidung für die jeweils beste Alternative ist gar nicht so einfach, sie muss von jedem selbst getroffen werden. Fraglos bringen Kunststoffe (wie auch Silikon) viele Probleme mit sich. Sie haben aber auch viele Vorteile, vor allem dann, wenn sie als Mehrwegprodukt zahlreiche Einwegprodukte überflüssig machen und so jede Menge Müll verhindern. Wie zum Beispiel eine Silikonbackmatte, die viele Bögen mit Kunststoff beschichteten Backpapiers ersetzt. Oder wie bei einer Menstruationstasse, die tausende Tampons überflüssig macht mitsamt deren Plastikverpackung. Es kommt immer auf den Einzelfall an, und je öfter ein solches Produkt verwendet, desto mehr überwiegen die Vorteile. Entscheiden (und richtig handeln, auch bei der Entsorgung) muss sich am Ende jede/r selbst.
      Liebe Grüße

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